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DGQ nimmt Künstliche Intelligenz stärker in den Fokus

Die DGQ baut ihre Aktivitäten zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) aus: Auf dem DGQ-Mitgliederportal DGQplus hat sich die Austauschgruppe „Künstliche Intelligenz (KI)“ gegründet. Ziel ist, einen Best-Practice-Austausch zu ermöglichen, bei dem DGQ-Mitglieder gemeinsam die mit KI verbundenen Chancen und Risiken erkunden können. Die Gruppe richtet sich sowohl an erfahrene KI-Nutzer als auch an Neulinge.

Neben der Möglichkeit zum fachlichen Austausch finden Interessierte in der Gruppe weiterführende Informationen rund um das Thema KI im Qualitätsmanagement (QM) sowie alle Termine zu thematisch passenden DGQ-Veranstaltungen. Bei Fragen stehen Expert:innen aus dem DGQ-Netzwerk zur Verfügung.

Fachleute sind sich einig, dass die Integration von KI in Prozesse und Strategien einen bedeutenden Mehrwert für Organisationen bieten kann. Das mit dem Thema verbundene hohe Interesse zeigt sich unter anderem an zahlreichen ausgebuchten Veranstaltungen der DGQ sowie dem hohen Austauschbedarf im Netzwerk.

Neues DGQ-Training zu KI im QM

Vor diesem Hintergrund hat die DGQ zudem ein neues DGQ-Seminar mit dem Titel „Künstliche Intelligenz (KI) im Qualitätsmanagement“ entwickelt. Das zweitägige Training richtet sich an alle, die tiefer in die Thematik einsteigen wollen und praktische Beispiele ausprobieren möchten. Teilnehmer:innen lernen darin, was sich hinter (generativer) KI verbirgt und welche Methoden der KI unterstützend im QM eingesetzt werden können. Dabei kommen frei verfügbare Werkzeuge zum Einsatz, die ohne Programmierkenntnisse angewendet werden können und sofort Mehrwert schaffen.

Stärkere Berücksichtigung des Klimawandels: ISO erarbeitet „Amendments“ zu Managementsystemnormen

Der Klimawandel soll stärker in den internationalen Managementsystemnormen berücksichtigt werden. Als Konsequenz aus der „London Declaration“ hat die Internationale Organisation für Normung (ISO) sowohl die „Harmonized Structure (HS)“ als auch die darauf basierenden Managementsystemnormen wie ISO 9001, ISO 14001 und Co. kürzlich um sogenannte „Amendments“ ergänzt. Diese konkretisieren Anforderungen an Organisationen, die Auswirkungen von Klimawandel im Rahmen des Managementsystems zu berücksichtigen.

Klimawandel im Kontext der Organisation

Die sogenannten „Climate Action Changes“ finden sich in Kapitel vier der HS. Dort heißt es zum einen: Organisationen sollen in Zukunft festlegen, inwiefern der Klimawandel für sie ein relevanter Faktor ist („The organization shall determine whether climate change is a relevant issue“, 4.1). Diese Frage ergänzt damit künftig die Analyse des Unternehmenskontexts. Konkret bedeutet das: Wenn eine Organisation den Klimawandel als für sie relevant betrachtet, muss sie diesen Einfluss künftig explizit in ihr Managementsystem aufnehmen. Zum anderen sollen Organisationen von nun an die Anforderungen interessierter Parteien im Hinblick auf den Klimawandel berücksichtigen („Relevant interested parties can have requirements related to climate change“, 4.2). Die Änderungen sind auch im Rahmen von Zertifizierungen zu berücksichtigen.

Im Hinblick auf die Umsetzung in der Praxis ist von entscheidender Bedeutung, dass das Thema Klimawandel und dessen Berücksichtigung von unterschiedlicher Relevanz für die verschiedenen Managementsystemnormen ist. Umgekehrt gilt auch mit Blick auf die Vielfalt an Organisationen, dass diese in unterschiedlichem Grad vom Klimawandel betroffen sind beziehungsweise einen unterschiedlich starken Einfluss darauf haben – abhängig unter anderem von Branche, Organisationsgröße und geografischer Lage.

Betroffene Normen

Von der Erweiterung betroffen sind alle maßgeblichen Managementsystemnormen, die auf der Struktur der HS aufbauen. Das Amendment zu ISO 9001 „Quality management systems — Requirements — AMENDMENT 1: Climate action changes“ wurde bereits veröffentlicht und ist hier kostenlos verfügbar. Die Umsetzung in die deutsche Version ist beim Deutschen Institut für Normung (DIN) in Arbeit.

Das Amendment für die internationale Umweltmanagementnorm ISO 14001 befindet sich derzeit in der Kommentierungsphase und ist in Kürze zu erwarten. Amendments zu weiteren Managementsystemnormen – darunter ISO 45001, ISO 50001, ISO 22000, ISO/IEC 20000, ISO 22301, ISO/IEC 27001, ISO 28000, und ISO 37001 – werden folgen.

„Die Ergänzung der HS sowie in der Umsetzung der ISO 9001 etc. um diese klimarelevanten Aspekte wurde in den beteiligten Normungsgremien kontrovers diskutiert“, kommentiert Thomas Votsmeier, Leitung Normung bei der DGQ und Vertreter in verschiedenen DIN- und ISO-Gremien.  „Während das Ziel, nachhaltigkeits- und damit auch klimarelevante Aspekte systematisch zu berücksichtigen und in ISO- und IEC-Normen zu verankern, unstrittig ist, wurde die Form der Umsetzung in die Managementsystemnormen nicht durchgängig als sinnvoll angesehen.“ Die generischen Anforderungen an die Berücksichtigung aller relevanten Aspekte bei der Analyse von Organisationskontext und Erwartungen der interessierten Parteien beinhalteten auch bisher schon nachhaltigkeits- und klimarelevante Aspekte und hoben durch das Amendment diesen einen Aspekt des Klimaschutzes exklusiv hervor. „Nichtsdestoweniger sind ab sofort alle Organisationen mit entsprechenden Managementsystemen gefordert, die entsprechenden Aspekte zu ermitteln und das Ergebnis der Relevanzbewertung nachweisen zu können.“

Hintergrund: Die London Declaration

Infolge der „London Declaration“ 2021 hatte das Technical Management Board (TMB) der ISO beschlossen, alle Normen daraufhin zu prüfen, inwieweit diese um mit Blick auf den Klimawandel relevante Aspekte ergänzt werden können. Im Rahmen der von zahlreichen Ländern unterzeichneten Erklärung hatte sich ISO dazu verpflichtet, den Kampf gegen den Klimawandel über das Instrument der Standardisierung voranzutreiben. Ziel ist das Einhalten der Nachhaltigkeitsagenda bis 2050.

Gemeinsames Kommuniqué von ISO und IAF

Zur Umsetzung der Änderungen in die Praxis der Managementsystemzertifizierung haben ISO und IAF gemeinsam ein Kommuniqué herausgegeben, das hier veröffentlicht ist. Darin stellen die Verfasser klar, dass es sich nicht um neue Anforderungen handelt, sondern um ergänzende, konkretisierende Aussagen.

Kontakt:

Thomas Votsmeier
Leitung Normung bei der DGQ
thomas.votsmeier@dgq.de

50 Jahre Zusammenarbeit: DGQ ehrt Porsche

Porsche ist seit 50 Jahren Mitglied der DGQ. Im Januar zeichnete der Vorstand der DGQ den Stuttgarter Sportwagenhersteller dafür aus. Christian Friedl, Leiter Unternehmensqualität der Porsche AG, nahm die Auszeichnung im Fahrzeug-Auslieferungszentrum in Zuffenhausen entgegen. Überreicht wurde die Urkunde durch Michael Burghartz-Widmann, Mitglied des Vorstands der DGQ, und Marco Gutöhrlein, Leiter der DGQ-Geschäftsstelle Stuttgart.

„Für Porsche ist Qualität Teil des Markenkerns. Aus diesem Grund ist Qualität auch ein Grundpfeiler unserer Unternehmensstrategie,“ sagt Christian Friedl. „Deswegen arbeiten wir hart daran, die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit unserer Fahrzeuge stetig zu steigern, um so unsere Kunden immer wieder aufs Neue zu begeistern.“

DGQ-Firmenmitglied Porsche AG

(v.l.): Marco Gutöhrlein, Leiter der DGQ-Geschäftsstelle Stuttgart, Michael Burghartz-Widmann, Mitglied des Vorstands der DQG, Christian Friedl, Leiter Unternehmensqualität Porsche AG, Dr. Ludwig Schares, Unternehmensqualität Porsche AG. (©Porsche AG)

50 Jahre DGQ-Mitgliedschaft: Auszeichnung und Ansporn zugleich

Porsche und die DGQ pflegen seit Beginn der nun schon 50-jahrigen Mitgliedschaft eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit. So ist die DGQ immer wieder ein wichtiger Partner für Schulungen und Fortbildungen von Porsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich Unternehmensqualität: Etwa zu Methoden und Instrumenten zur stetigen Verbesserung unseres Qualitätsmanagementsystems und unserer Qualitätsarbeit. Gerade für junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Qualitätsorganisation bietet die DGQ sehr interessante Angebote, ihre Expertise zum Thema Qualität weiter auszubauen.

Umgekehrt profitiert die DGQ auch – nicht nur im Bezug auf den Automobilsektor – von innovativen Impulsen und Anregungen aus der Praxis, ihre Themenlandschaft und Angebote stetig weiterzuentwickeln. Beide Seiten betonten daher, die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit auch weiterhin auszubauen und zu intensivieren.

Workshop zur Gründung des DGQ-Fachkreises „Pflege“

Die DGQ sucht Teilnehmende zur Gründung eines neuen Fachkreises. Pflege ist schon seit Jahren ein Fokusthema der DGQ. Bislang wurde es bereits in unterschiedlichen Formaten wie Webinaren, Fach-Arbeitsgruppen und dem regelmäßigen Pflege-Online-Treffpunkt bearbeitet und stetig weiterentwickelt.

Die Zeit ist reif, um mit der Gründung des Fachkreises “Pflege” den Schritt zu einer DGQ-Netzwerkgruppe zu vollziehen. Die DGQ-Fachkreise bieten Mitgliedern ein optimales Forum, um ihr Wissen kontinuierlich zu erweitern. Sie fördern den fachlichen Austausch mit anderen Praktiker:innen und namhaften Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis. Die Beteiligten lernen von- und miteinander, entwickeln neue Positionen, Methoden und QM-Ansätze und stellen ihre Ergebnisse zum Beispiel in Form von Veröffentlichungen oder Checklisten zur Verfügung.“

Um die Gründung vorzubereiten, führt die DGQ am 5. März 2024 einen Workshop durch, in dem das Selbstverständnis und die Zielrichtung des DGQ-Fachkreises „Pflege“ erarbeitet wird. Herzlich eingeladen sind alle Interessent:innen, die sich für das Thema „Qualität in der Pflege“ engagieren möchten.

Interessent:innen wenden sich bitte an:

Holger Dudel

Leiter Themenfeld Pflege in der DGQ

holger.dudel@dgq.de

DGQ-Mitglieder können sich auch auf DGQplus informieren.

DGQ-Kooperation: Studie Business Process Management gestartet

Gerade ist die Neuauflage des BPM Compass gestartet. Die Online-Umfrage wird Einblicke in die aktuellen Trends und Erfolgsfaktoren des Geschäftsprozessmanagements in Unternehmen geben.

Die Studie wird in fachlicher Kooperation zwischen der Technischen Hochschule Mittelhessen, der Hochschule Koblenz, der Humboldt Universität zu Berlin, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der Gesellschaft für Prozessmanagement und Heupel Consultants durchgeführt.

Teilnahme ab sofort möglich

Die Teilnahme an dieser Erhebung lohnt sich: Die Befragten können im Rahmen dieser Erhebung gegenwärtige Entwicklungen darstellen, Impulse für ein leistungsfähigeres Geschäftsprozessmanagement und eine Positionsbestimmung ihrer Organisation erhalten.

Den Ergebnisbericht können die Teilnehmenden durch Angabe ihrer E-Mail-Adresse erhalten. Als kleines Dankeschön werden zudem einige Fachbücher der Kooperationspartner zum Prozess- und Projektmanagement verlost.

Die Umfrage ist anonym, läuft bei zum 22. März 2024 und soll die Erkenntnisse des BPM Compass aus dem Jahr 2016 aktualisieren.

Zur Umfrage geht es hier.

IPC begeht 20-jähriges Jubiläum – DGQ-Engagement gewürdigt

Die „International Personnel Certification Association” (IPC) hat im Oktober 2023 ihr 20-jähriges Bestehen gefeiert. Die DGQ  wurde im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung für ihr langjähriges Engagement gewürdigt und ihr gemeinsam mit der EOQ für ihre maßgebliche Unterstützung gedankt.

Im Fokus der IPC-Mitgliedschaft steht, die europaweit geltenden Regeln für die Auditoren-Zertifizierung mit dem entsprechenden IPC-Programm zu harmonisieren. Das Programm, an dem Experten von DGQ, Quality Austria und Norsk Sertifisering AS maßgeblich mitgewirkt haben, war 2018 nach jahrelangen Abstimmungsrunden zwischen der IPC und der International Accreditation Forum (IAF) als erstes Zertifizierungsprogramm für Fachpersonal weltweit durch IAF anerkannt worden. Seitdem bilden diese Regelwerke eine maßgebliche Grundlage für die Personenzertifizierungsstellen der EOQ-Mitgliedsorganisationen sowie für die über ein IPC Multi Lateral Agreement angeschlossenen Zertifizierungsstellen weltweit. Durch die kontinuierliche jahrelange aktive Mitwirkung in den Gremien von EOQ und IPC trägt die DGQ dazu bei, dass die Inhalte der auf diesen Programmen basierenden Zertifikate aktuell bleiben und Änderungen in fachlichen und regulatorischen Anforderungen umgesetzt werden.

IPC-Urkunde

IPC-Chairman Tommy Lo überreicht IPC-Director Thomas Votsmeier, Leiter Normung der DGQ, die Trophäe für 20 Jahre IPC (Oktober 2023).
©IPC

Aufgaben der IPC

Das Ziel der IPC ist es, über die Bereitstellung harmonisierter Regelwerke den Bedarf an kompetenten Fachpersonal zu decken. Neben dem Schwerpunkt auf der Personenzertifizierung bietet die IPC auch die Anerkennung von Ausbildungsanbietern und Ausbildungskursen an. Vollmitglieder sind akkreditierte Personenzertifizierungsstellen. Assoziierte Mitglieder vertreten andere Interessengruppen rund um die Personenzertifizierung.

Rolle von DGQ und EOQ

Im Rahmen der Weiterentwicklung von DGQ-Bildungsangeboten und Personenzertifizierungen beschäftigte sich die DGQ Anfang der 2000er Jahre mit der Frage, wie sie eine internationale Anerkennung von DGQ-Zertifikaten – insbesondere für Auditoren – erzielen kann. Im Zuge der Globalisierung nahmen die Einsätze von Auditoren weltweit zu. Diese Entwicklung betraf sowohl first als auch second oder thrird party . Entsprechen wuchs die Nachfrage nach einer weltweiten Anerkennung von Auditoren-Zertifikaten als Kompetenznachweis.

Unter Federführung von DGQ und Quality Austria entwickelte die EOQ die damaligen Ausbildungsschemata „EOQ harmonized schemes“ weiter und stellte sie auf Basis der Anforderungen der ISO 17024 als certification schemes für Zertifizierungsstellen zur Verfügung. In einem mehrjährigen Abstimmungsprozess mit der European Co-operation for Accreditation (EA) wurde die Anerkennung des europäisch harmonisierten EOQ Schemas COS CS 9000 als Akkreditierungsgrundlage in 2017 erreicht. Damit steht in Europa ein akkreditierungsfähiger Standard für die Zertifizierung von Qualitätsfachpersonal einschließlich Auditoren zur Verfügung, der auch der DGQ-Personenzertifizierungsstelle als Akkreditierungsgrundlage dient.

Kontakt:

Thomas Votsmeier
Leiter Normung DGQ
thomas.votsmeier@dgq.de

DGQ startet 2024 mit neuem Trainingsportfolio für Prozessmanagement

Die DGQ hat ihr Trainingsangebot im Prozessmanagement für das Jahr 2024 neu aufgerollt. Mit aktuellen Inhalten und praxisnahen Übungen erlernen Teilnehmende über das erforderliche Fachwissen hinaus auch die Kompetenz, Prozesse optimal zu managen.

Den Start des neuen DGQ-Portfolios bildet der Lehrgang Prozessmanagement – Grundlagen. Dieses Training ermöglicht einen sicheren Einstieg in die Welt der Prozesse, egal ob für die Produktion oder für Dienstleistungen. Teilnehmende erhalten ein Grundverständnis für die verschiedenen Gestaltungsebenen des Prozessmanagements. Die vermittelten Methoden zur Visualisierung und Darstellung von Arbeitsabläufen sind der erste Schritt zur Sicherstellung einer fortlaufenden Verbesserung von Prozessen.

Das Training wird sowohl im Präsenzformat als auch im Onlineformat angeboten. Der Pilot-Termin findet vom 11.03. bis 12.03.24 statt.

Das neue Herzstück der Reihe bildet der Lehrgang Prozessmanager. Dieses Training erlaubt es, tief in die Welt der Prozessdarstellung, -analyse und -verbesserung einzutauchen. Als Gestaltungsrahmen des Lehrgangs dient das Aachener-Qualitätsmanagement-Modell. Mit dessen Hilfe lassen sich Prozesse aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und verbessern, da die Wechselwirkung, Schnittstellen und Ressourcen von Prozessen übersichtlich dokumentiert und dargestellt werden. Die Prozessanalyse, also die Ursachenforschung für die kontinuierliche Weiterentwicklung einer Prozesslandschaft, wird so deutlich nutzbringender. Nach der Teilnahme ist es möglich, die Prüfung zum Prozessmanager (DGQ) zu absolvieren.

Der Pilot-Termin für den Lehrgang Prozessmanager, der als Präsenztraining und E-Training verfügbar ist, findet vom 15.04. bis 18.04.24 statt.

Wer Prozesse komplett digital erfassen, strukturieren und weiterentwickeln möchte, für den ist das DGQ-Seminar BPMN Prozessmodellierung geeignet. Die „Sprache“ BPMN kann dort Schritt für Schritt erlernt werden. Mit Praxisbeispielen an realen Projekten werden den Teilnehmenden wichtige Ereignistypen, Symbole und mögliche Konstrukte zur Prozessmodellierung anschaulich vermittelt. So entsteht die Möglichkeit für eine effiziente Prozessdokumentation und ein Business-IT Alignment für den Berufsalltag von Prozessmanagern.

Ein erster Termin für das E-Training BPMN Prozessmodellierung findet am 08.04. bis 11.04.24 statt.

Abgerundet wird das neue Portfolio durch den Workshop Moderationsmethoden für Prozessmanager. Hierbei lernen und erproben die Teilnehmenden Softskills, um Meetings und Prozessworkshops jederzeit zum Erfolg zu führen. Neben dem Basiswissen für eine Moderation stehen die Themen „Gesprächsführung“ und „Konfliktlösung“ in angespannten Situationen im Fokus des Workshops. Durch das Kennenlernen verschiedener Methoden und deren Anwendung im Rahmen des Trainings können Teilnehmende das Erlernte schnell im Berufsalltag einbinden.

Der erste Workshop findet vom 27.05. bis 28.05.24 als E-Training statt. Auch hier bietet die DGQ weitere Präsenz- und E-Training-Termine an.

Das Weiterbildungsangebot der DGQ für den Bereich des Prozessmanagements

Das Weiterbildungsangebot der DGQ für den Bereich des Prozessmanagements

Umfangreiche Informationen zum Berufsbild

Ganz aktuell hat die DGQ auf ihrer Webseite ein Profil für das Berufsbild des Prozessmanagers veröffentlicht. Interessierte können sich hier umfassend über Aufgaben, Gehalt oder Karrierewege eines Prozessmanagers sowie das breite Angebot der DGQ zu diesem Thema informieren.

Umgang mit Risiken und Chancen: DGQ und EOQ bei den Normenrevisionen ISO 9000 und 9001 aktiv

Im Dezember 2023 hat unter starker deutscher Beteiligung die Überarbeitung der Qualitätsmanagementnormen ISO 9000 und 9001 gestartet. Erste Entwürfe für Konzepte und terminologische Ergänzungen liegen vor und werden in den nächsten Wochen breit diskutiert. Der Zeitplan ist ehrgeizig, soll doch schon im April mit dem „Committee Draft“ ein erster Entwurf für die überarbeiteten Fassungen vorliegen.

Vor dem Hintergrund der Revisionen hat die Diskussion um eine mögliche Überarbeitung des Risikokonzepts und damit den Umgang mit „Risiken und Chancen“ an Bedeutung gewonnen. DGQ-Mitglied und Normungsexpertin Prof. Dr. Patricia Adam, die neben Thomas Votsmeier, Leiter Normung DGQ, über die EOQ als aktive Expertin für die neu gegründete ISO-Arbeitsgruppe TC 176/SC 1/WG 2 nominiert wurde und an der Revision der 9000 beteiligt ist, führt aus: „Gemeinsam mit Experten aus Israel, Kanada, Mexiko, Pakistan und den USA habe ich mich in dieser Runde intensiv mit Umgang und Konzeption des risikobasierten Denkens beschäftigt. Spannenderweise waren wir uns nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell einig: Die Betrachtung von Chancen kommt in der Praxis viel zu kurz, ist aber in dem derzeitigen Umfeld – Stichwort: VUKA-Welt – ebenso wichtig wie die Betrachtung von Risiken.“ Auf der Suche nach dem Grund dafür sei man zum einen zu der Erkenntnis gelangt, dass die Perspektiven mit Blick auf Risiken und Chancen sehr unterschiedlich seien und der praktische Umgang mit Risiken und Chancen nicht auf gleiche Weise erfolgen könne. Gleichzeitig jedoch könnten wesentliche Verbesserungen im Hinblick auf die Ermittlung und Handhabung von Risiken und Chancen in Organisationen über beide Vorgehensweisen erzielt werden.

