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DGQ veröffentlicht Berufs- und Gehaltsreport für Qualitätsfachkräfte

Coverbild Berufsreport QMB Qualitätsmanagement

Der Berufsreport gibt Einblicke in die Tätigkeitsfelder und Gehälter von Qualitätsverantwortlichen.

Welche Karrieremöglichkeiten bieten Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung? Welche Kompetenzen benötigen Berufseinsteigende? Und wie viel lässt sich in diesen Bereichen verdienen? Diese und weitere Fragen beantwortet der neue Berufs- und Gehaltsreport der DGQ mit dem Titel „Karriere im Qualitätsmanagement und in der Qualitätssicherung – Perspektiven für Neueinsteiger“. Auf acht Seiten beschreibt der Bericht ein Berufsfeld im Wandel, nennt Wege für Berufseinsteigende und listet die erforderlichen Kompetenzen auf.

Sowohl für Qualitätsfachkräfte als auch für Berufseinsteigende und Interessenten besonders interessant: Über Verdienstmöglichkeiten informiert der Berufs- und Gehaltsreport ebenfalls. Die Daten liefert Compensation Partner, eine Marke von Gehalt.de. Und die Aussichten sind laut Expertenmeinung attraktiv. „Allgemein und im bundesweiten Vergleich können sich Fach- und Führungskräfte aus dem Qualitätsbereich auf lukrative Gehälter freuen. Qualitätsingenieur:innen beziehen dabei die höchsten Gehälter, speziell in der Luftfahrt und der Automobilindustrie“, erklärt Sinan Arslan, Leiter Vertrieb und Gehaltsexperte bei Compensation Partner.

Und auch für Einsteigende ist das Berufsfeld ebenfalls in finanzieller Hinsicht interessant: „Während Berufseinsteiger:innen über alle Branchen hinweg in Deutschland ein Jahresbruttogehalt von rund 37.000 Euro verdienen, sind die Einstiegsgehälter im Qualitätsbereich oftmals höher. So liegen die Einstiegsgehälter für Qualitätsmanagementbeauftragte und Qualitätsmanager zwischen 41.000 und 44.000 Euro. Ein Berufseinstieg im Bereich der Qualitätssicherung kann dementsprechend auch aus einer finanziellen Perspektive attraktiv sein.“

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Automatisierte und zerstörungsfreie Bauteilprüfung zur Detektion von unsichtbaren Fehlstellen

Visuell, also mit dem menschlichen Auge aber auch mit Kameras, nicht sichtbare Fehlstellen in Produkten unterschiedlichster Kunststoffe stellen die Qualitätskontrolle vor Herausforderungen. Das Vorhandensein solcher Defekte zeigt sich oftmals erst in einem Versagen der zeit- und kostenaufwändig hergestellten Produkte. (mehr …)

Neues Training zur Technischen Sauberkeit erfolgreich pilotiert

Die technische Sauberkeit wird als bedeutsames Qualitätsmerkmal zunehmend wichtiger. Die DGQ hat auf den wachsenden Bedarf reagiert und das Training „Technische Sauberkeit – Messverfahren zur Restschmutzanalyse” konzipiert. Dieses Training richtet sich an alle Interessierte, die sich mit diesem Thema zum erstem Mal auseinandersetzen wollen oder bisher nur rudimentäres Wissen oder wenig Erfahrungen gesammelt haben.

Die Pilotveranstaltung fand am 27. Oktober 2019 in Siegen statt. Der Trainer gab den Teilnehmern einen Einblick in das Normenumfeld und zeigte die verschiedenen Arten von Bauteilverschmutzung auf. Ein weiterer Fokus lag auf der Konzeption und Durchführung unterschiedlicher Sauberkeitsanalysen. Von der Möglichkeit, dem Trainer Fragen zu stellen, wurde reichlich Gebrauch gemacht. Die Teilnehmer waren mit der Durchführung zufrieden und bewerteten die Veranstaltung durchweg positiv.

Das nächste DGQ-Training “Technische Sauberkeit – Messverfahren zur Restschmutzanalyse” findet am 4. Mai 2021 in Siegen statt. Weitere Informationen sowie die Möglichkeit der Buchung finden sich hier.

Weltqualitätstag 2020: Deutsche verbinden digitale Serviceangebote mit Innovation und Qualität

DGQ-Studie zeigt: Digitale Serviceangebote sind für die Bundesbürger ein Qualitätskriterium von Unternehmen. Aus ihrer Sicht sind Kundenportale, Online-Banking und Co. in der heutigen Zeit ein Muss für innovative Unternehmen.

Frankfurt am Main, 12. November 2020 – Digitale Lösungen und intelligente Technologien haben schon längst Einzug in alle Lebensbereiche gehalten und vereinfachen unseren Alltag. Wollen Unternehmen mit der Zeit gehen, müssen sie auch im Servicebereich auf digitale Angebote setzen – nicht zuletzt, weil Kunden das zunehmend erwarten. So sind digitale Serviceangebote für zwei Drittel (66 Prozent) der Deutschen ein Zeichen dafür, dass ein Unternehmen insgesamt innovativ ist. Für 56 Prozent sind sie heute sogar ein Muss für Unternehmen und ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl eines Anbieters. Aber auch wenn digitale Serviceleistungen an Bedeutung zunehmen, bleibt die Produktqualität für 60 Prozent ein wesentliches Qualitätskriterium von Unternehmen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) anlässlich des heutigen Weltqualitätstage.

DGQ-Verbraucherumfrage Digitale Servicequalität

Infografik zur DGQ-Verbraucherumfrage Digitale Servicequalität

Qualität digitaler Serviceangebote ist ausbaufähig
Während digitale Services für die Befragten per se ein Qualitätskriterium deutscher Unternehmen sind, ist deren Nutzerfreundlichkeit, Angebotsumfang und Verständlichkeit aus ihrer Sicht noch ausbaufähig. Nur 40 Prozent bewerten die Qualität digitaler Serviceangebote als hoch bis sehr hoch, die Hälfte ist nur teilweise zufrieden mit dem Leistungsspektrum digitaler Angebote. Die höchste Servicequalität sprechen die Befragten Unternehmen aus dem Bereich Banken und Finanzdienstleistungen zu (45 Prozent), gefolgt vom Onlinehandel und E-Commerce (44 Prozent) sowie Suchmaschinen (38 Prozent). Hier scheinen Unternehmen, deren Geschäftsmodell vollständig oder teilweise auf digitalen Angeboten basiert, die Nase vorn zu haben. So schneiden ursprünglich eher analoge Branchen wie der stationäre Handel (14 Prozent) oder die öffentliche Verwaltung (11 Prozent) bei der Servicequalität am schlechtesten ab.

