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Globale Umfrage: Soll ISO 9001 überarbeitet werden?

Aktuell prüft ISO/TC 176, ob ISO 9001:2015 einer Revision unterzogen werden muss. Deswegen hat das Komitee im November 2019 beschlossen, zur Vorbereitung der Entscheidung eine globale Umfrage zu entwerfen. Dafür wird der Input von denjenigen benötigt, die Erfahrung im Umgang mit QM-Systemen haben. Die Erhebung soll Ideen, Anregungen und Positionen für die Entscheidung über die nächste Revision der Norm und mögliche Zielsetzungen und inhaltliche Änderungen sammeln.

Von deutscher Seite begleitet der DIN-Ausschuss NA 147-00-01-AA die Erstellung und Übersetzung der Umfrage. Thomas Votsmeier, Leiter Normung der Deutschen Gesellschaft für Qualität und Obmann von NA 147-00-01-AA, unterstützt das Vorgehen von ISO TC 176, dass das Entscheidungsverfahren über eine Revision von ISO 9001 sowie die Festlegung der relevanten Inhalte auf einer breiten Informationsbasis erfolgt.

Die Umfrage zielt darauf ab:

  • Daten über den Wert bereitzustellen, den die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems (QMS) in Übereinstimmung mit den Anforderungen der aktuellen Ausgabe 2015 von ISO 9001 für Organisationen hat,
  • Daten über Vor- und Nachteile eines solchen QMS zu erheben und
  • zu erfassen, wie aus Sicht der Benutzer sichergestellt werden kann, dass dieser Standard auch in Zukunft relevant bleibt.

Eine Schlüsselfrage der Erhebung dreht sich um die Zukunft von ISO 9001 selbst: Sollte sie für den nächsten Fünfjahreszeitraum „so wie sie ist“ belassen, überarbeitet oder durch Normen mit entweder erweiterten oder reduzierten Anforderungen ergänzt werden?

Weitere Informationen finden sich auf der Website von ISO/TC176/SC02:

https://committee.iso.org/home/tc176sc2

Bis einschließlich Dezember 2020 ist die Umfrage online.

Jetzt an der Umfrage teilnehmen »

 

Was ist risikobasiertes Denken in ISO 9001:2015?

Mit der Neufassung von ISO 9001:2015 wurden einige wichtige Managementthemen in die Norm neu aufgenommen. Der Normenausschuss hatte im Vorfeld eine Umfrage unter Unternehmen und Nutzern durchgeführt. Als Resultat wurden mehrere aktuelle Themen identifiziert, die im Management von Organisationen eine wichtige Rolle spielen, in ISO 9001 aber bislang noch nicht berücksichtigt wurden. Eines dieser Themen bezog sich auf Risiken und Chancen.

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Die Rolle der Führung in ISO 9001:2015

In der Norm ISO 9001:2015 spielt die Führung des Unternehmens eine entscheidende Rolle. Nur wenn die Leitung des Unternehmens mit gutem Beispiel vorangeht und die Qualitätsphilosophie vorlebt, wird das Qualitätsmanagement (QM) im Unternehmen sinnvoll von den Mitarbeitern umgesetzt.

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Neue Normen für Qualität – ein Bericht vom ISO TC 176 Meeting in Indonesien für QM-Anwender

Was sind die wichtigsten Neuigkeiten und Ergebnisse in Sachen Standards und was ist speziell für die Nutzer von ISO 9001 von Bedeutung? Dieser Frage gingen Mitte September rund 150 Normungsexperten beim Treffen der ISO-Qualitätsexperten im zuständigen technischen Komitee 176 auf Bali auf den Grund. In einer Vielzahl von Meetings arbeiteten sie an verschiedensten Standards aus dem Portfolio von qualitätsrelevanten Normen der 9000er und 10000er-Reihe.

Ein zentrales Ergebnis: Der Umstieg auf ISO 9001:2015 ist noch im Gange. Das Normungskomitee arbeitet vorausschauend, für diese Gruppe ist die Arbeit an diesem Standard schon seit mehr als zwei Jahren abgeschlossen. Sie haben Interpretationshilfen und Hilfestellungen entwickelt, die unter  https://committee.iso.org/home/tc176sc2 zu finden sind.

Wie geht es weiter mit ISO 9001?

Der Standard wird 2020 auf seine Aktualität bewertet. Dann könnte – abhängig vom Ergebnis – eine weitere Revision mit einer Laufzeit von etwa drei Jahren erfolgen.

In der Zwischenzeit wird überlegt, ob der gemeinsame Rahmen für Managementsysteme, der „Annex SL“ mit der High-Level-Structure noch passt oder ob es dort Veränderungen gibt. Gleichzeitig wird die Arbeit an „Future Concepts“ zur Weiterentwicklung von ISO 9000 und 9001 aufgenommen. Ziel ist es, zu analysieren, welche Themen zukünftig im Bereich des Qualitätsmanagements berücksichtigt werden müssen, damit Normen auch in Zukunft hoch relevant für die Anwender bleiben. Diese Arbeit ist nicht primär auf eine mögliche zukünftige ISO 9001 ausgerichtet, sondern könnte eine Richtschnur für alle verbundenen Standards sein.

Für alle Anwender von ISO 9001 ist auch die Auditing Practice Group interessant, die Beispiele für „Best Practice“ entwickelt und veröffentlicht. Die Gruppe arbeitet derzeit an Artikeln zum Thema Outsourcing sowie Entwicklung oder Auditplanung für prozessorientiertes Auditieren. Anfang nächsten Jahren sollten die Beiträge fertig sein.

Für die Delegationen: Anni Koubek (Quality Austria / Austrian Standards), Thomas Votsmeier (DGQ / DIN), Rene Wasmer (SQS / SNV)

Letztlich wurde eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit Fragen der Glaubwürdigkeit ISO 9001 beschäftigt und der Kommunikation in Richtung Anwender. Diese Aufgabe kann die Gruppe geht nur gemeinsam mit ISO CASCO (verantwortlich für die Akkreditierungsstandards) und den Vertretern der Akkreditierungsstellen (IAF) bewältigen.

Die größte Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Fertigstellung von ISO 9004, der Norm, die Qualität von Organisationen in den Fokus stellt. Der Leitfaden zur Erzielung von nachhaltigem Erfolg von Organisationen wird voraussichtlich im April 2018 veröffentlicht. Er beinhaltet nützliche Konzepte und praxisbezogene Anleitungen, um das Managementsystem zielgerichtet auf einen hohen Reifegrad zu bringen, ihn zu halten und die beabsichtigte Wirkung (nachhaltigen Organisationserfolg) zu erzielen.

Diverse Arbeitsgruppen arbeiteten an der Revision der Normen der ISO-10000er-Serie. Diese werden u. a. an ISO 9001:2015 angepasst und beschäftigen sich mit z. B. mit Kundenzufriedenheit, Anwendung statistischer Methoden, Qualitätsplänen, Projektmanagement, Engagement von Personen und anderen speziellen Facetten innerhalb des Qualitätsmanagements.

Ein Workshop widmete sich Fragen der Terminologie zur Sensibilisierung der Normenexperten für korrekte und eindeutige Verwendung von Begriffen bzw. Kommunikation bei der Normenerstellung. Ziel ist es, Anwendern möglichst eindeutige und verständliche Inhalte zur Verfügung zu stellen.

Eine Übersicht über laufende Projekte und deren Status ist auf der ISO Website verfügbar.

Die Vertreter der Delegationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz „DACH“ haben sich laufend abgestimmt, gemeinsam für beste Ergebnisse eingesetzt und auch diesen Kurzbeitrag verfasst.

 

 

 

Ihr Antrag zur Rezertifizierung / Verlängerung

Verlängern Sie Ihr Zertifikat, damit Ihre Kompetenz auch weiterhin offiziell bestätigt ist.

Was wir im Einzelnen benötigen, finden Sie im verlinkten Informationsblatt auf der rechten Seite.

Für das Ausfüllen des Antrages zur Verlängerung Ihres Zertifikats empfehlen wir Ihnen zuerst den Download auf Ihren Rechner, falls der Antrag nicht automatisch in einem pdf-Reader geöffnet wird. Dadurch können Sie die verlinkten Informationen lesen und die Formularfelder nutzen. Bitte senden Sie alle Nachweise mit dem Antrag in einem pdf-Dokument an pz@dgq.de.

Die Aufgabe der DGQ
Wir prüfen, ob Sie die festgelegten Anforderungen erfüllen. Diese beziehen sich auf Weiterbildungs- und Tätigkeitsnachweise sowie Ihre berufliche Praxis während des Gültigkeitszeitraumes des Zertifikates.
Die Kriterien für die Verlängerung legen internationale und nationale Regelwerke (Normen, wie z.B. DIN EN ISO/IEC 17024, DIN EN ISO 9001, EOQ-Vorgaben, etc.) fest.
Durch die Rezertifizierung weisen Sie Ihre Fachkompetenz gegenüber Dritten nach. Dies bestätigt die DGQ-Personenzertifizierungsstelle in ihrer Funktion als neutrale Stelle.


Wichtige Hinweise bei Normrevisionen

Bitte beachten Sie, dass für die Verlängerung Ihres Zertifikates der Besuch einer mindestens eintägigen Schulung zu den Neuerungen der jeweiligen Norm verpflichtend ist:


Notwendig für alle Zertifikatsinhaber aus dem Bereich Audit.
Im August 2018 in einer neuen Version erschienen. Bitte besuchen Sie einen Refresher zur neuen Norm, anderenfalls können wir Ihnen keine Verlängerung Ihres Personenzertifikates ausstellen. In diesem Fall ist eine vollständige Zertifizierung mit dem Ablegen einer Prüfung notwendig.


Notwendig für alle Zertifikatsinhaber aus dem Bereich Arbeitssicherheit.
Im Juni 2018 in einer neuen Version erschienen. Bitte besuchen Sie einen Refresher zur neuen Norm. Anderenfalls können wir Ihnen keine Verlängerung Ihres Personenzertifikates ausstellen und es ist eine vollständige Zertifizierung mit dem Ablegen einer Prüfung notwendig.


