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Fachbeiträge

DGQ-Fachbeitraege
20. Februar 2024

Heilloses Durcheinander bei digitalen Pflegehilfsmitteln

Pflegehilfsmittel sind Produkte, die den Pflegeprozess unterstützen. Es kann sich um Verbrauchsmaterial handeln wie Einmalhandschuhe oder um Produkte, die zur Vermeidung von Schäden bei den Klient:innen dienen wie Betteinlagen. Die Pflegehilfsmittel können aber auch dem Erhalt von Kompetenzen bei hilfsbedürftigen Menschen dienen, indem sie Aktivität und Mobilität fördern und die selbstständige Lebensführung unterstützen. Dazu gehören technische und digitale Produkte wie Notrufsysteme, vernetzte Sensoren-Technologien und bestimmte Pflege-Apps. Eine besondere Rolle spielen diese technischen und digitalen Pflegehilfsmittel in der Versorgung von Menschen daheim – der ambulanten Pflege. Dort sollen sie die Abhängigkeit von Pflege verringern und Selbstversorgungsdefizite eindämmen. Ein Rollator kann zum Beispiel die Einschränkung der Mobilität ausgleichen oder lindern und setzt dabei auf noch vorhandene Kompetenzen bei den Nutzenden. Damit verringert das Hilfsmittel auch den Einsatz von Personal und erfüllt eine weitere Funktion: Es schont Ressourcen, während gleichzeitig die Qualität der Versorgung steigt. Denn es wird keine helfende Hand benötigt […]

5. Februar 2024

Mehr digitale Resilienz dank NIS-2-Richtlinie der EU

Die Richtlinie hat das Ziel, das Cybersicherheitsniveau innerhalb der EU zu vereinheitlichen und zu erhöhen. Sie ist im Januar 2023 in Kraft getreten und muss bis Oktober 2024 von den Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt werden. Aber dies geht nicht ohne gewissen Aufwand. Die Richtlinie sieht diverse Maßnahmen auf staatlicher Seite sowie für Unternehmen vor. Sie gilt in Deutschland für circa 40.000 Unternehmen in 18 Branchen ab 50 Mitarbeiter. Die NIS-2-Richtlinie zielt darauf ab, die Sicherheit von Netzwerken und Informationssystemen in der EU zu stärken und die Resilienz- und Reaktionskapazitäten öffentlicher und privater Stellen, der zuständigen Behörden und der EU insgesamt weiter zu verbessern. Dies ist in Zeiten der wachsenden Digitalisierung und anhand der fast täglichen Meldungen im Bereich Cyberkriminalität zu begrüßen. Solche Anforderungen stoßen aber in diesen unruhigen Zeiten aufgrund von Fachkräftemangel, Zeitnot und der für viele Organisationen engen finanziellen Spielräume auch auf Widerstände. Viele davon sind vermutlich […]

30. Januar 2024

Digitale Prozessautomatisierung für Qualitätsmanager

Organisationen fordern zunehmend standardisierte und automatisierte Prozesse. Lohnkosten, der demografische Wandel und die zunehmende Prozesskomplexität in allen Abteilungen und Organisationen erhöhen den Druck zur Standardisierung und Automatisierung. Die bisherige Herausforderung: Das Problem ist komplex und der Mangel an Fachkräften stellt zunehmend einen Engpass dar, doch die modellgesteuerte Prozessautomatisierung bietet an dieser Stelle eine Alternative. Effiziente Prozessgestaltung und technische Ausführung von Prozessen leicht gemacht! Bisher lagen die Verantwortung und Aufgaben wie die Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen in den Händen von IT-Fachkräften oder Software-Entwickler:innen, die über die hierzu notwendigen technischen Fähigkeiten verfügten. Doch das verändert sich derzeit. Technologische Entwicklungen ermöglichen intuitivere Instrumente, die auch Qualitätsmanager:innen den Zugang zu diesen Themenbereichen eröffnen. Am Beispiel der standardisierten Modellierungssprache „Business Process Model and Notation 2.0 (BPMN 2.0)“ ist das gut nachzuvollziehen. Qualitätsmanager:innen können dank dieser Notation fachliche Inhalte einfach visuell beschreiben und damit ganz ohne Programmierwissen oder spezielles Software-Knowhow Ausführungsanweisungen implementieren. Was ist […]

29. Januar 2024

Von der Linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft (Circular Economy), Teil 2 – Hinweise für die Umstellung

Der Circularity Gap Report 2021 titelt „Wir alle lassen die Menschen und den Planeten im Stich… damit unsere Welt lebenswert bleibt und blüht, müssen wir die globale Kreislaufwirtschaft von 8,6 Prozent auf 17 Prozent verdoppeln“ (englische Fassung übersetzt). Zweifelsfrei besteht dringender Handlungsbedarf. Was jedoch hindert Organisationen daran, die Transformation zu einer „Circular Economy“ voranzutreiben? Einige Organisationen können offensichtlich die Vorteile der Kreislaufwirtschaft „noch“ nicht erkennen. Gründe könnten sein: fehlende Zahlen, Daten, Fakten, fehlendes Wissen und/oder fehlende Ressourcen zur erfolgreichen Umsetzung. Dem gegenüber stehen Erfolgsmeldungen von Unternehmen, die frühzeitig die Chancen erkannt haben. Im Mai 2022 veröffentlichte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) eine Studie, aus der hervorgeht, dass Unternehmen mit zirkulären Geschäftsmodellen wirtschaftlich erfolgreicher sind. Die Kreislaufwirtschaft gilt daher als das Wirtschaftsmodell der Zukunft. Wirtschaftliche Vorteile Organisationen können durch eine zirkuläre Unternehmensstrategie wirtschaftliche Vorteile erzielen. Vom Rohstoffeinkauf und -einsatz über das Design als auch die Herstellung, den Vertrieb, die […]

10. Januar 2024

Von der Linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft (Circular Economy), Teil 1 – ein Überblick

Die sogenannte „Circular Material Use Rate“ entspricht dem Anteil der Ressourcen, die in einer Volkswirtschaft genutzt werden und aus recycelten Produkten oder wiedergewonnen Materialien stammen. Während die Recyclingquote stetig zunimmt und europaweit im Jahr 2020 bei ca. 47,8 Prozent lag, nahm erstere hingegen von 2019 auf 2021 ab und lag zuletzt auf einem niedrigen Niveau von 11,7 Prozent. Angesicht der Tatsache, dass der Abbau und die Verarbeitung von Primärrohstoffen mit hohen umweltschädlichen Emissionen und steigenden Beschaffungspreisen verbunden sind, wird die Notwendigkeit im Umdenken der Unternehmen allerdings nicht nur von neuen Gesetzen, sondern tatsächlich auch von ökonomischen Überlegungen getrieben. Das verdeutlicht, welchen großen Impact die Transformation der linearen Wirtschaft zur zirkulären Wirtschaft (Kreislaufwirtschaft/„Circular Economy“) hat. Zu Recht stellt dies den größten wirtschaftlichen Wandel seit der Industriellen Revolution dar. Was bedeutet Circular Economy? Bei der Circular Economy handelt es sich um eine Erweiterung des häufig verwendeten Begriffs der Kreislaufwirtschaft auf ein […]

9. Januar 2024

Einfluss von ESG-Ratings auf die Nachhaltigkeit von Unternehmensprozessen, Teil 1

Gute ESG-Ratings können Unternehmen Zugang zu kostengünstigem Eigen- und Fremdkapital verschaffen, ihre Marktpräsenz stärken und die Markenbekanntheit verbessern. Aber inwiefern wirken sich derartige Ratings auch auf die Gestaltung unternehmensinterner Prozesse aus? Wer sich in den vergangenen Jahren mit dem Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen beschäftigt hat, ist um folgende drei Buchstaben nicht herumgekommen: „ESG“. Das Akronym beschreibt die drei großen Bereiche, in denen Nachhaltigkeit (in der Wirtschaft) angestrebt wird: Umwelt („Environment“), Soziales („Social“) und Unternehmensführung („(Corporate-) Governance“). Viele Unternehmen veröffentlichen Informationen darüber, wie und in welchen Bereichen sie sich für Nachhaltigkeit engagieren. Um diese Informationen kurz und übersichtlich zusammenzufassen und Investoren eine qualitative Bewertung zur Verfügung zu stellen, gibt es ESG-Ratings. Vorgehensweise der Ratingagenturen Die Ratingagenturen, die jene Ratings erstellen, bewerten die Unternehmen häufig aufgrund von öffentlich verfügbaren oder individuell zur Verfügung gestellten Daten kurz und prägnant auf einer intuitiven Skala, wie zum Beispiel von 0 bis 100 oder auch […]

6. Dezember 2023

Künstliche Intelligenz in der Qualität – Welche Qualifikationen werden benötigt?

