2. April 2026
Neues FQS-Forschungsprojekt: Mechanische Prüfmethoden unter kryogenen Bedingungen
Seit Anfang März 2026 beschäftigt sich ein neues Forschungsprojekt mit der Analyse von unterschiedlichen Einflüssen auf die Materialprüfung von Faserverbundwerkstoffen und Kunststoffen bei extrem niedrigen, sogenannten kryogenen Temperaturen von -150 °C bis unter -252 °C. Diese rücken zunehmend als Werkstoffe für Speicher-, Transport- und Infrastruktursysteme von Wasserstoff in den Fokus. Um die Speicherung als Flüssigkeit zu gewährleisten, gehen Wasserstoffanwendungen mit extrem niedrigen Temperaturen einher. Für einen Einsatz in Wasserstoffsystemen müssen Werkstoffe daher speziell unter kryogenen Bedingungen geprüft werden.
Kryogene Bedingungen für Faserverbundwerkstoffe und Kunststoffe
Ziel des über die FQS geförderten Vorhabens “KyroStand” ist es, bestehende Prüfmethoden für raumtemperaturnahe Prüfungen so anzupassen, dass zuverlässige Prüfmethoden für mechanische Eigenschaften von Faserverbundwerkstoffen und Kunststoffen unter kryogenen Bedingungen entstehen. Dazu untersuchen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen des Faserinstituts Bremen und des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM im Rahmen der zweijährigen Projektlaufzeit unterschiedliche Einflussfaktoren. Berücksichtigt werden unter anderem Einflüsse durch verändertes Materialverhalten sowie Einflüsse auf Messergebnisse durch Probengeometrie, Prüfmaschinen, den Prüfaufbau und die Prüfungsdurchführung bei kryogenen Temperaturen. Die Ergebnisse werden als Inhalte und Normenvorschläge in zuständige Normungs-Arbeitsgruppen eingebracht.
Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen
Auf Grundlage geeigneter und standardisierter Prüfverfahren soll insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die Entwicklung qualitativ hochwertiger und normkonformer Produkte unter kryogenen Bedingungen ermöglicht werden. Zielgruppe sind Endanwender im Technologiefeld Wasserstoff und Flüssigerdgas und den damit verbundenen Mobilitätssektoren (Luft- und Raumfahrt, Automotive, Schifffahrt) sowie Prüflabore und Prüfdienstleister, Zulieferer und Material- und Messtechnikhersteller.
Rund 20 Unternehmen begleiten die Forschungsarbeiten als Industriepartner im Projektbegleitenden Ausschuss. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie stellt sicher, dass die Forschungsarbeiten praxisnah und an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst sind.
Über das Forschungsprojekt:
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
(Förderkennzeichen: 01IF24607N – KryoStand; Forschungsvereinigung: FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität)
Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsprojekte, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), erbringen.
Weitere Informationen zum Projekt und Beteiligungsmöglichkeiten können über die Geschäftsstelle der FQS bezogen werden. Eine Mitarbeit im Projekt ist für Unternehmen auch nach Laufzeitbeginn noch möglich.