Notwendig für alle Zertifikatsinhaber aus dem Bereich Energiemanagement.
Eine neue Version der ISO 50001 wurde im Dezember 2018 veröffentlicht. Bitte besuchen Sie einen Refresher zur neuen Norm. Anderenfalls können wir Ihnen keine Verlängerung Ihres Personenzertifikates ausstellen und es ist eine vollständige Zertifizierung mit dem Ablegen einer Prüfung notwendig.


Notwendig für alle Zertifikatsinhaber aus dem Bereich Labormanagement.
Im März 2018 in einer neuen Version erschienen. Bitte besuchen Sie einen Refresher zur neuen Norm. Anderenfalls können wir Ihnen keine Verlängerung Ihres Personenzertifikates ausstellen und es ist eine vollständige Zertifizierung mit dem Ablegen einer Prüfung notwendig.

Besuchen Sie einen unserer Workshops zur Normrevision:

Alle weiteren Workshops und Informationen finden Sie unter: DGQ-Verlängerung


Personen, die bisher ausschließlich als "EOQ Quality Management Representative (in Healthcare)" zertifiziert sind, erhalten künftig zusätzlich das Zertifikat "DGQ-Qualitätsmanagementbeauftragter (im Gesundheits- und Sozialwesen)".

Personen, die bisher ausschließlich als "EOQ Quality Manager (in Healthcare)" zertifiziert sind, erhalten künftig zusätzlich das Zertifikat "DGQ-Qualitätsmanager (im Gesundheits- und Sozialwesen)".

Bitte senden Sie uns hierfür ergänzend eine Kopie des Zeugnisses oder der Urkunde (fachgebundene) Hochschulreife / (Fach-)Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung, um die Anforderungen des zugrunde liegenden Zertifizierungsprogramms (EOQ CoS/CS) zu erfüllen.

Umfassendes Fachwissen und definierte Prozesse – das A und O bei Labormanagement nach ISO/IEC 17025

Labormanagement nach ISO 17025 ist die Grundlage für die Akkreditierung von Prüf- und Kalibrierlaboratorien. Die Norm legt insbesondere inhaltliche Anforderungen fest: Sie fordert ein solides Qualitätsmanagement analog zu DIN EN ISO 9001 und technische Kompetenzen, um die Qualität der Ergebnisse zu sichern. Im Interview mit der DGQ-Redaktion spricht Oliver Schneider, Produktmanager der DGQ, über die Herausforderungen bei der Implementierung eines solchen Managementsystems.

Welche Herausforderungen sind bei der Umsetzung von ISO/IEC 17025 zu erwarten?

Die Einführung eines Qualitätsmanagements nach ISO/IEC 17025 in Laboratorien ist kein Hexenwerk, wenn bereits eine Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 im Unternehmen durchgeführt wurde. Zu unterschätzen ist die Aufgabe trotzdem nicht: Gerade im Bereich der organisatorischen Anforderungen, der Mitarbeiterqualifizierung und der Räumlichkeiten müssen Unternehmen deutlich höhere Anforderungen erfüllen als bei DIN EN ISO 9001. Auch in Bezug auf die Validierung der angewendeten Prüf- und Kalibrierverfahren gibt es einiges zu beachten.

Warum sollten Laboratorien ein QM-System nach ISO/IEC 17025 implementieren?

Die Internationale Norm legt die Anforderungen an Laboratorien fest, damit diese die Kompetenz für die Durchführung von Prüfungen, Kalibrierungen und Probenahmen besitzen. Gerade in diesem Bereich kommt es darauf an, dass Messergebnisse richtig und zuverlässig sind und so dokumentiert werden, dass die Prüfung oder Kalibrierung eindeutig nachvollzogen werden kann. Ein QM-System nach ISO/IEC 17025 leistet dazu den entscheidenden Beitrag. Es unterstützt Unternehmen, Prozesse klar zu strukturieren und Zuständigkeiten eindeutig festzulegen und Interessenskonflikte zu vermeiden. Hierbei fordert die Norm z.B. das Anfragen, Angebote und Verträge nach festgelegten Verfahren geprüft werden und dies dokumentiert wird. Für beide Seiten, Kunden und Labor, ist somit sichergestellt, dass die Anforderungen festgelegt sind und das Labor auch die Kompetenz besitzt, die Anforderungen zu erfüllen. Ein weiterer Vorteil ist die Erweiterung des potenziellen Kundenkreises für Prüfungen und/oder Kalibrierungen. Manche öffentlichen und privaten Unternehmen vergeben Verträge ausschließlich an akkreditierte Laboratorien.

Inwieweit gehen die Anforderungen von ISO/IEC 17025 über die Anforderungen von DIN EN ISO 9001 hinaus?

Im Mittelpunkt der ISO/IEC 17025 stehen die laborspezifischen Prozesse. Die Grundlage für richtige und zuverlässige Prüfungen und Kalibrierungen ist das Bewusstsein über die möglichen Einflussfaktoren. Neben der Handhabung der Prüf- und Kalibriergegenstände, der Probenahme, der messtechnischen Rückführung und der Einrichtung spielen zwei weitere wichtige Faktoren eine Rolle. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kompetenz der Mitarbeiter. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie ihre Angestellten regelmäßig weiterbilden. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass die Mitarbeiter über ein umfassendes Fachwissen verfügen und es auch ihren Verantwortungsbereich entsprechend praktisch anwenden können. Weitere Forderungen betreffen den Einflussfaktor der stabilen Beschaffenheit der Umgebung eines Labors. Neben der korrekten Messunsicherheitsbetrachtung fordert die Norm die Dokumentation von Prüfberichten und Kalibrierscheinen nach einer festgelegten Vorgehensweise.

Was müssen Unternehmen tun, um die zusätzlichen Anforderungen zu erfüllen?

Das A und O ist, alle Prozesse zu definieren und zu dokumentieren. Alle Routineaufgaben müssen den schriftlich dokumentierten Verfahren entsprechend durchgeführt werden und alle Analysemethoden und -verfahren müssen validiert werden. Hierzu zählen Methoden und Verfahren für die Probenahme, die Prüfung und die Datenauswertung. Darüber hinaus ist es wichtig, die einzelnen Anforderungen in Prozessschritten umzusetzen. Auf diese Weise legen Unternehmen den Grundstein für die Zertifizierung ihres Managementsystems. Um Organisationen bei diesem Prozess zu unterstützen, bietet die DGQ zwei Seminare an, die die relevanten Anforderungen für Prüf-  und Kalibrierlaboratorien behandeln.

Was zeichnet die Labormanagement Seminare aus?

Die besondere Praxisnähe durch zahlreiche Übungen in kleinen Gruppen. Hier haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die Umsetzung der Norm an Beispielen aus dem eigenen Unternehmen zu trainieren. Dadurch sind die Seminare für alle Branchen interessant und die Teilnehmer profitieren von dem branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch.

Wie ist die Weiterbildung aufgebaut und was sind die wichtigsten Inhalte?

Die Seminarreihe besteht aus einer vier- und einer dreitägigen Veranstaltung. In den ersten vier Tagen verschaffen sich die Teilnehmer einen umfassenden Überblick über die organisatorischen und die technischen Anforderungen der Norm. Es werden Punkte wie die Lenkung von Dokumenten in einem Labor oder die Prüf- und Kalibrierverfahren behandelt. Im zweiten Seminar stehen messtechnische Anforderungen im Fokus.

An wen richtet sich das Format?

Die Seminare sind sowohl für Laborleiter als auch für Mitarbeiter bzw.  Qualitätsmanagementbeauftragte eines Labors geeignet. Insbesondere Mitarbeiter aus Kalibrier- und Prüflaboren, medizinischen Laboren oder bei Referenzmaterialherstellern werden angesprochen.  Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob eine Akkreditierung nach ISO/IEC 17025 vorliegt bzw. angestrebt wird oder sich die Teilnehmer nur für das Thema interessieren.

Weitere Informationen zu den DGQ-Trainings im Bereich Labormanagement erhalten Interessenten bei Oliver Schneider (Tel.: 069-954 24 150, osc@dgq.de).

 

ISO 9001:2015 ist veröffentlicht

Es ist es soweit: Die International Organization for Standardization in Genf (ISO) hat ISO 9001:2015 am 23. September veröffentlicht. Damit ist der Zeitplan gehalten, die deutsche  Version DIN EN ISO wird voraussichtlich im Oktober erscheinen.

Nach drei Jahren Revisionsarbeit mit Experten aus 95 Ländern einschließlich der Beteiligung Deutschlands durch das Deutsche Institut für Normung e.V. (DIN) und unter Mitwirkung von Experten der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V.  ist die Revision nun abgeschlossen.

Der ISO Generalsekretär Kevin McKinley äußerst sich dazu folgendermaßen: „ISO 9001 ermöglicht Organisationen, sich an eine sich verändernde Welt anzupassen. Sie steigert die Fähigkeit einer Organisation, ihre Kunden zufrieden zu stellen und stellt eine schlüssige Grundlage für Wachstum und nachhaltigen Erfolg zur Verfügung.“

Nun kann sich die weltweite QMunity auf die inhaltliche Auseinandersetzung und praktische Umsetzung  zur Steigerung des Erfolgs der Organisationen konzentrieren

Weitere Informationen

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ISO 9001:2015: Nur jeder fünfte Qualitätsmanager derzeit umfassend informiert

Umfrage der DGQ und des Beuth Verlags zeigt: Unternehmen warten noch ab

Am 23. September 2015 ist die weltweit wichtigste QM-Norm ISO 9001:2015 in englischer Sprache erschienen. Die Änderungen sind erheblich und wichtig für alle, die für ihr Unternehmen das Qualitätsmanagement verantworten und dieses, nicht zuletzt aus Gründen der Zertifizierungsanforderungen, normkonform halten müssen. Dennoch kommt eine gemeinsame Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) und des Beuth Verlags unter 472 Qualitätsmanagern zu dem Ergebnis, dass sich derzeit nur jeder fünfte Qualitätsexperte umfassend mit der revidierten Qualitätsmanagementnorm auskennt (19 Prozent). Der Großteil der Befragten hat sich bislang zwar grob über wichtige Aspekte informiert, sich dabei aber kein Detailwissen angeeignet (50 Prozent). Jeder Vierte gibt an, bisher nur wenig über ISO 9001:2015 zu wissen (26 Prozent).