„Die Studienergebnisse zeigen, dass ein Angebot digitaler Services inzwischen ein entscheidendes Kriterium bei der Wahl eines Anbieters ist. Trotzdem scheinen sich aktuell noch viele Unternehmen schwer zu tun, diese Qualitätsanforderungen der Kunden zu erfüllen“, kommentiert Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der DGQ. „Um hier den Anschluss nicht zu verlieren oder sogar einen Vorsprung in der Kundenwahrnehmung zu erlangen, sind Unternehmen gefragt, dieses Nutzerfeedback bei der Weiterentwicklung ihrer Servicequalität zu berücksichtigen. Dafür gilt es, vor allem die Benutzerfreundlichkeit, Verständlichkeit und einwandfreie Funktion der Online-Angebote sicherzustellen.“

Leicht verständliche und funktionierende Services
Maßgeblich für gute digitale Serviceangebote ist aus Sicht der Verbraucher in erster Linie, dass sie leicht zu verstehen und anzuwenden sind (53 Prozent). Kommen die Befragten nicht direkt mit dem Angebot zurecht, sehen sie keinen Vorteil darin. Ähnliches gilt für den Funktionsumfang der Online-Angebote, der für 52 Prozent ein wichtiges Kriterium ist. Sind die digitalen Tools technisch noch nicht voll ausgereift und funktionieren nicht einwandfrei, ist das für 51 Prozent der Deutschen ein Problem. Zeit- und Kostenersparnis spielen für 45 Prozent der Befragten die wichtigste Rolle. Erstaunlich: Nur 32 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass digitale Serviceangebote eine Ergänzung zum Offline-Angebot sein sollten. Der Kontakt zu Mitarbeitern vor Ort scheint in diesem Zusammenhang in den Hintergrund zu rücken.

Verbraucherkompetenz stärken
Der heutige Weltqualitätstag soll daran erinnern, wie wichtig es ist, Konsumenten dazu zu befähigen, gute von schlechter Qualität zu unterscheiden. Das gilt zunehmend auch im digitalen Bereich. Der Aktionstag findet jährlich am zweiten Donnerstag im November statt. Er wurde gemeinsam von der European Organization for Quality (EOQ), der American Society for Quality (ASQ) und der Union of Japanese Scientists and Engineers (JUSE) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, weltweit das Bewusstsein für (Produkt-)Qualität zu schaffen und zu schärfen. Als zentrale deutsche Qualitätsgesellschaft befasst sich die DGQ, neben ihren fachlichen Schwerpunkten Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung, auch mit gesellschaftsrelevanten Qualitätsthemen. Dabei ist Digitalisierung eines der Fokusthemen, das auch für Unternehmen mittlerweile nicht mehr wegzudenken ist. Anlässlich des heutigen Weltqualitätstags veranstaltet die DGQ einen Thementag, bei dem Qualitätssicherung 4.0 im Mittelpunkt steht.

Über die Studie
Die bevölkerungsrepräsentative Online-Umfrage zum Thema „Digitale Serviceangebote“ wurde von INNOFACT im Auftrag der DGQ im September 2020 durchgeführt. Befragt wurden 1.006 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 69 Jahren, wohnhaft in Deutschland.

Über die DGQ

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) unterstützt Unternehmen dabei, mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu bestehen. Als zentrale, deutsche Qualitätsgesellschaft ist die DGQ erster Ansprechpartner für Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Das einzigartige Netzwerk der DGQ vereint über 6.000 Qualitätsexperten in mehr als 4.000 Unternehmen aller Größen und Branchen. Berufseinsteiger, Fachexperten und Manager nutzen den direkten Erfahrungsaustausch in deutschlandweit über 70 Regional- und Fachkreisen. Das DGQ-Netzwerk bietet die vielseitigste und umfassendste Plattform zum Austausch von Wissen, Praxiserfahrungen und Trends rund um qualitätsrelevante Themen. Die DGQ engagiert sich in nationalen und internationalen Initiativen, Partnerschaften, Gremien zur Gestaltung zentraler Normen sowie Innovations- und Forschungsprojekten. Mit rund 300 Trainern und 1.000 praxisbezogenen Trainings stellt die DGQ ein breites Weiterbildungsangebot zur Verfügung und erteilt im Markt anerkannte Personenzertifikate. Sie trägt wirkungsvoll dazu bei, „Qualität Made in Germany“ als Erfolgsprinzip in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern. Dabei sichert die DGQ bestehendes Know-how. In einer Welt der Transformation entwickelt sie zudem neue Qualitätsansätze für die Zukunft.

 

Ihre Ansprechpartner

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGQ       
Hinrich Stoldt
August-Schanz-Str. 21A
60433 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 95424-170
E-Mail: hinrich.stoldt@dgq.de
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60314 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 719168-122
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Nachbericht zur 35. Plenarsitzung des ISO/TC 176 „Quality management and quality assurance“

Im November vergangenen Jahres lud die Barbados National Standards Institution (BNSI) zur 35. Plenarsitzung des ISO/TC 176 ein. Die Veranstaltung fand in der barbadischen Hauptstadt Bridgetown statt. Auf dem Programm standen Tagungen der ISO/TC 176, der drei Unterkomitees SC1, SC2 und SC3 sowie von weiteren Arbeitsgruppen und Beratungsgremien.

Unter anderem tagten die Teilnehmer über den aktuellen Stand diverser Normen. Für künftige Überarbeitungen und Neuentwürfe wurden zudem Konzepte diskutiert, die dabei berücksichtigt werden sollten.

Ein detaillierter Bericht der Sitzung ist in der Juliausgabe der QZ und hier zu finden:

QM-Normung aktuell: 35. Plenarsitzung des ISO/TC 176 “Quality management and quality assurance”

VDA veröffentlicht AIAG & VDA FMEA-Handbuch

Mit Spannung wurde es erwartet – das AIAG & VDA FMEA-Handbuch, das der Verband der Automobilindustrie (VDA) Anfang Juni 2019 veröffentlicht hat. Mit der Harmonisierung der beiden FMEA-Vorgehensweisen nach VDA und AIAG gibt es nun einen einheitlichen Standard für die Durchführung der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) in der Automobilbranche. Für Lieferanten, die ihre Produkte an europäische und nordamerikanische Hersteller liefern, ein großer Vorteil. Denn zukünftig wird bei neuen FMEAs der bisherige Mehraufwand zweier unterschiedlicher Vorgehensweisen entfallen.

Was hat sich geändert – aus fünf Schritten werden sieben

  1. Planung und Vorbereitung (NEU)
  2. Strukturanalyse
  3. Funktionsanalyse
  4. Fehleranalyse
  5. Risikoanalyse
  6. Optimierung (NEU)
  7. Ergebnisdokumentation (NEU)

Neu ist darüber hinaus z. B. in der Risikoanalyse die Überarbeitung der Bewertungstabellen und die Einführung der Aufgabenpriorität für die Risikoprioritätszahl.

Fehlerfreie Produkte und hohe Kundenzufriedenheit

Die FMEA ist die am häufigsten eingesetzte Methode, wenn es darum geht, fehlerfreie Produkte zu entwickeln und herzustellen sowie eine hohe Kundenzufriedenheit zu erreichen. Vorhandene FMEAs können bei Aktualisierungen in ihrer ursprünglichen Form belassen werden. Dient eine FMEA als Grundlage für neue Projekte, ist es hilfreich, diese in das neue FMEA-Format umzuwandeln. Neue FMEAs sollten Verantwortliche entsprechend der Vorgehensweise des AIAG & VDA FMEA-Handbuchs erstellen.

Neue DGQ-PraxisWerkstatt: FMEA – Harmonisierung VDA und AIAG

Für erfahrene FMEA-Anwender ist es wichtig, die Änderungen zu kennen, die sich aus der Harmonisierung ergeben. Die DGQ bietet hierzu die DGQ-PraxisWerkstatt: FMEA – Harmonisierung VDA und AIAG an. Die neue Vorgehensweise nach dem AIAG & VDA-FMEA-Handbuch wird der 5-Schritt-FMEA-Methode gegenübergestellt und Schritt für Schritt aufgearbeitet und interpretiert. So erhalten Teilnehmer einen aktuellen Abgleich und praxisorientierte Handlungshinweise zu den Neuerungen, die sich ergeben.

