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Berufsbegleitender Masterstudiengang „Quality Engineering (M.Sc.)“ startet mit neuem Schwerpunkt im Oktober

Quality Engineering sichert den Erfolg von Produktion und Fertigung in Deutschland. Um qualifizierte Personen dafür auszubilden und auf berufliche Herausforderungen vorzubereiten, bieten die DGQ, die Provadis Hochschule und die Technische Akademie Esslingen (TAE) seit 2017 den berufsbegleitenden Studiengang „Master of Quality Engineering (M.Sc.)“ an. Er bietet Personen mit Hochschulabschluss die Chance, sich für eine Führungsposition in der produzierenden Industrie zu qualifizieren – zum Beispiel als Qualitätsingenieur, Qualitätsauditor oder Qualitätsmanager.

Im Zuge der Re-Akkreditierung des Studienganges wurde 2022 das aktuelle Thema „Functional Safety and Security“ aufgegriffen und als möglicher Studienschwerpunkt definiert. Aufbauend auf den allgemeinen Grundlagen des Qualitätsmanagements wird der wechselseitige Schutz zwischen Menschen und Maschinen im 3. und 4. Semester thematisiert. „Functional Safety and Security“ spielt eine immer größere Rolle in der Industrie, unter anderem wenn es um Automation in unterschiedlichen Bereichen geht. Die Herausforderung dabei ist, ungewollte Aktionen des Systems im Griff zu haben und jegliche Schnittstellen so zu schließen, dass keiner die Möglichkeit hat, von außen auf das System zuzugreifen und das System zu manipulieren.

Selbstverständlich gibt es auch weiterhin die Möglichkeit, sich im Qualitätsmanagement-Studium ganz klassisch auf Themen im Bereich der Auditierung und der Qualitätsmanagementsysteme in der Industrie zu konzentrieren. Dabei lassen sich anrechenbare Leistungen für DGQ Zertifikate sammeln.

Die Präsenzveranstaltungen zum Master-Studium finden Freitagnachmittag und Samstag statt. Dabei nutzt die Mischung aus Vorort-Präsenz und Live-Online-Veranstaltungen alle Möglichkeiten, um Flexibilität, individuelles Zeitmanagement und den persönlichen Kontakt zwischen Dozenten und Studierenden optimal miteinander zu verbinden.

Das erwartet Studierende:

  • Studium plus Beruf
  • Studienzeit: 5 Semester
  • Studienstart jährlich zum Wintersemester
  • Bis zu 2 x 8 Unterrichtsstunden am Freitag und Samstag
  • Studiengebühren: 3.590,- Euro pro Semester
  • Erfahrene Dozenten aus der Praxis
  • Abschluss: Master of Science
  • Automatische Anerkennung von DGQ-Zertifikaten bzw. Zulassung zur deren Prüfung

Weitere Informationen zum Master Quality Engineering an der TAE »

Weitere Informationen zum Schwerpunkt Functional Safety and Security an der TAE »

Weitere Informationen zum Studiengang an der Provadis Hochschule »

1. Süddeutscher Qualitätstag am 1. Juli 2022 – melden Sie sich ab sofort an

Am 1. Juli 2022 feiert der Süddeutsche Qualitätstag seine Premiere in Stuttgart. Seien Sie live vor Ort dabei, um sich mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern fachlich fundiert über Neues und Bewährtes aus dem Qualitätsmanagement auszutauschen. Sie wollen wissen, was andere meinen und was es in Zukunft braucht, um das Richtige zu tun?

Im Fraunhofer IPA in Stuttgart erwartet Sie von 9.00 – 16.00 Uhr ein spannungsgeladenes Programm mit gemeinsamen Frühstück sowie einem Barbecue. Freuen Sie sich unter anderem auf folgende Highlights:

Was kommt?
Innerhalb kürzester Zeit haben sich verschiedene Formen der Zusammenarbeit etablieren müssen. Aber ist das schon agil? Was bedeutet diese Entwicklung für die Sicherheit und den Schutz unserer Daten? Wir wagen einen Blick voraus sowie eine kritische Analyse potenzieller Chancen und Risiken einer digitalen Transformation.