Künstliche Intelligenz (KI) in ihrer aktuellen Form hat eine hohe Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Viele Firmen stellen sich die Frage, wie sie sich am besten auf die neuen Entwicklungen vorbereiten können. Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren ist dabei die Qualifikation der Mitarbeiter. Im ersten Teil dieser Serie wurde gezeigt, dass das Qualitätswesen eine vergleichsweise kleine Einstiegsschwelle in diese neuen KI-Technologien hat. Die Aufgabe des Qualitätswesens war es seit jeher, mit Hilfe von Daten und Statistik Transparenz zu schaffen und Verbesserungspotentiale zu heben. KI stellt somit in vielerlei Hinsicht eine Erweiterung des bestehenden Methodenkoffers dar. Auch für das Qualitätswesen stellt sich jedoch die Frage, wie Mitarbeiter am besten für den Einsatz neuer Methoden qualifiziert werden können. In diesem Beitrag beschreiben wir drei Stufen der Qualifikation mit Mindestanforderungen. Die niedrigste Qualifikationsstufe ist dabei in der Regel für alle Qualitätsmitarbeiter ohne erweiterte Trainingsmaßnahmen erreichbar. Es wird gezeigt, dass sich mit jeder Qualifikationsstufe neue […]

8. November 2023

Maßnahmen der Automobilzulieferer in Bezug auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist seit Januar 2023 in Kraft. Welche Maßnahmen Automobilzulieferer bereits ergriffen haben, hat nun eine Umfrage ergeben. Es ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Wirtschaft: Am 11. Juni 2021 hat der Deutsche Bundestag das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) beschlossen und am 1. Januar 2023 ist es in Kraft getreten. Das Gesetz besitzt das Potenzial, als wegweisendes Beispiel für vergleichbare Bestimmungen in anderen Regionen Europas und weltweit zu dienen. Das LkSG verpflichtet, Stand heute, Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die mehr als 3.000 Mitarbeitende (ab 1. Januar 2023) beschäftigen, entlang ihrer Lieferkette für Menschenrechts- und Umweltschutzstandards zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel der Schutz vor Kinderarbeit und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung von Arbeitssicherheitsstandards und Umweltstandards wie zum Beispiel die Vermeidung von Umweltverschmutzung. Ab 1. Januar 2024 werden Unternehmen schon ab 1.000 Mitarbeitenden in die Pflicht genommen. Umfrage unter Automobilzulieferern Im Rahmen einer studentischen Projektarbeit über […]

6. November 2023

Modernes Prozessmanagement beginnt beim Kunden

2024 – neues Jahr, alte Prozesse? Ab nächstem Jahr bietet die DGQ ihre neue Trainingsreihe für das Prozessmanagement an. Von den ersten Grundlagen über die komplette Ausbildung zum DGQ-Prozessmanager, bis hin zur kontinuierlichen Fortbildung der Softskills und der digitalen Kompetenzen eines jeden Prozessmanagers ist für jeden Bedarf etwa dabei. Im Interview berichtet Christof Dahl, DGQ-Trainer und einer der Autoren der neuen Trainingsreihe über die neuen Inhalte, den Nutzen und die Benefits des neuen DGQ-Lehrgangs Prozessmanager, dem neuen Herzstück des Angebotes. Herr Dahl, es wird viel über Prozesse in Unternehmen diskutiert und dann bleibt oftmals doch alles beim Alten. Hand auf’s Herz, ist das Prozessmanagement wirklich so entscheidend im betrieblichen Alltag, wie oft behauptet? Oder wird das ganze Thema nicht oft überschätzt? Man kann die Bedeutung des Prozessmanagements gar nicht hoch genug einschätzen. Es bildet praktisch das Fundament für einen reibungsloseren Ablauf der betrieblichen Tätigkeiten. Mit einem effektiven Prozessmanagement lassen […]

2. November 2023

Künstliche Intelligenz in der Qualität – Bestehendes Know-how effektiv nutzen

Viele Branchen sind heute mit stetig steigenden Qualitätsanforderungen konfrontiert. Zusätzlich erfordern komplexere Produkte erweiterte Absicherungen im Herstellungsprozess. Gleichzeitig stehen viele Hersteller vor der Herausforderung, Kostenoptimierungen umzusetzen, um langfristig wirtschaftlich zu bleiben. Wie kann Qualität diesen Spagat schaffen? Neue Methoden im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), insbesondere des Machine Learnings bieten Möglichkeiten, um Verbesserungspotenziale auf Basis bestehender Daten zu heben. Besonders bei komplexen Produktionsabläufen kann Machine Learning zu neuen Erkenntnissen führen. Für Praktiker stellt sich allerdings die Frage, wie sich neue Methoden sinnvoll in bestehende Arbeitsabläufe integrieren lassen. Dieser Beitrag zeigt auf, dass es große Überschneidungen zwischen klassischen Q-Werkzeugen und modernen KI Methoden gibt. Machine Learning, als Unterdisziplin der KI, wird den Methodenkoffer der Qualität langfristig erweitern. Der Beitrag nennt darüber hinaus Erfolgsfaktoren für Mitarbeiter und Führungskräfte, die Machine Learning in ihrer Firma einsetzen wollen, um ihre Prozesse effizienter zu gestalten. Machine Learning als Prozess und Methode Der Einstieg in […]

10. Oktober 2023

Personalmaß in der Pflege – Chance oder Bürde?

Es ist schon ein sperriges Wort: Personalbemessungsverfahren. Es wird im Pflegejargon mit „PeBeM“ abgekürzt und führt in der Branche wegen seiner weitreichenden Folgen zu vielen Diskussionen. Doch was ist das „PeBeM“, wird es gebraucht und kann es die Qualität der Pflegeleistungen verbessern? Abwärts-Spirale Hintergrund: Seit langem leidet die Pflege unter einem zunehmenden Mangel an Personal, mittlerweile auch im Bereich der weniger gut Qualifizierten. Gründe dafür sind die Arbeitsbedingungen bei vergleichsweise bescheidenen Karrierechancen und der rasante Anstieg des Pflegeleistungs-Bedarfs wegen der alternden Gesellschaft. Die Folge ist ein Teufelskreis: Wo eigentlich immer mehr Pflegepersonal gebraucht wird, macht der Mangel den Beruf zusätzlich immer unattraktiver. Die körperlich und seelisch anstrengende Arbeit findet nicht genug neue Interessent:innen, um den wachsenden Bedarf zu decken. Der Krankenstand ist hoch, insbesondere Fachpersonal steigt aus. Vorschläge und Lösungsversuche, um die sich drehende Spirale aus steigendem Bedarf und schlechter werdenden Bedingungen zu durchbrechen, gibt es zu Hauf. Bereits […]

5. Oktober 2023

Die deutsche Medizinprodukte-Branche: vom Mittelstand geprägt, von Innovation getragen