Informationsbedarf weiterhin hoch

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben Qualitätsexperten zwar deutlich an Wissen zugelegt. Ende 2014 gab noch jeder Vierte an, nichts über ISO 9001:2015 zu wissen (23 Prozent). Umfassend informiert waren damals nur acht Prozent. Wichtige Aspekte – allerdings ohne Detailwissen – waren jedem Fünften bekannt (22 Prozent). Mit 48 Prozent führte die Gruppe derer, die lediglich über geringfüge Kenntnisse verfügten.

Trotz des im Vergleich verbesserten Kenntnisstandes ist der Informationsbedarf zu ISO 9001:2015 weiterhin hoch: Nur sieben Prozent der Befragten fühlen sich sehr gut auf ISO 9001:2015 vorbereitet. 39 Prozent hingegen geben an, sich kaum vorbereitet zu fühlen und dringend konkrete Informationen zu den Änderungen zu benötigen.

Großteil der Unternehmen erst in Vorbereitungsphase

Derzeit wäre nur etwa jedes fünfte Unternehmen (19 Prozent) in der Lage, sofort oder nach Klärung einzelner Schritte auf ISO 9001:2015 umzustellen. 40 Prozent der Befragten geben hingegen an, sich erst in der Vorbereitungsphase zu befinden. Jeder dritte Qualitätsexperte sieht bislang sogar noch keine Notwendigkeit, die Umstellung konkret vorzubereiten. Entsprechend planen nur vier Prozent der Qualitätsmanager, das Qualitätsmanagement-system ihres Unternehmens bis Ende 2015 umzustellen. Weitere 36 Prozent möchten die Umstellung Ende 2016 abschließen, 27 Prozent Ende 2017.

Risikobasierter Ansatz Chance und Herausforderung zugleich

Während sich knapp die Hälfte der Befragten noch kein Urteil zu ISO 9001:2015 gebildet hat, hält ebenfalls knapp die Hälfte die Änderungen an der Qualitätsmanagementnorm für wichtig (jeweils 48 Prozent). Besondere Chancen für ihr Unternehmen sehen Qualitätsmanager in der Forderung nach einem systematischen Umgang mit Risiken und Chancen (29 Prozent), der Einbindung des Qualitätsmanagementsystems in die strategische Ausrichtung der Organisation (22 Prozent) sowie der größeren Verantwortung der oberen Leitung (18 Prozent). Gleichzeitig sehen die Befragten in diesen Punkten auch die größte Herausforderung für ihr Unternehmen bei der Umsetzung der Norm (35 Prozent / 15 Prozent / 19 Prozent).

Informationsdruck steigt mit Erscheinen der deutschen Ausgaben von ISO 9001

Qualitätsmanagementsysteme gemäß der ISO-9001-Normenreihe werden weltweit eingesetzt. Über eine Million Unternehmen sind nach ISO 9001 zertifiziert. Die begehrten Zertifikate werden von unabhängigen Zertifizierungsgesellschaften vergeben – nach strengen Kriterien: Normkonformität ist ein Muss. Nach Erscheinen der englischsprachigen Ausgabe der QM-Norm wird nun die deutsche Ausgabe, die DIN EN ISO 9001 „Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen“ für Oktober/November diesen Jahres erwartet. Bis dahin wird in deutschen Unternehmen das Informationsbedürfnis noch erheblich steigen. Qualitäter, die für ihre QM-Planung Informationen benötigen, finden auf den Webseiten von DGQ (www.dgq.de) und Beuth Verlag (www.beuth.de) umfassende Angebote.

Über die Studie
Für die repräsentative Studie haben der Beuth Verlag und die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) gemeinsam 472 Qualitätsexperten zwischen 18 und 67 Jahren befragt. Die unabhängige Online-Erhebung fand im September 2015 statt.

Über den Beuth-Verlag
Der Beuth Verlag vertreibt als Tochterunternehmen von DIN nationale und internationale Normen und entwickelt multimediale Fachliteratur für Industrie, Wissenschaft, Handel, Dienstleistungsgewerbe, Studium und Handwerk. Mit dem Gros seiner Publikationen und Dienstleistungen richtet sich das Medienhaus speziell an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Zur Programmvielfalt des Beuth Verlags mit über 350.000 Titeln gehören neben der Vielzahl an technischen Regelwerken diverse branchenspezifisch ausgerichtete Buchreihen, E-Books, Normen-Management-Systeme, Onlineportale, Loseblattwerke, Zeitschriften, Apps – sowie im Rahmen der DIN-Akademie ein breitgefächertes Tagungs- und Seminarprogramm. Der Beuth Verlag ist heute einer der führenden Wissensdienstleister für technischen Fachcontent in Europa.

Mit der Website www.erfolg-durch-qualitaet.de will der Beuth Verlag auf die bevorstehende Revision der DIN EN ISO 9001:2015 vorbereiten, und zwar mit exklusiven Informationen von Branchen- und Qualitätsmanagement-Experten, Auszügen aus Büchern zur ISO Revision, Tests, Videos und Webinaren.

Über die DGQ
Die Deutsche Gesellschaft für Qualität prägt und moderiert die praxisnahe Plattform engagierter Fachleute aus allen Unternehmensebenen und Leistungsbereichen zum Thema Qualität. Der Verein mit knapp 6.500 Mitgliedern und 63 Regionalkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement. Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ-Forschung erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit KMU neue Anwendungen für das Qualitätsmanagement.

Informationen und Weiterbildungsangebote zu ISO 9001:2015 finden Interessierte unter https://www.dgq.de/themen/din-en-iso-9001/.

Ihre Ansprechpartner

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGQ                  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Beuth-Verlag
Rolf Henning                                                                Beuth Verlag GmbH
August-Schanz-Str. 21A                                             Patrick Kennedy
60433 Frankfurt am Main                                         Am DIN-Platz / Burggrafenstraße 6
Telefon: + 49 (0)69 95424-170                                 10787 Berlin
E-Mail: rh@dgq.de                                                      Telefon: +49 (0)30 26012079
E-Mail: Patrick.Kennedy@beuth.de

DGQ-Pressestelle, c/o Klenk & Hoursch                 Beuth-Verlag, c/o Klenk & Hoursch
Marina Stöcker                                                              Johanna Heemsath
Walther-von-Cronberg-Platz 2                                   Kampstraße 15
60594 Frankfurt am Main                                           20357 Hamburg
Telefon: 069 719168-34                                                Telefon: 040 589667873
E-Mail: marina.stoecker@klenkhoursch.de             E-Mail: johanna.heemsath@klenkhoursch.de

DGQ PraxisWerkstatt: Änderungen der ISO-Revision in die Praxis umsetzen

Für ihre Kunden bietet die DGQ unterschiedlichste Möglichkeiten an, sich über die Revision der ISO 9001 zu informieren: über Kooperationsveranstaltungen mit DQS und DIN, Regionalkreisveranstaltungen, aber auch Blog-Beiträge und Newsletter-Artikel.

Für alle Kunden, die nicht nur einen kurzen Überblick über Änderungen bekommen möchten, sondern auch an Umsetzungsmöglichkeiten für ihr Unternehmen arbeiten wollen, bietet die DGQ eine PraxisWerkstatt zu folgenden Themen an:

Workshop: Workshop: ISO 9001:2015

In diesem Workshop erarbeiten sich die Teilnehmer gemeinsam mit dem Trainer Umsetzungshilfen für den Umgang mit ISO 9001. Sie bekommen Handlungshinweise, wie sie Ihr Qualitätsmanagementsystem nach den Forderungen der revidierten ISO 9001 gestalten können und machen sich mit der High Level Structure vertraut. Zudem finden Teilnehmer in diesem Workshop heraus, welche Möglichkeiten sich durch die Revision ergeben können und wo in ihrer Organisation Handlungsbedarf besteht.

Ein Besonderheit: Die Teilnehmer können Themenstellungen und Beispiele mitbringen und haben die Gelegenheit, diese in der Gruppe zu bearbeiten. So profitieren sie vom Wissen und von den Ideen der anderen Teilnehmer und des Trainers. Ein Wissenstest am Ende des zweiten Tages rundet die Veranstaltung ab.

Der Workshop findet das nächste Mal vom 19. bis 20. November in Frankfurt statt. Die Oktober-Termine sind bereits ausgebucht. Weitere Informationen zum Workshop gibt DGQ-Produktmanagerin Andrea Zang unter T 069-95424216 oder E-Mail az@dgq.de.

Workshop: Interne Audits nach ISO 9001:2015

In diesem Workshop erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam mit dem Trainer Umsetzungshilfen für den Umgang mit ISO 9001 in internen Audits. Dabei erarbeitet die Gruppe das praxisnahe Umsetzen für das nächste interne Audit. Jeder Teilnehmer kann somit die Anforderungen der Revision auf seine Arbeit übertragen und profitiert von Expertentipps und fachlichem Austausch.

Wichtig: Die Teilnehmer können Themenstellungen und Beispiele mitbringen und haben die Gelegenheit, diese in der Gruppe zu bearbeiten. So profitieren sie vom Wissen und von den Ideen der anderen Teilnehmer und des Trainers.

Der Workshop findet am 30. Oktober und am 7. Dezember in Stuttgart (Ditzingen) statt. Weitere Informationen zum Workshop gibt DGQ-Produktmanagerin Anja Lütjens unter T 069-95424214 oder E-Mail al@dgq.de.

Workshop: Managen von Datenqualität

Industrie 4.0, Big Data, das Internet der Dinge. Heute und in Zukunft wird es immer wichtiger, die Daten- und Informationsqualität in den Unternehmen zu verbessern. Wie das gelingt, erfahren Interessenten hier. Sie lernen, ein nachhaltiges Datenqualitäts-Management (DQM) in ihr bestehendes Managementsystem – z. B. nach DIN EN ISO 9001 – zu integrieren. In Gruppenarbeit entwickeln sie Maßnahmen, um DQ-verbessernde Prozesse umzusetzen und ein entsprechendes Controlling/ Monitoring zur optimalen Steuerung aufzubauen. Das Seminar definiert den Begriff Datenqualität und führt auf, warum Datenqualitäts-Management notwendig ist. Es beleuchtet ferner Chancen und Risiken und nennt die Anforderungen, die Unternehmen erfüllen müssen. Es geht darüber hinaus der Frage nach, wie Daten- und Informationsqualität gemessen und bewertet werden können. Dazu stellt es Leitlinien zur Orientierung vor und erläutert, welche unternehmensspezifischen Anforderungen berücksichtigt werden müssen.