Bereits im November 2022 war Prof. Dr. Adam für die EOQ als Liaison-Member-Mitglied der ISO-Arbeitsgruppe TC 176 Task Group 4 „Emerging Trends in Quality, Ad Hoc Group Risk” nominiert worden, deren Erarbeitungen zum Risikobegriff nun im Zuge der Revisionen relevant werden.

„Risk Concept Paper“ findet bei Revisionen Beachtung

Aus den oben genannten Überlegungen ist in der zuständigen Task Group ein „Risk Concept Paper“ entstanden, das ISO-intern als Input für die Revisionen von ISO 9000 und 9001 verabschiedet wurde: Ausgehend von Veränderungen im Kontext der Organisation wird darin das risikobasierte Denken von einem chancenbasierten Denken abgegrenzt. Zudem schlagen die Verfasser die Entkopplung beider Konzepte und die Aufnahme des chancenbasierten Denkens in die Revision der ISO 9000 und 9001 vor. Inzwischen hat dieses Papier Eingang in die „Design Spezifikation“ für die Überarbeitung von ISO 9000 und 9001 gefunden. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Konzept sich durchsetzen und in die neuen Fassungen der Normen aufgenommen wird. Derzeit gibt es sowohl starke Befürworter als auch deutliche Gegner.

DGQ wird Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit 2024 weiter ausbauen

Nachhaltigkeit stellt eine zentrale Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft dar – Tendenz steigend. Die DGQ beschäftigt sich seit Längerem intensiv mit diesem Thema und hat durch die Gründung des Fachkreises Nachhaltigkeit Anfang 2023 einen weiteren Impuls gesetzt. Diesen Schwung nimmt die DGQ mit ins neue Jahr und wird sich noch stärker in diesem Bereich engagieren.

Plattform für Austausch und Wissenstransfer

Eine zentraler Aspekt ist dabei die Rolle der DGQ als Vernetzungsplattform für Q-Begeisterte aus verschiedensten Branchen und Bereichen. Eines der wichtigsten Themen ist derzeit die Frage nach der Implementierung von Nachhaltigkeits-Strategien in die Unternehmenssteuerung. Gerade hier wird die Bedeutung eines integrierten Managementsystems sowie eines konsequenten Prozessmanagements offensichtlich, um die eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen auf der operativen Ebene zu verankern.

Ausbau Lehrgangs- und Veranstaltungsportfolio

Neben den inhaltlichen Aktivitäten bietet die DGQ seit einigen Jahren verschiedene Lehrgangsformate zum Thema Nachhaltigkeit an, beispielsweise eine viertägige Ausbildung zum „Nachhaltigkeitsmanager“. In den letzten Monaten hat die DGQ ihr Portfolio hier weiter aufgestockt. So gibt es für einen ersten Einblick in das Thema Nachhaltigkeit zwei eintägige Grundlagen-Seminare. Darüber hinaus hat die DGQ ein stetig wachsendes Angebot an Weiterbildungen, das bereits jetzt aktuelle Nachhaltigkeits-Thematiken umfasst:

  • Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)
  • Doppelte Wesentlichkeitsanalyse
  • Kreislaufwirtschaft beziehungsweise Circular Economy

Außerdem werden ein Blended Learning zum Thema ESRS/CSRD sowie ein Lehrgang zum Klimaschutzmanager in Kürze verfügbar sein.

Alle Weiterbildungen der DGQ zu Nachhaltigkeit auf einen Blick >>>>

Flankierend hierzu bietet die DGQ regelmäßig offene Veranstaltungen zu aktuellen Themen und Fragestellungen rund um Nachhaltigkeit an. Auch für 2024 konnten die DGQ hierfür bereits wieder einige Referenten und Themen gewinnen. So findet beispielsweise am 15. Januar 2024 eine Online-Veranstaltung mit Schwerpunkt auf der Berechnung des CO2-Fußabdrucks statt und am 21. Februar 2024 kommt der DGQ-Erfahrungsaustausch Nachhaltigkeit unter dem Thema „Umweltkommunikation mit Circle Facilitation“ zusammen. Alle Infos zu den kommenden Veranstaltungen für das Jahr 2024 finden sich zudem im Veranstaltungskalender auf der DGQ-Homepage.

Ganz aktuell hat die DGQ auf ihrer Webseite ein Profil für das Berufsbild des Nachhaltigkeitsmanagers veröffentlicht. Interessierte können sich hier umfassend über Aufgaben, Gehalt oder Karrierewege eines Nachhaltigkeitsmanagers sowie das breite Angebot der DGQ zu diesem Thema informieren.

Qualität und Nachhaltigkeit – Perspektiven für die Zukunft

Der Nachhaltigkeits-Fahrplan ist damit für 2024 bereits gut gefüllt. Doch neben dem Angebot an Veranstaltungen und Weiterbildungsmöglichkeiten wird sich die DGQ in 2024 intensiv der Frage nach den Anknüpfungspunkten von Qualität und Qualitätsmanagement an das Thema Nachhaltigkeit widmen: Wo können Qualitätsmanager im Unternehmen einen Beitrag zu Nachhaltigkeitsthemen und deren Operationalisierung leisten? Wie kann ein systematisches Management von Nachhaltigkeit in Unternehmen im Kontext eines integrierten oder gar generischen Managementsystems gelingen?

Gemeinsam mit ihrem Expertennetzwerk arbeitet die DGQ auch 2024 intensiv an diesen Fragestellungen. Die hierzu entwickelten Antworten sollen einen wichtigen Beitrag für die wirksame Umsetzung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Organisationen liefern.

Neue ISO-Norm 53001 für das Management von UN-Nachhaltigkeitszielen

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) setzt die Realisierung der sogenannten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in einen Managementsystemstandard um: Die ISO 53001 – „Management Systems for UN Sustainable Development Goals – Requirements“ wird von dem dafür eingerichteten ISO-Projektkomittee erarbeitet und soll bis Herbst 2025 veröffentlicht werden.

Als erster Schritt wird ein Managementsystemleitfaden (ISO/PAS 53002 Guidelines for contributing to the UN Sustainable Development) erarbeitet, um anschließend die Managementsystemnorm auf Basis der ISO harmonized structure als ISO 53001 zu entwickeln. Der Zeitplan dazu ist sehr ambitioniert.

Neben der Nachhaltigkeitsberichterstattung werden Organisationen die Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele damit perspektivisch nach Verabschiedung der Normen und Vorhandensein eines entsprechenden Zertifizierungsangebots über eine entsprechende Zertifizierung nachweisen können.

Ziele im Kontext der Organisation realisieren

Mit der internationalen Norm will die ISO ein global anwendbares Instrument schaffen, mithilfe dessen Organisationen ausgewählte UN-Ziele („Sustainable Development Goals“, SDGs) umsetzen können. Im Fokus stehen sollen dabei laut ISO explizit solche UN-Ziele, die relevant für den jeweiligen Kontext der Organisationen sind, und nicht grundsätzlich alle 17 Nachhaltigkeitsziele.

Zwar enthalten die bestehenden ISO-Managementsystemnormen bereits verschiedene Hinweise und Anforderungen zu Nachhaltigkeitsaspekten, darunter etwa Umwelt-, Gesundheits- und Energieaspekte. Mit der ISO 53001 werden diese nun durch einen umfassenden Standard ergänzt, der sämtliche im Nachhaltigkeitszusammenhang relevanten Faktoren abdecken soll.

Scope der Norm

Die ISO 53001 soll zur Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung die Anforderungen an ein „Sustainable-Development-Goals-Managementsystem“ spezifizieren. Dies kommt zum Tragen, wenn eine Organisation ihre Aktivitäten hinsichtlich der Umsetzung der SDGs belegen und erweitern möchte. Zudem empfiehlt sich ein solches SDG-Managementsystem für Organisationen, die ihre entsprechenden Tätigkeiten auf systematische Art und Weise managen möchten.

Im Ergebnis soll das SDG-Managementsystem dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsperformance von Organisationen zu erweitern, Compliance-Verpflichtungen zu erfüllen, ausgewählte Nachhaltigkeitsziele zu erreichen sowie das Vertrauen von Stakeholdern in die Zukunftsfähigkeit der Organisation zu gewinnen und zu halten. Nicht zuletzt steht so auch der wirtschaftliche Erfolg der Organisation im Fokus der Norm.

Engagement der DGQ und nächste Schritte

„Bereits im Vorfeld der Entscheidung über die Erstellung einer entsprechenden Norm gab und gibt es kontroverse Diskussionen über Scope, Notwendigkeit und Umsetzbarkeit einer solchen Managementsystemnorm“, erläutert Thomas Votsmeier, Leiter Normung bei der DGQ. „Der integrative Ansatz, bei allen relevanten Organisationsentscheidungen einschließlich Investitionsentscheidungen umfassend die UN-Nachhaltigkeitsziele zu berücksichtigen, ist sehr anspruchsvoll und letztlich ist fraglich, wie viele Organisationen einen solchen Ansatz anwenden werden.“

Im Frühjahr 2023 wurde die Einrichtung des Projektkomitees ISO PC 304 beschlossen und die Arbeiten aufgenommen. Zum aktuellen Zeitpunkt liegt die ISO 53001 als Working Draft zur internen Abstimmung vor. Auf deutscher Ebene betreut der DIN-Normungsausschuss „Gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement“ die Ausarbeitung. Die DGQ war im Vorfeld der Diskussionen um die Entscheidung über die Notwendigkeit und den Scope der Norm beteiligt und begleitet die Entwicklung durch Mitwirkung einer Expertin in dem deutschen Spiegelgremium DIN NA 175-00-03 AA.

Erstes ISO-Meeting bestätigt geplante Richtung der 9001er Revision

Bei ihrem ersten Treffen anlässlich der Revision der ISO 9001 bekräftigte die zuständige Arbeitsgruppe des für Qualitätsmanagement zuständigen Gremiums ISO TC 176 die geplanten Ziele und den Umfang der Überarbeitung. Die zuvor verfasste „Design-Spezifikation“ für das Projekt, welche den Scope der Revision umreißt, wurde als Leitfaden bestätigt. Das Dokument basiert auf verschiedenen in den vergangenen Jahren gesammelten Umfrageergebnissen und Zukunftsstudien.

Das Treffen fand vom 4. Bis 8. Dezember im Londoner British Standards Institution statt.

„Im Fokus des Treffens stand die Relevanzbewertung der sogenannten ‚emerging themes‘, welche im Vorfeld der Revision als potenziell bedeutsame Entwicklungen identifiziert wurden“, berichtet Thomas Votsmeier, Leiter Normung bei der DGQ. „Dazu zählen aktuelle Auswirkungen im Zuge globaler Veränderungen – darunter beispielsweise ESG-Aspekte – sowie Veränderungen in der QM-Anwendung und durch den Einsatz neuer Technologien.“ Entsprechende Interpretationsanfragen der vergangenen Jahre wurden bei dem Treffen gesichtet und bewertet.

Darüber hinaus führten die anwesenden Normungsvertreter:innen erste Diskussionen über eine Differenzierung der Konzepte von Risiken und Chancen, wie sie im Rahmen der Revision als Input vorgesehen ist. Auch Formulierungen im Hinblick auf Dokumentationsanforderungen und über das Verständnis der Einbindung eines Qualitätsmanagementsystems in die Leitung der Gesamtorganisation standen zur Debatte.

Die nächsten Schritte

Nach einer intensiven Diskussionsrunde erstellen zuständige Normungsexpert:innen nun auf deren Basis einen ersten internen Entwurf für die überarbeitete ISO 9001 – den sogenannten Working Draft – und verteilt diesen zur Kommentierung innerhalb der Arbeitsgruppe. Die Bearbeitung der gesammelten Kommentare steht dann im Februar 2024 auf der Tagesordnung.

Bereits bei der Ankündigung der 9001er Revision hatte die ISO bekanntgegeben, dass die Qualitätsmanagementsystemnorm keine grundlegenden Änderungen erfahren soll. Vielmehr geht es um eine Anpassung an die „Harmonized Structure“ als Rahmenvorgabe für alle ISO-Managementsystemnormen sowie um die Entwicklung von Leitlinien zur Klarstellung von Anforderungen im Anhang oder in Form sogenannter „Notes“. Dazu gehört auch, dass der Anhang der Norm im Hinblick auf die Vermeidung von Fehlinterpretationen erweitert werden soll.

Hintergrund: Parallele Normenrevisionen

Parallel zur ISO 9001 wird auch die Qualitätsmanagementnorm ISO 9000 revidiert. Vor diesem Hintergrund führt die entsprechende Arbeitsgruppe des TC 176 SC 1 Überlegungen zur Anpassung der QM-Grundsätze sowie zur Einführung neuer oder geänderter Definitionen durch. Auch hier spielt die mögliche Neukonzeption des Risikobegriffs eine große Rolle. Die Ergebnisse beider Revisionen werden aufeinander abgestimmt.

Der ehrgeizige Projektplan sieht die Veröffentlichung der neuen Norm im Dezember 2025 vor. Die Überarbeitung der ISO 9000 und der ISO 9001 wird als Pilotprojekt mithilfe eines neuen „Online development tools“ erstellt – ein Einstieg in die Digitalisierung der ISO-Normen.

DGQ-Fachausschuss „Qualität in der Pflege“ tagt online

Am 11. Dezember 2023 fand das zweite Treffen des DGQ Fachausschusses „Qualität in der Pflege“ (FA QidP) online statt.

Mit diesem Gremium will die DGQ die fachliche Ausrichtung zu Qualitätsthemen in der Pflege unterstützen und eine Plattform für den bundesweiten Diskurs zur Pflegequalität etablieren. Damit sollen auch Impulse aus neutraler Position in die Politik gesendet werden, die den öffentlichen Diskurs zur Qualität in der Pflege anregen und aufwerten.

Bei dem virtuellen Treffen standen zwei Themen im Fokus:

  • Personenzentrierte Pflege und subjektbezogene Qualitätssicherung
  • Qualitätsaspekte zu digitalen Assistenzsystemen in der Pflege.

Im Laufe der angeregten und spannenden Diskussion wurden wichtige Schnittstellen zur derzeitigen politischen Agenda deutlich. Darauf wird auch die inhaltliche Ausrichtung der Folgesitzung im Frühjahr 2024 abzielen.

Kontakt:

holger.dudel@dgq.de

Spende statt Geschenke: DGQ unterstützt „Stützende Hände“ mit 4.000 Euro

Es hat sich zu einer festen Tradition entwickelt: Die DGQ verzichtet an Weihnachten auf Geschenke und gibt den Betrag stattdessen an soziale Projekte, die Menschen in Notlagen helfen. In diesem Jahr spenden die DGQ 4.000 Euro für die Organisation „Stützende Hände“. Der gemeinnützige Verein wurde per Abstimmung unter den Mitarbeitenden der DGQ ausgewählt. „Stützende Hände“ setzt sich für hilfsbedürftige Menschen in Frankfurt und der umliegenden Region ein. Das Herzstück der Arbeit ist eine tägliche Tour durch die Frankfurter Innenstadt, auf der hilfsbedürftige Menschen mit 200 warmen Mahlzeiten versorgt werden.

Neuer FQS-Band zur gezielten Auswahl und Einführung von Traceability-Lösungen in KMU ab sofort verfügbar

Fehlerhaft gefertigte und an den Kunden gelieferte Produkte verursachen erhebliche Kosten und können in den betroffenen Unternehmen zu einem massiven Imageverlust führen. Traceability-Systeme besitzen das Potenzial, derartige Qualitäts- und Kostenrisiken zu beherrschen, indem sie eine Rückverfolgbarkeit des kompletten Fertigungsprozesses ermöglichen und Erkenntnisse zur Prozessoptimierung liefern. In kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) werden solche Systeme jedoch bisher nur zögerlich eingesetzt. Gründe für die geringe Verbreitung sind insbesondere Kostenbarrieren, technische Herausforderungen und mangelhafte Markttransparenz zu verfügbaren Lösungskonzepten.

Im FQS-Forschungsprojekt Traceability, durchgeführt von den Fachgebieten Qualitäts- und Prozessmanagement sowie Produktionsorganisation der Universität Kassel, wurde eine Methodik entwickelt, die insbesondere KMU bei der bedarfsgerechten Auswahl eines leistungsfähigen Rückverfolgbarkeitssystems unterstützt. Mithilfe der Methodik können Unternehmen ein unternehmensspezifisches Rückverfolgbarkeitsprofil generieren, das anschließend mit den Informationen aus einem im Rahmen des Projektes entstandenen Leistungskatalog für Traceability-Systeme abgeglichen wird. Das Instrumentarium gibt zudem Hilfestellung im Hinblick auf die spätere Implementierung des ausgewählten Systems und zeigt auf, wie dieses in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP) des Unternehmens eingebunden werden kann.

In Zusammenarbeit mit der Forschungseinrichtung ist ein FQS-Band im Rahmen der FQS-DGQ-Schriftenreihe erschienen, der Unternehmen in der Anwendung und Nutzung der erarbeiteten Ergebnisse unterstützen soll.

FQS-Band „Entwicklung einer Methodik zur Auswahl und Einbindung von Traceability-Systemen in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess von KMU“:

Projektwebseite (Universität Kassel):
https://www.uni-kassel.de/forschung/trace-track/startseite

 

Über die FQS:

Die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. (FQS) unterstützt seit 1989 die anwendungsorientierte Forschung rund um das Thema Qualität in Deutschland. Sie versteht sich selbst als Forschungsbereich der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und wird von ihr getragen. Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Forschungsnetzwerks CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsideen, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), erbringen.

Ein Video mit weiteren Informationen über die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. findet sich hier.

 

DGQ-Fachkreis „QM als Organisationsentwicklung“ knackt 1000-Mitglieder-Marke

Zwei Meilensteine in einem Jahr: Der DGQ-Fachkreis „QM als Organisationsentwicklung“ hat kürzlich sein 1000. Mitglied begrüßt – nur wenige Wochen nach seinem zehnjährigen Jubiläum. In den zehn Jahren hat der Fachkreis zahlreiche aktuelle Themen aus der Schnittmenge zwischen QM und Organisationsentwicklung vorangetrieben, die von Beginn an sowohl innerhalb als auch außerhalb des DGQ-Netzwerkes auf breites Interesse stießen.

Darüber hinaus haben die Fachkreismitglieder bei ihrem jüngsten Treffen unter anderem folgende Themen zur Bearbeitung 2024 identifiziert: Neben der Beschäftigung mit dem produktiven Einsatz generativer KI (Künstliche Intelligenz), mit der Qualitätskultur als Unterstützung der einzelnen Organisationsbereiche sowie mit lateraler Führung stehen Managementsysteme für die VUKA-Welt ganz oben auf der Liste. Auch alternative Wirtschaftsmodelle, etwa mit Blick auf den Bereich Gemeinwohlökonomie, wollen die Fachkreismitglieder beleuchten und in ihrer Schnittstelle zum QM bearbeiten.

Im Fokus des Fachkreises steht ein ganzheitliches Verständnis von Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung – mit allen sich daraus ergebenden Fragestellungen: Dazu gehören beispielsweise Überlegungen zu Führungsaufgaben und dem Umgang mit QM-Werkzeugen bzw. Werkzeugen aus der Organisationsentwicklung im jeweils anderen Bereich.

Kontakt:

fk-oe@dgqaktiv.de.

Zu Gast bei der langen Nacht der Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung

Kurz vor der Geisterstunde war sie vorüber – 6. „Lange Nacht“ der Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung am 9. November 2023 auf dem Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. Auch Dr. Paul Kübler, Mitglied des DGQ-Vorstands und im Leitungsteam des DGQ-Fachkreises „QM als Organisationsentwicklung“ war mit einer Keynote vertreten.

Die Veranstaltung bot ein reichhaltiges Programm. Studierende der Hochschule Osnabrück präsentierten in 15-minütigen Kurzvorträgen die Ergebnisse ihrer Bachelor- und Masterarbeiten in Ingenieurs- und Wirtschaftsstudiengängen. Im Vordergrund stand dabei war der starke Praxisbezug. Schließlich waren die Arbeiten in Zusammenarbeit mit Unternehmen entstanden. Das Themenspektrum war breit gefasst und deckte zahlreiche Felder rund um Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung ab.

Lange Nacht der Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung

Dr. Paul Kübler, Mitglied des Vorstands der DGQ, referierte zum Thema „Qualitätsmanagement als Motor erfolgreicher Transformationen: Ein Ansatz zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung“. ©DGQ

Dr. Kübler referierte als ergänzende Keynote zum Thema „Qualitätsmanagement als Motor erfolgreicher Transformationen: Ein Ansatz zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung“.  Am Beispiel von Kundenreklamationen plädierte er für eine gute Balance zwischen Überbürokratisierung und sinnvollem Regelwerk. Letztlich sei auch hier entscheidend, was der Kunde erwarte und nicht ob überkomplexe Verfahren minutiös eingehalten würden.

Nach zahlreichen interessanten Vorträgen und viel fachlichem Austausch endete die lange Nacht der Prozessoptimierung und Organisationsentwicklung schließlich kurz vor Mitternacht. „Prof. Dr. Dirk Sauer hat hier wirklich ein Forum etabliert, das einen einzigartigen Brückenschlag zwischen wissenschaftlicher Theorie und unternehmerischer Praxis schafft – und gleichzeitig eine tolle Gelegenheit für das regionale QM-Netzwerk bietet, miteinander in Kontakt zu kommen“, zeigte sich Torsten Laub, Leiter der DGQ-Geschäftsstelle in Hamburg, vom Abend beeindruckt.