Die Medizinprodukte-Branche nimmt als Akteur der industriellen Gesundheitswirtschaft eine wichtige Rolle ein. Sie ist zudem beispielhaft für die hohe Bedeutung des Mittelstands in der deutschen Wirtschaft. Neben dem Beitrag, den sie für die Sicherstellung und Weiterentwicklung qualitativ hochwertiger Patientenversorgung leistet, bietet sie großes wirtschaftliches Potenzial. Doch Lieferschwierigkeiten, politische Unwägbarkeiten und andere Herausforderungen ziehen auch an der mittelständisch geprägten Medizinprodukte-Branche nicht folgenlos vorbei. Auch branchenspezifische Entwicklungen, wie die Änderungen in der EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR), setzen insbesondere die kleinen und mittelständischen Unternehmen weiterhin unter Druck. International als verlässlicher Zulieferer bekannt Technologische Durchbrüche, die Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, der demografische Wandel und der mit diesen Entwicklungen einhergehende stetig wachsende klinische Versorgungsbedarf – die Faktoren die dazu führen, dass Medizinprodukte zunehmend an Bedeutung gewinnen, sind vielfältig. Die große Bandbreite der Medizinprodukte umfasst Verfahren und Lösungen für Diagnostik und Therapie. Sie leisten in vielerlei Hinsicht einen wichtigen Beitrag: Zum einen tragen sie maßgeblich zur […]

15. September 2023

Interview zum FQS-Forschungsprojekt „METIS“: Effektive Bewertung von IT-Werkzeugen für die kollaborative Produktentwicklung

In der Industrie 4.0 ist die Zusammenarbeit in und von Unternehmen mehr denn je entscheidend für den Unternehmenserfolg. Sie umfasst gemeinsame Aktivitäten, Prozesse und Entscheidungen, die intensive Koordination und Datenaustausch erfordern, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Konfiguration und Optimierung der IT-Infrastruktur und -Tools sind daher entscheidend für effiziente Zusammenarbeit. Dies stellt jedoch für viele KMU eine bedeutende Herausforderung dar. Im FQS-Forschungsprojekt „METIS - Methodische Konfiguration von Informationstechnik zur Steigerung der Kollaborationsfähigkeit von KMU in der verteilten Produktentstehung“ arbeiten die Wissenschaftler:innen Can Çağıncan (Fachgebiet Qualitätswissenschaft) und Juliane Balder (Fachgebiet Industrielle Informationstechnik) der TU Berlin gemeinsam daran, diese Herausforderungen zu lösen. Im Interview gewährt Can Çağıncan einen Einblick in die Projektarbeit und zeigt auf, welche Lösungen das Projekt für KMU bereithält.   Was ist das Forschungsprojekt METIS und worum geht es in Ihrem Projekt? Can Çağıncan: Das Forschungsprojekt METIS hat das Ziel, Unternehmen eine Methode zur Analyse, Bewertung […]

6. September 2023

Interview zum FQS-Forschungsprojekt “MIQFEM”: Mitarbeiterorientierte Qualitätsregelkreise in der Produktion zum smarten Fehlermanagement

Um in einem immer intensiveren Wettbewerbsumfeld bestehen zu können, ist es für Unternehmen essenziell, ihre Produkte schneller, kostengünstiger und in höherer Qualität herzustellen als ihre Konkurrenten. Dabei stellen auftretende Fehler in der Produktion ein signifikantes Hindernis dar, da sie sowohl Kosten als auch Zeitaufwand verursachen und im Falle der Fehlertolerierung zur Qualitätssenkung führen. Dementsprechend ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor zwischen erfolgreichen Unternehmen und weniger erfolgreichen Unternehmen, wie sie mit dem Fehlerwissen umgehen. In vielen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist dieses Wissen jedoch ein Tabuthema. Im Rahmen des über die FQS - Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. geförderten Forschungsprojektes „MIQFEM - Mitarbeiterorientierte Qualitätsregelkreise in der Produktion zum smarten Fehlermanagement“ wird unter der Leitung des Fachgebiets Qualitätswissenschaft an der TU Berlin gemeinsam mit Partnern aus Industrie ein smartes Fehlermanagementsystem entwickelt, welches die systematische Nutzung des Fehlerwissens ermöglicht und sich durch die Interaktion mit den Mitarbeitenden in einem ständigen Lernprozess befindet. Über eine […]

4. September 2023

Interview zum FQS-Forschungsprojekt “AIQualify”: Framework zur Qualifizierung von KI-Systemen in der industriellen Qualitätsprüfung

Die produzierende Industrie und deren Endkunden stellen immer höhere Qualitätsansprüche. Anstelle von manchmal ineffizienten und fehleranfälligen manuellen Qualitätskontrollen setzen Unternehmen zunehmend auf automatisierte Prüfungen, wie zum Beispiel optische Prüfsysteme mit anschließender Bildverarbeitung (siehe Abb. 1). Die klassische Bildverarbeitung stößt jedoch oft an ihre Grenzen, vor allem dann, wenn es eine hohe Variabilität bei Fehlern oder Bauteilen gibt. So können beispielsweise Oberflächenkratzer in Form, Farbe und Lage variieren. Diese Defekte sind jedoch oft schwer analytisch zu beschreiben. Mit Methoden des maschinellen Lernens (ML), einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, können diese Einschränkungen zunehmend überwunden werden. Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit oder Genauigkeit von ML-Verfahren verhindern jedoch bisher ihren weit verbreiteten industriellen Einsatz. Gerade der Unterschied zu klassischen Algorithmen erschwert die Qualifizierung von ML-basierten Qualitätsprüfungssystemen. Die Qualifizierung solcher Systeme zu erleichtern, stellt das zentrale Forschungsziel des über die FQS - Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. geförderten Projekts AIQualify dar. Das Konsortium von AIQualify besteht […]

1. September 2023

FQS-Forschungsprojekt “VorÜber”: Vorausschauende Prozessüberwachung in der Schmiedeindustrie

In der Schmiedeindustrie wird die Lebensdauer von Schmiedegesenken meist auf Basis von Erfahrungswerten und subjektiven Entscheidungen bestimmt. Im Rahmen des vor Kurzem abgeschlossenen FQS-Forschungsprojekts VorÜber haben Wissenschaftler:innen des IPH - Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH eine Methode entwickelt, die eine Prognose der Restlebensdauer des Schmiedegesenks auf Basis von Bilddaten und Kraftmessungen während der Umformung ausgibt. Durch diese datenbasierte Prognose lässt sich die Restlebensdauer genauer abschätzen und die Produktion von Fehlteilen sowie Stillstandzeiten, aufgrund von Gesenkversagen, vermeiden. Schätzen Mitarbeitende die Lebensdauer von Schmiedegesenken geringer ein als sie wirklich ist, bedeutet dies eine Verschwendung der noch bestehenden Standmenge [1]. Wird die Standmenge zu hoch eingeschätzt, kann es bei unvorhergesehen hohem Verschleiß zur Produktion von fehlerhaften Teilen kommen [2]. In der Praxis wird die verbleibende Standmenge häufig um ein Vielfaches geringer als die tatsächliche verbleibende Standmenge festgelegt, um das Risiko eines Werkzeugversagens gering zu halten [1]. Um die verbleibende Standmenge auszunutzen […]

