2. April 2026
Nächster Meilenstein bei Überarbeitung der EU-Normungsverordnung: Konsultationsphase abgeschlossen
Die Europäische Kommission treibt die Überarbeitung der EU-Normungsverordnung weiter voran. Mit dem aktuellem „Factual Summary Report“ veröffentlicht die EU-Kommission die Ergebnisse der öffentlichen Konsultation zur Revision der Verordnung (EU) Nr. 1025/2012. Der Bericht verdeutlicht, an welchen Punkten das europäische Normungssystem aus Sicht der Beteiligten weiterentwickelt werden kann. Die Konsultation lief vom 24. September bis 17. Dezember 2025.
Im Rahmen der Konsultation gingen 599 Rückmeldungen aus 32 Ländern ein. Unternehmen und Wirtschaftsverbände bildeten die größte Teilnehmergruppe. Weitere Stakeholder-Gruppen sowie europäische Normungsorganisationen nutzten ebenfalls die Möglichkeit der Kommentierung.
Beschleunigung und Vereinfachung gefordert
Ein zentrales Ergebnis der Befragung ist die Forderung nach mehr Tempo und Verlässlichkeit: Viele Teilnehmende berichten, dass harmonisierte Normen in der Vergangenheit nicht verfügbar waren oder sich verzögert haben. Zustimmung bekam die Forderung, die Verfahren der Kommission für Anforderung, Bewertung und Zitierung harmonisierter Normen zu vereinfachen. Ebenfalls unterstützt wird eine schnellere Übernahme und Nutzung anerkannter internationaler Standards im EU-System.
Verbesserungsbedarf im Normungsprozess ausgemacht
Auch die Beteiligung am Normungsprozess stand bei der Konsultation im Fokus. Die Befragten sehen die nationale und europäische Ebene insgesamt als vergleichsweise inklusiv, zugleich aber mit weiterem Verbesserungsbedarf. Besonders stark unterstützt werden Maßnahmen zum Ausbau von Qualifizierungs- und Unterstützungsangeboten für europäische Expert:innen sowie verständliche, niedrigschwellige Leitfäden für Kleine und Mittlere Unternehmen sowie neue Akteure.
Globale Wirksamkeit im Blick
Viele Teilnehmende bescheinigen der EU bereits heute einen starken Einfluss auf die internationale Normung. Als besonders relevant gelten dabei die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen und die Vereinbarkeit internationaler Standards mit den politischen Zielen der EU, etwa in den Bereichen Sicherheit sowie grüne und digitale Transformation.
„Mit Blick auf die internationale Normung unterstreicht die Konsultation den Anspruch Europas, global wirksam zu bleiben“, kommentiert Stefan Reitz, Projektmanager Normung DGQ. „Die Ergebnisse der Konsultation zeigen, welche Erwartungen an die Reform geknüpft werden: ein schnelleres und verlässlicheres System, breitere Beteiligungsmöglichkeiten und eine starke europäische Rolle in der internationalen Normung.“
Mit der öffentlichen Konsultation hat die EU-Kommission die Möglichkeit geschaffen, Änderungsbedarfe zur EU-Normungsverordnung zu melden. Auf Basis der Rückmeldungen entscheidet die Kommission im dritten Quartal 2026, ob die EU-Normungsverordnung geändert wird.
Den Ergebnisbericht zur öffentlichen Konsultation können Interessierte hier nachlesen: Standardisation Regulation – revision
Kontakt:
Thomas Votsmeier
Leiter Normung und Zertifizierung
thomas.votsmeier@dgq.de
