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15. Juni 2026

1. European Quality Leader Round Table: Qualitätsführungskräfte aus fünf Ländern diskutieren die Zukunft des QM

Das Qualitätsmanagement sieht sich einer Phase grundlegender Veränderungen gegenüber. Schnelle Fortschritte in der Entwicklung der künstlichen Intelligenz, die zunehmende Digitalisierung, wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen, veränderte Kundenerwartungen sowie eine komplexere Risikolandschaft prägen das Unternehmensumfeld neu.

Um die Bedürfnisse von Unternehmen in Zeiten des Wandels besser zu verstehen, haben sich die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ), France Qualité, die Schweizerische Vereinigung für Qualität (SAQ), das Chartered Quality Institute (CQI, Großbritannien) und Excellence Finland zusammengeschlossen. Gemeinsam suchen diese fünf europäische Qualitätsgesellschaften nach Wegen der Kooperation und nach Möglichkeiten, Chancen für europäische Qualitätsführer zu schaffen. Zusammen vertreten diese Organisationen Tausende von Qualitätsexperten in ganz Europa und verfolgen das gemeinsame Ziel, die internationale Zusammenarbeit innerhalb der Qualitätsgemeinschaft zu stärken.

Vor diesem Hintergrund führten sie im April 2026 den ersten „European Quality Leader Round Table“ als Pilotprojekt durch. Das Ziel bestand darin, ein Forum zu bieten, in dem erfahrene Qualitätsfachleute Erfahrungen austauschen, Ansätze vergleichen, neue Herausforderungen thematisieren und voneinander lernen können. Durch Kombination unterschiedlicher Sichtweisen aus verschiedenen Ländern und Branchen konnten die Teilnehmenden Erkenntnisse gewinnen, die sie in ihren Organisationen anwenden können.

Eine sich wandelnde Landschaft für Qualitätsführung

Beim ersten European Quality Leader Round Table waren erfahrene Qualitätsverantwortliche aus verschiedenen Branchen, wie Fertigung, Technologie, Logistik, Telekommunikation, Ingenieurwesen und Unternehmensdienstleistungen, vertreten.

Ein zentrales Thema der Diskussion bildete die Tatsache, dass Qualitätsverantwortliche in einem zunehmend volatilen und vernetzten Umfeld agieren. Die Teilnehmenden betonten die Auswirkungen technologischer Umbrüche, geopolitischer Unsicherheiten, Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit, klimabedingter Risiken und sich wandelnder Erwartungen der Stakeholder hervor.

Vor diesem Hintergrund geht das Qualitätsmanagement über seinen traditionellen Fokus auf Compliance und Qualitätssicherung hinaus. Von Qualitätsverantwortlichen wird zunehmend erwartet, dass sie zur organisatorischen Resilienz, zur Geschäftstransformation, zum Kundenerlebnis und zum Veränderungsmanagement in immer komplexeren Wertschöpfungsketten beitragen.

Welche Trends werden die Zukunft der Qualität prägen?

Eine kürzlich vom Chartered Quality Institute durchgeführte Studie wurde ebenfalls eingehend besprochen. Die Umfrage umfasste Antworten von mehr als 300 erfahrenen Qualitätsexperten aus aller Welt, von denen die Mehrheit in der Industrie und in multinationalen Unternehmen tätig ist. Die Teilnehmende gaben darüber Auskunft, welche Trends ihrer Meinung nach den größten Einfluss auf den zukünftigen Stellenwert des Qualitätsmanagements ausüben werden.

Die Qualitätsverantwortlichen verglichen die Umfrageergebnisse mit ihren eigenen Erfahrungen und Sichtweisen, identifizierten Übereinstimmungen und hoben weitere Entwicklungen hervor. Außerdem konkretisierten die Themen, die ihrer Meinung nach mehr Aufmerksamkeit seitens der Branche verdienen.

Die Diskussion beim European Quality Leader Round Table bestätigte viele der in der CQI-Studie identifizierten Trends und erweiterte das Gespräch gleichzeitig um Themen wie Qualitätskultur, organisatorische Leistungsfähigkeit, Personalentwicklung und sich wandelnde Kundenerwartungen. Im Anschluss an die Diskussion identifizierten die Teilnehmer zwei Themen als höchste Prioritäten für die zukünftige Erforschung und den Wissensaustausch.

Künstliche Intelligenz (KI), Digitalisierung und prädiktive Qualität

Als höchste Priorität nannten die Teilnehmer den wachsenden Einfluss von KI, digitalen Technologien, prädiktiver Analytik und datengestützten Ansätzen im Qualitätsmanagement.

