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31. Januar 2018

Gemeinsames Verständnis für integrierte Managementsysteme – DGQ-Regionalkreis Braunschweig am 25. Januar 2018

Jedes Unternehmen hat faktisch ein Managementsystem – manche ein gutes, manche eines mit viel Potenzial. Haben sich Unternehmen für die Erfüllung von Mindestanforderungen in mehreren Teilführungssystemen zertifizieren lassen, ist schon oft die Rede von einem integrierten Managementsystem. Eine Integration anzustreben ist ein plausibles Ziel, Vermeidung von Doppelarbeit und Überschneidungen sowie Aufwandbegrenzung werden gern gesehen. In der Diskussion im Regionalkreis Braunschweig zeigte sich sehr schnell, das zwar vielerorts eine Integration angestrebt wird, man oft aber von einem integrierten System noch weit entfernt ist. Zwar könne man ein abgestimmtes Nebeneinander der Systeme und Beauftragten erkennen (additiver Ansatz der Integration), bei reiferen Organisationen auch echte gemeinsame Aspekte (Ansatz der Fusion), aber sehr selten besteht eine volle Prozessintegration. Gewachsene Strukturen mit Arbeitsteilung, unterschiedlichen Ausbildungen oder anderer Zuordnung in der Aufbauorganisation verhindern oft ein konsistenteres Vorgehen. Manchmal genießen die Managementsysteme nur den Status einer formellen Randerscheinung, werden tatsächlich andere Prioritäten verfolgt.

Oft sind die Ziele von Q/U/ASi usw. nicht aus der echten Strategie des Unternehmens abgeleitet, sondern nur dem Zertifikatsdruck (in beiden Bedeutungen) geschuldet. Im Tagesgeschäft sind die Beauftragten nicht mit der Kompetenz (auch in beiden Bedeutungen) ausgestattet, auf die strategische Verankerung hinzuwirken. Wenn der Stellenwert der Teilführungssysteme neben den kurzfristigen kaufmännischen Zielen der Organisation schwach ist, können dennoch auch aus der zweiten/dritten Reihe Schritte für einen KVP gelebt werden. Werden die eigenen Grundsätze befolgt, wird neben ‚Konformität‘ echter Nutzen gestiftet, erhöht das die Akzeptanz aller Maßnahmen und Vorgehensweisen. Im Impulsvortrag von Kai-Uwe Behrends, Leiter der Geschäftsstelle Hamburg der DGQ, kamen in Abstufungen Vorgehensweisen zur Sprache, die für jede Situation organisatorischer Reife eine Hilfestellung sind. Ist die volle Integration der Aspekte der Teilführungssysteme in die Unternehmensstrategie, Stakeholderanalyse und tatsächlich verfolgten Unternehmensprozesse noch nicht möglich, könnte über integrierte Dokumentation der Managementsysteme schon Gemeinsamkeiten sichtbar gemacht werden. Vom Papier über am Markt vorhandene (oder eigene) Softwarelösungen können dann immer weiter die dokumentierten Informationen in den EDV-gestützten Workflow der Mitarbeiter einfließen. Organisationale Aspekte wie gemeinsame Verantwortung oder Zuständigkeit für Teilführungssysteme können eine weitere integrierende Stütze sein. Ein auch im Vokabular abgestimmtes Vorgehen im Umgang mit Leistungsindikatoren und Kennzahlen kann ebenfalls die Konsistenz unterstützen, wie das abgestimmte Vorgehen mit Methoden (bspw. systematische Kunden-, Prozess- und Faktenorientierung, beständiges Arbeiten im Regelkreis, Risikobetrachtungen, Stärken-/Schwächenbetrachtungen, Audits und Selbstbewertungen…). Schwächster, weil extrinsisch motivierter Ansatz wäre der über die Rechtssicherheit und die Regelwerke. Die High-Level-Struktur aller nach 2013 begonnenen Regelwerke bietet dafür eine gute Basis. „Nach Vortrag und Diskussion hat jeder Teilnehmer mindestens eine Möglichkeit, am nächsten Arbeitstag seine Integrationsbemühungen mit einem frischen Impuls tatsächlich anzugehen. Damit hat auch diese Regionalkreisveranstaltung wieder einen guten Beitrag geleistet“ beschloss Beate Kulessa (PTB) die von ihr geleitete Sitzung.

Einstimmige Wiederwahl der Regionalkreisleitung

Die wiedergewählte Regionalkreisleitung bei einer früheren Veranstaltung:
Heiko Klemm (stellv. Regionalkreisleiter), Beate Kulessa (RKL), Prof. Dr. Walter Simon (Vortragender) und Bernd Diekmann, Partner im Gemeinschaftsarbeitskreis, VDI Braunschweiger Bezirksverein e. V., Arbeitskreis Produktion, Logistik und Qualität

Im Rahmen der Veranstaltung stellten sich die RK-Leiterin Beate Kulessa und ihr Stellvertreter Heiko Klemm zur Wiederwahl. Ein Rückblick auf die vergangenen vier Jahre mit vielen interessanten Veranstaltungen, dauerhaft hohen Teilnehmerzahlen und Neumitgliedern wurde abgerundet durch den Ausblick auf das schon weitgehend geplante und angebahnte kommende Jahr. Die einstimmige Wiederwahl darf hierfür auch als Dank und Zustimmung der Mitglieder gewertet werden.

Informationen zum Regionalkreis Braunschweig

Informationen zum DGQ Netzwerk im Norden bei:
Kai-Uwe Behrends
Leiter DGQ Geschäftsstelle Hamburg
Fon: 040-85 33 78 60
E-Mail: kai-uwe.behrends@dgq.de

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