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29. April 2019

Frauen im QM im Norden – Netzwerktreffen am 24. April in Hamburg : Kann Projektmanagement führen?

Das fragten sich die 20 Teilnehmerinnen des 3. Netzwerktreffens „Frauen im QM im Norden“ am 24.04.2019 in Hamburg

In der einleitenden Vorstellungsrunde berichteten die Teilnehmerinnen über ihre unterschiedlichen Projekterfahrungen:  Von gar keiner bis zur rein projektbezogenen Tätigkeit. Dabei stellte sich heraus, dass selbstständige Qualitätsmanagerinnen stärker in Projekte eingebunden sind, als angestellte. Für Sibylle Schmidtke, erfahrene und mehrfach zertifizierte Projektmanagerin und Unternehmensberaterin des House of PM, stellt jeder Kunde ein eigenes Projekt dar. Sie hielt im Anschluss an die bereits aufschlussreichen Kurzberichte der Teilnehmerinnen einen informativen und anregenden Impulsvortrag zum Projektmanagement mit seinen unterschiedlichen Ausprägungen und Zielen.

Die Praxis zeige, dass die Steuerung und die erfolgreiche Zielerreichung eines Projekts wesentlich leichter und konfliktärmer verlaufen, wenn für die Planung ausreichend Zeit investiert wurde. Ziele und Nicht-Ziele des Projekts sind zu konkretisieren. Alle an dem Projekt Beteiligten müssen dasselbe Ziel verfolgen. Durch Verbindlichkeit fühlen sich Mitarbeiter/innen wertgeschätzt. So kann durch Projekte sogar ein Kulturwandel im Unternehmen erfolgen. Wichtig hierbei sind Führungskräfte: Sie haben eine Vorbildfunktion und müssen durch Kommunikation Transparenz erzeugen. Die Wechselwirkungen eines Projekts auf verschiedene Aufgaben, Tätigkeiten oder Ziele in einer Organisation müssen erkannt und berücksichtigt werden. Es gibt somit kein Projekt ohne Führung. Wie durch Projekte werden auch durch Führung Ziele verfolgt und erreicht.

In regem Austausch mit der Referentin und untereinander konnten die Teilnehmerinnen ihre individuellen Fragen zum Projektmanagement klären. Ebenso wie beim Qualitätsmanagement wird einer externen Projektmanagerin häufig eine höhere Kompetenz zugetraut und erhält mehr Aufmerksamkeit, als entsprechenden internen Fachfrauen. Es wurde deutlich, dass interne Projektmanagerinnen in ihren Organisationen häufiger mit Entscheidungsunwilligkeit oder sogar Entscheidungsunfähigkeit ihrer Vorgesetzten konfrontiert sind und sich durch die Abhängigkeit von dem Vorgesetzten mitunter nicht in der Lage sehen, die entsprechenden Konsequenzen aufzuzeigen. Frau Schmidtke stellte anschaulich dar, dass das Projektmanagement scheitert, wenn der Entscheider ein Projektgegner ist und/oder keine Entscheidungen trifft.

Die Projektmanagerin agiert als Dienstleister, der den/die Projektauftraggeber mit harten Fakten konfrontieren muss. Sie muss erkennen, auf welche der drei grundsätzlichen Projektziele – Kosten, Zeit und Qualität – der Auftraggeber am meisten Wert legt. Ändert dieser seine Meinung im Laufe eines Projekts, wäre dieses Ziel am Schwersten zu verändern.

Über die „Defizite“ mancher Vorgesetzten wurde das Thema „Führung“ noch vertieft. Unter den Anwesenden herrschte die einhellige Meinung, dass Führung nicht erlernt werden kann. Mit Hilfe von Prozessaufnahmen und -darstellungen kann die eigene Führungsrolle und die Aufgaben bewusst wahrgenommen werden – und Verständnis bei den Mitarbeitenden und anderen Stakeholdern erzeugt werden.

Das nächste  Netzwerktreffen der „Frauen im QM im Norden“ findet im Herbst statt.

Ihr Kontakt zur DGQ:
Claudia Hinrichs
Geschäftsstelle Hamburg der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V.
Fon: 040-85337860
claudia.hinrichs@dgq.de

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