Was bleibt?
Was hat im Qualitätsmanagement Bestand? Wie steht es um ihre Audits? Wurde in letzter Zeit etwas vermisst? Welche Zertifizierungen haben Relevanz? Wieviel Akzeptanz bleibt für das Qualitätsmanagement übrig? Mit Berichten aus der Praxis versuchen wir eine Bestandsaufnahme.

Was braucht´s?
Globale Lieferketten erscheinen anfällig! Ist das jetzt die richtige Zeit für weitere Nachhaltigkeitsbestrebungen? Bleibt uns vielleicht gar nichts anderes, als auf Sicht zu fahren? Wie müssen wir neue Strategien gemeinsam mit Partnern in geeignete Prozesse gießen?

Das vollständige Programm wird in Kürze bekannt gegeben. Weitere Informationen finden Sie auf der Website zum Süddeutschen Qualitätstag 2022.

Veranstaltungspartner ist die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) in Zusammenarbeit mit der Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG, Adolf Föhl GmbH + Co KG und N5 GmbH sowie dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und der Fachzeitschrift QZ Qualität und Zuverlässigkeit.

 

Wir freuen uns, Sie in Stuttgart zu sehen!

Wann: Freitag, 1. Juli 2022, von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Wo: Fraunhofer IPA, Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart
Kosten: € 69,00 zzgl. MwSt. (€ 49,00 zzgl. MwSt. für DGQ-Mitglieder)

Zur Anmeldung

Bitte beachten: Die Veranstaltung ist auf maximal 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt und wird unter Einhaltung eines Hygienekonzepts, das den gültigen coronabedingten Auflagen entspricht, durchgeführt.

Haben Sie Fragen? Nehmen Sie gern Kontakt mit uns in der DGQ-Geschäftsstelle Stuttgart auf! Einfach per E-Mail an stuttgart@dgq.de oder telefonisch unter 0711-95611-60.

Personalbemessung in der Pflege: Echte Verbesserung oder nur akademische Übung?

Die Diskussion über die Personalbemessung in der Langzeit-Pflege ist mindestens so alt wie die Pflegeversicherung. Auch in der Krankenversorgung wurde sie erörtert und schließlich 2018 mit der Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUgV) auf Gesetzesgrundlage festgelegt und seither weiterentwickelt. Das geschah nicht gerade lautlos. So wie nun in der stationären Altenhilfe, wo ab kommendem Sommer eine viel diskutierte Regelung nach §113c des elften Sozialgesetzbuches (Pflegeversicherung) gelten wird.

Grundlage für die neue Stellenberechnung ist eine Untersuchung, die nach dem Projektleiter und Professor an der Uni Bremen als „Rothgang-Studie“ bezeichnet wird. Darin wird ein Verfahren zur Personalbemessung in stationären Pflegeeinrichtungen vorgeschlagen, das mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung (GVWG) nun Einzug in die Personalvorgaben für Heime hält. Die Ziele des Gesetzes sind eine gute, effiziente Pflege und eine sichere Versorgung pflegebedürftiger Menschen.

Die Umsetzung gestaltet sich holprig, der Nutzen wirft Fragen auf. Im Grunde geht es darum, welche Pflegeleistungen in Deutschland von Fachkräften mit welchem Ausbildungsniveau erbracht werden und wie viel Personal dafür von Pflegeeinrichtungen vorgehalten werden muss. Welche Kriterien in dem Projekt zur Entwicklung des Personalbemessungs-Verfahrens (PeBeM) eine Rolle gespielt haben und ob die Ergebnisse dem Praxistest standhalten werden, wird mit der Umsetzung noch einmal in den Fokus des öffentlichen Diskurses geraten.

Vor dem Hintergrund der dramatischen Personalsituation in der Pflege, die durch die SARS-CoV-2-Pandemie noch verstärkt wird, stellen sich aber weitere Fragen:

Führen Personalbemessungsvorgaben per se zu einem Zuwachs an Pflegekräften?

Seit nunmehr fast drei Jahrzehnten wird beklagt, dass die demographische Spirale die Pflege in allen Sektoren an ihre Grenzen bringt. Zudem herrscht seit langem Pflegenotstand. Es gibt also einen tatsächlichen Mangel an Pflegekräften. Der betrifft über die Pflegesektoren hinweg inzwischen alle beteiligten Qualifikationsniveaus von Pflegehilfskräften bis zur Fachpflege.