Die nächste DGQ-PraxisWerkstatt: FMEA – Harmonisierung VDA und AIAG findet am 12. September in Stuttgart statt.

Geeignete Mess- und Prüfmittel – das Herz jeder Produktion

Wer komplexe Produktionsprozesse oder Konformitätsbestätigungen sicher beherrschen möchte, muss auch die „Kunst des Messens“ beherrschen. Dazu gehört vor allem die Feststellung der Eignung von Mess- und Prüfmitteln. Tatsächlich geht es jedoch nicht um die Eignung von Mess- und Prüfmitteln, sondern um den Nachweis das die zur Anwendung kommenden Mess- und Prüfmittel inkl. der dazugehörigen Methoden für die jeweiligen Überwachungs- und Messtätigkeiten geeignet sind. Nur dadurch wird gewährleistet, dass die Risiken in Verbindung mit ungeeigneten Überwachungs- und Messtätigkeiten nahezu auf null reduziert werden. Zu den wesentlichen Risiken zählen:

  • ungültige Konformitätsbestätigung (Auslieferung unsicherer Produkte)
  • nicht wirksame Regelkreise in der Produktion (hoher Ausschuss)
  • etwaiger Fehlerdurchschlupf zum Kunden (Reklamation, Kosten)
  • nicht Einhaltung von gesetzlichen Forderungen (z.B. CE)
  • Rückrufaktionen (erhebliche Kosten und Imageverlust)
  • erhebliche Haftungsrisiken (z.B. Umweltrecht)

In allen gängigen branchenübergreifenden (z.B. ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001, etc.) und -spezifischen (ISO 9100, HACCP, QSF, ISO 17025, DIN 27201-9, ISO 13485, IATF 16949, etc.) Standards ist das Thema „… gültige und zuverlässige Überwachungs- und Messergebnisse“ in Verbindung mit festgelegten Anforderungen“ als „muss“ Forderung enthalten. Dazu kommen dann noch die Anforderungen an die Eignung von Überwachungs- und Messtätigkeiten aus diversen Rechtsvorschriften.

Die Kernforderung von ISO 9001 ist nicht das Kleben von Plaketten an Mess- oder Prüfmitteln

Was ist die Kernforderung von ISO 9001 in Bezug auf Produktkonformität? Erinnern wir uns an die Einleitung zu ISO 9001 „Die potenziellen Vorteile für eine Organisation, die sich aus der Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems basierend auf dieser Internationalen Norm ergeben, sind folgende: a) die Fähigkeit, beständig Produkte und Dienstleistungen zu liefern, die die Kundenanforderungen und zutreffende gesetzliche und behördliche Anforderungen erfüllen;…“. Das heißt im Klartext, dass die definierte Produkt-/Dienstleistungsqualität abgesichert hergestellt wird.

Dazu fordert die Norm, dass die entsprechenden Ressourcen festgelegt und bereitgestellt werden müssen, um die Konformität von Produkten und Dienstleistungen durch Mess- oder Überwachungsergebnisse nachweisen zu können. Konformität wiederum bedeutet die Erfüllung von Anforderungen. Eine weitere wesentliche Anforderung von ISO 9001 ist, dass die Eignung der bereitgestellten Ressourcen für die jeweilige Mess- oder Überwachungstätigkeit gegeben ist. Der Nachweis dieser Eignung ist dann auch entsprechend zu dokumentieren. Da ISO 9001 eine sogenannte wirkzielorientierte Norm ist, sind keine Methoden zur Eignungsfeststellung festgelegt worden. Die Definition der Methoden zur Eignungsfeststellung obliegt somit dem Anwender der Norm.

Was verbirgt sich hinter der Eignungsfeststellung?

Grundlage für die Eignungsfeststellung (also den geeigneten Einsatz für den beabsichtigten Gebrauch) bilden die Spezifikationen der Merkmale des Produktes. Eine Eignung ist dann gegeben, wenn ein Mess- oder Prüfmittel die definierten Anforderungen an seine beabsichtigte Verwendung erfüllt. Die definierte Anforderung ist das erwartete Mess- oder Überwachungsergebnis, um die Konformität mit den Vorgaben bestätigen zu können. In der Regel sind diese Anforderungen in entsprechenden Prüfspezifikationen festgelegt.

Es gibt viele Möglichkeiten zur Eignungsfeststellung. Entweder über statistisch abgesicherte Verfahren oder einfach nur durch die Anwendung des technischen Verstandes in Verbindung mit umfassenden Kenntnissen der Messtechnik und der Messfehler und Fehlerursachen. Die sicherlich bekanntesten Verfahren zum Eignungsnachweis sind die Measurement System Analysis (MSA, AIAG) oder der VDA Band 5 (Prüfprozesseignung, Eignung von Messsystemen, Mess- und Prüfprozessen – bei geometrischen Merkmalen). Diese Verfahren sind jedoch nicht zwingend erforderlich, um die Eignung feststellen zu können. Eine Eignung ist auch dann gegeben, wenn der Abstand zwischen der Fehlergrenze des Mess- oder Prüfmittels wesentlich kleiner ist, als die Toleranzgrenze für die Konformitätsentscheidung. Wichtig ist, dass ein zuverlässiges und reproduzierbares Messergebnis erzeugt werden kann.

Absicherung der Eignung als Erfolgsfaktor

Nachdem einmal die Eignung eines Verfahrens zur Ermittlung gültiger und zuverlässiger Überwachungs- und Messergebnisse nachgewiesen wurde, besteht die zweite Kernaufgabe darin, die Eignung kontinuierlich sicherzustellen. Dazu zählt dann u.a. die regelmäßige Verifizierung der Überwachungs- und Messverfahren mit Hilfe geeigneter Standards oder die Kalibrierung der eingesetzten Mess- oder Prüfmittel. Nur durch diese Maßnahmen sind metrologisch rückführbare Überwachungs- und Messergebnisse zur Konformitätsbewertung darstellbar.


DIN EN ISO 9001:2015 „Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen“

DIN 32937:2018 „Mess- und Prüfmittelüberwachung – Planen, Verwalten und Einsetzen von Mess- und Prüfmitteln“

DIN EN ISO 10012:2004 „Messmanagementsysteme – Anforderungen an Messprozesse und Messmittel“

VDI/VDE 2600:2013 Bl. 1, „Prüfprozessmanagement – Identifizierung, Klassifizierung und Eignungsnachweise von Prüfprozessen“

IATF 16949:2016 „Qualitätsmanagement – System – Standard der Automobilindustrie“

DIN EN ISO 9001:2015 „Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen“

DIN EN ISO/IEC 17025:2018 Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien“

ISO/IEC-Leitfaden 99:2007 „Internationales Wörterbuch der Metrologie“

Testo Fibel – Prüfmittelmanagement und Kalibrierung / Die Forderungen der Richtlinien und deren praktische Umsetzung“


Jörg Roggensack ist von Haus aus Elektroniker und Calibration Engineer GAF sowie zertifizierter Auditor für div. Managementsysteme. Er hat umfassende Erfahrung als Managementsystemkoordinator und als Auditor für diverse Regelwerke und Managementsysteme (IMS, QM, UM, AS, GMP, GLP) sowie als LEP Assessor die er in über 27 Jahren bei der Bundeswehr, in der Industrie und bei Zertifizierungsgesellschaften sammeln konnte. Über mehrere Jahre bildete er u.a. Kalibriertechniker an der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren aus und begann seine industrielle Kariere als Kalibrierlaborleiter bei BEYSCHLAG. In diversen Veröffentlichungen, als Herausgeber des Weka Werkes der „Mess- und Prüfmittelbeauftragte“ und als Auditor, Trainer sowie Umsetzungsberater bei JR Management Services & Qualifizierung gibt er immer wieder Hilfestellungen zur Gestaltung wirtschaftlicher und normkonformer Mess- und Prüfmittelüberwachungssysteme.