 

 

 

Umfrage für FQS-Forschungsprojekt: Anforderungen und Erwartungen an Fehlermanagementsysteme

Fehlerwissen systematisch nutzbar machen – das ist Ziel des Anfang 2023 gestarteten FQS-Forschungsprojektes MIQFEM (Mitarbeiterorientierte Qualitätsregelkreise in der Produktion zum smarten Fehlermanagement). Dazu entwickeln Wissenschaftler:innen des Fachgebiets Qualitätswissenschaft der TU Berlin ein smartes Fehlermanagementsystem. Es soll insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützen soll, Fehlerzusammenhänge effektiver und schneller zu erkennen, zukünftige Fehlerereignisse frühzeitig vorherzusagen und Mitarbeitende dialogbasiert durch den Problemlösungsprozess zu führen.

Das Forschungsprojekt hat eine Onlineumfrage gestartet, um die Anforderungen und Erwartungen an ein solches Fehlermanagementsystem zu ermitteln. Ziel der Erhebung ist es, Erkenntnisse über den aktuellen Stand der Erfassung von Fehlerdaten und Nutzung von Problemlösungsmethoden aus der Qualitätswissenschaft in deutschen Unternehmen zu liefern und Aufschluss darüber zu geben, welche Bestandteile ein Assistenzsystem für das Fehlermanagement enthalten sollte. Dafür wird insbesondere Input von produzierenden KMU benötigt.

Um den notwendigen Praxisbezug herzustellen wird um rege Teilnahme gebeten.
Zur Umfrage »

Die Ergebnisse werden nach Abschluss der Umfrage auf Wunsch allen Interessenten zur Verfügung gestellt.

Über das Forschungsprojekt:
Das IGF-Vorhaben 22530 N der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V., August-Schanz-Straße 21A, 60433 Frankfurt am Main wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Interview zum FQS-Forschungsprojekt “MIQFEM”: Mitarbeiterorientierte Qualitätsregelkreise in der Produktion zum smarten Fehlermanagement »

Über die FQS:
Die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. (FQS) unterstützt seit 1989 die anwendungsorientierte Forschung rund um das Thema Qualität in Deutschland. Sie versteht sich selbst als Forschungsbereich der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und wird von ihr getragen. Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Forschungsnetzwerks CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsideen, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), erbringen.

Ein Video mit weiteren Informationen über die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. findet sich hier.

Maßnahmen der Automobilzulieferer in Bezug auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) ist seit Januar 2023 in Kraft. Welche Maßnahmen Automobilzulieferer bereits ergriffen haben, hat nun eine Umfrage ergeben.

Es ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und verantwortungsvolleren Wirtschaft: Am 11. Juni 2021 hat der Deutsche Bundestag das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) beschlossen und am 1. Januar 2023 ist es in Kraft getreten. Das Gesetz besitzt das Potenzial, als wegweisendes Beispiel für vergleichbare Bestimmungen in anderen Regionen Europas und weltweit zu dienen.

Das LkSG verpflichtet, Stand heute, Unternehmen mit Sitz in Deutschland, die mehr als 3.000 Mitarbeitende (ab 1. Januar 2023) beschäftigen, entlang ihrer Lieferkette für Menschenrechts- und Umweltschutzstandards zu sorgen. Dazu gehören zum Beispiel der Schutz vor Kinderarbeit und Zwangsarbeit sowie die Einhaltung von Arbeitssicherheitsstandards und Umweltstandards wie zum Beispiel die Vermeidung von Umweltverschmutzung. Ab 1. Januar 2024 werden Unternehmen schon ab 1.000 Mitarbeitenden in die Pflicht genommen.

Umfrage unter Automobilzulieferern

Im Rahmen einer studentischen Projektarbeit über eine Umfrage unter Automobilzulieferern haben Mitarbeiter:innen der Hochschule Rheinmain eine Analyse zum Thema „Maßnahmen der Automobilzulieferer in Bezug auf das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“ durchgeführt. Von 63 Unternehmen, die zu dieser Umfrage eingeladen wurden, haben insgesamt 27 teilgenommen; insgesamt 21 haben die Umfrage abgeschlossen. Die Umfrage umfasst Unternehmen aus der Automobilindustrie und liefert Einblicke in die aktuellen Bestrebungen der Unternehmen, die Einhaltung der Menschenrechts- und Umweltstandards in ihrer Lieferkette, wie im Gesetz gefordert, sicherzustellen.

Die Befragung wurde mit einem Online-Umfragetool realisiert und stand den Unternehmen sechs Wochen zur Verfügung.

Allgemeines über die Unternehmen

Die Teilnehmenden gaben zu einem Drittel an, dass sie 1.000 bis 3.000 Mitarbeitende in ihrem Unternehmen beschäftigen, etwas weniger als ein weiteres Drittel gab an, mehr als 5.000 Mitarbeitende zu beschäftigen; die restlichen lagen nach eigenen Angaben dazwischen. Zu der Frage, aus welchen Ländern die Zulieferer der Unternehmen stammen, antworteten die Befragten, dass diese mit über 54 % aus Deutschland oder der EU kommen, ca. 15 % aus Asien und etwa 11 % gaben über ein Freitextfeld unter «Sonstiges» weitere Länder an (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Ergebnis der Frage: „In welchen Ländern sind Ihre Lieferanten tätig?“ ©Hochschule RheinMain

 Die Anzahl an unmittelbaren Zulieferern liegt bei über zwei Fünfteln der befragten Unternehmen bei 20 bis 100, bei den übrigen variiert sie breit gestreut zwischen fünf und mehr als tausend. Unmittelbare Zulieferer sind direkte Vertragspartner innerhalb der Lieferkette, während mittelbare Zulieferer im Bereich der weitläufigeren Lieferkette agieren und mit dem Unternehmen nicht in direktem Kontakt stehen.

Vorteile und Risiken des LkSG

Bei der Frage, wo die Unternehmen die größten Vorteile des LkSG sehen, antworteten die Umfrageteilnehmenden zu 35 % mit «Rechtssicherheit» und zu gleichen Teilen, nämlich jeweils 27 %, mit „Reputationsgewinn“ für das eigene Unternehmen sowie „Faire Wettbewerbsbedingungen“. Außerdem gaben die Unternehmen im Freitextfeld mit 11 % weitere Vorteile an: „Industry awareness, klare Beschreibung von Sorgfaltspflichten, die nun nicht mehr mit schönen CSR-Berichten umschrieben werden können“ und „mehr Transparenz in der Lieferkette“. Dass die Unternehmen Risiken fürchten oder das Gesetz negative Auswirkungen auf das eigene Unternehmen hat, bestätigten über zwei Fünftel der Umfrageteilnehmer. Als Gründe nannten diese in einem Freitextfeld folgende: „Auslegung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), erhöhter Aufwand“, „hoher Ressourcenaufwand zur Dokumentation der Lieferketten, v.a. da die Anfragen der Original Equipment Manufacturers (OEM) sehr unterschiedlich und sehr detailliert sind“ und „Unsicherheit in der Umsetzung durch unbestimmte Rechtsbegriffe“.

Geplante Aufwände

Im zweiten Abschnitt der Umfrage standen die Aufwände der Unternehmen im Mittelpunkt, die für die Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes notwendig sind. Das Ergebnis: Weit über zwei Fünftel der Unternehmen beschäftigen zwischen einem und fünf Mitarbeitenden in Vollzeit für die Umsetzung des Gesetzes. Bei knapp 17 Prozent sind es sogar mehr als fünf, bei den restlichen – zum Teil deutlich – weniger oder es wurde keine Angabe gemacht. Hinzu kommt, dass über die Hälfte externe Beratung einer Anwaltskanzlei für die Umsetzung in Anspruch nehmen. 35 % der Unternehmen rechnen in der Folge mit einem Budget von 10.000 bis 100.000 Euro, ca. 30 % mit mehr als 100.000 Euro für die Umsetzung des Gesetzes im eigenen Unternehmen.

Risikoanalyse

Auf die Frage, ob das Unternehmen regelmäßig Menschenrechts- und Umweltrisiken in ihrer Lieferkette analysiert, gaben zwei Fünftel an, das sie dies für den eigenen Geschäftsbereich tun. 17 % meldeten, dass sie dies nur dann tun, wenn Informationen über einen möglichen Verstoß vorliegen. Ungefähr 28 % der Befragten sagten aus, dass sie als Maßnahme zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt Abhilfemaßnahmen ergreifen oder ein Risikomanagement eingerichtet haben. Zusätzlich gaben ca. 23 % der Unternehmen an, ein Beschwerdeverfahren etabliert zu haben. Viele Unternehmen sind sich dessen bewusst, dass es in ihrer Lieferkette früher schon einmal Verletzungen von Menschenrechten oder des Umweltschutzes gab – etwa 30 % sagten das aus. Weitere 30 % wollten sich zu dieser Frage nicht äußern und zwei Fünftel sagten, das keine Verletzungen bekannt seien.

Auch die Arbeits- und Produktionsbedingungen der Zulieferer war ein Thema der Umfrage. 41 % der Unternehmen wollten keine Angabe dazu machen, ob sie die Bedingungen bei ihren Zulieferern kennen; 6 % gaben zu, darüber nicht informiert zu sein. Knapp 24 % sagten aus, dass sie zumindest die Arbeits- und Produktionsbedingungen ihrer unmittelbaren Zulieferer kennen. Immerhin 12 % der Befragten gaben an, die Arbeits- und Produktionsbedingungen aller ihrer Zulieferer zu kennen (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Ergebnis der Frage: „Kennen Sie die Arbeits- und Produktionsbedingungen Ihrer Zulieferer?“ ©Hochschule RheinMain

Beschwerdeverfahren

Bei 71 % der Unternehmen ist die Behandlung von Menschenrechtsrisiken in ihrer Lieferkette Teil der regelmäßigen Berichterstattung. Circa 38 % der Unternehmen haben ein Beschwerdeverfahren für die eigenen Mitarbeitenden. Das Gesetz verlangt allerdings ein Beschwerdeverfahren für alle potenziell Betroffenen in der Lieferkette. Dies erfüllt aktuell laut Umfrage nur ungefähr ein Fünftel der Unternehmen. Insgesamt rechnen 35 % der Unternehmen mit einer Anzahl von null bis zehn Beschwerden im Rahmen des LkSG pro Jahr. 18 % rechnen mit über 25 Beschwerden pro Jahr und weitere 35 % haben dazu keine Angabe gemacht.

Fazit: Licht und Schatten

Durch die geringe Rücklaufquote bei der Umfrage können zwar keine statistisch signifikanten Aussagen getroffen werden. Allerdings lassen die einzelnen Angaben bzw. auch „Nicht“-Angaben der Unternehmen ein momentanes Stimmungsbild bezüglich der Umsetzung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zu.

Drei Viertel der befragten Unternehmen hatten bereits vor Erlass des LkSG Maßnahmen zur Umsetzung der Sorgfaltspflichten ergriffen und ihre Überwachungs- und Kontrollmechanismen verstärkt. Die Vorteile des Gesetzes sehen sie, bei rechtlich richtiger Anwendung, vor allem in der Rechtssicherheit und im Reputationsgewinn für das eigene Unternehmen. Allerdings ist allen bewusst, dass die Umsetzung des LkSG mit Herausforderungen wie zusätzlichem Personal und finanziellen Aufwendungen verbunden ist. Das ist auch eine mögliche Erklärung dafür, warum über zwei Fünftel der Teilnehmenden glauben, dass dieses Gesetz negative Auswirkungen auf oder Risiken für ihr Unternehmen hat. Mit der Anwendung des LkSG gehen auch Unsicherheiten in dessen Interpretation einher, die mithin ein Grund sind, warum externe Anwaltskanzleien zur Vermeidung fehlerhaften Auslegungen und der damit verbundenen Geldstrafen herangezogen werden.

Bezeichnend bei den Umfrageergebnissen ist, dass viele Unternehmen angaben, früher schon einmal Verletzungen von Menschenrechten oder des Umweltschutzes entlang ihrer Lieferkette entdeckt zu haben oder gar keine Angabe zu dieser Frage machten. Das gleiche gilt für die Angaben zu Arbeits- und Produktionsbedingungen der eigenen Zulieferer. Bei fast 60 % der Unternehmen ist allerdings das Bewusstsein für die Wichtigkeit dieses Themas bereits vorhanden: Denn diese Prozentzahl an Unternehmen gab an, auch schon vor dem Erlass des Gesetzes Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt ergriffen (siehe Abbildung 3) zu haben.

Abbildung 3: Ergebnis der Frage: „Hat Ihr Unternehmen schon vor dem Erlass des Gesetzes Maßnahmen zum Schutz der Menschenrechte und der Umwelt ergriffen?“ ©Hochschule RheinMain

Die Umfrage verdeutlicht also zum einen, wie notwendig das LkSG mit seinen Präventions- und Abhilfemaßnahmen ist. Sie zeigt aber auch auf, dass über die Hälfte der Unternehmen schon vor dem Erlass des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes eine gesellschaftliche Unternehmensverantwortung (Corporate Social Responsibility) etabliert haben und damit einen Beitrag der Wirtschaft zu einer nachhaltigeren Entwicklung leisten.

Über die Autoren:

Prof. Dr.-Ing. Irina Mazilu-Eyaz

Seit 2021 ist Irina Mazilu-Eyaz Professorin für Qualitätsmanagement und Werkstoffkunde im Fachbereich Ingenieurwissenschaften an der Hochschule RheinMain. Im Mai dieses Jahrs wurde sie ins Leitungsteam des DGQ-Fachkreises Nachhaltigkeit gewählt.

Kontakt: irina.mazilu-eyaz@hs-rm.de, www.hs-rm.de

Simone Schwarz (M. Sc.)

Seit Juli 2022 ist Simone Schwarz wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule RheinMain. Sie hat die studentische Projektarbeit von Bakr Zahid mitbetreut, der die Umfrage in diesem Zusammenhang initiiert hat.

Kontakt: simone.schwarz@hs-rm.de, www.hs-rm.de

Modernes Prozessmanagement beginnt beim Kunden

2024 – neues Jahr, alte Prozesse? Ab nächstem Jahr bietet die DGQ ihre neue Trainingsreihe für das Prozessmanagement an. Von den ersten Grundlagen über die komplette Ausbildung zum DGQ-Prozessmanager, bis hin zur kontinuierlichen Fortbildung der Softskills und der digitalen Kompetenzen eines jeden Prozessmanagers ist für jeden Bedarf etwa dabei.

Im Interview berichtet Christof Dahl, DGQ-Trainer und einer der Autoren der neuen Trainingsreihe über die neuen Inhalte, den Nutzen und die Benefits des neuen DGQ-Lehrgangs Prozessmanager, dem neuen Herzstück des Angebotes.

Herr Dahl, es wird viel über Prozesse in Unternehmen diskutiert und dann bleibt oftmals doch alles beim Alten. Hand auf’s Herz, ist das Prozessmanagement wirklich so entscheidend im betrieblichen Alltag, wie oft behauptet? Oder wird das ganze Thema nicht oft überschätzt?

Man kann die Bedeutung des Prozessmanagements gar nicht hoch genug einschätzen. Es bildet praktisch das Fundament für einen reibungsloseren Ablauf der betrieblichen Tätigkeiten. Mit einem effektiven Prozessmanagement lassen sich nicht nur Kosten sparen, auch Mitarbeitende haben mehr Zeit für andere Projekte. Es ist ein verbindendes Element. Eine klare Prozessorientierung ist ein ganz wesentlicher Schlüssel für die Verbindung innerbetrieblicher Schnittstellen. Dieses Potenzial sollte in jeder Organisation bekannt sein und auch in allen Unternehmensbereichen aktiv genutzt werden.

Denn für viele Unternehmen steht Prozessmanagement vor allem in der Fertigung im Fokus. Aber gerade bei den administrativen Abläufen sehe ich viel Potenzial. Oft wird ja nach mehr Ressourcen gerufen, aber im Prozessmanagement zeigen wir, dass es ein Paradox gibt: Weniger Ressourcen können oftmals zur Verbesserung führen, wenn man sie nur prozessorientierter und somit effizienter einsetzt.

Da drängt sich einem schnell die nächste Frage auf. Wie gestalten erfolgreiche Organisationen ihr Prozessmanagement? Gibt es ein Geheimnis?

Das moderne Prozessmanagement beginnt mit dem Kunden. Welche Ergebnisse erwarten sie von den Abläufen? Um erfolgreich zu sein, braucht das Prozessmanagement klare Führung und die Möglichkeit, Dinge zu ändern. Aber was bedeutet es konkret in Bezug auf Prozessmanagement? Auf genau diese Frage legen wir im Kurs ein Augenmerk und beantworten sie. Die Kundenperspektive, die Prozessbeteiligten und Analysetools sind entscheidende Faktoren, damit uns dies gelingt. Wenn wir eine Veränderung erreichen wollen, benötigen wir zwei Dinge: Klar Ziele und eine Ursachenanalyse. Im Kurs arbeiten wir an diesen Themen intensiv unter der Perspektive des Prozessmanagements und üben viele spannende Methoden.

Welche Eigenschaften braucht ein guter Prozessmanager Ihrer Meinung nach?

Ein guter Prozessmanager muss einen klaren Blick auf die Kundenanforderungen haben. Die Abläufe müssen auch immer anhand von Kennzahlen überwacht werden. Daneben ist die Einbindung der Beteiligten wichtig. Nur gemeinsam können die Abläufe nachhaltig verbessert werden. Der neue Lehrgang wendet sich sowohl an Fach- als auch an Führungskräfte. Vor allem Prozessmanager mit Führungsverantwortung müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen. Moderation und die Anwendung der Prozess-Verbesserungs-Tools sind ebenfalls eine wichtige Grundlage. Es geht auch darum zu zeigen, wie spannend Prozessmanagement sein kann und gerade Mitarbeitende dadurch noch einmal zusätzlich zu motivieren. Das gelingt besonders dann, wenn man die Resultate sehen kann, beispielsweise weniger Fehler, schnellere Durchlaufzeit, höhere Kundenzufriedenheit.

Berufsbild Prozessmanager

Wir leben in einer Zeit geprägt von Digitalisierung und Schnelllebigkeit. Umso wichtiger ist es, dass Unternehmen anpassungsfähig sind und auf veränderte Marktbedingungen eingehen können. Eine kontinuierliche Analyse und Optimierung von bestehenden Geschäftsprozessen ist sowohl für die Kosteneffizienz und Wirtschaftlichkeit, aber auch für die Kundenzufriedenheit von zentraler Bedeutung. Prozessmanager sind also gefragte Arbeitskräfte mit guten Zukunftsaussichten.
Antworten auf die wichtigsten Fragen finden Sie in unserem Berufsbild zum Prozessmanager:

  • Welche Aufgaben betreuen Prozessmanager?
  • Wie werde ich Prozessmanager?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
  • Was verdient ein Prozessmanager?
  • Welche Rollen gibt es im Prozessmanagement?

Zum Berufsbild Prozessmanager »

 

Inwieweit geht der neue DGQ-Lehrgang Prozessmanager auf diese Anforderungen ein und bereitet die Teilnehmer darauf vor, ein effizientes und effektives Prozessmanagement zu organisieren?

Bei der Konzeption des Lehrgangs haben wir uns von diesen Anforderungen leiten lassen. Interessant ist aber an dieser Stelle nicht nur das „Ob“, sondern das „Wie“. Das Besondere am Kurs ist, dass wir alle Methoden, die wir in der Theorie besprechen, auch anhand einer Fallstudie einüben. Das macht den Kurs einzigartig. Die Teilnehmer können mit dem Erlernten sofort ins Unternehmen oder in die Verwaltung und die neuen Kompetenzen dort einsetzen.

Was sind die Schwerpunkte des Lehrgangs, methodisch wie didaktisch?

Wir orientieren uns sowohl an den Prinzipien des modernen Qualitätsmanagements, als auch am so genannten Aachener Modell des Prozessmanagements. Dieses Modell wurde von der RWTH Aachen als Prozessmodell entworfen und bilden einen systematischen Rahmen. Wie oben schon erwähnt stehen die Kundenbedürfnisse am Anfang, danach zeigen wir, wie man Prozesse visualisieren kann. Vielfältige Analysetools zur Verbesserung von Prozessen werden geübt. Hier besprechen wir zum Beispiel den Service-Blueprint, die SIPOC-Methode, die Prozessstrukturmatrix, Schnittstellenprobleme uvm.

Was ist das Besondere, was unterscheidet den DGQ-Lehrgang und auch den Abschluss beziehungsweise das Zertifikat von den Trainings anderer Anbieter?

Wir legen besonderen Wert darauf, dass wir alle Methoden auch im Kurs üben können. Die Theorie wird natürlich ebenfalls vermittelt. Es ist aber vor allem die Anwendung, die uns am Herzen liegt. Wir können im Kurs circa 15 verschiedene Methoden besprechen und trainieren. Das ist wirklich klasse.

Als Abschluss muss jeder Teilnehmer einen eigenen Prozess aus seinem Umfeld mitbringen und mit ausgewählten Methoden bearbeiten. Diese Transfer-Situation ist ein weiterer Schwerpunkt und Unterschied zu anderen bestehenden Seminaren. Dadurch können die Teilnehmer noch mehr an praktischem Nutzen aus dem Kurs mitnehmen.

Welchen Wert hat ein DGQ-Zertifikat als Prozessmanager in der Arbeitswelt?