29. August 2023

Data Analytics – Von der Datenerfassung zur Entscheidungsunterstützung

Wenn wir uns die vergangenen Jahrzehnte anschauen, wird eines ziemlich klar: Daten haben enormen Einfluss, egal ob es sich um kleine Mengen an Daten, Big Data, klassische oder moderne Statistik, Analytik oder gar künstliche Intelligenz handelt – und das betrifft Mitarbeiter:innen auf allen Unternehmensebenen. Daten helfen auf vielfältige Art und Weise, die Unternehmensleistung zu verbessern. Auf der einen Seite haben wir künstliche Intelligenz, von der wir uns versprechen, Geschäftsmodelle komplett zu verändern und die deshalb die meiste Aufmerksamkeit bekommt. Auf der anderen Seite sind schon einfache Analysen mit wenigen Daten äußerst wirkungsvoll, wenn es darum geht, Unternehmen dabei zu unterstützen, bessere Entscheidungen zu treffen, Geschäftsabläufe zu steuern und zu optimieren, ein besseres Verständnis für Kunden zu bekommen und Produkte sowie Dienstleistungen zu verbessern. Die Nutzung von Daten zur Informationsgewinnung und Entscheidungsunterstützung hat sich zu einer zentralen Säule in vielen Unternehmen entwickelt. Data Analytics bietet die Möglichkeit, aus Daten wertvolle […]

25. August 2023

Wertstromanalyse: Ein effizientes Instrument zur Prozessoptimierung

Die Wertstromanalyse, ein beeindruckendes Werkzeug aus dem Repertoire des Lean Managements, hat ihre Wurzeln in der Automobilindustrie. Ihr Hauptzweck besteht darin, Material- und Informationsflüsse in komplexen Produktionsprozessen sichtbar und begreiflich zu machen. Das Potenzial der Wertstromanalyse reicht jedoch weit darüber hinaus. Sie visualisiert die einzelnen Phasen eines Produktionsprozesses und verdeutlicht somit Interaktionen, Abhängigkeiten und Flussdynamiken. Dadurch können Anwender Verschwendung, Engpässe und ineffiziente Abläufe aufspüren. Durch die konsequente Ausrichtung auf Verschwendungsminimierung, einen Grundpfeiler des Lean Managements, ermöglicht sie eine systematische und datengetriebene Basis für fortlaufende Verbesserungen und Effizienzsteigerungen. Daher kann die Wertstromanalyse dazu beitragen, die Leistung zu erhöhen, Kosten zu reduzieren und die Zufriedenheit von Kunden und Mitarbeitern zu verbessern. Dieser Fachbeitrag soll das Verständnis von dieser Methode vertiefen. Er beleuchtet die Anwendung und Vorteile der Wertstromanalyse und gibt wertvolle Hinweise für ihren Einsatz. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Qualitätsmanager und Co. dieses Werkzeug nutzen können, um ihre Prozesseffizienz zu […]

10. August 2023

Einführung eines standardisierten Prozessaudits zur Überprüfung der Wirksamkeit von Quality Core Tools

Notwendigkeit des Einsatzes von Quality Core Tools Um den hohen Qualitätsstandards der Branche gerecht zu werden, hat die Automobilindustrie eine Reihe von Werkzeugen und Methoden entwickelt, welche unter dem Begriff „Automotive Core Tools“ zusammengefasst werden. Die Automotive Core Tools sind heute ein erfolgreicher und etablierter Standard im Qualitätsmanagement der Automotiv-Unternehmen und so ist es nicht verwunderlich, dass diese immer häufiger von Non-Automotive-Branchen adaptiert und dort unter dem Begriff „Quality Core Tools“ im Qualitätsmanagement eingesetzt werden. Auch die BSH Hausgeräte GmbH hat sich bereits vor vielen Jahren entschieden, die Quality Core Tools zu adaptieren, um die Prozesse von der Produktentwicklung, über das gesamte Projektmanagement bis zum Produktionsstart (SOP) zu optimieren. Damit können potenzielle Fehlerquellen frühzeitiger erkannt und behoben, sowie Kosten von Ausschuss und Reklamationen gesenkt werden. Zudem ermöglichen die eingesetzten Methoden eine bessere Steuerung und Überwachung der Prozesse, was zu einer Steigerung der Effizienz und Produktivität führen kann. Erfordernis identischer […]

3. August 2023

Agile und Lean Six Sigma – wie passt das zusammen?

Immer mehr Unternehmen wenden Ansätze wie Six Sigma und agile Arbeitsweisen in ihrem Unternehmen an. Und das ist keine Überraschung. In den letzten zehn Jahren ist zunehmend die Technologie in vielen Bereichen in den Vordergrund gerückt. Wir nutzen Technologie in unserem täglichen Leben, sei es zu Hause oder bei der Arbeit. Ganz gleich, um welche Aufgabe es sich handelt. Das Kundenverhalten wird stark von der Technologie beeinflusst, und wenn die Unternehmen nicht ständig am Ball bleiben, ist es nur eine Frage der Zeit, bis Ihre Kunden einen anderen Anbieter finden, der die Lücke füllt. Verbraucher erwarten heutzutage von Unternehmen zunehmend auch eine schnelle Lieferung, bei gleichbleibend hohem Qualitätsanspruch. Ansätze wie Six Sigma, Lean Management und Agilität ermöglichen es Unternehmen, dem Druck und den Anforderungen des Verbrauchermarktes zu begegnen. Diese Methoden unterscheiden sich jedoch in ihrer Umsetzung. Klassischerweise werden sie selten gleichzeitig angewandt, da oftmals das Methodenwissen fehlt. Dabei können […]

2. August 2023

Die Automotive Core Tools in der IATF 16949

Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie: Warum? Wie? Was? Die automobile Welt von heute befindet sich im Wandel. Die Maßstäbe zur Bewertung sind nicht länger Hubraum, Anzahl der Zylinder und Kraftstoffverbrauch- Vielmehr geht es mittlerweile um Batteriekapazität, die damit verbundene Reichweite, Ladegeschwindigkeit und die Fahrzeugsoftware, welche alle möglichen Features abbilden soll. Wer vorn mitspielen will, muss höchsten Ansprüchen genügen, sonst fällt er im globalen Wettbewerb zurück. Das ist keine neue Erkenntnis. Doch Zeiten des Wandels geben immer auch Anlass, Fragen zu stellen. Warum sollten wir uns weiterhin mit Qualitätsmanagement befassen? Wie lassen sich wirksam die Anforderungen eines solchen QM-Systems umsetzen und was ist konkret gefordert? Normbasierte QM-Systeme wie jene nach ISO 9001 und IATF 16949 haben zum Ziel, einen systematischen Ansatz zur Steuerung der Erfüllung von Anforderungen über die gesamte Lieferkette bereitzustellen. Liefern bedeutet nichts anderes als die Erfüllung von Kunden-, gesetzlichen und behördlichen sowie internen Anforderungen. Dies ist zugleich die […]

5. Juli 2023

„Auch das Integrierte Managementsystem vom Prozess her denken“

Qualität, Energie, Umwelt oder Arbeitsschutz – die Anforderungen an Unternehmen werden immer vielfältiger und umfangreicher. Als effiziente Lösung bietet sich hier ein integriertes Managementsystem (IMS) an. Doch wie ein solches implementieren? Im Interview erläutert Philipp Hörmann, DGQ-Trainer und Gründer der Unternehmensberatung WeitBlick, die Vorteile eines IMS, warum die Prozesssicht entscheidend ist und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration zu erfüllen sind. Wo sehen Sie bei einem integrierten Managementsystem die größten Vorteile? Philipp Hörmann: Um es auf den Punkt zu bringen - mehr Effektivität, Effizienz und Transparenz! Mit Hilfe eines integrierten Managementsystem schafft man, Aufwände, Kosten und Abläufe im Managementsystem und für die angestrebten Zertifizierungen zu optimieren. Dazu bedarf es einer ganzheitlichen Sichtweise und einer konsequenten Prozessorientierung. Außerdem sehe ich, wo Synergieeffekte optimal genutzt werden können und kann dadurch die verschiedenen Normanforderungen zentral bündeln. Da die Dokumentation meist ein ungeliebtes Thema ist, lässt sich auch hier mit einem gut aufgesetzten […]

23. Juni 2023

FQS-Forschungsprojekt „AM Analytics“:  Frühzeitige Defekterkennung für pulverbettbasierte additive Fertigungsprozesse