Der 8D-Prozess: Von der Analyse zur Umsetzung

Der 8D-Prozess: Von der Analyse zur Umsetzung

Ein sehr wirksames Vorgehensmodell zur dauerhaften Lösung von Problemen ist 8D. Mithilfe der 8D-Methode und eines professionellen Reklamationsmanagements sind die in der Lage, trotz aufgetretener Probleme dem Kunden ein positives Erlebnis zu bereiten.

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Erfolgreiche FMEA – 5 Personengruppen und ihre Aufgaben

FMEA - Harmonisierung VDA und AIAG

Ein FMEA-Teams zusammenzustellen und  eine Fehlermöglichkeits- und –einflussanalyse durchzuführen ist aufwendig. Denn der Erfolg steht und fällt mit der richtigen Zusammensetzung des Teams und einer konsequente Aufgabenzuweisung. Im Folgenden möchte ich Ihnen die fünf relevanten Personengruppen eines FMEA-Teams und deren Aufgaben vorstellen. (mehr …)

Qualität entsteht aus der Vernetzung – neue Ansätze für die Qualitätssicherung in der Supply Chain

Qualität entsteht aus der Vernetzung – Neue Ansätze für die Qualitätssicherung in der Supply Chain

Die vermeintlich fragilen und linearen Lieferketten sind in Wirklichkeit robuste, verzweigte Netze. Diese Sicht auf die Liefernetze hilft, ihre moderne Rolle in der digitalen Disruption neu zu verstehen. Qualität entsteht in diesen Liefernetzen nicht als Summe der Qualitätsbeiträge der einzelnen Lieferanten, sondern aus einer aktiven Vernetzung der beteiligten Menschen heraus. Neue Organisationsformen und vernetzungsroutinierte Mitarbeiter fördern eine lieferantenübergreifende Qualitätssicherung. (mehr …)

DGQ auf der Control präsent

Die Control – für die DGQ ist sie erneut ein Pflichttermin in ihrem Veranstaltungskalender. Die Internationale Fachmesse für Qualitätssicherung findet vom 24. bis 27. April 2018 in der Landesmesse Stuttgart statt. Für die DGQ bietet die Control die Möglichkeit, sich mit vielseitigen Themen ihrem Kernpublikum zu präsentieren. In diesem Jahr ist die DGQ gemeinsam mit der DQS mit einem Stand (Halle 5, Stand 5410) vertreten.

An einigen Tagen ist auch die Technische Akademie Esslingen (TAE) vor Ort und berät Interessenten zu dem berufsbegleitenden „Master of Quality Engineering (M. Sc.)“. Die DGQ bietet diesen Studiengang gemeinsam mit der Provadis Hochschule und der TAE an. Auch ein anderer Weiterbildungspartner wird auf dem Stand der DGQ vertreten sein. Mit dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) hat die DGQ eine Kooperation geschlossen. Beide Partner bieten ab Sommer 2018 Seminare und Lehrgänge zum Thema „IT-Sicherheit in der vernetzten Produktion“ an. Ein hoher Praxisbezug ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts: Die Schulungsteilnehmer werden über eine eigene Modellfabrik mit realen Automatisierungskomponenten, die einen Fertigungsprozess steuert und überwacht, die Gefahren von Cyberattacken nachstellen können. Auf der Control wird ein Vertreter des Fraunhofer IOSB die Simulationsmöglichkeiten anhand eines portablen Demonstrators vorstellen.

Abwechslungsreicher Mix bei Kundenforen

Zusätzlich zum breiten Informationsangebot am Messestand bietet die DGQ wieder zahlreiche Kundenforen an. Sie setzt dabei wieder auf einen abwechslungsreichen Themenmix. Die Kundenforen widmen sich unter anderem Branchenthemen und informieren über Neuerungen bei Normen und Regelwerken. Innovative Ansätze wie Mix Sigma und Innovationsthemen wie Künstliche Intelligenz in der Qualitätssicherung oder Social Quality Management stehen ebenfalls auf dem Programm. Neben den DGQ-Experten führen weitere hochkarätige externe Referenten durch die Kundenforen.

Weitere Informationen finden sich unter: www.dgq.de/u/Control2018

Erste zertifizierte DGQ-Manager Qualitätssicherung schließen neue Lehrgangsreihe ab

Nach insgesamt 18 Lehrgangstagen haben 13 Teilnehmer Ende September die neue Reihe „Qualitätssicherung“ mit der Prüfung zum DGQ-Manager Qualitätssicherung abgeschlossen.

Das Arbeitsumfeld und die Bedürfnisse von Mitarbeitern und Führungskräften in der Qualitätssicherung von produzierenden Unternehmen haben sich im Zuge der Globalisierung und Digitalisierung sehr verändert. Neben der Vertiefung und Erweiterung der reinen Fachkenntnisse rücken sozial-kommunikative Kompetenzen ausgesprochen deutlich stärker in den Fokus. Um diese interdisziplinären Fähigkeiten verstärkt vermitteln zu können und den gewachsenen Anforderungen seitens Teilnehmern und Unternehmen gerecht zu werden, hat die DGQ Weiterbildung GmbH die Lehrgangsreihe „Qualitätssicherung“ 2017 komplett neu strukturiert und inhaltlich weiterentwickelt.

Neben der inhaltlichen Erweiterung um weitere notwendige Soft Skills und deren Integration in die Fachtrainings wurde die Lehrgangsreihe kompakter strukturiert, um kürzere Abwesenheitszeiten der Mitarbeiter zu ermöglichen. Nach bereits fünf Tagen können Teilnehmer das Grundlagen-Zertifikat „DGQ Fachkraft Qualitätsprüfung“ erwerben. Nach weiteren acht Tagen kann die Prüfung zum „DGQ-Spezialist Qualitätssicherung“ abgelegt werden. Im letzten Schritt erfolgt die Prüfung zum „DGQ-Manager Qualitätssicherung“.

Die Titel der Zertifikate wurden ebenfalls entsprechend der neuen Lehrgangsinhalte angepasst und ersetzen die vorherigen Zertifikate „DGQ-Qualitätsfachkraft“, „DGQ-Qualitätsassistent Technik“ und „DGQ-Beauftragter Qualitätssicherung“. Diese neuen Titel werden sich am Markt schnell etablieren, denn sie betonen deutlich mehr die hohen Anforderungen, die an Mitarbeiter in der produktionsnahen Qualitätssicherung gestellt werden.

Eine weitere Neuerung ist die noch stärkere Fokussierung auf die Prüf-Praxis im Produktionsumfeld. Die Lerninhalte werden direkt an Themen entlang der Wertschöpfungskette und von eigens entwickelten Praxissimulationen vermittelt. Damit verdeutlicht wird, dass professionelle Prozesse beinahe intuitiv gewollt werden und nicht aufgrund einer Normenforderung stattfinden müssen, werden Qualitätsnormen erst am Ende des Lehrgangs behandelt. Zudem lassen sich mit Hilfe der Praxissimulationen Inhalte durch das aktive Lernen am Modell schneller vermitteln.