Die Teilnehmer können anschließend die Chancen und Risiken von Datenqualität erheben und bewerten. Sie können Datenqualität-Mindeststandards definieren und die Grundzüge einer Datenqualitäts-Strategie, die Organisationsstruktur sowie einen Umsetzungsplan auf Basis ihrer Analyseergebnisse entwickeln.

Der Workshop findet vom 05. bis 06. Mai 2016 in Stuttgart (Herrenberg) statt. Weitere Informationen zum Workshop gibt DGQ-Produktmanagerin Andrea Zang unter T 069-95424216 oder E-Mail az@dgq.de.

Workshop: Risikobasiertes Denken

In diesem Workshop erarbeiten die Teilnehmer gemeinsam mit dem Trainer Umsetzungshilfen für den Umgang mit dem risikobasierten Ansatz aus ISO 9001 und ISO 14001. Der Workshop vermittelt praxisnah die Grundlagen und den Nutzen eines risikobasierten Prozessmanagements. Die Teilnehmer erfahren, was nötig ist, um den „Risikobasierten Ansatz“ anforderungsgerecht in ihren Unternehmen umzusetzen und diesen zur Verbesserung ihrer organisationsbezogenen Prozesse zielgerichtet und wertschöpfend zu nutzen. Sie lernen typische Begriffe und Tools des risikobasierten Prozessmanagements kennen. Anhand von praxisbezogenen Gruppenübungen trainieren sie, richtig mit ausgewählten Tools des Risikomanagements umzugehen.

Anschließend haben sie einen Überblick über den risikobasierten Ansatz und kennen die wichtigsten Begriffe eines risikobasierten Prozessmanagements. Sie können diesen Ansatz nach DIN EN ISO 9001:2015 und DIN EN ISO 14001:2015 richtig interpretieren, nutzen systematisch Chancen und sichern Risiken ab.

Die Kenntnis der Normforderung zum „Risikobasierten Ansatz“ beispielsweise aus der DIN EN ISO 9001 bzw. 14001 ist Voraussetzung. Teilnehmer können aktuelle Aufgabenstellungen aus ihrer Organisation mitbringen. Wo es thematisch passt, werden die Themen in unserer PraxisWerkstatt bearbeitet. Ein freiwilliger Wissenstest am Ende des zweiten Tages rundet die Veranstaltung ab. Der Workshop läuft am 26. und 27. Oktober 2015 in Frankfurt am Main und am 7. und 8. Dezember 2015 in Bochum.

Weitere Informationen zum Workshop gibt DGQ-Produktmanager Torsten Klanitz unter T 069-95424189 oder E-Mail tk@dgq.de.

ISO-Revisionen 2015: Die Weichen sind gestellt

Knapp 500 Teilnehmer sind in diesem Herbst der Einladung von DGQ, DIN und DQS gefolgt, sich über den Stand der Revisionen von ISO 9001 und ISO 14001 zu informieren. Der Zeitpunkt, sich mit dem Thema zu beschäftigen, war gut gewählt: Schließlich können wichtige Eckdaten und Neuerungen mit Vorliegen der Normentwürfe (DIS) bereits auf einer richtungweisenden Grundlage betrachtet werden. Welche Rolle diese international anerkannten Regelwerke in den globalen und regionalen Märkten auch künftig spielen werden, erfuhr das Fachpublikum von Benedikt Sommerhoff (DGQ), Katherina Wührl (DIN) und Frank Graichen (DQS). Die Kooperationsveranstaltungen von DGQ, DIN und DQS werden 2015 mit einem dann aktualisierten Konzept fortgesetzt.

Das Programm der insgesamt vier Tagungstermine in 2014 reichte von faktenbasierten Informationen zum Zeitplan und den Übergangsfristen bis hin zu ersten Interpretationen von Textstellen, die neue Anforderungen in sich bergen. Dass sich die Veranstalter im Vorfeld auf ein so weites Pensum verständigt hatten, erwies sich als vorausschauend: Bei einer elektronischen Befragung vor Ort gaben im Schnitt rund 70 Prozent der Teilnehmer an, bislang keine bzw. nur geringfügige Kenntnisse vom DIS zu ISO 9001:2015 zu besitzen. Beim DIS zu ISO 14001 fielen diese Werte sogar deutlich höher aus.

Frank Graichen (DQS) für die QM-Norm und Katherina Wührl (DIN) für das Umweltmanagement warfen sich gegenseitig die Bälle zu, als es am Vormittag um die wichtigsten Änderungen in den Regelwerken ging. Dass diese zu einer merklichen Bewegung in den Organisationen selbst führen können, zeigte zum Beispiel der Blick auf die verstärkten Anforderungen an die oberste Leitung bezüglich Verpflichtung und Mitwirkung am Managementsystem. Immer wieder ergänzt wurden diese Informationen durch Hinweise auf Dokumente etwa auf der ISO-Webseite, auf geplante unterstützende Dokumente wie ISO/TS 9002 und ISO 14004 sowie auf Formulierungen in den Kapitelanmerkungen und Anhängen. Auch beim Beleuchten zentraler Themen der Revision wurden die Teilnehmer direkt während des Vortrags zu einer elektronischen Abstimmung aufgefordert. Zur Auswahl standen der Fokus auf das Prozessmanagement, das Kennen der Erwartungen interessierter Parteien, der risikobasierte Ansatz und das Organisationswissen als Ressource. Die Frage lautete, welche dieser Änderungen wohl als nützlichste Erweiterung für das eigene Unternehmen betrachtet werde. Der Favorit? Im Schnitt 47 Prozent der Gäste votierten für die risikoorientierte Betrachtung von Prozessen.

Mehr Handlungsspielraum: Manches steht zwischen den Zeilen

Im Laufe des Tages wurde erkennbar, dass eine merkliche Entwicklung beider Normen dahin geht, über den Tellerrand hinauszuschauen. Durch die Anwendung von ISO 14001 etwa sollen Unternehmen Umweltbelastungen nicht nur vermeiden, sondern die Umwelt schützen und dafür auch sozioökonomische Erfordernisse in Betracht ziehen, den Lebensweggedanken integrieren und die Kommunikation nach außen und innen stärken. Das Beispiel zeigt, wie mit der Revision teilweise größere Handlungsspielräume eröffnet und mehr Entscheidungsoptionen möglich sind. Gerade zu Beginn werde dabei manches zwischen den Zeilen zu lesen sein, stellte Frank Graichen fest und kommentierte knapp: „Da wird es die eine oder andere Diskussion mit dem Auditor geben.“

Der Beauftragte der obersten Leitung wird auch künftig nicht fehlen

Mit Blick den Beauftragten der obersten Leitung – „Es gibt keinen QMB mehr“ – griff Benedikt Sommerhoff von der DGQ ein Thema mit Potenzial für die Zukunft auf. Über den Job Title auf der Visitenkarte macht sich Sommerhoff dabei weniger Gedanken. Für ihn entsteht mit den Revisionen vielmehr die notwendige Gelegenheit, die „Q-Berufe“ weiterzuentwickeln. Qualitätsmanager sieht er dabei durchaus als Organisationsentwickler – und er fordert die Berufsgruppe auf, diese Rolle als Führungskraft auch aktiv anzunehmen. Sommerhoffs Fazit: „Der Beauftragte der obersten Leitung wird in Unternehmen mit einer guten Qualitätskultur der Leitung nicht fehlen – und in Unternehmen mit einer schlechten Qualitätskultur nichts ausrichten.“ Eine Positionierung des DGQ-Fachkreises „Q-Berufe“ zum Rollenbild wird übrigens für Ende Januar 2015 erwartet.

„Das wird mancher von Ihnen als Hausaufgabe mitnehmen“

Insgesamt gelang es den Referenten, eine Vielzahl von Informationen, Hinweisen und Stichworten zu einem greifbaren Gesamtkontext zusammenzufügen. Dieser zunehmend erkennbare rote Faden versetzt die rund 500 Teilnehmer in diesem Jahr in die Lage, eine erste Bilanz zu ziehen, rechtzeitig Handlungsfelder zu bestimmen und einen Zeitplan zu entwickeln, wann die eigene Organisation auf die revidierten Normen umsteigen kann und möchte. Bezogen auf ISO 9001 ging übrigens die Mehrheit der Teilnehmer mit einer realistisch-selbstbewussten Einschätzung aus den Veranstaltungen heraus: Knapp 45 Prozent erkennen die Revision durchaus als Herausforderung für die eigene Organisation an, scheuen sich aber nicht vor der Bewältigung. Oder anders formuliert: „Da gibt es etwas zu tun, aber wir schaffen das.“

2015 mit DGQ, DIN und DQS in die Zielgerade der Revisionen

Bei der Bewältigung von Herausforderungen werden DGQ, DIN und DQS ihre Mitglieder und Kunden auch in 2015 unterstützen. Ab Mitte Mai starten die Kooperationspartner mit insgesamt zehn ganztägigen Veranstaltungen zu ISO 9001 und vier Veranstaltungen zu ISO 14001. Neu im Konzept dieser Termine sind Workshops. In diesen Arbeitsrunden wird den Teilnehmern die vertiefte Auseinandersetzung mit wichtigen Kernpunkten, Praxisauslegungen und Umsetzungshilfen ermöglicht. Informationen zum Programm und Links zur Buchung unter www.isorevision.de.

Knapp 14 Prozent der Teilnehmer in 2014 gaben an, schon in 2015 auf die neue ISO 9001 umzusteigen, rund 32 Prozent haben das für 2016 vor.

Autor:
Matthias Vogel
Leiter Marketing & Communication
DQS GmbH

 

 

Neues DGQ-Training zeigt, wie man QM-Teams ohne Weisungsbefugnis führt

Vielen Mitarbeitern aus dem Qualitätsmanagement geht es ähnlich: Sie sollen Verbesserungsprojekte anstoßen, neue Prozesse einführen, abteilungsübergreifende Projekte leiten – und das alles ohne Weisungsbefugnis. Wie man in solchen Situationen sein Anliegen durchsetzt, mit Kollegen kooperiert und die gestellte Aufgabe bestmöglich umsetzt, haben die ersten Teilnehmer des DGQ-Trainings QM-Teams führen ohne Weisungsbefugnis gelernt. Gemeinsam mit der Trainerin Susanne Völker entwickelten sie Methoden, Ideen und Strategien, um ihre Themen im Unternehmen voranzutreiben. Im Fokus standen dabei intensive Übungen und Rollenspiele, die sich an den individuellen Herausforderungen der Teilnehmer orientierten.