Die Technologie der „Laser Powder Bed Fusion“ (L-PBF-Verfahren) ermöglicht es, Bauteile aus metallischen Werkstoffen additiv zu fertigen. Dabei wird Metallpulver durch einen Laserstrahl selektiv aufgeschmolzen und Bauteile Schicht für Schicht aufgebaut. Diese Form der laser-additiven Fertigung birgt große Potenziale für die industrielle Produktion, da sie beispielsweise die Fertigung individualisierter Bauteile mit unterschiedlichen Geometrien ermöglicht. Eine zentrale Herausforderung für den Einsatz und die weitere Etablierung des Verfahrens in der industriellen Fertigung stellt die qualitätssichere Gestaltung von L-PBF-Prozessen dar. Im Rahmen des Forschungsprojektes „AM Analytics“ der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg eine automatisierte In-situ-Defekterkennung für die pulverbettbasierte additive Fertigung. Im Interview gibt Philipp Kohlwes, Head of L-PBF am Fraunhofer IAPT, einen Ausblick auf die entstehende Lösung und erklärt, wie Unternehmen von den Forschungsergebnissen profitieren können. Aus welcher Problemstellung heraus ist das Forschungsprojekt entstanden? Philipp Kohlwes […]

4. Mai 2023

Das Audit – kurz und kompakt erklärt

Audit – was ist das? Ein Audit im weiteren Sinne bedeutet, eine objektive Analyse zur Verbesserung der Betriebsorganisation systematisch durchzuführen. Mittels Interviews, Beobachtung und Einsichtnahme wird geprüft, ob ein Unternehmen geltende Vorschriften, Gesetze oder Bestimmungen einhält. Als Grundlage dienen zumeist ISO-Normen – zum Beispiel zu Managementsystemen für Qualität, Umwelt, Energie oder zu Branchenspezifika. Informationen aus dem Audit helfen Führungskräften und Abteilungsleitern, solide Entscheidung zu treffen. Dies bietet die Chance für kontinuierliche Verbesserungen der Betriebsorganisation und der Realisierung von Unternehmenszielen. Warum braucht man ein Audit? Zwischen einem Qualitätsziel und dem gewünschten Ergebnis steht eine eigene Ablauforganisation. Ein Unternehmen kann in diesem Fall die ISO 9001 für Qualitätsmanagementsysteme oder auch eigene Vorgaben anwenden. Ziel ist es, Betriebsblindheit im Sinne von „Das war schon immer so“ zu überwinden und Handlungsbedarf abzuleiten beziehungsweise den Sinn lange bestehender Vereinbarungen objektiv zu bestätigen oder zu hinterfragen. Gleichzeitig wird durch ein Audit die notwendige Kommunikation gefördert […]

14. April 2023

Informationssicherheit und die Norm ISO/IEC 27001 – ein Blick auf die Normentwicklung und branchenspezifische Standards

Ein Blick zurück auf die Entwicklung der Informationssicherheit zeigt: Das Thema „Sicherheit“ im Sinne des Schutzes von Informationen oder Daten ist grundsätzlich nicht neu. Es ist jedoch traditionell stark mit dem Vorhandensein physischer Informationsträger – also technischer Geräte, Patente, Prototypen, Pläne, Aktenordner, Verträge – verbunden. Mit der Digitalisierung hat die Herausforderung dann eine neue Dimension erreicht. Im Fokus stehen damals wie heute die zentralen Schutzziele Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität. Bereits im vordigitalen Zeitalter bestand die Frage, was auf Basis der Schutzwürdigkeit (Abwägung des schutzwürdigen Werts gegenüber Sicherheitsrisiken) letztlich wie zu schützen ist. Vergitterte Türen, ein Schloss an einer Tür, massive Wände, abschließbare Aktenschränke, Zutrittskontrollen bis hin zu begehbaren Tresoren im Keller von Banken mit Schließfächern für Dokumente etc. waren die Folge des Schutzbedarfes. Mit dem Aufkommen der Informationstechnik und dem Vorhandensein portabler Speichermedien boten sich für Kriminelle völlig neue Optionen, wichtige Informationen stehlen zu können. Nun konnten Wechselfestplatten, Floppy […]

3. April 2023

Doppelte Wesentlichkeitsanalyse in der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verlangt künftig eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse bei der Bewertung der Themen, die die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) vorgeben. Im Interview mit Franziska Patzwald, Produktmanagerin der DGQ-Weiterbildung, berichten Tobias Kirchhoff und Ann-Katrin Bimber von der DFGE – Institut für Energie, Ökologie und Ökonomie über die Bedeutung und Umsetzung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse. Was ist eine doppelte Wesentlichkeitsanalyse? Ann-Katrin Bimber: Die Wesentlichkeitsanalyse dient dazu, die für ein Unternehmen und seine Anspruchsgruppen bedeutenden Nachhaltigkeitsthemen zu ermitteln. Ein Unternehmen soll sich beim Nachhaltigkeitsmanagement zunächst auf die Themen konzentrieren, die als wesentlich betrachtet werden. Bei der Frage, was ‚wesentlich‘ oder ‚material‘ bedeutet, müssen im Sinne der doppelten Wesentlichkeit zwei Perspektiven berücksichtigt werden. Man unterscheidet zwischen der Inside-Out Perspektive, auch Impact Materiality genannt, und der Outside-In Perspektive, auch finanzielle Wesentlichkeit genannt. Diese Blickwinkel bilden die Basis für die Ableitung der strategisch relevanten Nachhaltigkeitsthemen und der Berichtspflichten. Die Outside-In-Perspektive betrachtet externe […]

24. März 2023

„Ein Managementsystem ist das Betriebssystem der Organisation“

Jede Organisation hat ein Managementsystem, doch häufig ist dieses nicht so gut, wie es sein könnte. Dr. Wilhelm Griga, Senior Quality Manager bei Siemens, erklärt, woran das liegt, wie Unternehmen die Herausforderungen bewältigen können und warum Normen dabei manchmal hinderlich sind. Herr Griga, Sie haben gemeinsam mit Benedikt Sommerhoff von der DGQ-Ansätze zur effektiveren Gestaltung von Managementsystemen erarbeitet. Was sehen Sie als Herausforderung in der Praxis in Bezug auf Managementsysteme? Dr. Wilhelm Griga: Oft wird als Managementsystem nur das gezählt, was mindestens so heißt, was sich besser noch auf eine Managementsystemnorm bezieht oder idealerweise gegen eine solche zertifiziert ist. Dieses Missverständnis stellt eine der Herausforderungen dar. Denn in jeder Organisation gibt es ein Managementsystem. Die Menschen kommen schnell an den Punkt, dass sie einige Dinge – etwa ihre Kooperation oder die Abläufe – informal oder formal regeln müssen. Schon beginnt die Existenz eines Managementsystems. Ob dieses effektiv ist, ist […]

23. Februar 2023

FQS-Forschungsprojekt: Das ISO GPS-System erfolgreich in die Praxis integrieren

Das System der Geometrischen Produktspezifikation und -verifikation (ISO GPS-System) bildet als größtes Normensystem der ISO im Maschinenbaubereich den Stand der Technik für die Spezifikation und Verifikation von Bauteilen ab. Das umfangreiche Normensystem zu durchschauen und umzusetzen, stellt für viele Unternehmen jedoch eine Herausforderung dar. Im Rahmen des von der FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. geförderten Forschungsprojektes „GPSlife“ wurden in einem Zeitraum von zwei Jahren unter der Leitung der Professur Fertigungsmesstechnik an der TU Chemnitz gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Weiterbildung neue und nachhaltige Umsetzungsstrategien für das komplexe ISO GPS-System entwickelt. Ziel des Projektes war es, durch eine reifegradbasierte Roadmap Methoden und Vorgehensweisen zur Integration der Geometrischen Produktspezifikation in der Praxis zu erarbeiten, welche insbesondere auf die Anforderungen von KMU abgestimmt sind, um somit flächendeckend ein gelebtes GPS-System zu erreichen. Im Interview stellen Prof. Dr. Sophie Gröger, Leiterin der Professur Fertigungsmesstechnik an der TU Chemnitz und Juliane Schuldt, wissenschaftliche […]