Das ist einfach gesagt: Wir vermitteln nicht nur Wissen, sondern auch Kompetenzen. DGQ-Zertifikate sind auf dem Arbeitsmarkt seit langem ein Garant für eine qualitativ hochwertige Weiterbildung. Teilnehmende lernen bei uns Prozesse kritisch zu hinterfragen und über den Tellerrand der Theorie hinauszuschauen. Für Fähigkeiten, Prozessmanagement ganzheitlich zu denken und umzusetzen, steht unser Lehrgang. Entsprechend hoch ist auch der Wert unseres Zertifikates Prozessmanager (DGQ).

Industriepartner für internationales FQS-Forschungsvorhaben gesucht: Qualitätssicherung in der additiven Fertigung von Metallen

Die additive Fertigung von Metallen gewinnt zunehmend an industrieller Bedeutung. Vorteile dieser Fertigungsmethode sind unter anderem digitale Bestände, flexible und dezentrale Herstellungsmöglichkeiten sowie die maßgeschneiderte Anpassung von Bauteilen an individuelle Anforderungen. Eine hohe Anzahl an Prozessvariablen sowie die Komplexität der Prozesssimulation erschweren jedoch den breiten Einsatz in industriellen Anwendungen. Anwender additiver Fertigungsverfahren für die Herstellung von Metallteilen sind derzeit nicht in der Lage, aus Prozessdaten auf die endgültige Qualität der Teile zu schließen. Daher ist bei vielen Anwendungen eine 100 %ige Nachkontrolle obligatorisch, was die Kosten und die Komplexität erhöht und neue Geschäftsmöglichkeiten verhindert.

Ziel des geplanten internationalen FQS-Forschungsprojektes AQuaPro ist es, die entlang der additiven Fertigungskette von Metallteilen gewonnenen Daten in verwertbare Qualitätsinformationen umzuwandeln. Im Rahmen des Projektes werden dafür drei Strategien zur Qualitätsüberwachung untersucht, die dazu beitragen sollen, die aktuellen technologischen Herausforderungen der additiven Fertigung sicherheitskritischer und hochzuverlässiger Metallteile zu bewältigen. Als Anwendungsfall werden Unterwasserbauteile betrachtet. Diese bieten ein hohes Optimierungspotenzial (zum Beispiel Leichtbauweise für eine nachhaltigere Transport- und Installationslogistik). Zudem kann ihr Versagen mit hohen Umweltauswirkungen verbunden sein. Die Projektergebnisse sollen jedoch auch für andere Bereiche von Nutzen sein, in denen Qualitätssicherung eine zentrale Rolle spielt, zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der Medizintechnik.

Bei dem geplanten Forschungsvorhaben handelt es sich um ein deutsch-brasilianisches Kooperationsprojekt des internationalen Forschungsnetzwerks »CORNET – Collective Research Networking«, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wird. Es ermöglicht transnationale Vorhaben der Gemeinschaftsforschung, um internationale Forschungsprojekte zugunsten kleiner und mittelständischer Unternehmen zu fördern. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, sich als Mitglied des Projektbegleitenden Ausschusses zu beteiligen. Hierbei bringen sie Ihre Anforderungen aus der Praxis ein, gestalten das Forschungsvorhaben mit und profitieren frühzeitig von den erzielten Ergebnissen. Hierzu kann auch eine prototypische Umsetzung im Unternehmen durch die Forschungseinrichtung gehören.

Die Projektlaufzeit ist ab Mitte 2024 für zwei Jahre geplant. Für weitere Informationen steht  Gustavo Reis de Ascencao (gustavo.reis.de.ascencao@ipk.fraunhofer.de) sowie die Geschäftsstelle der FQS (infofqs@dgq.de) zur Verfügung.

Zur Projektankündigung (PDF) geht es hier.

Ein Video mit Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten und der Projektarbeit in der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. findet sich hier.

 

Über die FQS:

Die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. (FQS) unterstützt seit 1989 die anwendungsorientierte Forschung rund um das Thema Qualität in Deutschland. Sie versteht sich selbst als Forschungsbereich der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und wird von ihr getragen. Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Forschungsnetzwerks CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsideen, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), erbringen.

Ein Video mit weiteren Informationen über die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. findet sich hier.

Neue DGQ-Nachhaltigkeits-Trainings für Einsteiger und Führungskräfte

Gemeinsam mit Nachhaltigkeits-Expertinnen hat die DGQ das im Zertifikats-Lehrgang „Nachhaltigkeitsmanager“ vermittelte Wissen aufgearbeitet und daraus zwei eintägige Online-Veranstaltungen mit spezifischer Zielgruppenorientierung entwickelt:

Das E-Training „Grundlagen Nachhaltigkeit in Unternehmen“ wendet sich an Einsteiger und vermittelt grundlegendes Wissen. Hierbei wird den Teilnehmenden die Bedeutung von Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Kontext dargelegt. Außerdem vermittelt das Seminar Trends und gesetzliche Neuerungen sowie den Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und den bereits bestehenden Managementsystemen. Dieser Überblick deckt die grundlegenden Themen-Bereiche des Feldes Nachhaltigkeit ab.

Parallel dazu wurde das E-Training „Nachhaltigkeit in Unternehmen für Führungskräfte und Entscheidungsträger“ entwickelt. Hierbei wurden speziell die Anforderungen von Führungskräften bedacht, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. Während auch hier auf Bedeutung von Nachhaltigkeit im gesellschaftlichen, wirtschaftlichen sowie unternehmerischen Kontext eingegangen wird, steht die Frage im Vordergrund, wie Nachhaltigkeit in die Geschäftsstrategie eingegliedert werden kann. Außerdem wird der immer wichtiger werdende Aspekt der Berichterstattung thematisiert, durch den die Nachhaltigkeitsleistung des eigenen Unternehmens publik gemacht werden kann.

Nachhaltigkeitsbewertung und -verbesserung für KMU: Industriepartner für geplantes FQS-Forschungsvorhaben gesucht

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stehen aufgrund begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen vor der Herausforderung, ihre Nachhaltigkeitsausrichtung im Vergleich zu anderen Unternehmen zu bestimmen und gezielte Maßnahmen zur systematischen Nachhaltigkeitssteigerung auszuwählen.

KMU bei Nachhaltigkeitssteigerung unterstützen

Das geplante FQS-Forschungsvorhaben Dynamic SusMaX zielt darauf ab, einen Nachhaltigkeitsindex (Sustainability Maturity Index) zu entwickeln. Dadurch werden produzierende KMU dabei unterstützt, ihren Nachhaltigkeitsreifegrad zu bestimmen sowie Maßnahmen zur Nachhaltigkeitssteigerung abzuleiten und zu priorisieren. Ergebnis soll eine unternehmensindividuelle Roadmap zur Steigerung der Nachhaltigkeit sein. Diese trägt dazu bei, Risiken und Hürden bei der Nachhaltigkeitstransformation zu reduzieren.

Geplant ist ein Vorgehen in sieben Teilschritten: Zunächst werden die Anforderungen für Nachhaltigkeit in Unternehmen analysiert (1) und in Nachhaltigkeitsdimensionen überführt (2). Als Informationsbasis werden Normen und Richtlinien sowie Herausforderungen und Best-Practice-Ansätze aus der Industrie herangezogen. Hieraus wird dann ein detaillierter Fragenkatalog mit Bewertungskriterien abgeleitet (3), der als Grundlage für den unternehmensindividuellen Sustainability Maturity Index dient (4). Dieser wird auch für den übergreifenden Vergleich der erzielten Werte im Rahmen eines Nachhaltigkeits-Benchmarkings genutzt (6). Anhand einer entwickelten Maßnahmenpriorisierung (5) wird anschließend eine unternehmensindividuelle Maßnahmenroadmap nach einem standardisierten Prozess abgeleitet (7).

Die Ergebnisse bereitet das Projekt in einer dynamischen Benchmarking-Datenbank auf, sodass das Bewertungstool und die Benchmarking-Ziele kontinuierlich mit der fortschreitenden Nachhaltigkeitstransformation weiterentwickelt werden.

Beteiligung als Industriepartner – Vorteile für Unternehmen

Interessierte Unternehmen, insbesondere KMU, haben die Möglichkeit sich als Mitglied des Projektbegleitenden Ausschusses am Forschungsvorhaben zu beteiligen. Hierbei wirken sie bei der Steuerung des Projektes und bei der Beratung der Forschungseinrichtung mit. Sie bringen ihre Anforderungen an einen Nachhaltigkeitsreifegrad aus Perspektive der Industrie ein und profitieren frühzeitig von den erzielten Ergebnissen. Durch die Beteiligung am Projekt haben Unternehmen somit die Möglichkeit Transparenz über nachhaltigkeitsbezogene Kennzahlen und zukünftige Anforderungen zu etablieren. Der Zugriff auf die Methodik zur Reifegradbestimmung bleibt zur wiederkehrenden Nutzung bei den beteiligten Industriepartnern. Darüber hinaus bietet das geplante Forschungsprojekt die Möglichkeit, sich mit anderen beteiligten Unternehmen branchenübergreifend über unternehmerische Nachhaltigkeit zu vernetzen und auszutauschen.

Die Projektlaufzeit ist ab Anfang 2024 für zwei Jahre geplant. Für weitere Informationen stehen Ihnen Juliane Elsner (j.elsner@wzl-mq.rwth-aachen.de) sowie die Geschäftsstelle der FQS (infofqs@dgq.de) zur Verfügung.

Zum Projektflyer geht es hier.

Ein Video mit Informationen zu Beteiligungsmöglichkeiten und der Projektarbeit in der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. findet sich hier.

Über die FQS:

Die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. (FQS) unterstützt seit 1989 die anwendungsorientierte Forschung rund um das Thema Qualität in Deutschland. Sie versteht sich selbst als Forschungsbereich der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und wird von ihr getragen. Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Forschungsnetzwerks CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsideen, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), erbringen.

Ein Video mit weiteren Informationen über die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. findet sich hier.

DGQ und DKE veranstalten Pflege-Forum zu Assistenzsystemen

DGQ-Pflegeforum

Digitale Assistenzsysteme vom Hausnotruf über GPS-Tracker bis hin zu Pflege-Apps unterstützen die Pflege teilweise schon lange. Die Potenziale liegen aber oft noch im Dunkeln. Im Rahmen des DGQ-Pflege-Forums „Mensch im Fokus“ erörtern DGQ und die Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE) am 30. November 2023 in Berlin die Theorie-Praxis-Lücke zwischen den Möglichkeiten des Einsatzes intelligenter Technik und den Zwängen des Alltagsgeschäfts in der Pflege. Eine Teilnahme ist sowohl in Präsenz als auch online möglich.

Die kooperative Veranstaltung thematisiert Lösungsansätze zur Entlastung der Pflegenden und der Aktivierung ihrer Ressourcen. Dabei zeigt sie zugleich den potenziellen Standardisierungs- und Normungsbedarf für digitale Assistenzsysteme auf. Ziel ist es, die Qualität der Pflege zu erhöhen und gleichzeitig die Pflegenden zu entlasten, um einen Beitrag für die Attraktivität des Berufsfeldes zu leisten.

Das Programm ist international besetzt. Elf hochkarätige Referent:innen und ein Dutzend spannende Impulse und Workshops sorgen für ein abwechslungsreiches Programm.

Weitere Informationen zum Programm sowie zu den Buchungsmöglichkeiten finden sich hier.

Forschungsarm der DGQ: Dr. Paul Kübler verstärkt Vorstand der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V.

DGQ-Vorstandsmitglied D. Paul Kübler

Neues FQS-Vorstandsmitglied Dr. Paul Kübler

Dr. Paul Kübler ist neuer Vorstand der Forschungsgemeinschaft Qualität: Mit Beschluss der FQS-Mitgliederversammlung vom 5. September 2023 wird er zukünftig gemeinsam mit Klaus Schmieder, Vorstandsvorsitzender der FQS, sowie Prof. Dr. Tilo Pfeifer Impulse für die strategische Ausrichtung des Vereins setzen. Er folgt auf Prof. Dr. Robert Schmitt, der sein Vorstandsamt in der FQS zum Jahresende 2022 niedergelegt hat.

Neben dem Aufbau eines starken Kooperationsnetzwerks mit anderen Forschungsvereinigungen und wissenschaftlichen Institutionen, hat sich der promovierte Chemiker die weitere Verzahnung von DGQ und FQS als Schwerpunkt gesetzt. Als gleichzeitiges Vorstandsmitglied der DGQ möchte er insbesondere „dabei unterstützen, dass Mitglieder der DGQ und FQS das vorhandene Potential heben können“.

Nach dem Chemiestudium und Promotion absolvierte Dr. Paul Kübler Stationen als Projektmanager, Total Quality Manager und Qualitätsmanager Automotive Europe in mittelständischen Unternehmen sowie im Konzern. Er ist Mitglied im Leitungsteam des DGQ-Fachkreises „QM als Organisationsentwicklung“ und des Regionalkreises Münsterland. Seit 2022 ist er Vorstandsmitglied der DGQ.

Als Forschungsarm der DGQ initiiert und begleitet die FQS industrienahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte rund um das Thema Qualität. Hierzu fördert sie Forschungsprojekte über die Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und das Forschungsnetzwerk CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), die als Förderinstrumente die Brücke zwischen Grundlagenforschung und wirtschaftlicher Anwendung schlagen.

Ein Interview mit Dr. Paul Kübler findet sich hier.

DGQ-Weiterbildungstermine 2024 online

Ab sofort können DGQ-Trainings für das kommende Jahr gebucht werden. Im Online-Shop finden sich die neuen Termine der DGQ-Weiterbildungsveranstaltungen.

Die DGQ hat ihr Programm weiter ausgebaut: Neben bewährten Lehrgängen und Seminaren hat sie neue Trainings zu Informationssicherheit und Nachhaltigkeit entwickelt sowie neue E-Learnings im Angebot.

Einsteiger und Fachleute haben nun die Gelegenheit, ihr Wissen zu vertiefen oder aufzufrischen, um es wertschöpfend in ihrem Unternehmen anzuwenden. Sie können damit neue Kompetenzen erwerben, um sich beruflich weiterzuentwickeln und ihre Karrierechancen zu verbessern.

Noch eine Neuerung: Künftig verzichtet die DGQ auf den gedruckten Katalog. Dies reduziert den ökologischen Fußabdruck. Zudem kann die DGQ noch aktueller über die Entwicklungen rund um ihr Trainingsangebot informieren.

Alle aktuellen Termine finden Sie im DGQ-Webshop »

Zehn Jahre DGQ-Fachkreis „QM als Organisationsentwicklung“

Im September 2023 feiert der DGQ-Fachkreis „QM als Organisationsentwicklung“ sein zehnjähriges Bestehen. Eine kontinuierlich wachsende Mitgliederzahl hat die Arbeit an Themen rund um Wechselwirkungen und Zusammenhänge zwischen Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement (QM) vorangetrieben. Mittlerweile zählt der Fachkreis über 900 Mitglieder.

Ziel der Fachkreisarbeit ist es, ein ganzheitliches Verständnis von Qualitätssicherung, Qualitätsmanagement und Organisationsentwicklung zu fördern. Zu den konkreten Fragen, mit denen sich die Fachkreismitglieder beschäftigen, zählt unter anderem, inwiefern modernes QM eine Teilmenge der Organisationsentwicklung darstellt oder wie Unternehmen QM und Organisationsentwicklung als Führungsaufgaben in der Praxis umsetzen. Auch die Überlegung, inwiefern QM-Werkzeuge für die Organisationsentwicklung zum Einsatz kommen – und umgekehrt – ist Gegenstand der Fachkreisarbeit.

Q-Kultur und Q-Leadership

Eng verbunden mit Organisationsentwicklung ist das Thema Q-Kultur, dem ein hoher Stellenwert in der Fachkreisarbeit zukommt: So beschäftigen sich die Mitglieder etwa mit der organisationsweiten Wahrnehmung des QM und nehmen dabei unter anderem die Rolle des Qualitätsmanagers beziehungsweise der Qualitätsmanagerin in den Blick. Eine der aktuellen Erarbeitungen in diesem Kontext betrifft das Thema Q-Leadership: die Entwicklung eines neues Führungsleitbildes im QM, das zum Ziel hat, das System und nicht den Menschen zu optimieren. Voraussetzung ist die auf Vertrauen gestützte Zusammenarbeit der Führungskräfte mit den eigenen Mitarbeiter:innen und die Etablierung einer entsprechenden Q-Kultur in der Organisation. Interessierte können ihre dahingehenden Fähigkeiten über das vom Fachkreis entwickelte Q-Leader-Self-Assessment einstufen. Auch bei Workshops auf dem DGQ-Qualitätstag 2022 und beim Süddeutschen Qualitätstag 2023 wurde das Thema intensiv diskutiert.

Umgang mit agilen Methoden

Daneben spielen auch Q-Methoden für den Fachkreis „QM und Organisationsentwicklung“ eine zentrale Rolle. Insbesondere Agilität und agile Vorgehensweisen sind für die Fachkreisarbeit von hoher Bedeutung und stehen entsprechend auch im Zentrum zahlreicher Veröffentlichungen. Zudem hat der Fachkreis mit dem sogenannten Methodenkompass ein praxisnahes Tool entwickelt, das Interessierten einen umfassenden Überblick über organisationsentwicklerische QM-Methoden ermöglicht.

Aktuell legt der Fachkreis den Fokus darüber hinaus besonders auf die Megathemen „Digitalisierung“ und „Künstliche Intelligenz“. Beides soll daher – neben vielen weiteren spannenden Themen – unter anderem in Kürze im Rahmen des neugeschaffenen Fachkreis-Veranstaltungsformats „Lunch Break“ diskutiert werden, bei dem DGQ-Mitglieder fachkreisübergreifend ihre Mittagspause mit dem fachlichen Austausch zu aktuellen Themen aus dem Qualitätsumfeld verbinden können.

Kontakt:
Fachkreis QM und Organisationsentwicklung
fk-oe@dgqaktiv.de

DGQ-Studie zeigt Kompetenzanforderungen und die Entwicklungsdynamik von Jobprofilen mit Qualitätsbezug

Die Welt verändert sich rasant – Qualität bleibt weiterhin wesentlich. Was bedeutet das für Jobprofile mit Qualitätsbezug? Welche Skills sind zukünftig relevant? Wie ist die Trendlage und welche Konsequenzen ergeben sich aus der Corona-Pandemie? Diesen und weiteren Fragen ist die DGQ nachgegangen und hat eine Studie beim Beratungsunternehmen HRForecast in Auftrag gegeben.

Über 47.000 öffentliche Jobprofile mit Industriefokus hat die Studie analysiert und dabei rund 5.000 Skills identifiziert. Ziel war es, in den Kernbranchen Automobilindustrie, Elektroindustrie, Krankenhäuser, Medizintechnik sowie Maschinen- und Anlagenbau die Trendlage in Berufen mit einem Bezug zu qualitätsrelevanten Aufgaben zu ermitteln. Die Studie wurde vom Beratungsunternehmen HRForecast im Auftrag der DGQ für den Betrachtungszeitraum von Juli 2018 bis Juli 2022 erhoben. So konnten auch mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie berücksichtigt werden.

Permanent hört man von sich stark verändernden Anforderungen an Kompetenzen oder neudeutsch: „Skill shift“ bei Stellenprofilen. Das ist natürlich auch für die DGQ und das Angebot für ihr Netzwerk und ihre Weiterbildungsteilnehmer relevant. „Aber richtig greifen lassen sich die Trends nur schwer“, erklärt Claudia Welker, Geschäftsführerin der DGQ. „Aus diesem Grund haben wir eine Studie durchgeführt, die uns einen tieferen Eindruck von den Entwicklungen bei den Skill-Anforderungen verschafft. Wir haben den Anspruch, durch aktuelle und passgenaue Angebote einen möglichst großen Mehrwert zu stiften sowie unserem Netzwerk interessante Einblicke in die Personalsuche von Organisationen zu geben. Instrumente wie eine solche Studie helfen uns dabei.“

Aktuelle und künftige Job-Anforderungen mit Q-Bezug

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) beleuchtet den Markt kontinuierlich auf wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Deren Einfluss auf das Qualitätsmanagement macht auch vor den geforderten Skills nicht halt. So aktualisiert die DGQ ihr Angebot für Mitglieder, Kunden und weitere Interessenten, bleibt zukunftsorientiert und dem eigenen Qualitätsanspruch verpflichtet.

Die Studie ermittelt genau hierfür den aktuellen Bedarf. Dabei wurden nicht nur Stellenangebote miteinbezogen, die sich direkt der Funktion „Qualitätsmanagement“ (QM) zuordnen lassen, sondern auch Jobprofile, in denen Skills mit einem Q-Bezug aufgelistet wurden.

Auf diese Weise ließen sich auch dezentralisierte QM-Funktionen erfassen. Die Studie zeigt deutlich, dass Qualitätsmanagement nicht mehr nur Aufgabe einer einzelnen Abteilung ist. Stattdessen verteilt sich die Verantwortung für Qualität innerhalb einer gesamten Organisation übergreifend auf viele Funktionen entlang der gesamten Lieferkette.