Wenn in dieser Situation Richtlinien zu einer Mindestausstattung an Pflegepersonal eingeführt werden, so scheint eines logisch: Ohne flankierende Maßnahmen führt das in den Kollaps. Denn wenn tatsächlich Pflegekräfte im System fehlen, schafft die Reglementierung selbst keine neuen Stellen. Vielmehr kann das sogar dazu führen, dass Einrichtungen nicht aufnehmen dürfen und behandeln können, wenn sie die Personalvorgaben nicht erfüllen. Dann müssen Pflegebedürftige abgewiesen oder Krankenbehandlungen verschoben werden, was im Übrigen bereits jetzt segmentübergreifend geschieht (Stüben, 2018; Reiners, 2019; Preiss, 2021).

Verbessern Personalbemessungs-Regelungen die Situation des Bestandspersonals?

Die Regelungen zur Personalbemessung nach §113c SGB XI sehen vor, dass Pflegeleistungen in Zukunft gestaffelt nach Qualifikationsniveaus erbracht werden. Das heißt in der Praxis, dass die Pflegekraft nicht mehr das sprichwörtliche Mädchen für alles ist, sondern nur die Tätigkeiten ausführt, die dem jeweiligen Kompetenzbereich entsprechen. Das wird in der Realität zu einer radikalen Änderung der Abläufe in Pflegeheimen führen und jahrelang geübte Prozesse aufwirbeln. Ob dies in der Summe und im Ergebnis durch Bestands-Pflegekräfte als Verbesserung wahrgenommen wird, ist fraglich.

Um eventuelle Effekte messbar zu machen, wurde in Schleswig-Holstein ein Vorhaben gemeinsam mit der Uni Bremen gestartet: StaVaCare 2.0 OE SH (Görres et al., 2021). Dabei soll herausgefunden werden, ob die Umsetzung der Personalbemessungs-Vorgaben nach dem PeBeM zu mehr Zufriedenheit beim Pflegepersonal führt und sich gesundheitsfördernd auswirkt (vdek, 2022). Ob sich die positiven Hinweise aus einer Vorstudie verdichten, bleibt abzuwarten.

Haben Personalbemessungsinstrumente eine Wirkung auf die Attraktivität der Pflegeberufe?

Gleichzeitig nimmt nicht nur der Bedarf an Pflegeleistungen zu, sondern die Anforderungen an die pflegerische Tätigkeit werden auch immer komplexer. Man denke nur an die altersbedingten Mehrfachleiden oder Veränderungen im Zusammenhang mit demenziellen Erkrankungen, die pflegefachliche Breitband-Kompetenzen auf hohem Niveau erforderlich machen. Der technische Fortschritt erweitert zusätzlich die Möglichkeiten in der Praxis. Außerdem führt der Zuwachs an Wissen durch die Pflegeforschung zu einer Veränderung der Möglichkeiten in der Pflegediagnostik und pflegerischer Interventionen.

Das mit dem oben genannten Gesetz eingeführte Personalbemessungsinstrument ist allerdings quasi rückwärtsgewandt. Es bezieht nur die Tätigkeiten eines bestehenden Handlungs- und Leistungskataloges ein und mit welcher Qualifikation diese nach jetzigem Stand der Ausbildungs-Curricula zu erbringen sind.

Dass die Attraktivität des Berufsfeldes auch etwas mit den Erwartungen von Bewerberinnen und Bewerbern zu tun hat, ist wohl unstrittig. Sofern die Personalbemessung aber nur den Status Quo berücksichtigt und absehbare technische und pflegefachliche Entwicklungen außen vor bleiben, ist kein Zugewinn durch das PeBeM zu erwarten. Um die Attraktivität der Pflegeberufe durch Personalbemessung zukunftssicher zu machen, müssten zunehmende Komplexität, Professionalisierung und Technisierung in die Stellenvorgaben einbezogen werden.

Als Argument für eine Attraktivitätsverbesserung bleibt daher nur die geplante Fokussierung auf die jeweils erworbenen Kompetenzen der Pflegekräfte und den damit einhergehenden neuen Zuschnitt der Stellenprofile. Der Gesetzgeber hat dazu im Pflegeberufegesetz (PflBG) sogenannte vorbehaltene Tätigkeiten benannt. Die legen übrigens auch die Qualität der Pflege in die Hände der Pflegefachkräfte.