11. August 2022

Interview zum FQS-Forschungsvorhaben SAPEQ: Fit für Smart Data Analytics in der Produktentstehung

Insbesondere in der Produktentwicklung kann eine systematische Vorgehensweise im Umgang mit Daten und der gezielte Einsatz von Smart Data dabei unterstützen, Produkte schneller an den Markt zu bringen, Kundenwünsche besser zu adressieren, Fehlerkosten zu reduzieren und eine hohe Qualität sicherzustellen. Wie Unternehmen vorliegende Daten effektiv für den Produktentstehungsprozess nutzen können, untersuchte das von der FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. geförderte Forschungsprojekt SAPEQ. In einem Zeitraum von zwei Jahren haben Wissenschaftler:innen der Technischen Universität Berlin in Kooperation mit der Hochschule Koblenz ein entsprechendes Assistenzsystem entwickelt Es befähigt insbesondere Mitarbeitende in KMU dazu, Smart Data systematisch und methodenbasiert im Produktentstehungsprozess anzuwenden. Im Interview stellen Prof. Dr. Roland Jochem, Leiter des Fachgebiets Qualitätswissenschaft am Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb der TU Berlin, und Lena Feindler, Mitarbeiterin im Forschungsprojekt SAPEQ, die wichtigsten Ergebnisse vor. Sie zeigen, wie interessierte Unternehmen das entwickelte Assistenzsystem nutzen können. Aus Sicht des SAPEQ-Projekts: Mit welchen Herausforderungen sind insbesondere […]

2. August 2022

KI in der Qualitätssicherung – Open Source Werkzeuge geben künftig den Takt vor

Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle gehören vor allem in fertigenden Unternehmen zu den wichtigsten Schritten der Wertschöpfungskette. Hierfür stehen immer mehr Daten zur Verfügung, die es zu verarbeiten gilt. Eine immer größere Rolle spielen hierbei Open-Source-Anwendungen für Big Data Analytics und KI wie beispielsweise Python. Gemeinsam mit DATATRONIQ und der AdvancedAnalytics.Academy hat die DGQ ein Training entwickelt, das den Teilnehmern einen strukturierten Zugang zu dieser Programmiersprache ermöglicht. Durch die zunehmende Digitalisierung der Produktionsprozesse, den Aufbau und Ausbau von Sensorik sowie die Fortschritte in der Messtechnik stehen künftig deutlich mehr qualitätsbeschreibende und weitaus hochauflösendere Daten zur Verfügung, um die Qualität von Bauteilen oder Prozessen bewerten zu können. Stetig wachsende Datenvolumina erfordern neue Analysewerkzeuge Um die großvolumigen Daten künftig effizient verarbeiten und analysieren zu können, werden Werkzeuge benötigt, die sich problemlos mit den wachsenden Datenmengen skalieren lassen. Sie müssen außerdem in der Lage sein, die Datenverarbeitung automatisiert und idealerweise inline durchzuführen. Unternehmen können […]

18. Juli 2022

Mit dem Qualität-4.0-Reifegradmodell zur Digitalisierung des Qualitätsmanagements

Die digitale Transformation der Geschäftswelt ist in vollem Gange und umfasst auch zunehmend das Qualitätsmanagement produzierender Unternehmen. Insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen fehlen oftmals personelle und finanzielle Ressourcen, um mit technologischen Entwicklungen Schritt zu halten und die digitale Transformation des Qualitätsmanagements anzustoßen. Aus diesem Grund widmet sich das Forschungsprojekt „Qbility – Quality 4.0 Capability Determination Model“ dieser Problemstellung. Im Rahmen des von der FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. geförderten Forschungsprojektes haben das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT, die Fachhochschule Südwestfalen sowie Partner aus der Industrie gemeinsam ein Qualität-4.0-Reifegradmodell erarbeitet. Das Tool ermöglicht es produzierenden Unternehmen, ihren eigenen Qualität-4.0-Reifegrad durch die Beantwortung gezielter Fragen zu bestimmen. Das Qualität-4.0-Reifegradmodell nutzt die Antworten der Unternehmen, um den individuellen Qualität-4.0-Reifegrad eines Unternehmens zu berechnen. Es stellt darüber hinaus automatisch abgeleitete Handlungsempfehlungen sowie Technologiesteckbriefe zur Verfügung, die den Unternehmen Anhaltspunkte auf dem Weg zu Qualität 4.0 liefern. Das entwickelte Qualität-4.0-Reifegradmodell wurde in ein Web-Tool überführt […]

29. April 2022

Personalbemessung in der Pflege: Echte Verbesserung oder nur akademische Übung?

Die Diskussion über die Personalbemessung in der Langzeit-Pflege ist mindestens so alt wie die Pflegeversicherung. Auch in der Krankenversorgung wurde sie erörtert und schließlich 2018 mit der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUgV) auf Gesetzesgrundlage festgelegt und seither weiterentwickelt. Das geschah nicht gerade lautlos. So wie nun in der stationären Altenhilfe, wo ab kommendem Sommer eine viel diskutierte Regelung nach §113c des elften Sozialgesetzbuches (Pflegeversicherung) gelten wird. Grundlage für die neue Stellenberechnung ist eine Untersuchung, die nach dem Projektleiter und Professor an der Uni Bremen als „Rothgang-Studie“ bezeichnet wird. Darin wird ein Verfahren zur Personalbemessung in stationären Pflegeeinrichtungen vorgeschlagen, das mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) nun Einzug in die Personalvorgaben für Heime hält. Die Ziele des Gesetzes sind eine gute, effiziente Pflege und eine sichere Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die Umsetzung gestaltet sich holprig, der Nutzen wirft Fragen auf. Im Grunde geht es darum, welche Pflegeleistungen in Deutschland von Fachkräften mit […]

10. März 2022

Interview: QM und Künstliche Intelligenz – Wie lassen sich KI-Systeme qualifizieren?

KI-Technologien nehmen zunehmend Einzug in das industrielle Umfeld, inzwischen „klassischerweise“ im Rahmen von visuellen und bildbasierten Qualitätskontrollen. Dabei rücken datengetriebene Ansätze aus dem Bereich des Machine Learning (ML), einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, verstärkt in den Fokus. Auf ML basierende KI-Systeme werden häufig vollständig auf Daten trainiert, ohne dass explizite Regeln durch den Menschen vorgegeben werden müssen. Bedenken hinsichtlich Zuverlässigkeit oder Genauigkeit solcher Systeme verhindern jedoch bisher einen breiteren Einsatz in der Industrie. Wie lässt sich die Eignung und Qualifizierung solcher vollständig auf Daten trainierten Systeme bewerten und umsetzen? Eine Fragestellung, mit der sich auch die sentin GmbH aus Bochum, ein Software-Anbieter für visuelle und bildbasierte Kontrolle von Werkstoffen und Produkten auf KI-Basis, beschäftigt. Im Interview erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Christian Els, warum eine systematischere Gestaltung der Bewertung KI-basierter Systeme eine wichtige Voraussetzung für einen breiten industriellen Einsatz von KI ist, wie dazu ein Forschungsprojekt entstanden ist und welche […]

23. Februar 2022

Sicherheit in der Lieferkette – Risiken und Maßnahmen

Es gibt heute für Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, die Sicherheit ihrer Lieferkette zu optimieren und zu schützen. Ob physische Bedrohungen oder Cyber-Risiken: An einem transparenten Security-Management führt kein Weg […]