Wachsende Dezentralisierung des Qualitätsmanagements

Die Einbeziehung aller Jobprofile mit direktem und indirektem QM-Bezug erwies sich insbesondere für die Automotive-Branche als sinnvoll, die mit 25.098 analysierten Jobangeboten und klarem Abstand den größten Teil aller untersuchten Stellenanzeigen ausmachte. Auf den weiteren Plätzen folgten die Branchen Elektro (11.096), Krankenhäuser (7.790), Maschinen- und Anlagenbau (3.552) sowie Medizintechnik (3.268). In der Automotive-Branche erkannte die Studie eine deutliche Dezentralisierung des QM von einer zentralen Funktion in Einheiten entlang der Wertschöpfungskette. „Diese Entwicklung nehmen wir auch in anderen Branchen war“, kommentiert Welker. „Viele Bereiche in den Unternehmen üben eine QM-Funktion aus, ohne sich dem QM zugehörig zu fühlen. Du musst kein Qualitätsmanager sein, um Qualitäts-Know-how zu benötigen. Auch diesen Fachkräften möchten wir die Bedeutung von Qualität verdeutlichen und laden sie in das Netzwerk der DGQ ein.“

Wenig überraschend zeigt sich über alle analysierten Branchen hinweg die hohe Bedeutung von IT-Jobprofilen, die einen Qualitätsbezug aufweisen. Etwas unerwartet weist die Studie jedoch ebenfalls einen hohen Bedarf an Jobs im Bereich Einkauf und Logistik, beziehungsweise im Bereich Einkauf nach.

Auch nach Corona: Keine nachhaltige Digitalisierung im QM

Eine weitere wichtige Erkenntnis der Studie: Eine nachhaltige Digitalisierung im Qualitätsmanagement konnte in der Gegenüberstellung der Vergleichszeiträume (07/2018-03/2020 vs. 04/2020-07/2022) nicht festgestellt werden. Dieses Ergebnis überrascht, da die Corona-Pandemie in zahlreichen anderen Bereichen als Treiber der Digitalisierung angesehen werden kann.

Mit der Digitalisierung in Verbindung stehende Skills wie Data Analytics oder Künstliche Intelligenz finden keine signifikante Ausprägung in den betrachteten Stellenanzeigen. Innovation, Digitale Kompetenzen (Digital Literacy) und agile Arbeitsweisen gewinnen zwar an Bedeutung, befinden sich allerdings noch im Stadium der Adaption. Die Ursachen sind nicht klar ersichtlich, aber der Vergleich mit anderen Unternehmensfunktionen zeigt, dass der QM-Bereich früher oder später nachziehen muss. Insofern ist es bereits höchste Zeit, sich mit diesen Skill-Anforderungen auseinanderzusetzen.

DGQ: Gut aufgestellt und dabei Veränderungsbedarf immer im Blick

Das vorherrschende Skillset für Hard Skills ist laut Studie geprägt von Projektmanagement, Qualitätsmanagement und Branchenwissen. Insbesondere in Bezug auf Qualitätsmanagement und Branchenwissen ist die DGQ schon gut aufgestellt, prüft jedoch regelmäßig, ergänzende Angebote für spezifische Zielgruppen. Hinzu kommen laut Studie zunehmend Skill-Anforderungen im Bereich Programmiersprachen, automatisierter Datenverarbeitung und neuer ISO-Standards – beispielsweise ISO/SAE 21434. Auch hier analysiert die DGQ genau den Bedarf und gleicht ihn mit ihrem Angebotsportfolio ab.

Divergentes Denken gewinnt an Bedeutung

Bei den Soft Skills dominieren Analytik, Führungskompetenz und Kunden-Affinität. Hinzu kommen vermehrt Kreativität, Aufgeschlossenheit und strategisches Denken. Die Studie zeigt, dass divergentes Denken zunehmend eine Rolle spielt. Damit ist eine unkonventionelle experimentierfreudige Herangehensweise an Probleme gemeint. Konkret wurden in den Stellenanzeigen häufig „Innovation“ oder „Kreatives Denken“ gefordert. Und auch für solch ein Mindset möchten wir in der DGQ einen Anlaufpunkt bieten – ganz gleich, ob es um die Mitgliedschaft in unserem Netzwerk oder das Angebot unserer Weiterbildung geht. Dafür liefert uns die Studie wichtige Erkenntnisse“, erläutert Welker.

Automotive: Große Bedarf an Jobs mit direktem QM-Bezug

Auch der Blick in die einzelnen Branchen ist interessant und führt zu teilweise recht gemischten Ergebnissen. Der Automotive-Bereich weist beispielsweise der Job-Familie mit direktem Q-Bezug eine überdurchschnittliche Relevanz zu. Vor allem die Nachfrage nach Mitarbeitenden für den Bereich „Audit/Compliance“ ist gegenüber dem betrachteten Zeitraum vor der Corona-Pandemie am deutlichsten gestiegen. Kenntnisse zu einschlägigen ISO-Standards stehen ebenfalls zunehmend auf dem Wunschzettel der ausschreibenden Unternehmen.

Elektroindustrie: QM-Kompetenz im IT-Bereich gefragt

In der Elektroindustrie besteht eine hohe Nachfrage für QM im Bereich der IT. Hier ist die Relevanz spürbar gestiegen. Auch im Bereich Einkauf/Logistik ist QM-Kompetenz gefragt. Dies lässt sich auf die gestiegene Vulnerabilität der Lieferketten zurückführen. Ein starker Nachfragezuwachs gegenüber der Phase vor Corona ist auch im Bereich produktionsnaher QM-Rollen zu verzeichnen.

Gesundheitsbranche: deutliches Wachstum bei „Audit & Prävention“

In der Gesundheitsbranche (Krankenhäuser) ist eine hohe Nachfrage nach QM-Rollen zu konstatieren. In diesem Sektor hat die Corona-Pandemie natürlich noch einmal eine ganz andere Rolle gespielt, als in anderen Branchen.  Der Bereich „Audits & Prävention“ ist im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit deutlich gestiegen. Bei den Soft Skills werden die Bereiche Kommunikation und Zusammenarbeit (Cross-border Collaboration) sowie aktive Zukunftsgestaltung (Proactivity, Strategic Thinking) immer relevanter.

Medizintechnik: Höhere Nachfrage für QM-Rollen bei „Procurement & Logistics“

Im Bereich der Medizintechnik hat sich der Bedarf an Rollen für „Procurement & Logistics“mit qualitätsbezogenen Aufgaben mehr als verdoppelt. Bei den Soft Skills stehen die Fähigkeiten zu divergentem Denken (Solution Oriented, Diversity of Perspective, Embracing Change) sowie der fachlichen Weiterentwicklung (Ability to learn) immer höher im Kurs. Der Bereich „Prozess Management“ wurde in der Hälfte der Stellenausschreibungen gesucht und hat damit deutlich zugelegt.

Maschinen- und Anlagenbau: QM-Skills mit hoher Relevanz im IT-Bereich

Im Maschinen- und Anlagenbau weist das QM im Bereich der IT eine hohe Relevanz auf und trifft auf eine steigende Nachfrage. In dieser Branche wurden Skills aus dem Bereich „Prozess-Management“ in knapp der Hälfte der Stellenausschreibungen gesucht. Interessant ist auch, dass „Quality Control“ den größten Nachfragezusatz im Vergleich zur Prä-Covid-19-Zeit aufweist. Mit Six Sigma ist im Maschinen- und Anlagenbau ein weiterer Hard Skill häufig gesucht, der einen unmittelbaren Q-Bezug aufweist.

„Upskilling“ und „Reskilling“ als Antwort auf den Fachkräftemangel

Neue oder veränderte Skill-Anforderungen verschärfen natürlich den auch im QM-Bereich spürbaren Arbeitskräftemangel zusätzlich. So gilt es für die Unternehmen nicht nur, Personal zu finden, das die bereits bestehenden Anforderungen erfüllt. Vielmehr muss es gleichzeitig auch die in diesem Aufgabengebiet vielleicht noch nicht vollständig etablierten Kompetenzprofile aufweisen. Dies betrifft besonders Bereiche, die wie das QM, eine zunehmende Dezentralisierung erfahren. In diesem Fall lässt sich der Bedarf erfahrungsgemäß nicht mehr ausschließlich über Neueinstellungen decken. Die Lösung lautet dann „Upskilling“ oder „Reskilling“ durch gezielte betriebliche Weiterbildung.

„Mit der Studie haben wir einen umfangreichen Datenschatz für zukunftsorientierte Skill-Anforderungen von Jobs mit einem Q-Bezug erheben können“, resümiert Welker, „auf dieser Basis können wir wertvolle Ableitungen sowohl für unser bestehendes Leistungs- und Themenportfolio als auch für neu zu entwickelnde Angebote marktgerecht am Puls der Zeit treffen. Dies gilt sowohl für unser DGQ-Netzwerk als auch für die Kunden der DGQ-Weiterbildung.“

Ein Jahr Q-Karriere – plattformübergreifender DGQ-Jobmarkt feiert ersten Geburtstag

Mit Angebotspaket „Q-Karriere“ haben DGQ-Firmenmitglieder exklusiv die Möglichkeit, passende Bewerber:innen plattformübergreifend zu erreichen.
Nach der Buchung werden die Stellenanzeigen auf der DGQ-Homepage, der Mitgliederplattform DGQplus und dem Online-Stellenportal der Fachzeitschrift QZ veröffentlicht und zudem auf den Social Media Kanälen der DGQ sowie über den Job Alert beworben. In Zeiten des Fachkräftemangels möchte die DGQ damit Unternehmen unterstützen, ihre vakanten Stellen passend und zeitnah zu besetzen. Qualitätsfachleute können in der Q-Karriere direkt nach passenden Jobangeboten bei Unternehmen suchen, mit denen sie die Überzeugung für Qualität teilen.

Das Angebot wird im Rahmen der Firmenmitgliedschaft gut angenommen – einige Firmen haben bereits zum wiederholten Mal Stellenanzeigen geschaltet. Mit Q-Karriere können Unternehmen dem Wettbewerb ohne Zeit- und Streuverlust einen Schritt voraus sein.
Weitere Informationen zu Preisen, Paketstaffel und Schaltungszeitraum finden sich hier.

Vorzeitige Revision der ISO 9001 beschlossen

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat eine vorzeitige Revision der Qualitätsmanagement-Norm ISO 9001 angekündigt. Die zuständigen Mitglieder des Normungskommittees ISO/TC 176/SC 2 votierten mit einfacher Mehrheit für eine vorzeitige Überarbeitung. Ihre letzte Änderung hatte die ISO 9001 im Jahr 2015 erfahren.

„Mit der vorzeitigen Revision sollen unter anderem die Auswirkungen der globalen Veränderungen – sprich die zunehmende Komplexität und Dynamik im Umfeld von Unternehmen – sowie Veränderungen in der QM-Anwendung und durch den Einsatz neuer Technologien berücksichtigt werden“, erklärt Thomas Votsmeier, Leiter Themenfeld Normung bei der DGQ und fachliche Leitung des DIN-Gremiums NA 147 00 01 AA Qualitätsmanagement. Überlegungen gibt es unter anderem zu Anpassungen der Norm mit Blick auf die Aspekte Resilienz, Lieferkettenmanagement, Veränderungsmanagement, Nachhaltigkeit, Umgang mit Risiken, Wissen der Organisation. Die Struktur und der Anwendungsbereich werden jedoch voraussichtlich erhalten bleiben. Die Verantwortlichen erkennen an, dass Kontinuität in der Anwendung durch die Nutzer bedeutend ist. Formale Anpassungen wie die zur Berücksichtigung der Vorgaben aus der aktuellen „Harmonized Structure Annex SL“ der ISO Directives sind zu erwarten.

Nächste Schritte

Ausschlaggebend für den identifizierten Revisionsbedarf ist eine Auswertung der Arbeitsgruppe ISO/TC 176/SC 2/TG 5, die unter anderem auf Input in Form von Umfragen und Zukunftsstudien basiert. Auf dieser Grundlage hat die Arbeitsgruppe einen Entwurf einer „Design Spezifikation“ für das Projekt erstellt, die Ziel und Umfang einer Überarbeitung festhält.

Als nächster Schritt steht die Einrichtung einer neuen Arbeitsgruppe für die Revision und die Ernennung eines Convenors/Projektleiters an. Der von der Arbeitsgruppe TG5 erarbeitete Entwurf der Design Spezifikation wird an die Mitglieder des Normungskommittees SC 2 zur Stellungnahme weitergeleitet und im Anschluss aktualisiert. Weitere Schritte einschließlich Beschluss über Beibehaltung des Anwendungsbereiches, die finale Spezifikation und den Zeitplan für die Revision legen die Verantwortlichen dann in der Folge fest. Durch Mitarbeit im entsprechenden Normenausschuss beim Deutschen Institut für Normung (DIN) begleitet die DGQ die aktive Mitwirkung in den relevanten Arbeitsgruppen bei ISO TC 176.

Hintergrund

Bei der letzten Abstimmung über eine mögliche vorzeitige Revision der internationalen Qualitätsmanagement-Norm im Jahr 2020 hatte sich eine knappe Mehrheit für eine Bestätigung der ISO 9001:2015 ausgesprochen. Auch eine ISO-Nutzerumfrage aus demselben Jahr war zum gleichen Ergebnis gekommen. Aufgrund des knappen Ergebnisses wurde vereinbart, ein Projekt zu starten, um mögliche Anhaltspunkte für eine Überarbeitung der Norm vor der nächsten geplanten systematischen Überprüfung zu ermitteln.

Aktuelle News zur Entwicklung in den ISO-Gremien finden Sie auch unter https://committee.iso.org/home/tc176sc2

Neues FQS-Forschungsprojekt METIS: Effektive Bewertung von IT-Werkzeugen für die kollaborative Produktentwicklung

Vor dem Hintergrund von Industrie 4.0 hat die kollaborative Entwicklungsarbeit stark zugenommen, da der gesamte Produktlebenszyklus von der Idee bis zum Service berücksichtigt werden muss. Um effektiv zusammenzuarbeiten, müssen Unternehmen eine hohe Interoperabilität in Bezug auf Prozesse, IT-Systeme und gemeinsame Daten gewährleisten. Die Schaffung geeigneter IT-technischer Voraussetzungen für eine effektive kollaborative Produktentwicklung stellt Unternehmen jedoch vor große Herausforderungen. Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) fehlt es in der Zusammenarbeit oftmals an einer zweckmäßigen IT-Anbindung, wodurch eine Vernetzung häufig nur ad hoc mit bestehenden Systemen stattfindet.

Im Rahmen des neuen Forschungsprojekts METIS der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. soll in einem Zeitraum von zwei Jahren eine niederschwellige Methode zur kontextabhängigen Analyse, Bewertung und Konfiguration von IT-Tool-Stacks für die kollaborative Produktentwicklung entwickelt werden. Ein IT-Tool-Stack ist die Summe aller informationstechnischen Anwendungen eines Bereichs.

Sitzung des projektbegleitenden Ausschusses

Sitzung des projektbegleitenden Ausschusses ©TU Berlin

Wissenschaftler:innen der Fachbereiche Qualitätswissenschaft und Industrielle Informationstechnik der Technischen Universität Berlin wollen dazu ein Assistenzsystem aufbauen, das insbesondere KMU mit Ressourcen- und Know-how-Begrenzungen einen einfachen Zugang ermöglicht. Dabei sollen auch Software-as-a-Service (SaaS)-Technologien berücksichtigt werden, die eine einfache und nutzungsbasierte Bezahlung ermöglichen und den finanziellen Aufwand für Unternehmen reduzieren. Durch das als interaktives Dashboard umgesetzte Assistenzsystem sollen KMU dazu befähigt werden, die Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich der IT-Tool-Stacks in der kollaborativen Produktentstehung bereits in der Anbahnungsphase zu bewerten, auszuwählen und anforderungsgerecht zu implementieren.

Elf Industriepartner begleiten die Forschungsarbeiten als Mitglieder des projektbegleitenden Ausschusses. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie stellt sicher, dass die entwickelte Methode praxisnah und an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst ist.

Über das Forschungsprojekt:

Das IGF-Vorhaben 22534 N der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V., August-Schanz-Straße 21A, 60433 Frankfurt am Main wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Link zur Projektwebseite

Weitere Informationen zum Projekt und zu Beteiligungsmöglichkeiten können über die Geschäftsstelle der FQS bezogen werden:

FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V.
August-Schanz-Straße 21A
60433 Frankfurt am Main

infofqs@dgq.de

Über die FQS

Die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. (FQS) unterstützt seit 1989 die anwendungsorientierte Forschung rund um das Thema Qualität in Deutschland. Sie versteht sich selbst als Forschungsbereich der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und wird von ihr getragen. Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Forschungsnetzwerks CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsideen, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), erbringen.
www.fqs.de

Süddeutscher Qualitätstag vernetzt Fach- und Führungskräfte aus dem QM

Nach der gelungenen Premiere des 1. Süddeutschen Qualitätstags 2022 am Fraunhofer IPA in Kooperation mit der DGQ wurde das Format dieses Jahr fortgesetzt. Auch die zweite Ausgabe des Süddeutschen Qualitätstags am 30. Juni 2023 in Stuttgart war ein voller Erfolg. Dies zeigte die Anzahl von über 100 Teilnehmer:innen vor Ort und die vielseitige Programmgestaltung. Im vergangenen Jahr hatte die DGQ gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA die Veranstaltung erstmals durchgeführt.

Ein erstes Highlight bildeten humorvoll vorgetragene Gedanken zur Fehlerkultur. Peter Brandl, Pilot, Autor und Berater, beschrieb in seiner Keynote anschaulich die Unterschiede in der Fehlerkultur verschiedener Branchen und Organisationen. Die Null-Fehlerkultur in der Fliegerei stellte er anderen Wirtschaftsbereichen gegenüber. Da beim Fliegen schon kleine Fehler fatale Folgen haben können, sind dort Checklisten und die gegenseitige Überprüfung des Flugpersonals unabdingbar. Durch den offenen Umgang mit Fehlern schaffen Unternehmen ein Bewusstsein und können Kompetenzlücken schließen.

Programmübersicht beim Süddeutschen Qualitätstag der DGQ

Auch die zweite Auflage des Süddeutschen Qualitätstags bot ein abwechslungsreiches Programm

Neben Vorträgen von renommierten Expert:innen aus Forschung und Praxis bot der Süddeutsche Qualitätstag auch eine hervorragende Gelegenheit, sich auszutauschen und von den Erfahrungen der Referent:innen zu profitieren. Das Themenfeld war dabei breit gefächert: Von Schulprozessen, die mit Hilfe von KI unterstützt werden, über die Notwendigkeit eines soliden Business Continuity Management bis hin zur Q-Kultur. Auch die DGQ-Fachkreise gaben Impulse aus Ihrer Arbeit und luden in Workshops zum Mitmachen ein.

Abgerundet wurde der Süddeutsche Qualitätstag mit einem Impuls von Benedikt Sommerhoff, Leiter des Themenfelds Qualität und Innovation bei der DGQ. Er fasste den Tag unterhaltsam zusammen und gab den Teilnehmenden den Anstoß, sich auch mal aus der QM-Blase herauszubewegen und neue Perspektiven einzunehmen.

Kontakt:

Marco Gutöhrlein
Leiter Geschäftsstelle Stuttgart
marco.gutoehrlein@dgq.de

Norddeutscher Qualitätstag kehrt ins Präsenzformat zurück

„Kreativiert euch“ – wurde zum geflügelten Ausdruck auf dem Norddeutschen Qualitätstag und in den vielen Kommentaren nach dem Event auf Social Media. Denn mit diesem Appell wandte sich Jens Portmann auf sehr unterhaltsame und inspirierende Weise an die Teilnehmenden. Der Geschäftsführer der Kommunikationsberatung „Zum goldenen Hirschen” warb in seiner Keynote für die Kraft der Kreativität – und warum es sich auch für das Qualitätsmanagement lohnen kann, ausgetretene Pfade zu verlassen.

Das war aber nur einer von vielen Impulsen, mit denen der Norddeutsche Qualitätstag im Juni erfolgreich ins Präsenzformat nach Hamburg zurückgekehrt ist. Nach drei Jahren als reine Online-Konferenz startete der Branchentreff wieder als Vor-Ort-Veranstaltung in Hamburg durch. Der Norddeutsche Qualitätstag wurde zum achten Mal von der Deutschen Gesellschaft für Qualität und der Consense GmbH durchgeführt. Mehr als 100 Personen waren mit dabei – erhielten fachliche Impulse und kamen miteinander ins Gespräch. Gleichzeitig wurde die Veranstaltung auch online übertragen. Weitere 35 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet machten von dem Online-Stream Gebrauch und schalteten sich virtuell dazu.

Einen besonderen Eindruck hinterließ dabei Stefanie Hirsch, President Quality & Regulatory Affairs bei der Drägerwerk AG. In ihrer Keynote berichtete sie, mit welchen Aktivitäten ihre Abteilung die Qualitätskultur bei dem Medizintechnikhersteller kontinuierlich weiterentwickelt. Aber auch die anderen Workshops und Vorträge boten spannende fachliche Impulse und praktische Anregungen. „Die Themenvielfalt und der hohe Praxisbezug machen den Norddeutschen Qualitätstag für uns immer wieder zu einer ganz besonderen Veranstaltung“, resümierte daher auch Dr. Stephan Killich aus der Geschäftsführung der ConSense GmbH. „Es ist schön zu sehen, mit wie viel Herzblut sich die Teilnehmenden für ein lebendiges Qualitätsmanagement einsetzen. Der Norddeutsche Qualitätstag ist ein echtes ‚Nordlicht‘ für die Branche“.

Kontakt:

Torsten Laub
Leiter DGQ-Geschäftsstelle Hamburg
torsten.laub@dgq.de

Hochschulen Darmstadt und Osnabrück neue Kooperationspartner im Lehre-Hochschul-Modell der DGQ

Bereits im Studium eine wichtige Zusatzqualifikation für den Berufsstart mitzubringen – dies ist die Idee hinter dem Lehre-Hochschul-Modell der DGQ. Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen kooperierender Hochschulen können im entsprechenden Zusatzfach das Zertifikat zum „DGQ Manager Qualität Junior“ erwerben.