Führen Personaluntergrenzen zu besseren Pflegeergebnissen?

Das ausgesprochene Ziel der Einführung von Personaluntergrenzen und entsprechender Bemessungsinstrumente ist die Sicherung der Qualität von Pflegeleistungen (BMG, 2021). Im klinischen Bereich wurde dieser Zusammenhang durch Studien belegt und diente damals als Argument für deren Einführung (ärzteblatt, 2017).

Auffällig ist, dass die gesetzlichen Regelungen für die Klinik vor allem das Patientenrisiko in den Mittelpunkt stellen. Das soll durch Mindestbesetzungen mit einem Qualifikationsmix begrenzt werden. Die Verringerung von Gefahren ist aber nicht per se gleichzusetzen mit Pflegequalität.

Aus fachlicher Sicht müsste sich die Personalbemessung vor allem an guten Pflegeergebnissen orientieren und nicht nur an der Abwendung von Gefahren. Das entspräche wohl auch eher dem Willen der Leistungsempfänger, nämlich Patientinnen und Patienten, Pflegebedürftigen, Angehörigen. Derartige Ergebnisse werden aber nicht mit der kleinsten zulässigen Zahl an Fachpersonal erreicht.

Fazit

Die akademische Leistung, ein Personalbemessungsinstrument erschaffen zu haben, ist erbracht. Aber weder wurden vor der jetzt gesetzlich festgelegten Einführung die Grundannahmen der Berechnung hinterfragt, noch gibt es im Ansatz ausreichend Personal, um die Vorgaben zu erfüllen. Es ist letztlich nicht erkennbar, dass es sich um ein zukunftsweisendes Instrument im Sinne des pflegefachlichen Fortschritts handelt.


Ärzteblatt (2017) Personalschlüssel in der Pflege: Andere Länder machen es vor, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73008/Personalschluessel-in-der-Pflege-Andere-Laender-machen-es-vor

BMG (2021), https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/K/Konzertierte_Aktion_Pflege/Roadmap_zur_Einfuehrung_eines_Personalbemessungsverfahrens.pdf

Görres et al. (2021) Stabilität und Variationen des Care-Mix in Pflegeheimen unter Berücksichtigung von Case-Mix, Outcome und Organisationscharakteristika – Organisationsentwicklung in Schleswig-Holstein, https://www.ipp.uni-bremen.de/abteilungen/praevention-und-gesundheitsfoerderung/promotionsprojekte/laufende-promotionsprojekte?proj=847&page=1

Preiss, F. (2021) Mehr als 800 Intensivbetten in der Region können nicht genutzt werden, https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2021/12/berlin-brandenburg-intensivbetten-divi-personalmangel.html

Reiners, W. (2019) Personalnot gefährdet Gesundheit der Patienten, https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.krankenhaeuser-alarmiert-personalnot-geht-auf-kosten-der-klinikpatienten.4e178e6b-4df2-402f-bfc0-0b6bc5f21f85.html

Stüben, H. (2018) Altenpflege: Personalnot bedrohlich groß, https://www.kn-online.de/Nachrichten/Schleswig-Holstein/Altenpflege-in-Schleswig-Holstein-Personalnot-ist-bedrohlich-gross

Vdek (2022).
https://www.vdek.com/LVen/SHS/Presse/Pressemitteilungen/2022/MOdellprojekt_zu_Organisationsentwicklung_und_betrieblicher_Gesundheitsfoerderung_in_stationaeren_Pflegeeinrichtungen/_jcr_content/par/download/file.res/20220125%20Gem%20PM%20Projekt%20StaVaCare.pdf

 


7. Norddeutscher Qualitätstag am 14. Juni 2022 – jetzt zur Online-Konferenz anmelden

Am 14.06.2022 geht der Norddeutsche Qualitätstag erneut mit einem spannenden Programm in seine siebte Ausgabe – melden Sie sich ab sofort dafür an.

Die Online-Konferenz bietet ungewöhnliche Einblicke und gleichzeitig praxisnahe Fachimpulse. Erfahren Sie beispielsweise, wie die Polizei Hamburg ihr neues Beschwerdemanagement organisiert. Mit mehr als 1.000 Vorfällen pro Jahr, meist hoch emotional, keine leichte Herausforderung. Der Praxisbericht gibt aber ganz sicher viele Anregungen für die Reklamationsbearbeitung im eigenen Betrieb.