27. Januar 2022

Der DISCQM-Zyklus – Ein Fahrplan zur Umsetzung von Digitalisierungsprojekten in QM und QS

Die Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft schreitet mit schnellen Schritten voran. Digitale Konzerne wachsen stetig und liefern Ihren Kunden weltweit einen Nutzen, den sich vor einigen Jahren niemand vorstellen konnte. Die Digitalisierung wird neben der Entdeckung der Dampfmaschine, des elektrischen Stroms und der Automatisierung als die vierte industrielle Revolution in die Geschichtsbücher […]

20. Oktober 2021

Qualitätsmanager werden zu Brückenbauern im Unternehmen

Ein Qualitätsmanagement, das sich in die Unternehmensstrategie integriert, ist der erste wichtige Schritt, um nachhaltig wirtschaftliche Erfolge zu erzielen. Qualitätsmanager arbeiten dabei eng mit den Führungskräften zusammen und werden zu internen […]

15. Oktober 2021

Pflege im Fokus: Gesundheitsrisiken im OP verringern

Risiken für die Gesundheit durch kleine Partikel Die Pandemie hat auch Themen in das öffentliche Bewusstsein katapultiert, die früher allenfalls eine kleine Wissenschaftsgemeinde interessiert haben. Dazu gehören die großen Gefahren, die von winzigen Partikeln in unserer Umgebungsluft ausgehen können. Aerosole sind ein potentielles Gesundheitsrisiko und die flüssigen oder festen Inhaltsstoffe in dem Luftgemisch können Krankheitserreger enthalten. Durch die Presse gingen im vergangenen Jahr zum Beispiel mehrere Fälle von sogenannten „Superspreader“-Ereignissen in Chören, wo jeweils eine einzige infizierte Person viele andere Menschen ansteckte (aerzteblatt, 2020). Dabei war die Dauer der Zusammenkünfte häufig relativ kurz. Sogar die Säle, in denen die entsprechenden Gesangsproben stattfanden, waren alles andere als klein. Nicht zu vergleichen jedenfalls mit der Enge vieler Operationsräume, in denen die Gefahr noch verstärkt wird durch das Arbeitsgeschehen. Denn die Menschen operieren einander zugewandt auf engstem Raum und häufig […]

16. September 2021

QM im Wandel – das sind zukünftige Anforderungen an QMBs

Wenige Bereiche im Unternehmen bieten eine so große Bandbreite an Themen wie Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Hier finden sich sowohl für Generalisten als auch Spezialisten interessante Aufgabenfelder. Berufsfeld mit breitem Spektrum Qualitätsmanagerinnen und -manager, Auditorinnen und Auditoren, Qualitätsingenieurinnen und -ingenieure, Qualitätsprüfende und sehr viele mehr – bereits die Bandbreite an Berufs- und Funktionsbeschreibungen zeigt, wie breit das Spektrum gefächert ist und dass es „den Qualitätsmanager “ beziehungsweise „die Qualitätsmanagerin“ nicht mehr gibt. Ein Blick auf die zwei wesentlichen Arbeitsbereiche des Qualitätswesens – operative Qualitätssicherung und strategisches Qualitätsmanagement – verrät warum: Die Anforderungen, die an Mitarbeitende aus diesen Bereichen gestellt werden, sind sehr unterschiedlich und auch die Komplexität hat in den letzten Jahren stark zugenommen.     Veränderte Anforderungen im Qualitätsmanagement Ein schärfer werdender Wettbewerb und eine konsequente Kundenorientierung schrauben das Anspruchsniveau für QM immer höher. Somit haben auch die Anforderungen an Qualitätsmanagerinnen und -manager in den letzten Jahren immer weiter […]

23. Juli 2021

DIN ISO 30401:2021 Wissensmanagementsysteme – Eine Einführung

Verwandtschaftsverhältnisse Im Frühjahr 2021 ist die DIN ISO 30401:2021 Wissensmanagementsysteme – Anforderungen veröffentlicht worden. Damit ist die entsprechende internationale Norm ISO 30401:2018 ins deutsche Normenwerk übernommen worden. Durch die ISO 30401:2018 ist erstmalig das Thema Wissensmanagement in Stil und Form einer ISO-Norm des Typs A ausbuchstabiert […]

21. Juli 2021

Interview: Qualität und Nachhaltigkeit

Dr. Wilhelm Floer ist Mitglied im Qualitätsleiterkreis sowie im Fachkreis QM/Organisationsentwicklung der DGQ. Als Leiter QM Audit bei Vorwerk Elektrowerke GmbH & Co. KG gewinnt für ihn das Thema Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung. Gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Hajduk, Nachhaltigkeitsbeauftragter, und Dr. Axel Bilsing, Programmmanager, erläutert er im Interview, welchen Stellenwert dieses Thema bei seinem Arbeitgeber genießt und welche Anknüpfungspunkte zum Qualitätsmanagement […]

6. Juli 2021

Interview: Wie KI-Algorithmen zu einer verbesserten Qualitätskontrolle verhelfen

Inwiefern stellt die Automatisierung von Qualitätskontrollen mittels KI-Algorithmen eine nützliche Innovation für Unternehmen dar? Qualitätskontrollen werden in den meisten Fällen stichprobenbasiert in Form einer Statistischen Prozesskontrolle (SPC) durchgeführt. Gründe hierfür sind hohe manuelle Aufwände bei den Qualitätsprüfungen, nicht existente Daten bzw. bei vorhandenen Daten eine fehlende Data Analytics-Infrastruktur, um eine Qualitätskontrolle auf einer Gesamtpopulation automatisiert […]

1. Juli 2021

Digitalisierung in Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung – Beispiele und Herausforderungen

In der heutigen Zeit ist Digitalisierung ein häufig genutzter Begriff, der für viele Menschen in seiner Bedeutung schlicht noch sehr abstrakt und selten greifbar ist. Dabei dient er im Grunde nur als Schlüsselwort für die digitale Transformation und Veränderung der Geschäftsmodelle, Prozesse, Strategien, Produkte oder Services durch beispielweise Softwarelösungen. Dieser angesprochene Prozess bedeutet nicht notwendigerweise eine Vollautomatisierung von Teilbereichen oder das Verändern von gelernten Abläufen ohne menschliche Komponente, sondern vielmehr, die Optimierung im Hinblick auf direkte Interaktion innerhalb der Organisation mittels Daten oder Software-Anwendungen. Es geht bei der Digitalisierung im Kern um das Erzielen der optimalen Wirkung für Kunden und das Unternehmen selbst mit all seinen Mitarbeitenden. Digitalisierung ist ein Entwicklungsprozess, der geplant werden muss Qualitätsmanagement kann hier als themenübergreifender Bereich gesehen werden, der sich per se selbst digitalisiert. Durch die Ausrichtung des Unternehmens an Qualitätszielen, die heute häufig in digitalen Geschäftsfeldern liegen oder diese tangieren, treibt der Bereich […]

29. Juni 2021

Beratungsangebot in der Pflege für Klienten nur schwer zu überblicken

Wer heutzutage in Deutschland Fragen zur Pflege klären möchte, kommt nicht umhin, sich beraten zu lassen. Das Leistungsrecht ist hoch komplex. Laien finden sich ohne Beratung selten zurecht. Die Zahl von über vier Millionen pflegebedürftiger Menschen und mindestens ebenso vieler Angehöriger spiegelt den ungeheuren Bedarf wieder. Tatsächlich hat sich seit Einführung der Pflegeversicherung in den letzten 25 Jahren ein unüberschaubarer Beratungsmarkt entwickelt. Doch wie sieht es mit der Leistungsqualität im Beratungsbereich aus? Anhand eines fiktiven Fallbeispiels lassen sich die Herausforderungen beleuchten, mit denen alle Ratsuchenden unvermittelt konfrontiert sein können. Sie gelten sowohl für Pflegebedürftige als auch ihre Angehörigen: Wer sucht nach Informationen? Der beispielhafte Fall macht deutlich, wer das Beratungsklientel in der Pflege ist. Es handelt sich sehr häufig um die Menschen, die mit einem potenziell oder tatsächlich pflegebedürftigen Menschen in enger Verbindung stehen, seltener um die betroffene Person selbst. Diese Verbindung kann wie im Falle der Tochter familiär […]