Im Training nahmen die Teilnehmer verschiedene unternehmenstypische Rollen ein – vom Qualitätsmanager über den Prozessverantwortlichen bis hin zum Mitarbeiter aus Fertigung oder Geschäftsführung. Dabei hatten sie die Gelegenheit, herauszufinden, wie Stimme, Körperhaltung und bestimmte Argumente auf andere wirken und man Widerstände löst. „Ziel ist es, sich selbst und neue Herangehensweisen in einem geschützten Rahmen auszuprobieren“, sagt DGQ-Produktmanagerin Anja Lütjens, die das Training inhaltlich mitgestaltet hat. „Denn wer weiß, wie er wirkt, Gruppendynamiken erkennt und entsprechend moderiert, kann seine Themen im Unternehmen am besten vorantreiben.“

Das nächste Training findet vom 16. bis 17. Dezember 2014 in Frankfurt am Main statt. Nähere Informationen zum Training erhalten Interessenten bei Anja Lütjens (T 069 954 24-214, al@dgq.de).

Schluss mit Ramsch: China, Indien und Polen machen dem Qualitätsstandort Deutschland Konkurrenz

  • Repräsentative Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) zeigt: China belegt Spitzenplatz bei Aufholjagd in Sachen Qualität, gefolgt von Polen und Indien
  • Deutschland wird den Qualitätsstandard halten (43 Prozent) bzw. weiter ausbauen (28 Prozent), sagen die befragten Unternehmen
  • DGQ will Deutschland mit Initiative zum Qualitätsleitbild fit für die Zukunft machen

Nach Einschätzung der deutschen Wirtschaft werden vor allem China, Polen und Indien in den nächsten 20 Jahren stärker in den Qualitätswettbewerb einsteigen. Das zeigt eine aktuelle Unternehmensbefragung der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ), durchgeführt vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW). „Qualität – Made in Germany“ ist die größte empirische Erhebung zum Qualitätsstandort Deutschland. Befragt wurden 1.214 deutsche Unternehmen aus Industrie und Dienstleistung repräsentativ nach Branche und Mitarbeitergröße. „Volkswirtschaften, die gemeinhin als Niedrigkostenländer gelten, rücken zunehmend von einer preisorientierten Strategie der Kostenführerschaft ab und wollen sich im Qualitätssegment etablieren. Länder wie China, Polen und Indien sind uns auf den Fersen. Dies gilt es im Auge zu behalten. Gleichzeitig ist es eine Chance, unsere Marke ‚Made in Germany‘ mit neuem Leben zu füllen und den Qualitätsstandort Deutschland neu zu profilieren“, kommentiert Jürgen Varwig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. So soll im November 2014 das Qualitätsleitbild für Deutschland erscheinen. Mit der Initiative will die DGQ Impulse für Qualität als Erfolgsfaktor für die deutsche Wirtschaft geben.

Im Ranking: China an der Spitze der Aufholjagd, das Schlusslicht ist Italien

China wird im Wettbewerb um Qualität am stärksten zulegen, so die DGQ-Daten. Für größere Unternehmen ist dies deutlicher wahrnehmbar: Mehr als 56 Prozent der befragten Unternehmen ab einer Größe von 250 Mitarbeitern geben an, dass das Reich der Mitte in den nächsten 20 Jahren aufhole. Bezogen auf alle befragten Unternehmen sind 42 Prozent dieser Meinung. Nur drei Prozent aller Unternehmen gehen davon aus, dass das Qualitätsniveau in China in den nächsten 20 Jahren zurückfällt. Platz zwei bei der Aufholjagd in puncto Qualität belegt Polen. Mehr als jedes dritte deutsche Unternehmen (38 Prozent) geht davon aus, dass unser Nachbarland in den nächsten 20 Jahren diesbezüglich Fortschritte macht. Platz drei belegt Indien (35 Prozent).

Die DGQ-Studie zeigt auch: USA und Frankreich sind für deutsche Unternehmen in dieser Hinsicht keine relevanten Wettbewerber. Aus Sicht der Befragten werden sie eher zurückfallen oder sich zumindest nicht verbessern. Das Schlusslicht bildet Italien: Branchenübergreifend geht die deutsche Wirtschaft davon aus, dass der Standort bei der Qualität tendenziell nachlassen wird.

Qualität bleibt Differenzierungsmerkmal für Deutschland

Gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft: Rund 28 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Bundesrepublik in puncto Qualität in den nächsten 20 Jahren weiter zulegen wird. Mehr als 43 Prozent glauben, dass Deutschland den Standard hält. „Qualität ist das Differenzierungsmerkmal, mit dem sich die deutsche Wirtschaft erfolgreich am Weltmarkt behauptet. Unseren Schätzungen zufolge bringt der Faktor Qualität den deutschen Unternehmen allein im Exportgeschäft ein Plus in dreistelliger Milliardenhöhe“, erklärt Varwig. „Das gilt es zu schützen und zu stärken. Wir haben daher die Initiative ‚Qualitätsleitbild für Deutschland‘ ins Leben gerufen mit dem Ziel, das Erfolgsmodell ‚Made in Germany‘ für die Zukunft auszurichten. Unser Leitbild wird dafür relevante Impulse liefern“.

Ergebnisse im Detail:

Wie schätzen Sie die Entwicklung in den nächsten 20 Jahren ein: Holen Ihre Wettbewerber aus den folgenden Nationen bei der Qualität auf, bleiben gleich oder fallen sie zurück?

„Holen deutlich auf“/„Holen eher auf“ (Top2-Antworten)
1. China 42 %
2. Polen 38 %
3. Indien 35 %
4. Türkei 32 %
5. Deutschland 28 %

„Fallen deutlich zurück“/Fallen eher zurück“ (Top2-Antworten)

1. Italien 24 %
2. Frankreich 20 %
3. USA 15 %
4. Russland 7 %
5. Türkei 7 %

Über die Studie
„Qualität – Made in Germany: Empirische Erkenntnisse zum Stand und zur Zukunft des Qualitätsstandorts Deutschland“ ist eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ). Für die Erhebung wurde das Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) beauftragt. Befragt wurden 1.214 deutsche Unternehmen repräsentativ nach Branche und Mitarbeitergröße. Die Gewichtung erfolgte laut Unternehmensregister des Statistischen Bundesamtes. Die repräsentative Studie ist die größte empirische Erhebung zum Qualitätsstandort Deutschland. Die Befragung fand im November und Dezember 2013 statt, die Auswertung lag im Juli/ August 2014 vor. Für diese Meldung wurden die Angaben in Prozent und nicht die Mittelwerte verwendet.

Über die Initiative ‚Qualitätsleitbild für Deutschland‘
Anlässlich ihres 60-jährigen Jubiläums 2012 rief die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. die Initiative „Qualitätsleitbild für Deutschland“ ins Leben. Ziel des Leitbildes für Qualität ist es, die herausragende Bedeutung dieses Erfolgsfaktors für Deutschland herauszustellen und im Kontext einer sich ändernden Wirtschaft neu zu definieren. Unter der Leitfrage „Was muss passieren, damit Qualität auch in 20 Jahren noch zentrales Differenzierungsmerkmal und entscheidendes Erfolgsprinzip der deutschen Wirtschaft am Weltmarkt ist?“ stieß die DGQ dazu einen breiten Diskurs in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft an. Begleitend untersuchte das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW) das Thema im Rahmen einer umfassenden Studie. Außerdem hat die DGQ gemeinsam mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam im Rahmen eines Design Thinking-Workshops vier Fokusthemen ausgearbeitet, die zu den wichtigsten Handlungsfeldern für die Zukunftsfähigkeit von Qualität gehören. Das Leitbild zur Zukunft von Qualität erscheint im November 2014 und soll Wirtschaft, Gesellschaft und Politik neue Impulse für Qualität in Deutschland liefern.

Über die DGQ
Die Deutsche Gesellschaft für Qualität prägt und moderiert die praxisnahe Plattform engagierter Fachleute aus allen Unternehmensebenen und Leistungsbereichen zum Thema Qualität. Der Verein mit knapp 7000 Mitgliedern und 63 Regionalkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement. Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ-Forschung erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit KMU neue Anwendungen für das Qualitätsmanagement.

 

Aufruf „Audit-Tipps von Praktikern“

PantherMedia A27984392Wenn Sie Auditor sind, zum Beispiel für interne Audits oder Lieferantenaudits, haben Sie sicherlich schon einiges erlebt. Ob unwillige Auditpartner, unvorbereitete Co-Auditoren, verunsicherte Lieferanten oder fehlende Dokumente – uns interessiert, wie Sie mit diesen Situationen umgegangen sind, um das bestmögliche aus dem Audit zu machen.

Bitte beantworten Sie uns folgende Fragen in ca. 1000 Zeichen:

  • Was waren kniffelige Auditsituationen?
  • Wie sind Sie damit umgegangen?
  • Wie haben Sie die Schwierigkeiten gelöst?
  • Was hat Ihnen bei der Lösung geholfen? (besondere Gesprächstechnik, Weiterbildung…)

Bitte senden Sie Ihre Audit-Tipps an:

Anja Lütjens
DGQ-Produktmanagerin
al@dgq.de

Unter allen Einsendungen verlosen wir eine Teilnahme an dem Workshop DIN EN ISO 19011:2011 – wertschöpfend auditieren.

Informationen zur Verlosung >>>

Wir sind auf Ihre Beiträge gespannt. Die besten Tipps werden auf der DGQ-Website veröffentlicht.