Im zweiten Keynote-Vortrag spricht Eckhard Jann über den Umgang mit Fehlern. Er ist aktiver Flugkapitän einer renommierten deutschen Fluggesellschaft. Er weiß durch seinen verantwortungsvollen Job im Cockpit, warum es so entscheidend ist, Fehler schnell zu entdecken und zu kommunizieren. Dieses Know-how gibt Jann als Sicherheits- und Krisenmanager weiter. So beleuchtet er beim Norddeutschen Qualitätstag, was Unternehmen aus Fehlern lernen können, um resilienter und besser zu werden. Und was sich daraus für die Führung von Mitarbeitenden und die Organisation ableiten lässt.

Aus der Praxis für die Praxis

Die Teilnehmenden des 7. Norddeutschen Qualitätstags erwartet neben den zwei interessanten Vorträgen ein umfangreiches Workshop-Programm mit konkreten Beispielen aus der Praxis rund um das Prozess- und Qualitätsmanagement. Veranstaltungspartner sind die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ), die ConSense GmbH, die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) sowie die Fachzeitschrift QZ Qualität und Zuverlässigkeit.

Im Workshop-Angebot können sich die Teilnehmenden ein individuelles Programm zusammenstellen. Stets stehen dabei die praktische Umsetzung und der unmittelbare Austausch im Zentrum. Inhaltlich geht es zum einen um den ganzheitlichen Ansatz im Qualitätsmanagement – sei es über integrierte Managementsysteme oder das Zusammenspiel mit Wissensmanagement und betrieblichen Gesundheitsmanagement. Zum anderen werden aktuelle Trends aufgegriffen, wie nachhaltiges Wirtschaften oder agile Projektsteuerung. Daneben wird es Raum und Zeit zum Networking mit den Fachleuten und im Teilnehmendenkreis geben.

Das vollständige Programm steht als Download zur Verfügung.

 

Wir freuen uns, wenn Sie online dabei sind!

Wann: Dienstag , 14. Juni 2022, von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr
Kosten: € 49,00 zzgl. MwSt. (€ 29,00 zzgl. MwSt. für DGQ-Mitglieder)

Zur Anmeldung

 

Um reibungslos an der virtuellen Tagung, die über das Tool Zoom läuft, teilzunehmen, beachten Sie bitte die Hinweise zu den technischen Voraussetzungen >>>hier.

Haben Sie Fragen? Nehmen Sie gern Kontakt mit uns in der DGQ-Geschäftsstelle Hamburg auf! Einfach per E-Mail an hamburg@dgq.de oder telefonisch unter 040 85 33 78 60. Bei allen organisatorischen Fragen und Rückfragen zur Anmeldung hilft Ihnen auch unser Veranstaltungspartner ConSense GmbH (events@consense-gmbh.de , 0241 990 93 93 0) weiter.

Interview: QM und Künstliche Intelligenz – Wie lassen sich KI-Systeme qualifizieren?

KI-Technologien nehmen zunehmend Einzug in das industrielle Umfeld, inzwischen „klassischerweise“ im Rahmen von visuellen und bildbasierten Qualitätskontrollen. Dabei rücken datengetriebene Ansätze aus dem Bereich des Machine Learning (ML), einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, verstärkt in den Fokus. Auf ML basierende KI-Systeme werden häufig vollständig auf Daten trainiert, ohne dass explizite Regeln durch den Menschen vorgegeben werden müssen. Bedenken hinsichtlich Zuverlässigkeit oder Genauigkeit solcher Systeme verhindern jedoch bisher einen breiteren Einsatz in der Industrie. Wie lässt sich die Eignung und Qualifizierung solcher vollständig auf Daten trainierten Systeme bewerten und umsetzen?

Eine Fragestellung, mit der sich auch die sentin GmbH aus Bochum, ein Software-Anbieter für visuelle und bildbasierte Kontrolle von Werkstoffen und Produkten auf KI-Basis, beschäftigt. Im Interview erklärt Mitgründer und Geschäftsführer Christian Els, warum eine systematischere Gestaltung der Bewertung KI-basierter Systeme eine wichtige Voraussetzung für einen breiten industriellen Einsatz von KI ist, wie dazu ein Forschungsprojekt entstanden ist und welche Potenziale er in den Forschungsergebnissen sieht.