Die Rückmeldungen der insgesamt über 460 neuen Teilnehmer der neuen Lehrgangsreihe „Qualitätssicherung“ sprechen für den neuen Aufbau und die Inhalte. Vor allem die Praxissimulationen haben die Teilnehmer begeistert und für einen ansprechenden und kurzweiligen Mix aus Theorie und Praxis gesorgt. Aber auch der Erwerb notwendiger Gesprächs-, Kooperations-, und Leitungskompetenzen sowie die Aufwertung des Zertifikats durch den Abschluss als „DGQ-Manager Qualitätssicherung“ wurden von den Teilnehmern als äußerst positiv bewertet.

Die positiven Rückmeldungen bestätigen die DGQ Weiterbildung GmbH darin, dass die Teilnehmer durch den neuen Aufbau des Lehrgangs befähigt werden, künftige Anforderungen der Qualitätssicherung innerhalb ihres Aufgabenbereichs noch besser bewältigen zu können.

Weitere Informationen zu der neuen Lehrgangsreihe “Qualitätssicherung” >>

Ihr Ansprechpartner

Produktmanagement
Marco Rasper
August-Schanz-Str. 21A
60433 Frankfurt am Main
Telefon: 069 95424-182
E-Mail: marco.rasper@dgq.de

Auftakt für neuen Master-Studiengang Quality Engineering

Der Startschuss ist erfolgt. Am 3. März haben zwölf Studierende den neuen berufsbegleitenden Master-Studiengang Quality Engineering der Provadis Hochschule an der Technischen Akademie Esslingen (TAE) in Ostfildern bei Stuttgart begonnen. Die durch die FIBAA akkreditierte Ausbildung bereitet den Nachwuchs umfassend auf anspruchsvolle Aufgaben in ihrem beruflichen Tätigkeitsfeld vor: Der Master „Quality Engineering“ deckt den Bedarf der Unternehmen rund um das Thema Qualität ab. Das Spektrum umfasst dabei sowohl qualitäts-gestützte Produktionsprozesse als auch qualitätsüberprüfende Verfahren und Audits. Die Studierenden erarbeiten sich eine hervorragende Ausgangsbasis für den weiteren beruflichen Aufstieg: Zum Beispiel als Qualitätsingenieur, der vornehmlich in der Fertigung tätig ist, als Qualitätsauditor oder als Qualitätsmanager. Mit der Deutschen Gesellschaft Qualität (DGQ), der TAE und der Provadis Hochschule in Frankfurt am Main kooperieren drei starke Partner und bringen ihre Expertise ein. Der Studiengang ist in Art und Umfang einzigartig in Deutschland.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung begrüßte Hans-Joachim Mesenholl, Vorstand der TAE, die Studierenden. Er sprach den Anwesenden seine Anerkennung dafür aus, den Aufwand eines berufsbegleitenden Studiums auf sich zu nehmen. Im Anschluss stellte Prof. Dr. Eva Schwinghammer, Präsidentin der Provadis School of International Management and Technology AG, die wichtigsten Eckpunkte der Hochschule und der Kooperation vor.

Als Vertreterin des dritten Kooperationspartners erläuterte danach Claudia Welker, Geschäftsführerin der DGQ Weiterbildung den Studierenden, was sie in ihrem Job besonders motiviert: Ganz einfach die grundsätzliche Begeisterung für Qualität in allen Facetten. In Ihrem Kurzvortrag erläuterte sie, wie die DGQ dazu beiträgt, junge Menschen zu unterstützen, die sich beruflich für das Thema Qualität begeistern. „Unser Ansatz ist ganzheitlich. Die DGQ fördert die Karriere natürlich einerseits durch eine exzellente Weiterbildung. Darüber hinaus bergen die Mitgliedschaft im Verein der DGQ sowie eine aktive Teilnahme in der Community zahlreiche Vorteile. So können sich die Qualitäts­fachleute mit Kollegen zu den unterschiedlichsten Herausforderungen austauschen und wichtige Kontakte knüpfen.“, berichtete Welker.

Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung informierte Studiengangleiterin Prof. Dr. Kirstin Hebenbrock von der Provadis Hochschule und Stefanie Ender, Koordinatorin des Studiengangs seitens der TAE, über die wichtigsten organisatorischen Aspekte des Studiengangs. Danach startete für die Studierenden bereits die erste Vorlesung.

Einschließlich Masterarbeit und Kolloquium ist das Studium auf fünf Semester ausgelegt. Unter anderem werden die Themen Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung, Prozess-, Risiko- und Projektmanagement, Qualitätssicherung, Six Sigma, Audits gemäß DIN EN ISO 19011, Normen und Standards der Industrie, Internationales Haftungs- und Gefährdungsrecht sowie Qualitätsmanagementsysteme behandelt. Bereits bei der Konzeption des Studiengangs legten die drei Kooperationspartner Wert auf einen hohen Praxisbezug. Neben der Theorie spielen berufsbegleitenden Fallstudien und interdisziplinäre Projekte eine wichtige Rolle. Auch die Dozenten sorgen dafür, dass sich die Lehrinhalte direkt auf den Arbeitsalltag übertragen lassen. Zum Abschluss haben die Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Thema aus ihrem beruflichen Umfeld zu bearbeiten.

Mit ihrem Engagement bei diesem Studiengang wird die DGQ ihrem Anspruch gerecht, Qualitätsfachleute während ihrer gesamten beruflichen Karriere als zuverlässiger Partner und Impulsgeber zu begleiten. Ein zunehmendes Augenmerk legt sie dabei auf den Nachwuchs im Bereich des Qualitätsmanagements sowie der Qualitätssicherung. Dies zeigt sich in zahlreichen Kooperationen mit Bildungseinrichtungen unterschiedlichster Art wie Hochschulen oder Technikerschulen. Junge Qualitätsmanager unterstützt die DGQ zudem durch das Angebot eines Regionalkreises mit dem Titel QM-Youngster. Hier können sich die Berufsfeldeinsteiger vernetzen und erhalten wertvolle Tipps für ihren weiteren Karriereweg. Dieser Ansatz spiegelt sich auch im neuen Studiengang Quality Engineering wider: Sobald sie den Master in der Tasche haben, können die Studierenden beispielsweise das Zertifikat DGQ-Manager Qualitätssicherung ganz ohne zusätzliche Lehrgänge und Prüfungen erwerben.

Weiter Informationen zum Studiengang

DGQ: Weiterbildung in Baden-Württemberg als Bildungsurlaub anerkannt

Wer an einem Training der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) teilnimmt und in Baden-Württemberg arbeitet, kann dafür ab sofort Bildungs­urlaub beantragen. Dies gilt für das gesamte DGQ-Programm, das inhaltliche Schwerpunkte auf Qualitätsmanagement, Qualitätssicherung und weitere Managementthemen legt.

Die DGQ-Tochter DGQ Weiterbildung GmbH hat sich dafür in Baden-Württemberg als Bildungseinrichtung nach § 10 Absatz 3 des Bildungszeitgesetzes anerkennen lassen. Teilnehmer aus Unternehmen in diesem Bundesland können damit bei DGQ-Seminaren sowie Lehrgängen und Praxiswerkstätten Bildungsurlaub beantragen. Lediglich die Prüfungen sind davon ausgenommen. Die Möglichkeit, Bildungsurlaub einzureichen, erstreckt sich für die baden-württembergischen Teilnehmer dabei auch auf Veranstaltungen, die sie außerhalb ihres Bundeslandes buchen.

