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6. August 2019

Agile Methoden: keine Ersatzreligion, kein Zweitstudium nötig…

Netzwerkveranstaltung der DGQ-Geschäftsstelle Hamburg am 31.7.2019 in Lüneburg

… sondern alltagstauglich, sofort hilfreich und mit geringem Anfangsaufwand umzusetzen: das sind die 33 Mikrostrukturen der Liberating Structures. Deren „Erfinder“ Henri Lipmanowicz und Keith McCandless stammen aus der Komplexitätsforschung. Agile Methoden sind über das Management komplexer Projekte auch im QM relevant geworden. So hat das Pflichtenheft zu einem Mobilgerät inzwischen tausende Items, die international arbeitsteilig entwickelt werden. Von einem Entwicklungsprozess mag da kaum noch jemand sprechen, ein herkömmliches nachträgliches Änderungsmanagement ist nicht mehr darstellbar. Der große Plan der ganz genau umgesetzt wird – dieser Qualitätertraum funktioniert in der VUKA-Welt oft nicht mehr. Arbeit im Regelkreis kann nur durch viele kleine Regelkreise umgesetzt werden, die agil koordiniert werden. Viele in der stabilitätsorientierten QMunity sind noch skeptisch: Ist das Umhängen von Post-Its in der Teamreflektion ein ‚Freigabeschritt‘ im Sinn der Regelwerke im Bereich Entwicklung? Ist ein datiertes Foto vom Team-Board ausreichende ‚dokumentierte Information‘ dazu?

Viele Vorgaben der Makrostrukturen, etwa behördliche Anforderungen, richten sich an Organisationsprinzipien aus der Vergangenheit. Wer im agilen Team Zuständigkeit und Verantwortung für Kundenwünsche und Projektfortschritt hat, ist klar. Aber wer macht Gefährdungsbeurteilungen für die Sicherheit seiner Mitarbeitenden? Wer dokumentiert Aspekte, die etwa im Produkthaftungsfall oder vor dem Arbeitsgericht einmal wichtig werden? Alte Welt und New Work prallen noch oft ungesteuert aufeinander. Agile Methoden können bei der Arbeit der Managementsystemverantwortlichen helfen, eine Verbindung zu schaffen. Wirksamkeit ist die beste Voraussetzung für mehr Anerkennung – und umgekehrt. „Liberating Structures Lassen sich kombinieren, lassen sich an jeden Kontext und Gruppengröße anpassen, sind expertenlos einsetzbar, einfach zu erlernen, selbstverbreitend und bringen Spaß“ erläuterte Impulsgeber Daniel Steinhöfer, Agile Coach & Trainer der Holisticon AG (Hamburg und Hannover). Holisticon hostet auch die Meetups und die deutschsprachige Internetseite zum Thema Liberating Structures. Anstelle einer einseitigen undemokratischen Präsentation (Motto: „Hört mir zu!“) oder einer offenen ungesteuerten Diskussion („Goat Rodeo“) führte Steinhöfer durch Tun in die agilen Methoden ein.

Die Big 5 der Meeting-Games und Liberating Structures

Das Nutzerversprechen der Liberating Structures (© Holisticon)

Wegen der Teilnehmenden aus verschiedensten Betrieben, Branchen und Größenklassen wurde für die Arbeit vom gemeinsamen Nenner „Weg mit unproduktiven Meetings“ ausgegangen. Von der Kennenlern- und Fokussierungsphase über Ideenentwicklung und Priorisierung hin zur Vorbereitung der Umsetzung im Betrieb gingen die Teilnehmenden durch sechs der 33 befreienden Mikrostrukturen. Mit jeder kennengelernten Struktur wurden die Gäste unbefangener, schneller, reflektierter. Jede/r Anwesende nahm (anders als oft nach üblichen Meetings…) konkrete Arbeitsschritte mit nach Haus. 1/3 der Teilnehmenden kam durch ‚Troika Consulting‘ (LS 10) zu einer zielführenden Beratung für die nächste konkrete Meeting-Herausforderung – durch andere Teilnehmende. Carsten Bierans vom Gastgeber WERUM IT Solutions schloss mit der Bemerkung, er würde von KollegInnen beneidet um die tollen Themen und Veranstaltungen mit der DGQ.

Fragen zur Veranstaltung beantwortet gerne:
Kai-Uwe Behrends
Leiter Geschäftsstelle Hamburg der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ)
Osterbekstraße 90 B
22083 Hamburg
Kontakttelefon der DGQ: 040-85337860
E-Mail: kai-uwe.behrends@dgq.de

Informationen zu den Methoden: www.liberatingstructures.de
Lokale Liberating-structures-Usergroups: www.liberatingstructures.eu

 

 

 

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