In dem geplanten FQS-Forschungsvorhaben „AIQualify – Framework zur Qualifizierung von KI-Systemen in der industriellen Qualitätsprüfung“ soll ein Vorgehensmodell mit Software-gestützten Methoden und Werkzeugen für ML-basierte KI-Systeme in der Qualitätsprüfung entwickelt werden. Es wird die Ermittlung und Formulierung von Prüf- und Bewertungskriterien erlauben. Ziel des gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart durchgeführten Projekts ist es, eine Auditierung beziehungsweise Abnahme von KI-Systemen entlang dieser Kriterien möglich zu machen.

Warum brauchen Industrieunternehmen KI?

Unternehmen brauchen per se keine KI. Ich glaube an Lösungen für Probleme und eine Technologie, die maßgeblicher Bestandteil von Lösungen sein kann. Wir wissen heute durch viele positive Beispiele, dass wir durch KI in der Lage sind, Lösungen für Probleme zu entwickeln, die vorher als un- oder schlecht lösbar galten. Auf Basis dieses Wissens ist davon auszugehen, dass KI eine maßgebliche Rolle in der Industrie von morgen spielen wird und Know-How Aufbau in Form von Anwendungswissen essenziell sein wird.

Maschinelles Sehen als Kernfähigkeit von KI: Welche „klassischen“ Anwendungsfälle gibt es?

Die Technologien und Ansätze der Computer Vision sind ein sehr weit entwickelter Bereich der KI. Der wohl größte Treiber dieses Fortschritts ist die Entwicklung des autonomen Fahrens. Für die industrielle Anwendung bietet die visuelle/bildbasierte Qualitätskontrolle ein enormes Potenzial für Computer Vision Methoden. So finden in vielen Unternehmen nach wie vor Qualitätskontrollen analog und manuell statt. Um Produktions- und Industriekapazitäten in Hochlohnstandorten wie Deutschland zu halten, müssen Möglichkeiten der Effizienzgewinnung ausgeschöpft werden. Die Automatisierung der Qualitätskontrolle gehört bspw. dazu.

Was sind die größten Herausforderungen im Rahmen des Einsatzes von KI in Industrieunternehmen?

Ich denke, hier gibt es zwei zu nennende Punkte: Erstens die Datenverfügbarkeit. Industrieunternehmen sind in den meisten Fällen (noch) nicht so strukturiert, dass der Aufbau von qualitativ nutzbaren Datensätzen im Vordergrund steht. In den meisten Projekten gilt es daher zunächst eine gute Datenbasis aufzubauen, bevor man mit dem Modelltraining beginnen kann. Durch den Einzug von immer mehr Digitalisierungsvorhaben in der Industrie gehe ich davon aus, dass das Bewusstsein für Daten und Datenqualität in den Unternehmen sukzessive an Bedeutung gewinnen wird, was es für die Implementierung von KI-Technologie deutlich leichter macht. Zweitens fehlende Berührungspunkte bzw. die Neuartigkeit der Technologie. Industrieunternehmen haben in vielen Fällen eine lange Ingenieurstradition und beschäftigen sich meist erst seit relativ kurzer Zeit intensiv mit Themen der Data-Science. Data-Science und KI-Projekte sind im Verlauf grundlegend anders als z.B. die Projektierung einer Maschine. Entsprechend müssen häufig Prozesse und auch Kunden- und Lieferantenbeziehungen neu gedacht werden. Ein wichtiger Prozess in diesem Zusammenhang ist unter anderem die Qualifizierung von KI-Systemen, beispielsweise in der Qualitätskontrolle. Die Data-Science bietet verschiedene Validierungsmethoden an, die aber meist nicht „Fit-for-Purpose“ und damit passend für die Qualifizierung von KI-Systemen in der industriellen Applikation sind.

Welche Potenziale ergeben sich aus einer systematischeren Gestaltung der Bewertung und Qualifizierung von KI?

Die Entwicklung von Standards zur systematischen Bewertung von KI-Systemen in der Qualifizierung hätte das Potenzial, den Anwendern und Industrieunternehmen mehr Sicherheit in der Qualifizierungsphase zu geben und würde die Implementierungsprojekte von KI-Systemen deutlich verkürzen.