Qualitätsnorm ISO 9001 ist die meist angewandte Norm / 52.000 deutsche Unternehmen müssen sich auf Revision vorbereiten

  • Umfrage der Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) zeigt: Knapp die Hälfte der befragten Qualitätsmanager bereiten sich bereits heute vor / Norm tritt Ende 2015 in Kraft
  • Mehr als jeder zweite Befragte verspricht sich Impulse, wie Qualität im eigenen Unternehmen noch effizienter und zielorientierter wird
  • Die DGQ gestaltet im zuständigen Komitee die neue Norm mit
  • Geplante Änderungen: mehr Praxisnähe, mehr Flexibilität, mehr Verantwortung für Führungskräfte

Ob große Konzerne oder Mittelständler – Unternehmen in Deutschland und weltweit müssen sich auf Neuerungen einstellen: Die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 wird aktuell umfassend überarbeitet und tritt im September 2015 in Kraft. Sie gehört zu den bedeutendsten und meist angewendeten Normen weltweit. Allein in Deutschland nutzen 52.000 Organisationen die ISO 9001. Für viele Unternehmen ist die Überarbeitung schon heute ein relevantes Thema. 45 Prozent der befragten Qualitätsmanager setzen sich bereits mit der Revision auseinander. 47 Prozent erwarten, dass die Adaption der Norm der Schwerpunkt ihrer Arbeit sein wird. Das ergab eine Befragung der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Konzept & Markt unter 400 deutschen Unternehmen. Die meisten haben hohe Erwartungen an die neue Norm: Mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) erwartet Impulse, wie das eigene Qualitätsmanagement noch effizienter und zielorientierter gestaltet werden kann. 41 Prozent der Befragten erwarten aufgrund der Neuerungen Kosten- und Zeitersparnisse.

Gravierende Veränderungen von Märkten, Prozessen und Anforderungen der Stakeholder und Konsumenten an Unternehmen machen eine Überarbeitung notwendig: Vorangetrieben wird die Revision von der Internationalen Organisation für Normung (ISO), die aus über 100 nationalen Organisationen besteht. Die DGQ repräsentiert im Revisionsprozess die European Organization for Quality (EOQ) und gestaltet im zuständigen Komitee die neue Norm mit. „Ein Qualitätsmanagementsystem ist nicht zweckfrei. Es muss einen konkreten Mehrwert bieten. Die neue ISO 9001 ist hierfür ein Meilenstein. Sie orientiert sich stärker denn je an den Bedürfnissen der Unternehmen und ermöglicht ihnen, auch bei veränderten Marktbedingungen zukunftssicher zu agieren“, sagt Michael Weubel, Leiter der DGQ Landesgeschäftsstelle Mitte in Frankfurt am Main.

Führungskräfte stärker in der Verantwortung

Im Herbst 2015 wird die ISO 9001:2015 voraussichtlich in Kraft treten. Die wesentlichen Grundzüge stehen bereits fest: Insgesamt soll die neue ISO deutlich praxisbezogener sein und unmittelbar auf die Unternehmensziele einzahlen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, dass Unternehmen ihr Qualitätsmanagement auf individuelle Gegebenheiten anpassen und dabei zum Beispiel auch externe Faktoren einbeziehen – wie die Lieferantenstruktur. Die Revision der Norm zeigt den Weg zu einem wirkungsvollen Qualitätsmanagement auf. Wie Qualitätsmanagement-Aufgaben verteilt und organisiert werden, können Unternehmen künftig freier entscheiden. Denn: Die Position des QM-Beauftragten wird in der Norm nicht mehr vorgeschrieben. Im Zuge dieser Flexibilisierung werden QM-Themen künftig vermehrt in der Unternehmensführung zu diskutieren sein. Dazu ist ein unternehmensübergreifender Blick beim Thema Qualität nötig. Der Führungsebene kommt im Qualitätsmanagementsystem daher eine deutlich zentralere Rolle als bislang zu. Laut DGQ-Befragung erwarten rund zwei Drittel der befragten Qualitätsmanager (59 Prozent), dass Führungskräfte mit der neuen Norm ihrer Verantwortung besser gerecht werden. Zudem werden nach dem Vorbild der Automobilindustrie im Rahmen der neuen Norm auch Prozessorientierung und Risikomanagement gestärkt. So können Unternehmen damit rechnen, dass die neue Norm einfacher und flexibler anzuwenden sein wird. Im Fokus steht nun weniger ein umfassendes Regelwerk. Vielmehr ist die Implementierung eines effizienten Qualitätsmanagements das Ziel.

Veranstaltungsreihe von DIN, DGQ und DQS informiert über Änderungen

Die Bedeutung eines praxisnahen Qualitätsmanagements wird an einer weiteren Zahl deutlich: Für neun von zehn Befragten (92 Prozent) ist Qualitätsorientierung eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens, so die Befragung. Die Revision der ISO 9001 ist und bleibt für die nächsten Jahre daher ein zentrales Thema. Auf welche Änderungen Unternehmen sich konkret vorbereiten müssen, erfahren sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Raus aus der Gerüchteküche“ der DGQ, des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS). Alle Termine der Veranstaltungsreihe finden sich unter www.normenrevision.de.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Bedeutung des Qualitätsmanagements

  • Für neun von zehn Befragten (92 Prozent) ist Qualitätsorientierung eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens
  • Aus Sicht der großen Mehrheit hat Qualitätsmanagement einen hohen Stellenwert (84 Prozent) und wird im Unternehmen als Strategiethema behandelt (90 Prozent) Vorbereitung auf die Revision
  • 45 Prozent der befragten Qualitätsmanager setzen sich bereits mit der Revision der ISO 9001:2008 auseinander
  • Rund ein Drittel (36 Prozent) hat sich hingegen noch nicht damit auseinandergesetzt
  • Fast die Hälfte (47 Prozent) der Qualitätsmanager ist der Meinung, dass die Adaption der Norm der Schwerpunkt ihrer Arbeit in den nächsten Jahren sein wird Erwartungen an die Revision
  • Mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) erwartet Impulse, wie das eigene Qualitätsmanagement noch effizienter und zielorientierter gestaltet werden kann
  • 41 Prozent der Befragten versprechen sich aufgrund der Neuerungen Kosten- und Zeitersparnisse
  • Rund zwei Drittel der befragten Qualitätsmanager (59 Prozent) glauben, dass Führungskräfte mit der neuen Norm ihrer Verantwortung für Qualität besser gerecht werden
  • Fast jeder zweite Befragte (44 Prozent) erwartet von der ISO-Revision eine Stärkung der Position des Qualitätsmanagers innerhalb seines Unternehmens
  • Ebenso viele (44 Prozent) versprechen sich davon eine höhere Akzeptanz und mehr Verständnis für das Thema Qualitätsmanagement

Über die Studie

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) hat im Mai und Juni 2014 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Konzept & Markt Qualitätsmanagement-Verantwortliche in 400 Unternehmen in Deutschland befragt.

ISO 9001 wird erwachsen: Mehr Freiheit – aber auch mehr Verantwortung

Weniger detaillierte Einzelforderungen, mehr Spielraum für angemessenen Umgang – diese Tendenz lässt sich schon bei oberflächlicher Betrachtung des für die Öffentlichkeit zur Stellungnahme bereitgestellten Normentwurfs zur ISO 9001 registrieren. Der Beauftrage der obersten Leitung, das QM-Handbuch, die statistischen Methoden, die sechs dokumentierten Verfahren werden bspw. laut DIS 9001:2014 nicht mehr explizit gefordert. Daraus leichteres Spiel für extrinsisch motivierten Umgang mit der künftigen Norm abzuleiten ist allerdings fehl am Platze. Wer bisher die Normenforderungen angemessen umgesetzt hat, wird beim Studium des Entwurfs sicher nicht erschüttert. Wo allerdings bisher rein formal ein QM-System nachgewiesen wurde, könnte es eng werden: Dem Wesen nach ist der vorliegende Entwurf sehr viel konsequenter als die derzeit gültige ISO 9001:2008.

Das Ergebnis der Revision kann nur am Vorhaben selbst gemessen werden. Für eine eingehende Bewertung sollte man sich vorab die Ziele der Revision anschauen:

  • Berücksichtigung von Änderungen in Qualitätsmanagementverfahren und Technologien seit der letzten großen Revision (2000)
  • Das Erarbeiten  einer Norm, die den Anwendern in den  nächsten zehn Jahre einen geeigneten Rahmen für ihr Qualitätsmanagementsystem  und dessen Zertifizierung bietet
  • Verbesserung der Wertschöpfung der Organisation und ihrer Leistung für den Kunden
  • Integration der Risikobeherrschung in das System
  • Verbesserung der Anwendbarkeit und Vereinfachung der Sprache
  • Die Dokumentationsforderungen als Hauptaufreger der Kritiker  sollte weniger Gewicht erhalten

Eine umfangreiche webbasierte Anwenderbefragung hatte eine zunehmende Vielfalt bei den Anwendern der ISO 9001, neue Qualitätskonzepte und Ideen für die Aufnahme in die ISO 9001, eine bisher oft zu formale Interpretation der ISO 9001:2008 sowie Bedarf nach unterstützenden Hinweisen und Leitfäden ergeben.

Durch alle Bereiche zieht sich als roter Faden der in der Einleitung beschriebene Leitgedanke: „Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems sollte eine strategische Entscheidung einer Organisation sein. Ein stabiles Qualitätsmanagementsystem kann einer Organisation dabei helfen, ihre Gesamtleistung zu verbessern, …“ (DIS 0.1). Dieser Anspruch wird vom Entwurf mit Leben gefüllt. Das wird besonders deutlich, wenn über den Tellerrand der bei der Zertifizierung angesprochenen Kapitel hinaus die gedanklichen Leitplanken vor und nach zertifizierbarem Text beachtet werden. Einleitung, Anmerkungen und Anhänge sind ausdrücklich als Anleitung zum Verständnis da – und sollten genutzt werden.