Über ein Antragsverfahren überprüft die DGQ die notwendigen Zulassungsvoraussetzungen gemäß den Anforderungen der European Organization for Quality (EOQ). Das Curriculum der Hochschulen muss von Dauer und Inhalt diesen Vorgaben entsprechen.

Mit der Hochschule Darmstadt und der Hochschule Osnabrück/Campus Lingen sind es nun 20 Kooperationspartner.

Vorsprung beim Berufsstart

Seit 1997 bietet die DGQ dieses Qualifizierungsmodell zum „DGQ Manager Qualität Junior“ an. Seit Beginn dieses Programms haben sich bundesweit rund 4.000 Studierende für ein solches Zertifikat qualifiziert. Die Studierenden sichern sich somit einen Vorsprung für Ihren Berufseinstieg. Mit diesem Zertifikat haben sie darüber hinaus die Basis geschaffen, um bei uns Expertenwissen für die Zertifizierung zum DGQ-(Lead)-Auditor zu erlangen: Wenn die Absolventen die notwendige Berufserfahrung gesammelt und die entsprechenden Zertifikate DGQ-Qualitätsmanagementbeauftragter oder DGQ-Qualitätsmanager erhalten haben, steht der Zulassung zur Kompetenzprüfung nichts mehr im Wege. Sie berechtigt, die Auditorenausbildung zu beginnen.

Internationale Anerkennung:

Die Inhalte der Ausbildung zum DGQ-Quality Systems Manager Junior stimmen mit den Forderungen des harmonisierten Ausbildungsschemas der EOQ für die Zertifizierung von Qualitätsfachpersonal überein. Die EOQ ist ein anerkanntes QM-Netzwerk in Europa. Die DGQ ist als nationaler Partner und Zertifizierungsstelle der EOQ zugelassen und vergibt als einzige deutsche Organisation EOQ-Zertifikate. Unter definierten Voraussetzungen können Inhaber von DGQ-Zertifikaten im Anschluss an die Qualifizierung zum DGQ-Qualitätsmanager und DGQ-Auditor Qualität auch das entsprechende EOQ-Zertifikat über uns erhalten.

Hochschule Darmstadt neu im Lehre-Hochschul-Modell der DGQ

v.l.nr.: Martin Moneke, Professor für Werkstofftechnik Kunststoffe, Kunststoffprüfung und Qualitätsmanagement, an der Hochschule Darmstadt mit Michael Sturm, Produktmanager in der Personenzertifizierung, und Karin Weltring, Leiterin der Personenzertifizierung (beide DGQ). ©Andreas Heinz

Hochschule Osnabrück neu im Lehre-Hochschul-Modell der DGQ.

v.l.nr.: Michael Sturm, Produktmanager in der Personenzertifizierung, und Karin Weltring, Leiterin der Personenzertifizierung (beide DGQ) mit Dr.-Ing. Dirk Sauer, Professor des Jahres 2022, Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. ©Andreas Heinz

Liliane-Juchli-Gesellschaft ehrt Pflegeschulen

Es ist eine Auszeichnung für hervorragende Qualität in der Pflegeausbildung: Am 23. Juni 2023 erhielten die ersten Schulen und ein Fachseminar im Europasaal des Abgeordnetenhauses in Berlin die Ehrung als „Liliane-Juchli-Schule“ aus den Händen von Erwin Rüddel (CDU), Mitglied und Vorsitzender a.D. des Gesundheitsausschusses des Bundestages. Die anschließende Festrede hielt Dr. Wolfgang Schäuble (CDU).

Die Auszeichnung für hervorragende Qualität in der Pflegeausbildung der Liliane-Juchli-Gesellschaft wurde erstmals vergeben. ©Helge Eisenberg

Die Liliane-Juchli-Gesellschaft wurde im Dezember 2022  mit Beteiligung der DGQ gegründet. Sie hat das Ziel, die Qualität der Pflege in der Ausbildung von Pflegeschulen und Fachseminaren zu fördern.

Liliane Juchli war eine Pionierin für die Qualität in der Pflege. Sie verfasste ein Standardwerk, das über viele Jahre die Pflegeausbildung prägte. Gleichzeitig warb sie für die Eigenständigkeit der Pflege und leistete einen maßgeblichen Beitrag für die einsetzende Emanzipation des Berufsfeldes in Deutschland.

DGQ ehrt BMW Group für 60-jährige Firmenmitgliedschaft

In diesem Jahr feiert die BMW Group ihre 60-jährige Partnerschaft mit der DGQ. Zur Ehrung des Jubilars waren Michael Burghartz-Widmann, Mitglied des Vorstands der DGQ, und Marco Gutöhrlein, Leiter der DGQ-Geschäftsstelle Stuttgart, am 19. Juni 2023 zu Gast in München. Sie überreichten die Ehren-Mitglieder-Urkunde an Peter Wolf, Bereichsleiter Unternehmensqualität, sowie an seinen Nachfolger Gerhard Kurz und gratulierten zur langjährigen DGQ-Firmenmitgliedschaft.

„Die BMW Group ist ein langjähriger kompetenter Partner der DGQ, wenn es um Qualität geht“, erklärte Burghartz-Widmann. „Das Unternehmen begleitet uns schon seit den frühen Jahren der DGQ. Dieses Bekenntnis für Qualität gilt es heute zu würdigen.“

Die Qualität und ein damit einhergehendes Qualitätsbewusstsein in Unternehmen zu verankern, verbindet und zeichnet die langjährige Kooperation zwischen BMW und der DGQ aus. Wertvolle Impulse, Denkanstöße und Outside-In Perspektiven, beispielsweise durch Gastreferenten der DGQ, sind Bestandteil der guten Zusammenarbeit. Über die Jahre hinweg sind dies wichtige Elemente zur Weiterentwicklung der Qualitätsarbeit bei der BMW Group.

BMW 60 Jahre DGQ-Mitglied

Marco Gutöhrlein, Leiter der DGQ-Geschäftsstelle Stuttgart und Michael Burghartz-Widmann, Mitglied des Vorstands der DGQ, übergeben die Ehren-Mitglieder-Urkunde an Peter Wolf, Bereichsleiter Unternehmensqualität bei BMW, sowie an seinen Nachfolger Gerhard Kurz ©BMW Group.

QMS macht BMW besser

Insbesondere bei der weiteren Entwicklung des Qualitätsmanagementsystems (QMS) der BMW Group hat sich die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der DGQ gezeigt. Das Qualitätsmanagementsystem ist ein wichtiger Befähiger für die Exzellenz und Wettbewerbsfähigkeit und somit eine zentrale Grundlage für die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb exzellenter Produkte und Dienstleistungen.

„QMS macht BMW besser. Es gibt uns einen Rahmen, um unser Unternehmen strukturiert und professionell zu führen. Mit dem Managementsystem steht jungen und erfahrenen Führungskräften das Handwerkszeug zur Verfügung, um in ihrem Verantwortungsbereich effizient Qualität zu schaffen,” erläuterte Wolf.

Qualität als Einstellung

Bei der BMW Group leisten alle Mitarbeitenden einen Beitrag zu exzellenten Prozessen und Produkten sowie dem Ziel einer möglichst großen Kundenbegeisterung. Qualität ist dabei auch elementarer Bestandteil von Innovationen und das Fundament des Unternehmenserfolges in Gegenwart und Zukunft.

FQS-Forschungsprojekt „AM Analytics“:  Frühzeitige Defekterkennung für pulverbettbasierte additive Fertigungsprozesse

FQS, AM Analytics, Laser Powder Bed Fusion, Metall

Die Technologie der „Laser Powder Bed Fusion“ (L-PBF-Verfahren) ermöglicht es, Bauteile aus metallischen Werkstoffen additiv zu fertigen. Dabei wird Metallpulver durch einen Laserstrahl selektiv aufgeschmolzen und Bauteile Schicht für Schicht aufgebaut. Diese Form der laser-additiven Fertigung birgt große Potenziale für die industrielle Produktion, da sie beispielsweise die Fertigung individualisierter Bauteile mit unterschiedlichen Geometrien ermöglicht. Eine zentrale Herausforderung für den Einsatz und die weitere Etablierung des Verfahrens in der industriellen Fertigung stellt die qualitätssichere Gestaltung von L-PBF-Prozessen dar.

Im Rahmen des Forschungsprojektes „AM Analytics“ der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT und der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg eine automatisierte In-situ-Defekterkennung für die pulverbettbasierte additive Fertigung.

Im Interview gibt Philipp Kohlwes, Head of L-PBF am Fraunhofer IAPT, einen Ausblick auf die entstehende Lösung und erklärt, wie Unternehmen von den Forschungsergebnissen profitieren können.

Aus welcher Problemstellung heraus ist das Forschungsprojekt entstanden?
Philipp Kohlwes: Die Qualitätssicherung des L-PBF-Prozesses stellt aufgrund unzureichender Prozesskontrolle und Wiederholbarkeit noch eine Herausforderung für die industrielle Etablierung des Verfahrens dar. Die Folge sind erhöhte Kosten durch Ausschussproduktion. In der Serienfertigung liegt die Ausschussquote durchschnittlich bei 10 – 15 %, bei Produkteinführungen oder Produktionsumstellungen sind es sogar 60 %.

Welche Lösung wird im Forschungsprojekt AM Analytics entwickelt?
Philipp Kohlwes: In unserem Forschungsprojekt wollen wir eine frühzeitige Defekterkennung für den additiven Fertigungsprozess entwickeln, um so die Produktionskosten um mindestens 40 % zu reduzieren. Dazu soll eine In-situ-Defekterkennung entstehen, die in Kombination mit einer intelligenten KI-Datenauswertung kritische Defekte bereits während des additiven Bauprozesses erkennen kann. Mit der Lösung wird eine Detektionswahrscheilichkeit von mehr als 98 % angestrebt.

Wer soll von den Ergebnissen profitieren und welcher konkrete Nutzen ergibt sich für Unternehmen?
Philipp Kohlwes: Schauen wir uns ein Beispiel an: Ein KMU verfügt über fünf additive Fertigungsanlagen mit einer Anlagenauslastung von 64 % im Zweischichtbetrieb. Eine solche Produktion wird durchschnittlich circa 1.800 Baujobs im Jahr durchführen können. Die Fertigungskosten eines einzelnen Baujobs betragen erfahrungsgemäß circa 2.000 Euro. Als typische Ausschussquote werden 12,5 % angenommen.

Berechnen wir für dieses Beispiel die ausschussbedingten Produktionskosten, die durch das Projekt pro Jahr für das KMU eingespart werden können, kommen wir auf einen Betrag von 0,45 Millionen Euro pro Jahr.

Zusätzlich kann durch eine zuverlässige ortsaufgelöste In-situ-Defekterkennung die nachgelagerte Qualitätssicherung effizienter durchgeführt werden. So lassen sich weitere Kosten einsparen. Werden bei dem oben genannten KMU sicherheitskritische Bauteile produziert, so entsprechen die Kosten für die nachgelagerte Qualitätssicherung 70 % der Herstellkosten. Es wird angenommen, dass durch die zuverlässige In-situ-Defekterkennung 50 % der nachgelagerten Qualitätssicherungskosten eingespart werden, da die kritischen Defekte bereits lokalisiert sind. Somit ergibt sich die eine Kostenersparnis von 1,26 Millionen Euro pro Jahr.

Die Rechnung zeigt, dass ein KMU durch frühzeitiges Abbrechen fehlerhafter Baujobs und effizientere nachgelagerte Qualitätssicherung Kosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro jährlich einsparen kann.

Wie sieht das weitere Vorgehen im Projekt aus?
Philipp Kohlwes: Zunächst werden die L-PBF Qualitätsanforderungen an die additive Fertigung ermittelt und dokumentiert. Anschließend sollen Experimente mit defektbehafteten Probekörpern durchgeführt werden, die auf industrierelevanten Defekten basieren. In einem weiteren Arbeitspaket werden wir mit Fokus auf die Nutzbarkeit für Algorithmen des maschinellen Lernens eine neuartige Datenstruktur mit kombinierter Sensorik und Prüfdaten entwickeln. Für die entstehende KI-Defektanalytik konzipieren wir im Anschluss mögliche KI-Modelle auf multimodalen Sensordaten und erarbeiten Bewertungskriterien für die Modelle. Auswahl und Hyperparameteroptimierung des KI-Modells wird dann auf Basis der Bewertungskriterien erfolgen. Um Defektergebnisse für die digitale Überlagerung zur Verfügung zu stellen, werden dann Prüfkörper vollständig mit etablierten Messverfahren untersucht. So soll am Ende ein validierter KI-Defektdetektions-Algorithmus zur zuverlässigen Prognose von Defekten basierend auf In-situ-Messdaten der kombinierten Sensortechnologie entstehen.


Stimmen aus dem Projektbegleitenden Ausschuss: Autoflug GmbH
Gemeinsam mit zehn weiteren Industriepartnern ist die Autoflug GmbH als Mitglied des projektbegleitenden Ausschusses „AM Analytics“ an den Forschungsarbeiten beteiligt. Zum Projektstart berichtet Dr. Oliver Burkhardt, Leiter Technologie & Patentmanagement, warum die Autoflug GmbH sich dazu entschieden hat, im Projekt mitzuwirken und zeigt welche Erfahrungen das Unternehmen aus der Praxis einbringen kann.

 

Dr. Oliver Burkhardt, Autoflug GmbH
Das Forschungsprojekt befasst sich mit der Bauteilqualität in additiven Fertigungsverfahren während des Herstellprozesses sowie mit der frühzeitigen Defekterkennung. Für einen industriellen Endanwender sind Defektraten ein wirtschaftlicher Faktor im Herstellprozess. Andererseits ist es aber auch ein Faktor, der die Zulassung von Serienbauteilen zeitlich verzögert, kostentechnisch unattraktiv oder sogar ganz unmöglich macht. Vorteile der additiven Fertigung können diese wirtschaftlichen und zulassungsrelevanten Nachteile dann nicht mehr kompensieren. Die im Forschungsprojekt entstehende In-situ-Lösung soll dazu beitragen diese Defektraten zu reduzieren.

Mit der Autoflug GmbH haben wir bereits erste Erfahrung in der Entwicklung, Zulassung und Nutzung von additiv gefertigten Bauteilen für den Luftfahrtbereich sammeln können. Dieses Fachwissen zu notwendigen Anforderungen an Bauteile und deren Qualität aus dem Luftfahrtbereich können wir im Rahmen des Forschungsprojektes einbringen, ebenso wie Unterstützung bei der Nachweisführung und die vorhandenen Kontakte zur Zulassungsbehörde.

Über die Interviewpartner:

Philipp Kohlwes, Head of L-PBF, Fraunhofer-Einrichtung für Additive Produktionstechnologien IAPT

Oliver Burkhardt, Dr. Ing. Luft- & Raumfahrt und Patentingenieur, Leiter Technologie & Patentmanagement, Autoflug GmbH

https://www.autoflug.com/de/autoflug-gmbh/

Über das Forschungsprojekt:

Das IGF-Vorhaben 22450 N der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V., August-Schanz-Straße 21A, 60433 Frankfurt am Main wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Über die FQS

Die FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V. (FQS) unterstützt seit 1989 die anwendungsorientierte Forschung rund um das Thema Qualität in Deutschland. Sie versteht sich selbst als Forschungsbereich der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) und wird von ihr getragen. Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) und des Forschungsnetzwerks CORNET des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsideen, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), erbringen.
www.fqs.de

Kontakt:

FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V.
August-Schanz-Straße 21A
60433 Frankfurt am Main
infofqs@dgq.de

mediaV-Awards: DGQplus unter den Top 3 der Verbands-Apps

Nur noch drei Kandidaten waren am Ende übrig: Am 12. Juli 2023 fand die Verleihung der mediaV-Awards in Köln statt. Der Medienpreis für Verbände und Organisationen wurde zum dritten Mal vergeben. Die kollaborative Netzwerkplattform DGQplus war dabei in der Kategorie „Beste Verbands-App“ nominiert. Ganz an die Spitze hat es dieses Mal nicht gereicht, aber mit der Nominierung würdigt die Jury DGQplus als gelungene Initiative, bei der es um lebendige, schnelle und integrative Verbandskommunikation geht. Mitglieder sollen sich aktiv am Verbandsgeschehen beteiligen, relevante Inhalte schnell finden und sich untereinander vernetzen können.

Preisverleihung beim mediaV-Award

Die Urkunde nahmen entgegen (v.l.n.r.): Amelie Rusche (Managerin Forschung & Kommunikation, FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V.), Paul Kübler (DGQ-Vorstandsmitglied), Natalie Rittgasser (Community Managerin bei der DGQ ) Foto: ©Studio_Stefan_Wernz

Der Erfolg ist dabei der gesamten Community von mittlerweile über 5.000 registrierten Nutzer:innen zu verdanken. Sie sind es, die dieses Portal beleben und innerhalb von zweieinhalb Jahren haben wachsen lassen.

Den mediaV-Award in der Kategorie „Beste Verbands-App“ erhielt der Verband Bildung und Erziehung Landesverband Rheinland-Pfalz.

Über den mediaV-Award

Der mediaV-Award wird alle zwei Jahre vom Verbändereport – dem Fachmagazin für die Führungskräfte der Verbände – für herausragende Kommunikationsleistungen an Verbände, Agenturen und Medienschaffende vergeben. In diesem Jahr wird der Preis in zwölf Kategorien ausgelobt.

Erfolgreicher Kickoff – DGQ-Fachkreis Nachhaltigkeit geht ans Werk

Hochaktuelle Themen, engagierte Mitstreitende: Knapp sechzig Interessierte sind am 31. Mai 2023 erstmals zusammengekommen, um Ziele und Rahmenbedingungen der künftigen Arbeit des neugegründeten DGQ-Fachkreises Nachhaltigkeit abzustecken. Im Zuge eines bundesweiten Online-Meetings tauschten sich die Teilnehmenden über Motivationspunkte und Herausforderungen des Themas aus. Die zahlreichen Schnittstellen zwischen den Bereichen Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit dienen der Fachkreisarbeit als roter Faden.

Als eines seiner ersten Arbeitsthemen hat der Fachkreis die Definition aussagekräftiger Nachhaltigkeitskennzahlen identifiziert: Indem Nachhaltigkeit besser quantifizierbar wird, ermöglicht dies eine größere Vergleichbarkeit von Ergebnissen. Letzteres spielt beispielsweise bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten eine große Rolle.

Darüber hinaus liegt ein weiterer Schwerpunkt der Fachkreisarbeit darauf, die Funktion des Qualitätsmanagements beim Thema Nachhaltigkeit zu klären. Auch der Integration von Nachhaltigkeitsbestrebungen in bestehende Managementsysteme kommt künftig eine hohe Bedeutung im Rahmen der Fachkreisarbeit zu.

Erstes Leitungsteam gewählt

Des Weiteren stand die Wahl des Leitungsteams auf dem Plan: Gewählt wurden Prof. Dr. Linda Chalupova, Professorin für Umwelt und Nachhaltigkeit, Dr. Wilhelm Floer, QM-Coach und Consultant,  Prof. Dr. Irina Mazilu-Eyaz, Professorin für Qualitätsmanagement, sowie Sandra Paul, Beraterin in der Gemeinwohlökonomie.

Mit dem Fachkreis Nachhaltigkeit will die DGQ eine Plattform für Personen aus dem Qualitätsumfeld schaffen, die sich für Nachhaltigkeit in der eigenen Organisation engagieren und den fachlichen Austausch suchen. Ein ESG-Kompass, der Nachhaltigkeitsbegriffe aus dem QM-Alltag aufgreift und erklärt, liegt als erstes Arbeitsergebnis auf der Mitgliederplattform DGQplus bereits vor.

DGQ-Regionalkreise Darmstadt und Frankfurt am Main fusionieren zum Regionalkreis FrankfurtRheinMain

Dieser Zusammenschluss bündelt die Kräfte innerhalb der Metropolregion Rhein-Main: Die Regionalkreise Darmstadt und Frankfurt am Main sind zum 1. Juni 2023 in einem gemeinsamen Regionalkreis FrankfurtRheinMain aufgegangen. Das Ziel: Die Qualitätsinteressierten profitieren künftig von einem deutlich vergrößerten Wirkungskreis in der Region und damit von einer gesteigerten Zahl an Vernetzungsmöglichkeiten.

Darüber hinaus ist die Umstellung für die Mitglieder der bisherigen Regionalkreise Frankfurt und Darmstadt mit keiner großen Veränderung verbunden: Formal ändert sich für sie nur der Name ihres Regionalkreises.

Konkret betrifft die Anpassung neben Darmstadt und Frankfurt auch die kreisfreie Stadt Wiesbaden sowie die Landkreise Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Limburg-Weilburg, Main-Taunus-Kreis, Odenwaldkreis, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Neckar-Kreis und Rheingau-Taunus-Kreis.

Engagement für Qualität in der Metropolregion

Die Rhein-Main-Metropolregion gehört zu den wirtschaftlich stärksten Regionen und den treibenden Kräften in Deutschland und Europa. Die Vielfalt der Branchen und die optimale Infrastruktur bieten für DGQ-Mitglieder und weitere Qualitätsinteressierte beste Voraussetzungen zum Netzwerken. Bundesweit verfügt die DGQ über rund 60 Regionalkreise, in denen sich zahlreiche Teilnehmer:innen regelmäßig auf verschiedenen Online- und Präsenz-Veranstaltungen treffen und zu Themen rund um Qualitätsmanagement austauschen.