Interessenten, die im Rahmen ihres Bildungsurlaubs an Weiterbildungen der DGQ teilneh­men möchten, können ihre Veranstaltung auf dem gewohnten Weg buchen. Die Kopie des amtlichen Anerkennungsbescheids lässt sich bei Bedarf auf der Webseite der DGQ herunterladen.

„Wir freuen uns, unseren Teilnehmern aus Baden-Württemberg die Möglichkeit bieten zu können, sich bei uns im Rahmen ihres Bildungsurlaubs zu qualifizieren“, erklärte Claudia Welker, Geschäftsführerin der DGQ Weiterbildung GmbH. „Damit reagieren wir auf einen konkreten Bedarf, den Kunden und Mitglieder uns gegenüber geäußert haben. Wir starten in einer für uns bedeutenden Wirtschaftsregion.“

Im nächsten Schritt prüft die DGQ gezielt, in welchen weiteren Bundesländern es sinnvoll ist, eine solche Anerkennung zu beantragen. Wichtige Faktoren sind dabei die Teilnehmerzahl aus dieser Region und die konkreten Voraussetzungen des Landes.

Über die DGQ

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) prägt und moderiert eine moderne, praxisnahe Plattform engagierter Vertreter von Unternehmen, öffentlicher Verwaltung, Hochschulen, Vereinen, Verbänden und weiteren Dienstleistern aller Größen und Branchen zum Thema Qualität. Der Verein mit knapp 6.500 Mitgliedern und 63 Regionalkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement.

Die DGQ Weiterbildung GmbH wurde 2007 unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. gegründet. Sie qualifiziert jährlich mehrere tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die Tochtergesellschaft befähigt mit ihren individuellen und flexiblen Weiterbildungsangeboten Menschen und trägt so zum nachhaltigen Erfolg von Unternehmen und Organisationen bei.

Weitere Informationen zu den geförderten Weiterbildungsangeboten der DGQ

Ihre Ansprechpartner

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGQ                  DGQ-Pressestelle, c/o Klenk & Hoursch
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Trends in der Weiterbildung

Der Weg hin zur Qualitätssicherung 4.0 fordert erweiterte Kompetenzen und interdisziplinäre Fähigkeiten. Mitarbeiter, die nicht auf dem neuesten Stand sind, verlieren schnell den Anschluss. Fachspezifische Weiterbildung hat daher für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter einen steigenden Stellenwert.

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. begleitet aktiv die Veränderungsprozesse im Qualitätswesen. Entsprechend wurde der DGQ Lehrgangsblock „Qualitätssicherung“ an die neuen Marktbedürfnisse angepasst, um Beschäftigte im Qualitätswesen für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Bereich gezielt vorzubereiten.

Praxisnah und interdisziplinär

Weiterbildungsangebote entwickeln sich parallel zu den Anforderungen im Arbeitsalltag weiter. Im Bereich der Qualitätssicherung sind Trainingsangebote gefragt, die handfeste Fachkenntnisse mit interdisziplinärem Know-how verknüpfen.

Dr. Benedikt Sommerhoff, Leiter Innovation und Transformation bei der DGQ, stellt im folgenden Video das neue Konzept des QS-Blocks vor.

 

Maßgeschneidert und relevant

Vom Qualitätsprüfer in den unterschiedlichen Bereichen über den Spezialisten im Unternehmen bis hin zum fachlichen Leitungspersonal – Lerninhalte müssen auf den jeweiligen Berufsstand individuell zugeschnitten werden. Aufeinander aufbauende Stufen der Trainings sorgen für effektive Qualifizierung aller Beschäftigten im Bereich.

Die Vorteile des neustrukturierten Weiterbildungsprogramms der DGQ, erläutert einer seiner Autoren – Jörg Roggensack, Manager Contact Manufacturing De`Longhi Braun GmbH.

 

Funktional und sozial-kommunikativ

Im Bereich der Qualitätssicherung werden Soft-Skills immer wichtiger und sind entscheidende Erfolgsfaktoren beim Umgang mit in- und externen Schnittstellen. Weiterbildungsangebote müssen dies berücksichtigen und sozial-kommunikative Kompetenzen in die Lerninhalte integrieren.

Jörg Roggensack kommentiert die wichtige Rolle von Soft-Skills in der Weiterbildung:

 

Detaillierte Informationen über das Programm und den Ablauf des QS-Blocks sind unter https://shop.dgq.de/themen/qualitatssicherung-2017 zu finden. Interessenten erhalten weitere Informationen unter Tel.: 069-95424-333 und E-Mail: weiterbildung@dgq.de.

Neuer Master-Studiengang „Quality Engineering“ qualifiziert für Führungsposition in der Industrie

Quality Engineering sichert den Erfolg von Produktion und Fertigung in Deutschland. Um qualifizierte Personen dafür auszubilden und für die beruflichen Herausforderungen vorzubereiten, bieten die Provadis Hochschule, die Technische Akademie Esslingen (TAE) und die DGQ ab 2017 den berufsbegleitenden Studiengang „Master of Quality Engineering (M.Sc.)“ an. Er bietet Mitarbeitern mit Hochschulabschluss die Chance, sich für eine Führungsposition in der produzierenden Industrie zu qualifizieren – zum Beispiel als Qualitätsingenieur, Qualitätsauditor oder Qualitätsmanager.

Die Veranstaltungen finden vorwiegend am Wochenende in den Räumen der TAE in Esslingen statt und umfassen Themen wie Prozess-, Risiko und Projektmanagement, Methoden der Qualitätssicherung, Statistik, Audits, Normen und Standards der Industrie.

Das erwartet Studierende:

  • Studium plus Beruf
  • Studienzeit: 5 Semester
  • Studienstart jährlich zum Wintersemester (Oktober)
  • Bis zu 2 x 8 Unterrichtsstunden am Freitag und Samstag
  • Studiengebühren: 3.490,- Euro pro Semester
  • Erfahrene Dozenten aus der Praxis
  • Abschluss: Master of Science
  • Automatische Anerkennung von DGQ-Zertifikaten bzw. Zulassung zur deren Prüfung

Weitere Informationen zum Studiengang erhalten Interessenten in einem Video und bei DGQ-Produktmanager Marco Rasper (mar@dgq.de).

Qualitätssicherung von morgen

Neuer QS-Lehrgangsblock macht fit für wachsendes Aufgabengebiet

Die Aufgaben in der Qualitätssicherung sind umfassend und werden zunehmend komplexer. Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) zeigt, was die Hintergründe für die diese Entwicklung sind: Während sich Lieferzeiten und Produktlebenszyklen verkürzen, steigen die Qualitätsanforderungen. Die Vielfalt an Angeboten nimmt zu, was zu einem verstärkten Kosten- und Technologiewettbewerb führt. Unternehmen müssen in Lage sein, große Volumina an Daten zu verarbeiten und zu analysieren; nicht zuletzt, um vermehrt individuellen Kundenwünschen gerecht zu werden.

Um den aktuellen Marktbedingungen vorausschauend und kompetent begegnen zu können, hat die DGQ Weiterbildung ihren Lehrgang „Qualitätssicherung“ neu gestaltet. Mit Fokus auf die Praxis bietet das neustrukturierte Trainingsprogramm effektive Werkzeuge und handfestes Wissen für den erfolgreichen Qualitätssicherer von morgen.

Komplexität beherrschen und profitieren

Qualität und Qualitätssicherung sind ausschlaggebende Erfolgsfaktoren für Unternehmen. Aktuelle Zahlen belegen: Je kompetenter die komplexen Aufgaben in diesem Bereich bewerkstelligt werden, desto mehr Marktchancen eröffnen sich für Unternehmen.