9. Juni 2021

Die neue Hinweisgeberschutz-Richtlinie – Was Sie jetzt wissen müssen

Die Europäische Gesetzgebung hat mit der Hinweisgeberschutz-Richtlinie (EU 2019/1937)[1] ihre Mitgliedstaaten gesetzlich zum Schutz von Hinweisgebern („Whistleblowern“) verpflichtet. Spätestens zum 17. Dezember 2021 werden 70.000 deutsche Unternehmen verpflichtet sein, interne Meldekanäle für (anonyme) Hinweisgeber einzurichten. Betroffen sind alle Betriebe mit mehr als 50 Mitarbeitern, alle im Bereich der Finanzdienstleistungen tätige Unternehmen, Unternehmen ab 10 Mio. Euro Umsatz und alle Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern. Allerdings wird dies viele Unternehmen vor bis dahin unbekannte Herausforderungen stellen. Nehmen sie diese nicht ernst, drohen ihnen schmerzhafte Bußgelder und - vermeidbare - Reputationsschäden. Die Unternehmen werden darum werben müssen, dass innere Angelegenheiten zunächst nur innen bleiben. Dies wird ihnen aber nur mit einem professionellen Hinweisgeber-Management gelingen, bei dem die Meldungen von qualifizierten Mitarbeitern bearbeitet werden. Dieselgate, Gammelfleisch & Co. zeigen Relevanz einer Hinweisgeberschutz-Richtlinie Skandale sollen möglichst schnell ans Licht kommen. Deshalb wird der Gesetzgeber den Hinweisgebern erstmalig und ausdrücklich vor jedweder arbeitsrechtlicher […]

1. Juni 2021

Klientenberatung in der Pflege: unterschiedliche Beraterperspektiven

Das Leistungsrecht der Pflegeversicherung ist hoch komplex. Ohne eine Beratung finden sich Laien selten zurecht. Wer nach Informationen sucht, macht die Erfahrung, dass Pflegeberatung ganz unterschiedliche Facetten hat. Sie ist gesetzlich geregelt und gliedert sich in mehrere Ebenen. Dabei fehlt jedoch ein einheitliches Qualitätsniveau. Ein Ausweg könnte die Reintegration der Pflegeberatung in die Arbeit der Fachkräfte sein. Dazu müssten personale Kompetenzen stärker in der Ausbildung gefördert […]

26. Mai 2021

Klimaschutz und Carbon Footprint – nachhaltig wirtschaften mit EFQM

Der Aufschrei der Jugend hat schon jetzt viel in Gang gesetzt. Zu Recht hat Fridays for Future eine lebenswerte Zukunft für die nachfolgenden Generationen eingefordert. Jetzt sind konkrete Ziele gesetzt, die Herausforderung der nächsten Jahre wird die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen […]

14. Mai 2021

Verbesserung der Vorhersagequalität von KI-Modellen mittels GANs (Generative Adversarial Neural Networks)

Die immer weiter steigende Leistungsfähigkeit von Convolutional Neural Networks (CNN) macht diese Architekturen für verschiedene Bildverarbeitungsaufgaben immer attraktiver. Sie werden nun verstärkt im Bereich der Bildverarbeitung eingesetzt. Insbesondere bei Bildklassifikationsaufgaben löst diese Technologie klassische analytische Bildverarbeitungsansätze ab. Steigende Datenverfügbarkeit und zunehmende Rechnerkapazitäten ermöglichen die hohe Leistungsfähigkeit und Anwendbarkeit dieser Modellarchitekturen. Funktionsweise und Konzeption von CNNs Bei der Bildklassifikation wird ein Eingangsbild entsprechend einer Menge von möglichen Klassen zugeordnet. Durch einen Trainingsprozess mit einer ausreichenden Datenmenge werden die Parameter der Modellarchitekturen so angepasst, dass sie die gestellte Aufgabe mit möglichst wenigen Fehlklassifikationen erfüllen können. Die Modelle lernen aus den Daten. Bekannte Bildklassifizierungsarchitekturen wie AlexNet1, VGG-162, ResNet3, Inception-V34 und Efficientnet5 nehmen ein Eingangsbild und leiten es dann durch mehrere Schichten. Aufgrund der hohen Anzahl an Parametern dieser Architekturen wird eine große Menge an repräsentativen Daten benötigt, um ihre Leistung und Generalisierungsfähigkeit zu verbessern. Die Architekturen sind in der Regel so konzipiert […]

29. April 2021

Optimierung von Produktionsprozessen mit Hilfe der Digitalisierung: Herausforderungen bei der Auswahl geeigneter Messsysteme

Leistungsstarke Algorithmen und Rechenkapazitäten ermöglichen den Einsatz und die Auswertung einer Vielzahl von Sensoren. Dadurch erhoffte Verbesserungen in der Produktion von Gütern (z.B. Qualitätsoptimierung, Senkung von Prozesszeiten) können lediglich erzielt werden, wenn bereits die Basis, also die aufgenommenen Daten, eine ausreichende Güte aufweisen. Bei der Aufnahme von Prozessdaten hinsichtlich der Auswahl geeigneter Messsysteme gilt es, verschiedene Herausforderungen zu meistern, um die Güte der Daten sicherzustellen und somit die Ansätze von Industrie 4.0 voll zur Entfaltung kommen zu […]

28. April 2021

Klientenberatung in der Pflege: Heterogenes deutsches Sozialleistungs-System als Herausforderung

Wer pflegebedürftig ist, hat Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung. Nach dem Gesetz betrifft dies in Deutschland mehr als vier Millionen Menschen. Schnell finden sie sich in einem komplexen und uneinheitlichen Sozialleistungs-System wieder. Dies beginnt bereits bei der Beratung. Die Gründe sind vielfältig und erschweren die Orientierung der Betroffenen in einer neuen, ungewohnen […]

23. April 2021

Innovationen managen mit System – welche Normen unterstützen dabei?

Aufgrund immer kürzerer Produktlebenszyklen, sich wandelnder Kundenanforderungen und weiterer Faktoren gewinnt Innovationsmanagement zunehmend an Bedeutung. Es ergänzt zunehmend die klassischen Managementteilsysteme wie Qualität, Umwelt, Arbeitssicherheit. Entsprechend hat ISO auch zu diesem Themenfeld über TC 279 Innovationsmanagement ein Set spezifischer Normen entwickelt – die ISO-56000er-Reihe. Sie beinhaltet aktuell unter anderem folgende Normen, die teilweise als DIN Normen übernommen wurden: DIN EN ISO 56000 2020-10 Norm-Entwurf Innovationsmanagement – Grundlagen und Begriffe (ISO 56000:2020); Deutsche und Englische Fassung prEN ISO 56000:2020 Die Grundlagennorm ISO 56000 beinhaltet Vokabular, grundlegende Konzepte und Prinzipien des Innovationsmanagements samt einer systematischen Umsetzung. Es ist unter anderem anwendbar auf Organisationen, die ein Innovationsmanagementsystem einführen oder Innovationsmanagement Assessments durchführen oder generell ihre Fähigkeit zum effektiven Management von Innovationsaktivitäten verbessern möchten. Es spezifiziert die Begriffe und Definitionen, die für alle vom ISO/TC 279 entwickelten Normen für Innovationsmanagement und Innovationsmanagementsysteme gelten. DIN EN ISO 56002:2020-10 – Entwurf  Innovationsmanagement – Innovationsmanagementsystem  […]