 

Kontakt:

Mehr Informationen sowie Kontaktmöglichkeiten zum DGQ-Regionalkreis FrankfurtRheinMain finden Sie hier »

Neues DGQ-Training „Integrierte Managementsysteme“ mit gelungener Premiere

Das neu entwickelte DGQ-Training „Integrierte Managementsysteme“ hat in der Woche vor Christi Himmelfahrt seinen erfolgreichen Start in der DGQ-Geschäftsstelle Frankfurt gefeiert. Die Teilnehmenden, die größtenteils im Bereich Qualitätsmanagement tätig und mit ISO 9001 bereits vertraut sind, konnten in den drei Tagen viele hilfreiche Parallelen und Unterschiede zum Umwelt-, Energie- und Arbeitssicherheitsmanagement erarbeiten und diskutieren. Das breite Praxiswissen und die Hinweise des Trainers halfen dabei, die verschiedenen gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen für den Aufbau eines integrierten Managementsystems im Blick zu haben. Vor allem der ganzheitliche Denkansatz, auch bei festzulegenden Zielen oder Kennzahlen über den Tellerrand des Qualitätsmanagements hinauszuschauen, sorgte bei vielen für einen Aha-Effekt. Viele Normanforderungen lassen sich nämlich gemeinsam erarbeiten oder ableiten. Dies reduziert den Aufwand im Managementsystem für die Verantwortlichen deutlich. Am Ende des dritten Tages stand für einige Teilnehmende noch die schriftliche Abschlussprüfung zum „DGQ-Koordinator Integrierte Managementsysteme“ an, die von allen erfolgreich absolviert wurde.

Das Feedback der Teilnehmenden zur neuen Veranstaltung fiel ausgesprochen positiv aus. Insbesondere die vielen Einblicke und Beispiele zu den verschiedenen Managementsysteme waren hilfreich und lehrreich. Das nächste Präsenz-Training findet am 20. November 2023 statt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden sich hier.

DGQ-Fachausschuss „Qualität in der Pflege“ tagt in Berlin

Am 15. Mai 2023 fand in Berlin das erste Treffen des DGQ Fachausschuss „Qualität in der Pflege“ (FA QidP) in Präsenz nach den Corona-Beschränkungen statt.

Das Ziel des Gremiums lautet, die DGQ bei der fachlichen Ausrichtung zu Qualitätsthemen in der Pflege zu unterstützen und zu einer etablierten Plattform für den bundesweiten Diskurs zur Pflegequalität zu entwickeln. Außerdem dient es als Impulsgeber zu strategischen und politischen Fragestellungen, die sich in Bezug zur Qualität in der Pflege stellen.

DGQ-Fachausschuss Pflege

Die Mitglieder des DGQ-Fachausschuss Pflege (v.l.n.r.): Nadine-Michèle Szepan, Abteilungsleiterin Abteilung Pflege, AOK Bundesverband, Dr. Manfred Stegger, Vorstandsvorsitzender BIVA e.V., Margit Hudelmaier, Geschäftsführende Direktorin Pflege – und Patientenmanagement, Alb-Fils-Kliniken GmbH, Holger Dudel, Leitung Themenfeld und Fachreferent Pflege, DGQ e.V., Marion Kunz, Geschäftsführerin, Pflegedienst Marion Kunz, Angelika Müller, Mitglied im Vorstand der DGQ, Geschäftsführung Sollence GmbH, Claudia Welker, Geschäftsführerin DGQ. ©DGQ

Die Teilnehmenden vertreten unterschiedliche Akteure aus dem Pflegebereich: Leistungsträger (Pflegekasse), Klient:innen-Vertretung (Pflegeschutzbund) und Leistungserbringer aus der ambulanten und der klinischen Pflege. Von dort kam außerdem ein Impuls zur Säule der beruflich Pflegenden.

Bei dem Treffen in der DGQ Geschäftsstelle Berlin standen drei Themen im Fokus:

  • Personenzentrierte Pflege und Pflegebedürftigkeit
  • Qualitätskriterien unter besonderer Berücksichtigung der Klient:innen-Perspektive
  • Empowerment des Berufsfeldes.

Impulse aus den Pflegefeld-Säulen, ergänzt um die integrierte Sicht der Qualität der DGQ führten zu einem spannenden Diskurs. Daraus ergeben sich für die Folgesitzung im November inhaltliche Schwerpunkte. Diese betreffen das Führungsverständnis in der Pflegebranche und die fachliche Autonomie der Disziplin.

Kontakt:

holger.dudel@dgq.de

DGQ beim Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium präsent

„Empower Green Production“ – so lautete das Motto des 31. Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquiums (AWK). Am 11. und 12. Mai 2023 kamen im Aachener Eurogress Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und Politik zusammen, um sich darüber auszutauschen, wie eine nachhaltige, energie- und resourceneffiziente Produktion in Zukunft aussehen könnte.

Die hybride Veranstaltung präsentierte neue Technologien und Konzepte für eine krisenfestere und gleichzeitig grüne Produktion in Zukunft, mit denen sich die Abhängigkeit von den konventionellen Energielieferanten überwinden lässt. Eine wichtige Rolle in den Vorträgen spielte dabei die Reduktion umweltschädlicher Stoffe, insbesondere CO2.

Messestand der DGQ auf dem AWK23

Hoher Besuch am DGQ-Stand: Prof. Robert Schmitt (z. v. l.), DGQ-Präsident und Institutsleiter Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen, schaut bei den DGQ-Mitarbeitenden (v.ln.r.) Thomas Schäfer, Marco Rasper und Andreas Heinz vorbei.

Das Thema „Nachhaltigkeit“ gehört auch zu den Schwerpunkten der DGQ. Aus diesem Grund war sie ebenfalls an beiden Tagen mit einem Messestand präsent. Hier zeigte die DGQ ihr Portfolio aus Netzwerk- sowie Weiterbildungsangeboten und unterstrich damit auch den engen Zusammenhang zwischen Qualität und Nachhaltigkeit.

Das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen und das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT bieten mit dem AWK’23 eines der weltweit renommiertesten Netzwerktreffen für Fach- und Führungspersönlichkeiten aus produzierender Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

FQS-Forschungsprojekts MIQFEM: Smartes Fehlermanagementsystem für Kosten- und Zeitersparnis

Um effektive Prozesse zur Fehlerabstellung und -vermeidung umzusetzen, ist die Einführung eines systematischen Fehlermanagementsystem notwendig. Die Grundlage bilden Qualitätsregelkreise. Deren Ziel ist es, Abweichungen und Störungen zu Qualitätsvorgaben zu erkennen, zu analysieren und entsprechende Korrekturmaßnahmen zu ergreifen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) besitzen jedoch aufgrund begrenzter finanzieller und personeller Ressourcen nur selten ein systematisches Qualitätsmanagement zur umfangreichen Erfassung und Analyse von Qualitätsdaten sowie deren Einbettung in Qualitätsregelkreise.

Im Rahmen des vor Kurzem gestarteten FQS-Forschungsprojektes MIQFEM wird ein smartes Fehlermanagementsystem entwickelt, das die systematische Nutzung einer Fehlerwissensbasis ermöglicht und sich durch die Interaktion mit Mitarbeitenden im ständigen Lernprozess befindet. Das durch KI-Methoden unterstützte System soll in der Lage sein, zukünftige Fehlerereignisse vorherzusagen, Fehlerzusammenhänge frühzeitig zu erkennen, mögliche Problemursachen zu identifizieren und daraus Maßnahmen abzuleiten. Zusätzlich werden Mitarbeitende dialogbasiert bei der Auswahl und Durchführung der Problemlösungsmethoden unterstützt.

Das Fachgebiet Qualitätswissenschaft der Technischen Universität Berlin führt die zweijährigen Forschungsarbeiten durch. Neun Unternehmen begleiten die Forschungsarbeiten als Mitglieder des projektbegleitenden Ausschusses.

Über das Forschungsprojekt:

Das IGF-Vorhaben 22530 N der FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V., August-Schanz-Straße 21A, 60433 Frankfurt am Main wird über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt und zu Beteiligungsmöglichkeiten können über die Geschäftsstelle der FQS bezogen werden:

FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e. V.
August-Schanz-Straße 21A
60433 Frankfurt am Main

infofqs@dgq.de

Zwischen PM und QM: Zehn Jahre DGQ-Fachkreis „Qualität und Projekte“

Mit praxisnahen Hilfen die Brücke zwischen Projekt- und Qualitätsmanagement schlagen: Das ist das Ziel des Fachkreises „Qualität und Projekte“. Die gemeinsame Initiative von DGQ und der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum.

Im Fokus der Fachkreisarbeit steht der Austausch mit Gleichgesinnten, die in ihrem Alltag regelmäßig mit dem Spannungsfeld zwischen Qualitäts- und Projektmanagement zu tun haben. Dazu zählt auch herauszufinden, welche Schnittmengen zwischen Projekt- und Qualitätsmanagement bestehen. Der Fachkreis geht der Frage nach, welche Wettbewerbsvorteile eine Organisation erlangen kann, wenn sie die Zusammenarbeit zwischen Projekt- und Qualitätsmanagement aktiv fördert beziehungsweise Synergien zwischen beiden schafft.

Ausrichtung an agilen Methoden

Charakteristisch für die Fachkreisarbeit in „Qualität und Projekte“ ist die Orientierung an agilen Methoden: Diese erlauben es den Beteiligten, flexibel und kurzfristig pragmatische Ergebnisse zu gewinnen, die in der Folge Niederschlag in zahlreichen Veröffentlichungen finden. Ziel der Fachkreisarbeit ist, praxisrelevante Hilfestellungen zur Verzahnung von Qualitäts- und Projektmanagement zu erarbeiten und diskutieren.

Mitmachen und mitgestalten

Der Fachkreis „Qualität und Projekte“ trifft sich viermal im Jahr in Präsenz. Am 12. Mai 2023 steht das nächste Fachkreistreffen in den Räumlichkeiten der DGQ in Frankfurt an. Interessierte Mitglieder von DGQ und GPM sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf der DGQ-Mitgliederplattform DGQplus.

Bei Fragen und Interesse an einer Mitwirkung im Fachkreis wenden Sie sich auch gerne an das Leitungsteam unter qualitaet-und-projekte@gpm-ipma.de oder fk-qp@dgqaktiv.de.

Sie möchten in die Fachkreisarbeit reinschnuppern, sind aber noch kein DGQ-Mitglied? Nutzen Sie einfach die kostenfreie Schnuppermitgliedschaft, um sich an den Vereinsaktivitäten zu beteiligen.

Kunststoff-Zentrum SKZ zeichnet DGQ als Premiumpartner aus

DGQ Premiumpartner SKZ

V. l. n. r.: Andreas Heinz (DGQ), Christoph Kreutz (SKZ), Claudia Welker (DGQ) und Matthias Ruff (SKZ) bei der Übergabe der Urkunde. ©SKZ

Seit 2020 kooperieren die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) und das Kunststoff-Zentrum SKZ im Bereich Weiterbildung. Ziel ist es, durch die Kombination aus Kunststofffachwissen und Managementsystem-Know-how neue Impulse für Innovationen zu schaffen. Der Erfolg dieser Zusammenarbeit zeigte sich noch einmal eindrücklich beim ersten SKZ-Kundentag am 3. Mai 2023 im neu eröffneten Trainingszentrum Qualität der SKZ in Würzburg: Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete Christoph Kreutz, Leiter des Trainingszentrums, die DGQ als Premiumpartner des SKZ aus. Claudia Welker, Geschäftsführerin der DGQ, nahm die Auszeichnung entgegen und betonte dabei die erfolgreichen Aspekte der Zusammenarbeit: Key Note-Vorträge und Repräsentanz auf Qualitätsveranstaltungen, gemeinsame Whitepaper, Entwicklung spezifischer Curricula für Trainings, Mitarbeit in Gremien sowie Know-how Austausch im Trainings- und Forschungsbereich. Beide Partner versicherten, den erfolgreichen Ausbau der Zusammenarbeit weiter voranzutreiben.

DGQ-Jahresbericht 2022 erschienen

„Jahr der Begegnung“ – so lautet das Motto des gerade erschienen DGQ-Jahresberichts 2022. Die DGQ macht damit deutlich: Bei allen Fortschritten der digitalen Kommunikation ist der Austausch in gegenseitiger, persönlicher Anwesenheit auch für das DGQ-Netzwerk nach wie vor überaus wichtig. 2022 zeigte sich dies besonders deutlich beim DGQ-Qualitätstag. Gleichzeitig hat die DGQ ihr digitales Angebot weiterentwickelt und verbindet die Vorteile beider Welten. So hat die DGQ im vergangenen Jahr insgesamt 528 Veranstaltungen ins Netzwerk gebracht, Online und vor Ort. Insgesamt rund 15.000 Teilnehmende freuten sich über das Angebot aus Regionalkreisen, Fachkreisen, QM-Youngsters und „Frauen im QM“, fach- und branchenspezifische Veranstaltungen sowie die mitgliederexklusiven Webinare.

Auch ihr digitales Weiterbildungsangebot hat die DGQ konsequent ausgebaut und neben den Lehrinhalten ihre Trainerinnen und Trainer sowie ihre Prüferinnen und Prüfer auf die geänderten Anforderungen der digitalen Welt vorbereitet.

Und hier zeigt sich ebenfalls: Die richtige Mischung aus digitalen und Präsenzeinheiten bringt den größten Nutzen für die Teilnehmenden.

Aus Gründen der Nachhaltigkeit ist der DGQ-Jahresbericht auch in diesem Jahr ausschließlich in elektronischer Form erschienen.

Der DGQ-Jahresbericht kann als PDF oder in einer blätterbaren Variante hier heruntergeladen werden.

User Survey ISO 14001: Stakeholder wünschen sich zusätzliche Leitfäden – kein Revisionsbedarf

Aktuell besteht keine Notwendigkeit für eine Revision der internationalen Umweltmanagementnorm ISO 14001, wohl aber Bedarf für zusätzliche Hilfestellungen bei der Implementierung. Das ist das Ergebnis des ISO User Survey 14001, das kürzlich veröffentlicht wurde. Die 2021 durchgeführte Umfrage, an deren Ausarbeitung die DGQ beteiligt war, richtete sich an Organisationen aller Größen. Rund die Hälfte der befragten Stakeholder stammt aus Organisationen, welche die ISO 14001 bereits implementiert haben oder dies planen. Die andere Hälfte setzt sich aus Personen und Organisationen zusammen, welche die Umweltmanagementnorm nicht selbst implementiert haben. Dazu zählen unter anderem Auditor:innen und Berater:innen.

Die Mehrheit der Befragten bestätigte den durch die ISO 14001 geschaffenen Mehrwert für Organisationen. Die Implementierung eines Umweltmanagementsystems (UMS) habe insbesondere dabei geholfen, rechtliche Anforderungen zu erfüllen sowie die Nachhaltigkeits-Performance verbessert. Außerdem habe sie das entsprechende Engagement seitens der Mitarbeitenden und des Management gesteigert. Nicht zuletzt habe sich die Norm insofern auch als gewinnbringend erwiesen, dass infolge ihrer Implementierung von Stakeholdern gesetzte Ansprüche besser erfüllt werden konnten und das öffentliche Ansehen stieg.

Klarheit schaffen bezüglich bestehender Anforderungen

In Bezug auf bestehenden Verbesserungsbedarf äußerten die Befragten den Wunsch, die zuständige Arbeitsgruppe ISO TC 207/SC1 möge in erster Linie Klarheit in die bestehenden Anforderungen der Norm bringen sowie ergänzende Leitfäden für die Umsetzung bereitstellen. Laut Umfrage wünscht sich dies etwas mehr als die Hälfte der Befragten insbesondere mit Blick auf das geforderte Konzept der Lebenswegbetrachtung („life cycle perspective“). Rund ein Drittel sieht Verbesserungsbedarf beim empfohlenen Umgang mit aus Umweltaspekten resultierenden Risiken und Chancen sowie bei der geforderten Kontrolle von Prozessen, etwa beim Thema Lieferkette und weiteren Phasen des Produktlebenszyklus. Dabei sprach sich knapp die Hälfte der Befragten für ein Mehr an informeller statt formeller Anleitung für die Implementierung eines Umweltmanagementsystems aus – also zusätzliche Informationen beispielsweise auf der Website der SG1 oder weiterführende Veröffentlichungen wie White Paper und Reports.

Umgang mit den „Future Challenge Concepts“

Das ISO Technical Committee 207/SC1 hat in ihrem 2020 veröffentlichten „Future Challenges Report“ fünf zentrale Handlungsfelder für das Umweltmanagement definiert. Diese umfassen die Identifizierung von Umweltaspekten in der Lieferkette oder anderen Phasen des Produktlebenszyklus, die Förderung einer Kultur der Umweltverantwortung in der Organisation, Mitarbeiterengagement im Umweltmanagement, die Integration des UMS in das Unternehmensmanagementsystem sowie die externe Berichterstattung über Umweltziele und Leistungsinformationen. Entsprechende Anforderungen an Organisationen sind in der ISO 14001 enthalten. Mit Blick auf die Gesamtheit der Befragten wünschte sich eine knappe Mehrheit zusätzliche ISO-14001-Anforderungen hinsichtlich der drei zuerst genannten Punkte. Dies gilt insbesondere für den Anteil der Personen, welche die ISO 14001 nicht direkt implementiert haben. Jene Befragten, welche die Implementation bereits abgeschlossen haben oder aktuell planen, legten in der Umfrage eher Wert auf weiterführende Informationen, mehr Klarheit in den bestehenden Anforderungen sowie ergänzende Leitfäden für die Umsetzung.

Über die genannte Erkenntnisse hinaus zieht die Studie das Fazit, dass die bereits vom SC1 zur Verfügung gestellten Ergänzungsdokumente besser kommuniziert werden müssen: Diese seien den Befragten oftmals entweder nicht bekannt oder würden trotz Bekanntheit nicht genutzt.

Ziel der kontinuierlichen Verbesserung

Die Umfrage wurde von den nationalen ISO-Mitgliedsstaaten an die Zielgruppen weitergegeben und in neun Sprachen übersetzt. Knapp 3000 interessierte Stakeholder aus 91 Nationen nahmen daran teil. Rund 60 Prozent der Antworten stammten aus Europa.

Alle fünf Jahre prüft das ISO Technical Comitee 207/SC1 eine mögliche Revision der ISO 14001 und ISO 14004. Mit dem zweiten User Survey zur ISO 14001 möchte sich die internationale Normungsinstitution einen Überblick über die Bedürfnisse der interessierten Stakeholder verschaffen, der in der Folge bei den Überarbeitungen der ISO 14001 und ISO 14004 berücksichtigt werden soll. Die Umfrage thematisiert Schlüsselthemen und zukünftige Herausforderungen für das Umweltmanagement. Ziel ist eine kontinuierliche Verbesserung der Umweltmanagementnormen. 2013 wurde die Umfrage erstmals durchgeführt.

Kontakt:

Thomas Votsmeier
Leitung Normung
thomas.votsmeier@dgq.de

DGQ gründet Fachkreis Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit hat zunehmend auch Auswirkungen auf das Qualitätsmanagement: Aus diesem Grund hat die DGQ nun einen eigenen Fachkreis Nachhaltigkeit gegründet. Der Fachkreis soll Qualitätsbegeisterten künftig Raum geben, sich zu den zahlreichen Schnittstellen zwischen den beiden Bereichen Qualitätsmanagement und Nachhaltigkeit auszutauschen.

Die Intention des Gründungsteams ist es, einen Gestaltungsspielraum für engagierte Personen aus dem Qualitätsumfeld zu schaffen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft, aber auch der eigenen Organisation bewusst sind. Der Fachkreis dient Engagierten dabei als Plattform, um gemeinsam Wissen zu erarbeiten und Umsetzungsbeispiele für die Praxis bereitzustellen.

Ziel der Fachkreisarbeit ist, bestehende Managementsysteme und Nachhaltigkeitsbestrebungen miteinander in Einklang zu bringen. Dabei sind die Formen der Nachhaltigkeitsberichterstattung und das Messbarmachen von Nachhaltigkeit nur zwei Beispiele, welche die Fachkreismitglieder zukünftig beschäftigen werden.

Das erste Treffen des DGQ-Fachkreises Nachhaltigkeit findet Ende Mai statt. Bei Fragen zum Fachkreis Nachhaltigkeit oder zur Fachkreisarbeit bei der DGQ wenden Sie sich gerne per E-Mail an com@dgq.de.

Fachkreisarbeit in der DGQ

Die DGQ-Fachkreise bieten Mitgliedern ein optimales Forum, um ihr Wissen kontinuierlich zu erweitern. Sie fördern den fachlichen Austausch mit anderen Praktiker:innen und namhaften Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis. Die Beteiligten lernen von- und miteinander, entwickeln neue Positionen, Methoden und QM-Ansätze und stellen ihre Ergebnisse zum Beispiel in Form von Veröffentlichungen oder Checklisten zur Verfügung.

Einen Überblick über die laufenden Erarbeitungen und die nächsten Termine finden Sie auf unserer Mitgliederplattform DGQplus.

Sie möchten einen Fachkreis ausprobieren, sind aber noch kein DGQ-Mitglied? Nutzen Sie einfach die kostenfreie Schnuppermitgliedschaft, um sich an den Vereinsaktivitäten zu beteiligen.

EuGH-Urteil zu „Thermofenstern“: Weitreichende Folgen auch für die rechtliche Bedeutung von Qualitätsmanagementsystemen

Mit Spannung war dieses Urteil im Umfeld des Dieselskandals erwartet worden. Am 21. März 2023 hat der Europäische Gerichtshofs (EuGH) seine bisherige Rechtsprechung bestätigt, dass sogenannte Thermofenster, ein Typ von Abschalteinrichtungen, unzulässig sind. In dem Urteil (C-100/21) zieht der Gerichtshof die rechtlichen Konsequenzen daraus und weckt weitgehende Erwartungen der betroffenen Verbraucher auf Schadensersatz. Bislang hatte die deutsche Rechtsprechung gegen solche Ansprüche hohe Hürden errichtet. Wegen des Vorrangs des EU-Rechts vor dem restriktiven nationalen Recht müssen diese Hindernisse nun deutlich reduziert werden.