„Um die Qualität von Produkten und Dienstleistungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg kontinuierlich zu verbessern, ist es wichtig, dass alle Beteiligten in der Produktion und deren Arbeitsumfeld eine gemeinsame Sprache der Qualitätssicherung sprechen“, sagt Marco Rasper, Produktmanager der DGQ Weiterbildung. „Mitarbeiter in der Qualitätssicherung müssen über den QS-Tellerrand schauen und zugleich die Kompetenz haben, Wissen und Fertigkeiten zu erwerben, die sie für spezifische Aufgaben benötigen“, so Marco Rasper. Unternehmen, die den eigenen Markterfolg sichern wollen, brauchen qualifizierte QS-Fachkompetenz im operativen, als auch im Leitungsbereich der Qualitätssicherung.

Neue Qualifikationen für die Praxis

Aufgrund der neuen Herausforderungen und damit verbundenen Möglichkeiten in der Qualitätssicherung hat die DGQ die neue Weiterbildung zum DGQ-Spezialisten Qualitätssicherung und, darauf aufbauend, zum DGQ-Manager Qualitätssicherung entwickelt. Durch die inhaltliche Erweiterung der Lehrgänge im neuen Block „Qualitätssicherung“ werden die Teilnehmer befähigt, künftige Anforderungen der Qualitätssicherung innerhalb ihres Aufgabenbereichs noch besser zu bewältigen. Dazu Claudia Welker, Geschäftsführerin der DGQ Weiterbildung: „Unsere neuen QS-Lehrgänge machen die Teilnehmer fit, um professionell und flexibel im vielseitigen Bereich der Qualitätssicherung zu agieren. Die Fähigkeit komplexe Strukturen und Realitäten zu überschauen und daraus die wesentlichen Notwendigkeiten der Qualitätssicherung herauszufiltern und umzusetzen, gewinnt an Bedeutung, vor allem im operativen Bereich.“ Ebenso wichtig wie die fachliche Kompetenz, so Claudia Welker, seien Fähigkeiten in den Bereichen Moderation, Präsentation, Gesprächs- und Kooperationsfähigkeit sowie Leitungs- und Strategiekompetenz. Ein weiterer Fokus der neuen DGQ Lehrgangsreihe liegt  somit auf der integrierten Vermittlung von Soft Skills.

Wer bereits 2016 oder früher einen Qualitätssicherungs-Lehrgang abgeschlossen hat, kann mit den neuen Lehrgängen 2017 drauf aufbauen und sich zum DGQ-Manager Qualitätssicherung weiter qualifizieren.  Der neue Lehrgangsblock startet 2017 mit 23 offenen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet. Auftakt ist in Frankfurt am Main mit dem ersten Lehrgang vom 23. bis. 27. Januar 2017.

In fünf Tagen zum Zertifikat

„Eine Investition in kompetenzorientierte Weiterbildung zahlt sich für Unternehmen immer aus“, betont die Geschäftsführerin der DGQ Weiterbildung. „Mit unserem neuen Weiterbildungsangebot unterscheiden wir uns deutlich von anderen Angeboten. Unsere Weiterbildung ist kompakt aufgebaut und führt im ersten Schritt in nur fünf Tagen zum Zertifikat. Das bedeutet kürzere Abwesenheitszeiten der Mitarbeiter, bei unverändert optimaler Qualität der Weiterbildung.“ Die Vorteile für die Teilnehmer sieht Claudia Welker in einem grundlagenausgebildeten Kompetenzprofil und in der Tatsache, dass die erworbenen Kompetenzen künftig flexibel in der Qualitätssicherung einsetzbar seien. „Qualitätssicherung zahlt sich aus, denn Fehler zu vermeiden ist wirtschaftlicher als Fehler zu beseitigen“, ergänzt Rasper. Unternehmen mit einer durchgängigen Anwendung von Qualitätsmethoden erzielen den größten Nutzen, da sie den geringsten Anteil vom Umsatz für qualitätsbezogene Kosten ausgeben müssen. „Der Einsatz von Qualitätsmethoden ist ein probates Mittel, um die Gesamtkosten im Unternehmen zu reduzieren. Davon profitieren letztlich auch die Kunden. Für die erfolgreiche Implementierung benötigen Unternehmen Mitarbeiter, die diese Methoden nicht nur kennen sondern auch wirksam in der Organisation einführen und vorantreiben können. Der DGQ-Spezialist Qualitätssicherung ist dazu in der Lage“, so Marco Rasper.

Neue Zertifikate mit aussagekräftigen Titeln

So könnte Ihr Erfolgsweg in der Qualitätssicherung 2017 aussehen:

QS1: Qualitätssicherung im Produktionsumfeld: 23. bis 27. Januar, Frankfurt am Main

Prüfung mit Zertifikat DGQ-Fachkraft Qualitätsprüfung: 27. Januar, Frankfurt am Main

QS2: Statistische Daten im Produktionsumfeld erheben, auswerten und vermitteln, 21. bis 24. Februar, Frankfurt am Main

QS3: Verbesserungsmethoden im Produktionsumfeld wertschöpfend einsetzen: 20. bis 23. März, Frankfurt am Main

Prüfung mit Zertifikat DGQ-Spezialist Qualitätssicherung: 23. März, Frankfurt am Main

QS4: Qualitätssicherung in der Produktion leiten, 18. bis 22. September, Bensheim

Prüfung mit Zertifikat DGQ-Manager Qualitätssicherung, 23. September, Bensheim

Alle QS-Trainings 2017 auf einen Blick

Interessenten erhalten weitere Informationen unter T 069-95424-333, E-Mail: weiterbildung@dgq.de.

 

Neuer FQS-Band: Bei Standortgründungen im Ausland die Qualitätssicherungsstrategie klären

Deutsche Unternehmen gründen nach wie vor Produktionsstandorte im Ausland. Damit wollen sie im verschärften globalen Wettbewerb neue Standortvorteile nutzen. Beim Erstellen ihrer Produkte sind sie jedoch auf die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen angewiesen. Die Folge: Der direkte Einfluss auf die Qualität der Endprodukte  sinkt, die Abhängigkeit von der Qualität der Zulieferprodukte wächst. Das Beherrschen der Produktionsprozesse am Heimatstandort allein reicht somit nicht mehr aus, um die Produktqualität sicherzustellen.

„Bei der Gründung eines Auslandsstandortes übernehmen Firmen häufig die Qualitätssicherungsstrategien ihres Heimatstandorts“, sagt Verena Mennicken. Spezifische Standortfaktoren würden jedoch häufig nicht berücksichtigt. Oftmals blieben Antworten auf Fragen nach der Qualifikation und den Lohnkosten der Mitarbeiter offen oder ob eine automatisierte oder manuelle Qualitätskontrolle vorteilhafter sei, so die Projektmanagerin der FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e.V.. Auch sei beispielsweise zu hinterfragen, unter welchen Umständen Aufgaben der Qualitätssicherung dem Lieferanten, dem Unternehmen selbst oder einem spezialisierten Dienstleister übertragen werden sollten.