Besonderes Interesse galt praktischen Beispielen dafür, wie Unternehmen KI in Prozesse integrieren, datengesteuerte Ansätze für die Qualität anwenden und prädiktive Erkenntnisse nutzen, um Probleme zu antizipieren, bevor sie auftreten. Die Teilnehmer betonten zudem, wie wichtig es ist, zu verstehen, wie Unternehmen Herausforderungen im Zusammenhang mit Datenqualität und Vertrauen in KI-gestützte Entscheidungen angehen.

Unternehmen führen weiterhin KI-gestützte Technologien ein. Entsprechend sehen Qualitätsverantwortliche einen erheblichen Mehrwert darin, praktische Erfahrungen darüber auszutauschen, wie sich Qualitätssysteme, -prozesse und berufliche Rollen weiterentwickeln, um diese neuen Arbeitsweisen zu unterstützen.

Ausweitung der Kompetenz im Qualitätsmanagement auf das gesamte Unternehmen

Die zweitwichtigste Priorität lag auf der Ausweitung der Kompetenz im Qualitätsmanagement über die Grenzen der Qualitätsfunktion hinaus. Dazu gehört, Unternehmen dabei zu unterstützen, sich von isolierten Arbeitsweisen zu lösen und eine stärkere Zusammenarbeit über Funktionen, Prozesse und Wertschöpfungsketten hinweg zu fördern.

In der Diskussion beim European Quality Leader Round Table wurde die zunehmend wichtige Rolle von Qualitätsfachleuten als Vermittler des Wandels hervorgehoben. Ein gesteigertes Interesse galt dabei praktischen Beispielen für folgende Bereiche: Einfluss von Qualitätsverantwortliche über die Qualitätsfunktion hinaus, Erweiterung der Reichweite des Qualitätsmanagements und Unterstützung der Organisation bei der Einführung neuer Arbeitsweisen.

Den geschäftlichen Nutzen des Qualitätsmanagements aufzuzeigen, wurde in der Diskussion ebenfalls als wichtige Fähigkeit identifiziert. Dies gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass Unternehmen zunehmend nach Wegen suchen, Qualitätsinitiativen mit übergeordneten Geschäftsergebnissen und strategischen Zielen zu verknüpfen.

Über die obersten Prioritäten hinaus

Die organisatorische Resilienz und Risikoagilität rückten ebenfalls in den Blickpunkt. Die Teilnehmer betonten die Notwendigkeit zu verstehen, wie Qualitätsmanagementsysteme Organisationen besser dabei unterstützen können, auf sich ändernde regulatorische Vorgaben, sich wandelnde Erwartungen der Stakeholder und zunehmend komplexe Betriebsumgebungen zu reagieren. Es bestand auch Interesse daran zu untersuchen, wie Managementsysteme anpassungsfähiger, innovativer und transformationsfördernder werden können, anstatt nur Compliance-Zwecken zu dienen.

Hinsichtlich der Entwicklung zukünftiger Qualitätsfachkräfte diskutierten die Teilnehmer die wachsende Bedeutung digitaler und analytischer Fähigkeiten, einschließlich Datenanalysefähigkeiten und der Bereitschaft für zunehmend digitale und KI-gestützte Umgebungen. Technisches Fachwissen allein wird nicht ausreichen. Der Aufbau von Einfluss, die Förderung der Zusammenarbeit und die Stärkung der Unternehmenskultur wurden als wesentliche Fähigkeiten für zukünftige Qualitätsführer angesehen.

Weitere Themen, die für zukünftige Untersuchungen identifiziert wurden, umfassten die Integration von Qualitäts- und Nachhaltigkeitszielen, die Stärkung der Kundenzufriedenheit und des Kundenerlebnisses sowie den Nachweis des Zusammenhangs zwischen Qualitätskultur und Unternehmensleistung.

Stärkung der europäischen Zusammenarbeit

Das Pilotprojekt „European Quality Leaders Round Table“ verdeutlicht den Wert der internationalen Zusammenarbeit innerhalb der Qualitätsgemeinschaft. Trotz unterschiedlicher Branchen, Märkte und Betriebsumfelder identifizierten die Teilnehmer viele gemeinsame Herausforderungen und Chancen.

Eine klare Botschaft, die sich aus der Diskussion ergab, war die Bedeutung des praktischen Austauschs. Die Teilnehmer betonten den Wert des Austauschs konkreter Umsetzungsbeispiele, gewonnener Erkenntnisse und praktischer Erfahrungen.

Die fünf teilnehmenden Qualitätsverbände teilen das gemeinsame Engagement, diesen Dialog zu fördern und ein verstärktes Benchmarking sowie den Wissensaustausch unter Qualitätsführern in ganz Europa zu unterstützen. Indem sie voneinander lernen, kann die europäische Qualitätsgemeinschaft ihr Verständnis für neue Trends und die sich wandelnde Rolle des Qualitätsmanagements in einer sich verändernden Welt weiterentwickeln.

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