Übereinstimmungsbescheinigung vertraglich bindend

Nach dem geltenden EU-Typgenehmigungsrecht muss der Fahrzeughersteller jedem „individuellen Käufer“ eines Fahrzeugs eine „Übereinstimmungsbescheinigung“ aushändigen. Im wesentlichen Kern hat der Gerichtshof entschieden, dass dieses Dokument dem Käufer vertraglich bindend versichert, dass das von ihm erworbene Fahrzeug allen EU-Rechtsvorschriften entspricht.

Ist die Übereinstimmungsbescheinigung, wie in den Dieselskandalfällen, unrichtig, dann ist dem individuellen Käufer ein Schaden entstanden, der von dem Hersteller zu kompensieren ist. Das Urteil ist für die Wirtschaftsakteure fast aller Branchen folgenreich: Der Gerichtshof leitet die Schadensersatzansprüche dem Grunde nach aus dem Unionsrecht ab. Das Unionsrecht legt den Mitgliedsstaaten nur grundsätzlich auf, falsche Übereinstimmungsbescheinigungen zu sanktionieren. Die Sanktionen definiert es aber nicht. Daher müssen die Mitgliedsstaaten jetzt in Fortbildung ihres Haftungsrechtssystems den Haftungsrahmen bestimmen. Dabei kommt es nicht nur auf die sogenannten „deliktischen“ Anspruchsgrundlagen, also zum Beispiel Betrug, an. Es geht auch um vertragliche Schadensersatzansprüche: Da die Übereinstimmungsbescheinigung immer auch Bestandteil des jeweiligen individuellen Kaufvertrages ist, wirkt sich das Urteil auch auf Schadensersatzansprüche aus der Verletzung vertraglicher Pflichten der Hersteller (zum Beispiel Gewährleistungsansprüche) aus. Der Gerichtshof hat im Ergebnis indirekt – wie schon in früheren Verfahren – die Auffassung des Generalanwalts bestätigt, dass die Verbraucherkaufrichtlinie 1999/44/EG mit der Folge Anwendung findet, dass ein Fahrzeug, das mit einer unzulässigen Übereinstimmungsbescheinigung ausgestattet ist, nicht vertragsgemäß ist. Die Verbraucherkaufrichtlinie ist inzwischen durch die Richtlinien 2019/770/EU und 2019/ 771/EU abgelöst worden. Nach ihrer Umsetzung in das deutsche Kaufrecht mit Wirkung ab dem 1. Januar 2022 sind die Folgen für diese Vertragsverletzung aus dem Kaufvertrag wesentlich verschärft worden.

Konformität mit normierten QMS gefordert

Und spätestens an dieser Stelle wird das Urteil auch für das Qualitätsmanagement relevant. Denn die Übereinstimmungsbescheinigung weist insbesondere aus, dass das Fahrzeug, wie auch andere Produkte, unter den produktspezifischen Handlungs- und Prozessbedingungen eines normierten Qualitätsmanagementsystems entsprechend der EN ISO 9001:2015 in „Übereinstimmung (mit) der Produktion“ hergestellt wurde.

So resümiert jedenfalls Ekkehard Helmig. Das ehemalige Mitglied des DGQ-Vorstands berät als Rechtsanwalt Unternehmen der Automobilbranche und hat das gesamte Verfahren intensiv verfolgt. Er kommt zu dem Schluss: „Die ‚Übereinstimmung mit der Produktion‘ kann nur auf Grundlage eines zertifizierten Qualitätsmanagementsystems belegt werden. Die unmittelbare gesetzliche Außenwirkung dieser Bedingung für den Nachweis von Konformität war bisher nicht Gegenstand der deutschen oder der europäischen Rechtsprechung. Der Gerichtshof musste verfahrensbedingt nicht auf diese Fragenstellungen eingehen, weil er nur auf die ihm vom Landgericht Ravensburg gestellten Detailfragen antworten konnte. Mit der zentralen Bedeutung, die der Gerichtshof der ‚Übereinstimmungsbescheinigung‘ als Nachweis der ‚Übereinstimmung der Produktion‘ beigemessen hat und mit seiner Feststellung, dass Normen Bestandteil der europäischen Rechtsordnung sind, ist folgendes klargestellt: Die Konformität der Herstellung von Produkten unter allen Bedingungen des Qualitätsmanagementsystems entsprechend der EN ISO 9001:2015/IATF 16949:2016 dient unmittelbar dem Schutz des Endnutzers – nicht nur des Verbrauchers. Der Endnutzer kann sich unmittelbar darauf berufen.“

Erheblicher und dringender Handlungsbedarf

Nach seiner Auffassung rückt jetzt der rechtliche Stellenwert des normierten Qualitätsmanagementsystems (Qualitätsmanagement im Recht) in den Fokus. Dies hat zur Folge, dass die Handlungs- und Prozessbedingungen nach der EN ISO 9001:2015 als verpflichtend dokumentierte Handlungs- und Organisationspflichten mit unmittelbarer Außenwirkung (Recht im Qualitätsmanagement) zugunsten aller eventuell betroffenen „interessierten Parteien“ in Betracht gezogen werden müssen. Dies gilt für alle Kunden und Verbraucher.  Verstöße gegen Regelungen der EN ISO 9001:2015 stellen die Richtigkeit einer Übereinstimmungsbescheinigung infrage, weil sie nicht mehr die „Übereinstimmung der Produktion“ bescheinigen. Die jetzt aufgrund des Urteils des Gerichtshofs geforderte Transparenz der Herstellungsprozesse entsprechend der Norm bedeutet beispielsweise für den Fall von Gerichtsverfahren, dass nach entsprechenden Beweisanträgen alle „dokumentierten Informationen“ (EN ISO 9001:2015, Kapitel 7.5) vorgelegt werden müssen. Diese Transparenz auf Unionsebene ist im Übrigen in der jetzt geltenden Typgenehmigungsverordnung 2018/858 angelegt.

Die Rechtsprechung des Gerichtshofs hat mit ihrer Veröffentlichung am 21. März 2023 ab diesem Tag unmittelbare Auswirkungen insbesondere auf

(i)         das gesamte Risikomanagementsystem des Unternehmens,

(ii)        das QMS einschließlich SQM,

(iii)       die Zertifizierung/Auditierung,

(iv)       die Vertragsbeziehung zu Kunden,

(v)        die Vertragsbeziehung in der Supply Chain,

(vi)       den Versicherungsschutz

Die deliktischen und vertragliche Haftungsgrundlagen gelten uneingeschränkt auch im Verhältnis der Wirtschaftsakteure jeder Wertschöpfungskette. Auf die Branche kommt es nicht an.

Noch muss das Urteil des EuGH in deutsches nationales Recht umgesetzt werden. Am 8. Mai 2023 wird sich der Bundesgerichtshof mit Konsequenzen des Urteils des Gerichtshofs befassen. Mit einer Erweiterung der Haftungsgrundlagen für Unternehmen muss sicher gerechnet werden.

Die DGQ wird die Entwicklung weiterhin verfolgen und kontinuierlich darüber informieren.

„Ein Managementsystem ist das Betriebssystem der Organisation“

Lupe, Menschen, Managementsystem

Jede Organisation hat ein Managementsystem, doch häufig ist dieses nicht so gut, wie es sein könnte. Dr. Wilhelm Griga, Senior Quality Manager bei Siemens, erklärt, woran das liegt, wie Unternehmen die Herausforderungen bewältigen können und warum Normen dabei manchmal hinderlich sind.

Herr Griga, Sie haben gemeinsam mit Benedikt Sommerhoff von der DGQ-Ansätze zur effektiveren Gestaltung von Managementsystemen erarbeitet. Was sehen Sie als Herausforderung in der Praxis in Bezug auf Managementsysteme?

Dr. Wilhelm Griga: Oft wird als Managementsystem nur das gezählt, was mindestens so heißt, was sich besser noch auf eine Managementsystemnorm bezieht oder idealerweise gegen eine solche zertifiziert ist. Dieses Missverständnis stellt eine der Herausforderungen dar. Denn in jeder Organisation gibt es ein Managementsystem. Die Menschen kommen schnell an den Punkt, dass sie einige Dinge – etwa ihre Kooperation oder die Abläufe – informal oder formal regeln müssen. Schon beginnt die Existenz eines Managementsystems. Ob dieses effektiv ist, ist dann die Frage. Wir dürfen beispielsweise nicht den Fehler machen, die schriftliche Systembeschreibung für das Managementsystem selbst zu halten. Gleichwohl darf die Managementsystembeschreibung auch kein Zerr- oder gar Trugbild der Wirklichkeit darstellen.

Welche Probleme können sich durch einen durch Managementsystemnormen gefilterten oder sogar verengten Blick in der Praxis ergeben?

Griga: Es sind zwei Probleme, die so entstehen. Der gefilterte Blick übersieht weitere relevante Anforderungen sowie Dimensionen des Managementsystems. Und dieser Blick begünstigt, dass Qualitätsmanagementverantwortliche einerseits, sowie Leitungs- und Führungskräfte, unterschiedliche Organisationsentwicklerinnen und -entwickler andererseits bei diesem Thema aneinander vorbeireden und -handeln. Das ist eine bedeutende Quelle von Verdruss für viele im Qualitätsmanagement. Dies äußert sich immer wieder in Klagen über ein geringes Interesse und über mangelnde Mitwirkung der Leitung an der Managementsystemgestaltung und -nutzung. Manches Managementsystem ist deshalb nicht so gut, wie es sein könnte. Das Qualitätsmanagement benötigt deshalb neue Perspektiven auf das Managementsystem, um in eine bessere, interdisziplinäre Zusammenarbeit bei dessen Gestaltung zu kommen, Systemweiterentwicklungen zu leisten und signifikante Lücken zwischen Anspruch und Wirklichkeit zu schließen.

Warum ist ein effektives Managementsystem für ein Unternehmen erfolgsentscheidend?

Griga: Wie schnell und wie gut ein Unternehmen in der Lage ist, zu agieren und zu reagieren, ist im Wettbewerb erfolgsentscheidend. Es hat seine Mission zu erfüllen und gesetzte Ziele zu erreichen. Die Mission besteht zumeist darin einen konkreten Kundennutzen zu generieren. Bei all dem muss es in der Lage sein, gesetzliche, vertragliche und weitere Anforderungen seiner Interessengruppen zu erfüllen. Es muss somit effektiv sein und nach und nach immer effizienter werden, die Relation von Aufwand und Effekt kontinuierlich weiter verbessern. Für all dies ist ein Managementsystem zwingend erforderlich, es bildet quasi das Betriebssystem der Organisation.

Und in der Praxis erfüllt das Managementsystem häufig diese Aufgaben nicht?

Griga: In der Praxis erfolgt oft keine reine Konstruktion nach Plan, es entsteht eher eine Mischung aus bewusster Ausgestaltung und organischem Wachstum des Systems. Somit gleicht die Weiterentwicklung des Managementsystems eher einem Gärtnern, bei dem zum Teil gezielt neue Pflanzen und Beete angelegt werden, die dann aber Hege und Pflege benötigen.

Wie sieht es mit der notwendigen Weiterentwicklung von Managementsystemen in einem Unternehmen aus?

Griga: Ändern sich bedeutende Umfeldfaktoren des Unternehmens oder verfolgen dessen Entscheiderinnen und Entscheider neue Missionen, Ziele oder Strategien, erfordert dies auch eine Anpassung des Managementsystems. Je gravierender die Änderungen sind, desto stärker wird diese Anpassung ausfallen müssen – bis hin zu ganz neuartigen Ausprägungen, beispielsweise im Hinblick auf eine agile Organisation. Nachdem Umfeldveränderungen heute global sehr schnell voranschreiten und Strategiewechsel das Unternehmen in der Übergangsphase zunächst schwächen, sind bei den resultierenden Managementsystemanpassungen Qualität und Schnelligkeit geboten. Hier kann das Qualitätsmanagement einen entscheidenden Beitrag leisten.

Das Wort Managementsystem setzt sich aus zwei Begriffen zusammen. Wie ist der erste – nämlich Management – hierbei zu verstehen?

Griga: Der Begriff Management ist doppeldeutig. Er bezeichnet zum einen die Tätigkeit des Managens und zum anderen die Personen der Organisation, die managen. Ausgehend von dem Anspruch, dass das Management über mehrere Hierarchieebenen strategische Führung ausübt und allen in der Organisation Orientierung gibt, sind zwei Aspekte beim Managen von besonderer Bedeutung: Der erste Aspekt ist das Gestalten des Rahmens für das Entscheiden und Handeln von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im eigenen Managementbereich. Dabei ist es wichtig zu erkennen, dass dieser Rahmen nicht allein durch bewusste, formale Festlegungen entsteht, sondern zudem auch kulturell gewachsene Prämissen den Rahmen bestimmen. Ein Managementsystem existiert nie ohne die ständige Interaktion mit der informalen Seite und es prägt diese auch. Das bedeutet, dass das Gestalten des Managementsystems kulturprägend ist, oft mit einem gewissen Zeitverzug und mit gewollten und aber manchmal auch mit ungewollten Effekten.

Und der zweite Aspekt?

Der zweite Aspekt ist das Treffen von Managemententscheidungen für den eigenen Managementbereich. Legitim sind die Entscheidungen dann, wenn sie sich im gesetzten Rahmen bewegen und erlaubt sind. Dazu gehört, dass sie beitragen, geltende Anforderungen zu erfüllen und nicht gegen sie zu verstoßen. Das Managementsystem soll deshalb die Umsetzung gesetzlicher und vertraglicher Pflichten unterstützen und den Verstoß gegen Verbote unterbinden helfen. Viele Organisationen haben erkannt, dass es sehr sinnvoll ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möglichst weitreichende Entscheidungsbefugnisse zu geben. Dieser Ansatz ist fundamental für die vielerorts angestrebte Agilität.

Wie ist der zweite Begriff im Wort Managementsystem zu verstehen?

Griga: Ein System besteht nach der gängigen Definition der Systemtheorie aus Elementen und ihren Beziehungen. Bei einem technischen System wie zum Beispiel einer Maschine stehen technische Komponenten in Wirkbeziehungen zueinander. Ein soziales System umfasst Menschen und deren Beziehungen zueinander. Die Mischung technischer und sozialer Systemarten nennt man sozio-technisches System. Dort stehen Menschen in Beziehungen mit anderen Menschen und Dingen und diese wiederum auch mit anderen Dingen. Organisationen sind solche sozio-technischen Systeme. Auch Teilmengen des Systems Organisation lassen sich wieder als Systeme betrachten. Ein solches Subsystem ist das Managementsystem und auch dieses ist in Teile zerlegbar – zum Beispiel: Qualitätsmanagementsystem, Umweltmanagementsystem oder Risikomanagementsystem. Interessanterweise gibt es vor allem im Qualitätsmanagement unter dem Begriff Integriertes Management seit Jahrzehnten Initiativen, verschiedene Teilmanagementsysteme zusammenzuführen. Das zeigt, dass das Selbstverständnis, ein einziges Managementsystem zu haben, zu dem nur neue Elemente und Beziehungen ergänzt wurden, oft nicht ausgeprägt war oder die Einführung neuer Systeme ohne angemessene Berücksichtigung des bestehenden Managementsystems erfolgte.

Inwiefern können Normen die Effektivität von Managementsystemen beeinträchtigen?

Griga: Managementsystemnormen nehmen im Qualitätsmanagement einen sehr großen, vielleicht zu großen Raum ein. Sie erzeugen einen gefilterten Blick des Qualitätsmanagements auf das Managementsystem. In Audits, Trainings und Fachliteratur wird diese Prägung erzeugt und diese Dominanz gefestigt. Dies birgt jedoch Gefahren.

Wie sehen diese aus?

Dazu zählt etwa, dass Managementsystemnormen überhöht und als einzige oder wichtigste Basis für Managementsystemgestaltung angesehen werden. Oft werden auch wichtige Managementsystemkomponenten außerhalb der Norm nicht betrachtet. Managementsystem-Wissen außerhalb der Normen fehlt dann. Zudem besteht die Gefahr, dass Kommunikation beeinträchtigt wird. Qualitätsmanager, Leitung sowie andere Führungskräfte reden und handeln dann aneinander vorbei.

Wofür braucht man dann überhaupt noch Normen?

Griga: Managementsystemnormen sind trotzdem nützlich. Jedes System eines Unternehmens, das ein Glied einer Lieferkette ist, ist somit auch Teils des Systems Lieferkette. Dieses System hat die Besonderheit, über Unternehmensgrenzen hinweg zu bestehen. Der originäre Zweck, der am weitesten verbreiteten Managementsystemnorm ISO 9001 Qualitätsmanagementsystem ist beispielsweise, in Lieferketten die Kompatibilität der übergreifenden Produktentstehungsprozesse, Systeme und Methoden zu ermöglichen und zu verbessern. Systeme oder Prozesse müssen nicht standardisiert oder nach jedem einzelnen Kunden ausgerichtet werden, sondern es werden Anforderungen daran benannt, die für alle in einer Lieferkette gelten sollen. Eine wesentliche Funktion von Managementsystemnormen liegt in der Herstellung, Darlegung und dem Nachweis von Konformität im Hinblick auf Anforderungen, die auf breitem Konsens beruhen. Die von Kundenbedürfnissen oder Erwartungen der Gesellschaft abgeleiteten Anforderungen sind nicht nur an gesetzlichen Vorgaben orientiert, sondern übertreffen diese oft. Durch Managementsystemnormen und deren Zertifizierung kann dann Konformität mit diesen Anforderungen systematisch hergestellt und nachgewiesen werden.

In Firmen mit einem hohen Reifegrad wird der Zusatznutzen beispielsweise der ISO 9001 teilweise in Frage gestellt. Was kann dem entgegnet werden?

Griga: Die Qualitätsmanagementsystemnorm ISO 9001 wird in der Tat in reifen Gesellschaften vielmals nur als simpler Nachweis der Konformität mit einem Mindeststandard ohne weiteren Zusatznutzen betrachtet. Unternehmen in diesen Gesellschaften die Norm als Ansatz zur Reifegradsteigerung und Systemverbesserung anzupreisen, läuft deshalb oft ins Leere. Es bestehen trotzdem vielfach Potenziale zur Steigerung der Managementsystemeffektivität, die mit Unterstützung des Qualitätsmanagements gehoben werden können.

Welche Potenziale sind das?

Griga: Zum Beispiel die Integration und Verschlankung von verschiedenen Managementsystemen im Unternehmen oder die Steigerung der Wirksamkeit von Managementsystemkomponenten. Insbesondere wenn Teile einer Managementsystemnorm intern nur Lippenbekenntnisse sind, ist Handlungsbedarf vorhanden, um Konformität und die Leistung des Managementsystems zu verbessern. Darüber hinaus ist grundsätzlich der Reifegrad in Bezug auf einzelne Managementsystemnormen in Unternehmen sehr unterschiedlich. Während weltweit über eine Million von Unternehmen nach ISO 9001 zertifiziert sind, verfügen nur wenige beispielsweise über eine nach ISO 27001 zertifizierte Informationssicherheit. Dieses Thema und auch andere gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung. Durch einen proaktiven, breiteren Blick auf die Normenlandschaft und die zukünftigen Marktanforderungen ergeben sich somit zusätzliche Möglichkeiten für das Qualitätsmanagement die Managementsystementwicklung des Unternehmens zu unterstützen.

Welche Praxistipps können Sie zur effektiven Managementsystemgestaltung geben?

Griga: Strategiefehler zu diagnostizieren oder zu heilen, ist nicht originäre Aufgabe der Managementsystemnormen oder gar von Qualitätsmanagern. Genauso wenig ist es die Aufgabe des Qualitätsmanagements oder anderer Funktionen oberflächlich Konformität mit einer Managementsystemnorm vorzuweisen. Sprech-, Disput- und Handlungsfähigkeit zur effektiven Gestaltung von Managementsystemen sind stattdessen zu erlangen. Die manchmal von Qualitätsmanagerinnen und -managern beklagte Nichtbeachtung von Managementsystemnormen durch Führungskräfte hat oft andere Gründe als beispielsweise Unwissen oder Unwillen. Für erfolgreiches Qualitätsmanagement ist es ein Erfolgsfaktor, das zu erkennen, mögliche Gründe zu verstehen und diesen zu begegnen.

Wie sieht Ihr Fazit aus?

Griga: Organisationen erreichen schnell eine enorme Komplexität, die sich unter anderem in Zielkonflikten und Dysfunktionalitäten äußert. Führungskräfte müssen diese oft managen, ohne sie gänzlich auflösen zu können. Entscheidend ist es, miteinander darüber zu sprechen, welche Lücken, Stärken und Schwächen das Managementsystem hat und wie man es wirksamer machen kann. Der Anspruch der Kundenausrichtung sowie der Erfüllung gesetzlicher und gesellschaftlicher Anforderungen aber auch ein breites Wissen über Management, Systeme, Managementsysteme und Normen stellen dabei die Ausgangsbasis dar, um gemeinsam die Effektivität von Managementsystemen zu verbessern.

Über den Autor

Dr. Wilhelm Griga ist Senior Quality Manager bei Siemens Digital Industries. Er ist dort unter anderem für die Themen internationale Organisationsentwicklung, digitale Transformation und agiles Managementsystem zuständig. Daneben gehört er zur DGQ-Regionalkreisleitung Nürnberg.

Dieses Interview ist ursprünglich in Quality Engineering erschienen.

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