Die Diskussion zur Revision in den Betrieben lohnt den Aufwand. Der reife Teil der QMunity wird nicht fragen „Was wird der Zertifizierungsauditor wollen?“, sondern: „Was ist der Stellenwert des QM-Systems beim Erreichen der Unternehmensziele, welchen Beitrag können wir Qualitätsmanager leisten?“ Das wird besonders deutlich im Kapitel ‚Prozesse‘ des Normentwurfs. Seit der letzten großen Revision 2000 ist von ISO 9001 Prozessmanagement gefordert. Die „Elemente – Qualitäter“ waren jedoch vielerorts  weiter für Dokumentation, interne Audits und Konformitätsbewertung zuständig. Abteilungsleiter wurden in „Prozessverantwortliche“ umbenannt. Aber: viele Unternehmen blieben weitgehend vertikal ausgerichtet. Prozessorientierung wurde in der Praxis weitestgehend behauptet, tatsächlich aber in Abteilungen gearbeitet. Mancherorts bildete sich gar neben dem formalen QM eine tatsächliche Prozesssteuerung (etwa durch die Produktionsleitung, die QS, Lean-Manager) als Parallelwelt heraus (oder war es umgekehrt?). Dabei muss  die Frage des QMs lauten: „Wie unterstützt mein Angebot die oberste Leitung? Ist es aus der Strategie abgeleitet? Unterstützt es die wirtschaftlichen Ziele? Fasst es Ressourcen und bildet ein Setting reifer Prozesse? Regelt es den „Normalfall“ oder wirkt es in Richtung „Befähigung zur Agilität“, um den Wandel zu meistern?“ Die neue Norm wird es den Qualitätsmanagern leichter machen, die formalen Aspekte des QM-Systems mit diesen Anforderungen der Lebenswirklichkeit besser zu verknüpfen. Die Einleitung des Entwurfs betont neben der Wirksamkeit ausdrücklich die Effizienz, die Berücksichtigung der Prozesse aus Sicht der Wertschöpfung, das Erreichen wirksamer Prozessleistung, die Verbesserung der Prozesse als Ziel. (DIS 0.3)

Ihre Stellungnahmen zum Normentwurf können Sie bis September 2014 unter www.Entwuerfe.DIN.de abgeben.

Autor:
Kai-Uwe Behrends
Leiter DGQ Landesgeschäftsstelle Nord

 

DGQ-Qualitätstag 2014: Planung des Community Treffs schreitet voran

Am 19. November findet der erste Qualitätstag in Frankfurt statt. Das Netzwerktreffen bietet DGQ-Mitgliedern und Interessierten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch rund um das Thema Qualität. Aktuell läuft die Planung des Community-Treffs auf Hochtouren. Der offizielle Blog zur Veranstaltung informiert regelmäßig über den neuesten Stand.

Einer der Workshops, die auf dem Qualitätstag stattfinden, gibt Einblick in das Forschungsprojekt InnoGesi. Im Rahmen dessen hat sich die DGQ damit befasst, welche Fähigkeiten Organisationen aufweisen müssen, um im Notfall richtig zu handeln und an Misserfolgen zu wachsen. Einem ähnlichen Thema widmet sich ein zweiter Workshop, in dem Armin Töpfer, Leiter der Forschungsgruppe Marktorientierte Unternehmensführung der Fakultät Wirtschaftswissenschaften an der TU Dresden, über Notfall- und Krisenmanagement berichtet. Beim Qualitätstag erfahren die Teilnehmer, welche Einflussgrößen zu potenziellen Qualitätsdefiziten führen und wie hoch das jeweilige Risiko ist. Darüber hinaus erhalten sie Antworten auf die Fragen „Welche Schadensfolgen kann das Qualitätsdefizit für das gesamte Unternehmen haben?“ und „Wie können Schadensfolgen präventiv vermieden oder reaktiv eingedämmt werden?“. Alexander Schloske vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA ist Experte für die Themen QFD, FMEA und funktionale Sicherheit und leitet einen weiteren Workshop. Darin wird er sowohl Fragen zur Entwicklung dieser bewährten Methoden als auch zu neuen Ansätzen und deren Zusammenhang mit Risikoanalysen beantworten. Darüber hinaus hat Schloske ein Denkmodell für eine Prüfstrategie zur Null-Fehler-Produktion entwickelt, über das er berichtet. Der gemeinsame Fachkreis der DGQ und der Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) “Qualität und Projekte” fördert ein integriertes Zusammenspiel von Qualitätsmanagement und Projektmanagement. Am 19. November stellen aktive Mitglieder des Fachkreises ein Workshop-Konzept vorstellen, dass es Qualitäts- und Projektmanagern erleichtern soll, erfolgreich zusammenzuarbeiten. Die Teilnehmer des Qualitätstages sind dazu aufgefordert, die Arbeit des Fachkreises im Rahmen eines World-Café zu kommentieren. Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung wird das Qualitätsleitbild für Deutschland sein, das die DGQ gemeinsam mit Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung entwickelt hat – und im Rahmen des Qualitätstags erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert.

Weitere Informationen zum Qualitätstag und allen Workshops erhalten Interessenten online unter www.qualitaetstag.de oder bei Katrin Kaerkes, DGQ-Projektmanagerin für den Bereich Events und Formate (E-Mail: kat@dgq.de, 069 954 24-251).

Neues After-Work-Training ermöglicht Weiterbildung außerhalb der Arbeitszeit

Immer höher werdende Anforderungen im Berufsleben führen dazu, dass der Weiterbildungsbedarf bei Mitarbeitern und Führungskräften steigt. Für konventionelle Trainings während der Arbeitszeit fehlt jedoch häufig die Zeit. Hier erweist sich eine berufsbegleitende Weiterbildung als Möglichkeit, Karrierechancen zu steigern. Für all diejenigen, die sich neben Ihrem Job im Bereich Qualitätsmanagement fortbilden möchten, hat die DGQ das After-Work-Training entwickelt.

Inhaltlich gleicht das neue Format dem Lehrgang „Qualitätsmanagement I“, der QM-Grundlagen vermittelt. Anders als dieses klassische Weiterbildungsformat umfasst das After-Work-Training jedoch nicht fünf Werktage sondern drei Blöcke, die jeweils am Freitagabend und am Samstag stattfinden. Teilnehmer sind dadurch in ihrer Planung flexibel und können die Fortbildung auch unabhängig von ihrem Arbeitgeber durchführen.

Die Schulung richtet sich vor allem an Selbstzahler, Weiterbildungsinteressierte mit hoher Eigeninitiative und Angestellte ohne Fehlzeitmöglichkeit. Interessant ist das After-Work-Training jedoch auch für diejenigen, die die Genehmigung von ihrem Unternehmen nur dann erhalten, wenn sie Teile ihrer Freizeit einbringen.

Das erste After-Work-Training „Qualitätsmanagement I“ findet Ende des Jahres in München statt. Ab 2015 gibt es dann auch den Lehrgang „Qualitätsmanagement II“ in berufsbegleitender Form.

Weitere Informationen zum DGQ-After-Work-Training >>>

 

Revision der ISO 9001 Prozessorientierung ist angesagt

Frankfurt am Main, 21. Juli 2014 – Die Überarbeitung der Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 geht auf die Zielgerade: Die International Organization for Standardization (ISO) hat den „Draft International Standard“ (DIS) an das zuständige deutsche Normungsgremium DIN übermittelt. „Nach Lage der Dinge wird die Norm praxisnäher, das heißt reduzierter – nach dem Motto ´Weniger ist mehr`. Vor allem sollen die Prozessorientierung und das Thema Risikomanagement gestärkt werden, etwa nach dem Vorbild der Automobilindustrie“, ist Michael Weubel überzeugt, Leiter der Landesgeschäftsstelle Mitte bei der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ).

Als Mitglied des Normungsausschusses NA 147 liegt der DGQ der „Draft International Standard“ (DIS) für die neue ISO 9001 seit Juli in deutscher Sprache vor. Sie soll im Herbst 2015 in Kraft treten. Der DIS biete jetzt die letzte Möglichkeit für Einsprüche. Diese sollen bis März 2015 eingearbeitet sein, sodass es danach nur noch redaktionelle Änderungen geben wird. „Wir gehen davon aus,dass die Grundzüge der Neuerungen nun nicht mehr verändert werden. Lediglich die Ausprägung einzelner Punkte könnte sich noch geringfügig ändern“, so Weubel weiter.

Norm mit mehr Praxisnähe
Die Änderungen seien deshalb notwendig, weil es seit der letzten großen Revision im Jahr 2000 im Qualitätsmanagement einige grundlegende Veränderungen gegeben habe, auf die die Norm nun Antworten finden müsse. Auch soll die Norm für die Jahre bis zur nächsten Revision fitgemacht werden „Die Unternehmen erwarten heute mehr als nur Konformität mit Normen und einem Zertifikat. Der Nutzen des QM-Systems für das Unternehmen muss stärker fokussiert werden.“  Wir erkennen, dass dies im Entwurf für die ISO 9001: 2015 gelungen ist.“

Als Beispiel nennt Weubel die Umsetzung des risikobasierten Ansatzes. Damit wird kein Risikomanagementsystem gefordert, es geht vielmehr darum, die vorbeugende Wirkung eines Qualitätsmanagementsystems zu stärken. Der Blick richtet sich deshalb auf ergebnisorientierte, wirtschaftliche und fähige Prozesse. Anwender sind aufgefordert, sich in allen Phasen von Planung, Umsetzung und Bewertung mit den Risiken für die Zielerreichung in ihrem Tagesgeschäft auseinanderzusetzen. Dazu Weubel: „Wir erkennen im Entwurf immer wieder das Bild des „Automotive Turtle“, in dem wir sehr genau im Blick behalten, welche Ziele wir mit einem Prozess verfolgen und welche Faktoren hierauf Einfluss nehmen“.

Die zunehmende Praxisnähe der Norm zeigt sich nach Ansicht von Weubel darin, dass ein formales QM-Handbuch nicht mehr gefordert ist. „Die Norm denkt unternehmerisch“, bringt es der DGQ-Experte auf den Punkt. Es gehe nun vielmehr um den Kontext der Organisation, etwa in welchem Umfeld ein Unternehmen aktiv ist. „Das QM-System soll den Unternehmen helfen, ihre wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Die Wirksamkeit des QM-Systems wird also verstärkt in den Fokus gerückt. Die Norm orientiert sich damit an der Praxis.“ Dass auch die Rolle des Beauftragten der Leitung entfallen werde, sorge natürlich für Aufruhr, weiß Weubel, „vor allem bei denjenigen, die diese Position derzeit bekleiden“. Doch gibt er Entwarnung: Zum einen wird in der Praxis oft nicht zwischen dem Beauftragten der Leitung und der Rolle eines QMB unterschieden, zum anderen bleiben aber alle Aufgaben auch weiterhin bestehen, die Unternehmen seien künftig aber freier in ihrer Entscheidung, wie sie diese Aufgaben organisieren. Dazu Weubel: „Die neue Norm rückt das Thema Qualitätsmanagement wieder näher an den Vorstand und die Geschäftsführung heran“.