Wie kam es zu der Initiative, zum Thema KI-Qualifizierung ein Forschungsprojekt anzustoßen?

Als Anbieter von Lösungen für automatische visuelle Qualitätskontrollen erhielten wir in verschiedenen Projekten die Anfrage nach einem Qualifizierungsprozess, der nachweislich ein KI-System als funktionsfähig qualifizierte. Nach immer wieder individuellen Lösungen erkannten wir, dass es an dieser Stelle standardisierte Prozesse benötigt, die es Anwender und Anbieterunternehmen ermöglicht, diesen wichtigen Schritt zu beschleunigen.

Welchen Nutzen sehen Sie in der Beteiligung an dem geplanten Forschungsvorhaben?

Unsere Erwartung an das Forschungsprojekt ist die Entwicklung klarer Standards und Vorgehen für die Qualifikation von KI-Systemen in der Qualitätssicherung. Als Nutzen erhoffen wir uns zum einen die Beschleunigung von Kundenprojekten und eine schnelle Implementierung von KI-Systemen bei Anwenderunternehmen sowie eine steigende Akzeptanz in der Industrie für KI durch Transparenzschaffung und Standardverfahren.

Informationen rund um das Projekt

Die Projektlaufzeit ist ab Ende 2022 für zwei Jahre geplant. Für weitere Informationen zum geplanten Forschungsprojekt steht Prof. Dr.-Ing. Marco Huber (T: +49 711 970-1960 / marco.huber@ipa.fraunofer.de) und die Geschäftsstelle der FQS zur Verfügung (infofqs@dgq.de) zur Verfügung.

 

Werden Sie Mitglied im Projektbegleitenden Ausschuss
Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, sich als Mitglied des Projektbegleitenden Ausschusses zu beteiligen. Hierbei bringen Sie Ihre Anforderungen aus der Praxis ein, gestalten das Forschungsvorhaben mit und profitieren frühzeitig von den erzielten Ergebnissen. Hierzu kann auch eine prototypische Umsetzung im Unternehmen durch die Forschungseinrichtung gehören. Für die Finanzierung des Projektmanagements erhält die FQS von den beteiligten Unternehmen einen Förderbeitrag von 2.000 Euro für KMU (Jahresumsatz nicht größer als 125 Mio. Euro) bzw. 4.000 Euro für Nicht-KMU. Start-ups innerhalb drei Jahre nach Gründung bleiben kostenfrei.

Mehr Details zum Projekt und Beteiligungsmöglichkeiten finden Sie auch in der Projektankündigung.

 

Über den Interviewpartner

Christian Els ist einer der Mitbegründer und Geschäftsführer der sentin GmbH. Ein Unternehmen, das sich auf die Automatisierung von Bildgebungsprozessen mit Hilfe von KI in der zerstörungsfreien Prüfung und Qualitätskontrolle konzentriert hat. Christian Els ist Maschinenbauingenieur und hat sentin mitbegründet, nachdem er jahrelang in der Bosch-Gruppe an der Realisierung datengetriebener Geschäftsmodelle in traditionellen Industrien arbeitete. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises KI der DGZFP (Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung) und regelmäßiger Referent bei der DGQ (Deutsche Gesellschaft für Qualität), sowie anderen internationalen Verbänden zu den Themen KI, Digitale Transformation und Entrepreneurship im industriellen Kontext.

Industriepartner für internationales FQS-Forschungsvorhaben gesucht: Entwicklung eines innovativen Messsystems im Werkzeug zur Steigerung der Produktionsqualität in Fertigungsprozessen

In der Kunststoffbranche hat die Relevanz einer 100 % Qualitätsprüfung durch stetig wachsende Ansprüche an Zuverlässigkeit und Lebensdauer sowie steigende regulatorische Anforderungen im Bereich der Medizintechnik in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Insbesondere die Fertigung von Kunststoffbauteilen durch Spritzguss ist dafür nahezu unzugänglich und stellt Produzenten derartiger Bauteile vor große Herausforderungen. Eine eindeutige, bauteilspezifische Kennzeichnung, eine Nachverfolgung der Produktionsparameter sowie eine Information zum Werkzeugzustand sind derzeit nicht verfügbar.