ISO 9001-zertifizierung im laufenden Betrieb umstellen
Auch die zunehmende Prozessorientierung in der neuen Version wertet er positiv: „Als das Thema mit der Version aus dem Jahr 2000 erstmals aufgegriffen wurde, haben manche Unternehmen einfach ihre Verfahrensanweisungen in Prozessbeschreibungen umbenannt. Das kann es natürlich nicht sein. Im Grunde wurden damit Zeit und Geld verschwendet“. Der neue Entwurf formuliere ein umfassendes und sinnvolles Prozessmanagement mit Verantwortungen und Zielen, die mit Indikatoren und Kennzahlen sauber gesteuert werden.

Den Unternehmen empfiehlt Weubel,vor Frühjahr 2015 – bis es den letzten finalen Entwurf gibt – keine internen Aktivitäten zu starten. Zwar sollten sie sich möglichst auf dem Laufenden halten, jedoch nicht in Hektik verfallen. Denn große Überraschungen blieben aus.

Wie bei der letzten Revision, gehe man auch 2015 von einer Übergangsfrist von drei Jahren aus. „Das heißt, noch drei Jahre nach dem Start der neuen Version wird es möglich sein, sich nach der heutigen ISO 9001 zertifizieren zu lassen. Ich rechne daher damit, dass viele Unternehmen im laufenden Betrieb umstellen werden.“

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität prägt und moderiert die praxisnahe Plattform engagierter Fachleute aus allen Unternehmensebenen und Leistungsbereichen zum Thema Qualität. Der Verein mit rund 6300 Mitgliedern und 63 Regionalkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement. Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ-Forschung erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit KMU neue Anwendungen für das Qualitätsmanagement.

Prozessorientierung ist angesagt

Die Überarbeitung der ISO 9001 geht auf die Zielgerade: die ISO hat den „Draft International Standard“ (DIS) im Mai an das zuständige deutsche Normungsgremium DIN zur Übersetzung ins Deutsche übermittelt. Diese Übersetzung soll Ende Juli vorliegen. Die Redaktion der Quality Engineering hat sich bei der DGQ umgehört, mit welchen Änderungen Unternehmen durch die Revision rechnen müssen.

„Wir gehen davon aus, dass die Grundzüge der Neuerungen nun nicht mehr verändert werden. Lediglich die Ausprägung einzelner Punkte könnte sich noch geringfügig ändern“, ist Michael Weubel überzeugt, Leiter der Landesgeschäftsstelle Mitte bei der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ). Ihr liegt seit Mitte Juni als Mitglied des Normungsausschusses NA 147 der DIS für die neue ISO 9001, die im Herbst 2015 in Kraft treten wird, in englischer Sprache vor. „Der DIS bietet nun noch einmal die letzte Möglichkeit für Einsprüche. Diese werden bis März 2015 eingearbeitet, sodass es danach nur noch redaktionelle Änderungen geben wird“, so Weubel.

Die wichtigsten Punkte sind für ihn: „Wir erkennen, dass die Norm praxisnäher wird. Sie wird reduzierter – ganz nach dem Motto „Weniger ist mehr“. Außerdem werden – nach dem Vorbild der Automobilindustrie – die Prozessorientierung und auch das Thema Risikomanagement gestärkt.“

Die Änderungen seien notwendig, denn seit der letzten großen Revision im Jahr 2000 habe es im Qualitätsmanagement einige grundlegende Veränderungen gegeben, auf die die Norm nun Antworten finden müsse. Beispiel Risikomanagement: „Die Unternehmen wollen heute nicht nur, dass Auditoren Checklisten abarbeiten und sie anschließend ein Papier an der Wand haben. Sie erwarten vielmehr wertschöpfende Audits im Sinne von Feedback. Der Nutzen des Qualitätsmanagement-Systems für das Unternehmen muss stärker fokussiert werden. Das heißt auch, dass auf formale Dinge weniger Gewicht gelegt wird als noch in der Vergangenheit. Wir erkennen, dass dies im Entwurf für die ISO 9001: 2015 gelungen ist.“

Konkret beim Risikomanagement heißt das: Welche Risiken bestehen für Unternehmen, wenn Ziele nicht erreicht werden? Welche Risiken bestehen beispielsweise durch ineffizientes Arbeiten?

Die zunehmende Praxisnähe der Norm zeigt sich nach Ansicht von Weubel darin, dass ein formales QM-Handbuch und die sechs dokumentierten Verfahren nicht mehr gefordert sind. „Die Norm wird unternehmerisch oder: die Norm denkt unternehmerisch“, bringt es der DGQ-Experte auf den Punkt. Es geht nun vielmehr um den Kontext der Organisation: In welchem Umfeld ist ein Unternehmen aktiv? „Das QM-System soll nicht zweckfrei aufgebaut werden, sondern den Unternehmen helfen, ihre wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Die Wirksamkeit des QM-Systems wird also verstärkt in den Fokus gerückt, die Norm orientiert sich damit an der Praxis.“

Auch die Rolle des Qualitätsmanagement-Beauftragten werde entfallen. „Das sorgt natürlich für Aufruhr – vor allem bei denjenigen, die diese Position derzeit bekleiden“, weiß Weubel. Doch gibt er gleich Entwarnung: Die Aufgaben des Qualitätsmanagement-Beauftragten bleiben weiterhin bestehen, die Unternehmen seien künftig aber freier in ihrer Entscheidung, wie sie diese Aufgaben organisieren wollen. Weubel: „Wenn ein Leitungsteam gemeinschaftlich auch QM-Aufgaben bespricht, läuft das Unternehmen nicht Gefahr, eine QM-Scheinwelt aufzubauen. Die neue Norm mit erheblich reduziertem Bürokratieaufwand rückt damit das Thema Qualitätsmanagement auch wieder näher an den Vorstand und die Geschäftsführung heran.“

Auch die zunehmende Prozessorientierung in der neuen Version der ISO 9001 sieht Weubel mit Wohlwollen: „Als das Thema mit der Version aus dem Jahr 2000 erstmals aufkam, haben manche Unternehmer einfach ihre Verfahrensanweisungen in Prozessbeschreibungen umbenannt. Das kann es natürlich nicht sein. Im Grunde wurden damit Zeit und Geld verschwendet..“ Der neue Entwurf formuliere ein umfassendes und sinnvolles Prozessmanagement mit Verantwortungen und Zielen, die mit Indikatoren und Kennzahlen sauber gesteuert werden.

Quelle: QUALITY ENGINEERING | Ausgabe 2014/002
Autorin: Sabine Koll

DGQ-Regionalkreis Hamburg: Lieferanten- und Reklamationsmanagement – auch mit neuer ISO 9001 wirksame Stellschrauben im KVP

Lieferanten- und Reklamationsmanagement gehören sicherlich nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen der Zulieferer. Wer jedoch die Lieferantenentwicklung und das Reklamationsmanagement als Chance begreift, kann vom hohen Impact dieser Verfahren profitieren.

Im Vortrag von DGQ-Trainer Thorsten Höppner bei der Senvion SE (vormals REpower SE) ging es nicht nur darum, wie eine fruchtbare Zusammenarbeit möglich wird und welche Anforderungen hieran gestellt werden müssen. Auch der Bezug zur noch stärkeren Prozessorientierung und dem risikobasierten Ansatz der zukünftigen ISO 9001:2015 wurde hergestellt. Als Beispiele für nützliche Werkzeuge und Verfahren werden in diesem Zusammenhang die Reifegradmethode in der Lieferkette, die Produkt- und Prozessfreigaben, 8D-Reports sowie der Regelkreis hinsichtlich „Lessons Learned“ und FMEA diskutiert.

In der gesamten Prozesskette von Vorentwicklung, Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Auslieferung, Nutzung und After-Sales-Prozessen gibt es bewährte Werkzeuge und Methoden einzusetzen. Die hinlänglich bekannte Zehnerregel gilt jedoch nicht nur über die ganze Prozesskette hinweg, sondern auch innerhalb jeden Prozesses und Teilprozesses: Je früher ein Fehler vermieden, schlechterenfalls entdeckt wird, um so günstiger für alle Beteiligten. Daher ist das Reklamationsmanegement nicht mit einer formellen Maßnahme ‚abgehakt‘, sondern erst, wenn die Ergebnisse als ‚gelernt‘ fest in den zum Fehler führenden Prozessen verankert wurden.  „Vom AQL-Niveau eines Krankenhauses im zweistelligen %-Bereich zum praktisch Null-Fehler-Level ‚10 ppm‘ in der Automobilindustrie ist es ein weiter Weg. Der kann aber durch eine konstruktive Fehlerkultur im Sinne von ‚Fehler sind Chancen für alle – nicht einzelne Schuldige suchen‘ durch Q-comittete Führungskräfte  geebnet werden.“ fasst der Referent, der vor Aufnahme seiner freiberuflichen Beratertätigkeit selbst 12 Jahre in der Automobilindustrie tätig war, fest.

Wie es in der Werkstatt nicht reicht, den Kollegen das Werkzeug in die Hand zu drücken so reicht auch die  Bereitstellung von Tools des Qualitätsmanagements nicht aus. „Wer beim Feilen, Drehen, Spanen je sechs Wochen Ausbildungszeit ansetzt darf auch bei der FMEA nicht nur das Formblatt ins DMS einhängen“ sagt Höppner. Hier muss es Training und Unterstützung geben, vor allem einen Konsens darüber, wann die Anforderungen erfüllt sind. Ein ausgefülltes Formblatt allein erhöht nur den Dokumentationsaufwand – wie immer im QM kommt es allein auf die Wirkung an. Nachhaltiger, auch wirtschaftlicher Erfolg der Verbesserungsarbeit entsteht erst durch die konsequente Kette ‚Lektion gelernt, Vorbeugungsmaßnahme implementiert, Wirkung nachgewiesen‘.

Diese Auffassung wird auch im DIS zur ISO 9001:2015 unterstützt. Hier finden sich neben der Fokussierung auf Aspekte von bewerteter Bedeutung (risikobasierter Ansatz, dokumentiere Information) auch Forderungen nach konsequenter Prozessteuerung über Leistungsindikatoren, die Berücksichtigung von (Verbesserungs-)Wissen als wertvolle Ressource der Organisation sowie die nachzuweisende wahrgenommene Verantwortung der obersten Leitung dafür (Leadership).

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