In dem geplanten FQS-Forschungsvorhaben SmarTool soll ein autonomes System zur Überwachung von Spritzgusswerkzeugen entwickelt werden, das als externes System Bestandteil des Werkzeuges sein soll. Als innovatives Messsystem soll es Parameter wie Werkzeugtemperatur, Forminnendruck oder Produktionszeitpunkt und -ort erfassen und dokumentieren. Auf diese Weise sollen Anwender in die Lage versetzt werden, den Einsatz und die Produktionsbedingungen des Spritzgusswerkzeuges zu überwachen. Darüber hinaus ermöglicht die Verknüpfung mit einem Lasermarkiersystem eine eindeutige Kennzeichnung der Bauteile sowie die unveränderliche Verbindung der Produktionsparameter mit einem individuellen Bauteil. Dadurch lässt sich eine vollständige, bauteilindividuelle Dokumentation der Produktionsbedingungen realisieren. So können Bauteilchargen bei Beschädigungen beispielsweise nachträglich aus der Produktionsmenge ausgeschlossen werden.

Bei dem geplanten Forschungsvorhaben handelt es sich um ein deutsch-brasilianisches Kooperationsprojekt des internationalen Forschungsnetzwerks »CORNET – Collective Research Networking«, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wird. Es ermöglicht transnationale Vorhaben der Gemeinschaftsforschung, um internationale Forschungsprojekte zugunsten kleiner und mittelständischer Unternehmen zu fördern. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, sich als Mitglied des Projektbegleitenden Ausschusses zu beteiligen. Hierbei bringen Sie Ihre Anforderungen aus der Praxis ein, gestalten das Forschungsvorhaben mit und profitieren frühzeitig von den erzielten Ergebnissen. Hierzu kann auch eine prototypische Umsetzung im Unternehmen durch die Forschungseinrichtung gehören.

Die Projektlaufzeit ist ab Ende 2022 / Anfang 2023 für zwei Jahre geplant. Für weitere Informationen steht Ihnen Gustavo Reis de Ascencao (gustavo.reis.de.ascencao@ipk.fraunhofer.de) sowie die Geschäftsstelle der FQS (infofqs@dgq.de) zur Verfügung.

Zur Projektankündigung geht es hier.

Umfrage zum Thema „Wahrscheinlichkeit menschlicher Fehler in manuellen Montageprozessen besser vorhersagen können“ sucht noch Teilnehmende

Bei der Gestaltung effizienter, qualitätsfähiger manueller Montageprozesse liegt eine zentrale Herausforderung in der Kenntnis relevanter Einflussfaktoren auf die Entstehung von menschlichen Handlungs- bzw. Montagefehlern und der Prognose von deren Auftretenswahrscheinlichkeit. Der Fragestellung, wie eine bessere Vorhersage menschlicher Fehlerwahrscheinlichkeit in manuellen Montageprozessen erzielt werden kann, widmet sich eine aktuelle Dissertation am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement (IfA) der Universität Kassel.

Die laufende Forschungsarbeit beschäftigt sich dazu mit der Weiterentwicklung eines Montageplanungsverfahrens, das die genannten Aspekte berücksichtigt. Der Fokus liegt auf der Optimierung der Vorgehensweise zur Bewertung leistungsbeeinflussender Faktoren, die das Auftreten entsprechender Fehler beeinflussen. Hierzu ist der Doktorand auf Input aus der Praxis angewiesen.

Im Rahmen einer Online-Umfrage wird die Expertise und Erfahrung aus der Industrie gesammelt. Die Online-Umfrage richtet sich vor allem an Personen, die im Bereich der Qualitätsplanung bzw. -verbesserung, Arbeitsplanung oder in entsprechenden Schnittstellendisziplinen wie dem Industrial Engineering tätig sind. Die Ergebnisse der Befragung werden nach Abschluss der Dissertation (voraussichtlich 01/2023) nach Wunsch allen Interessenten zur Verfügung gestellt.

Die Umfrage ist unter dem nachfolgenden Link zu erreichen und dauert ca. 20 Minuten:
Zur Umfrage »

 

Weitere Fragen zum Dissertationsvorhaben können an Tim Trostmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement (IfA) der Universität Kassel (E-Mail: trostmann@uni-kassel.de) gestellt werden.