Im FQS geförderten Projekt über „innovative Qualitätssicherungsstrategien für global verteilte Wertschöpfungsnetze“ hat das Institut für Produktionstechnik wbk Karlsruhe Ansätze für standort- und unternehmensübergreifende Qualitätssicherungsstrategien entwickelt. Praxisnahe Methoden und Werkzeuge – insbesondere für KMU – wurden daraus abgeleitet und ermöglichen das Planung, Optimieren und Regeln der Qualitätsstrategie im global verteilten Wertschöpfungsnetzwerk. Neben der Produktqualität werden die Zielgrößen Kosten, Effizienz und Effektivität berücksichtigt. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der am besten geeigneten Verteilung der Qualitätssicherungsaufgaben im Netzwerk, angepasst an den Reifegrad der Standorte.

Das Ergebnis liegt jetzt als FQS-DGQ-Band vor (Deutsche Gesellschaft für Qualität). Die entwickelte Methodik liefert eine Bewertung des Qualitätsreifegrads von Standorten unter Berücksichtigung der jeweiligen Standortfaktoren. Darauf basierend kann die konkrete standortspezifische Ausgestaltung der Qualitätsregelkreise erfolgen, die eine kostenoptimale Auswahl der Prüfmittel und -planung beinhaltet. Interessenten  können den Band auf der DGQ-Website bestellen.

FQS-DGQ-Band Nr. 82-04: Leitfaden zur Gestaltung von Qualitätssicherungsstrategien in globalen Wertschöpfungsnetzwerken, 1. Auflage 2016, Hrsg. FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e.V., Frankfurt am Main 2016, 71 Seiten A4, ISBN: 978-3-940991-19-5

Über die DGQ
Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) prägt und moderiert eine moderne, praxisnahe Plattform engagierter Vertreter von Unternehmen, öffentlicher Verwaltung, Hochschulen, Vereinen, Verbänden und weiteren Dienstleistern aller Größen und Branchen zum Thema Qualität. Der Verein mit knapp 6.500 Mitgliedern, 62 Regionalkreisen und aktuell 10 Fachkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement. Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ-Forschung erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit KMU neue Anwendungen für das Qualitätsmanagement.

 

 

 

FQS plant neues Forschungsprojekt zur „Industrie 4.0-Readiness“

Industrie 4.0 ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen der Produktion und bietet enorme Wirtschafts- und Einsparpotenziale. Große Unternehmen wie Siemens und Infineon sind bereits heute auf dem Weg ins neue industrielle Zeitalter. Nun startet ein neues Forschungsprojekt zum Thema Industrie 4.0. Es trägt den Titel FuRi-Man – Future-proof, risk-based software selection for small and medium enterprises in industry 4.0 manufacturing. Es soll kleine und mittelständische Unternehmen dabei unterstützten, entsprechende Softwaresysteme auszuwählen und zu integrieren. Initiator des Projekts ist das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen. Betreut wird es von der FQS- Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, Teil des Projekts zu werden und aus erster Hand von den Ergebnissen zu profitieren.

„Softwaresysteme für produzierende Unternehmen gibt es wie Sand am Meer“, sagt Projektmanagerin Verena Mennicken, die das Forschungsprojekt bei der FQS begleitet. „Sie unterstützen dabei, Betriebsressourcen zu verwalten, Aufträge zu planen und die erzeugte Qualität zu erfassen und auszuwerten. Darüber hinaus eignen sich solche Systeme, um Dokumente zu verwalten, Aufträge zu handlen und Fehler zu verarbeiten. Derart komplexe Produkte anzuschaffen, ist jedoch mit hohen Kosten und Risiken verbunden. Eine weitere Herausforderung stellt die Fülle an unterschiedlichen Systemen dar, die es erschwert, ein System auszusuchen, das zum jeweiligen Unternehmen passt. „An diesem Punkt setzt unser Forschungsprojekt an“, erklärt Mennicken. „Es zielt darauf ab, Antworten auf die Frage zu liefern, welche Softwaresysteme und -funktionalitäten KMU benötigen und wie diese sicher und risikofrei eingeführt werden können. Im Rahmen der Arbeiten erfolgt unter anderem die Bewertung der „Industrie 4.0-Readiness“ für Firmen aus der Industrie sowie die Ableitung konkreter Entwicklungsmöglichkeiten.

Fragen zum neuen Forschungsprojekt beantwortet Eike Permin vom IPT telefonisch unter 0241 8904-452 oder per E-Mail an eike.permin@ipt.fraunhofer.de.

Die neuen DGQ Q-Leiterkreise – Tacheles reden unter Kollegen

Gerade in einer Führungsposition ist der Bedarf nach Austausch mit Gleichgesinnten groß. Aus diesem Grund etabliert die DGQ jetzt die „Q-Leiterkreise“. Hier haben Qualitätsmanager und weitere Führungskräfte in Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement die Möglichkeit, mit Kollegen aus ihrer Region zu diskutieren: Zum Beispiel über Führungsaufgaben, Change Projekte, interkulturelle Fragestellungen bei mehrere Standorten und andere Themen, die sie in ihrer Position bewegen.

2015 hat die DGQ die ersten Q-Leiterkreise erfolgreich pilotiert, die DGQ Landesgeschäftsstellen gründen nun je nach regionalem Bedarf weitere. Grund dafür ist vor allem die Rückmeldung vieler Mitglieder, dass Bedarf nach „Austausch auf Augenhöhe“ besteht.

Damit angesichts der terminlichen Belastung die Teilnahme an einem Q-Leiterkreis so einfach wie möglich ist, möchte die DGQ ein engmaschiges regionales Netz von Q-Leiterkreisen aufbauen. Zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr dienen dazu, sich kennenzulernen und die Zusammenarbeit zu vertiefen. Mitglieder des Kreise fungieren als Gastgeber und laden ihre Kollegen reihum ins eigene Unternehmen ein. Auf diese Weise lernen die Q-Leiter einer Region einander kennen, wissen wer wie tickt, wer vor ähnlichen Herausforderungen steht oder bereits gestanden hat. Wer bei den Q-Leiterkreisen dabei sein möchte, muss DGQ-Mitglied und in einer Führungsposition tätig sein.

Neben den Q-Leiterkreisen haben bietet die DGQ die Regional- und die Fachkreise an. Die DGQ Regionalkreise sind offen für alle QS und QM-Interessierten und bieten regional ein breites Themenspektrum und eine Austauschplattform. Die DGQ Fachkreise sind mitgliederexklusive, überregionale Gruppen von Experten zu jeweils einem Fachthema. Zusammen mit den Q-Leiterkreisen bilden sie ein Netzwerk von Plattformen, das in jeder Phase der Karriere berufliche und persönliche Impulse gibt.

Wer einen Q-Leiterkreis besuchen möchte, erhält weitere Informationen bei Benedikt Sommerhoff (T: 069 95424-112, E-Mail: bs@dgq.de).

FQS plant neues Forschungsprojekt zur „Industrie 4.0-Readiness“

Industrie 4.0 ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen der Produktion und bietet enorme Wirtschafts- und Einsparpotenziale. Große Unternehmen wie Siemens und Infineon sind bereits heute auf dem Weg ins neue industrielle Zeitalter. Nun startet ein neues Forschungsprojekt zum Thema Industrie 4.0. Es trägt den Titel FuRi-Man – Future-proof, risk-based software selection for small and medium enterprises in industry 4.0 manufacturing. Es soll kleine und mittelständische Unternehmen dabei unterstützten, entsprechende Softwaresysteme auszuwählen und zu integrieren. Initiator des Projekts ist das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen. Betreut wird es von der FQS- Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, Teil des Projekts zu werden und aus erster Hand von den Ergebnissen zu profitieren.

„Softwaresysteme für produzierende Unternehmen gibt es wie Sand am Meer“, sagt Projektmanagerin Verena Mennicken, die das Forschungsprojekt bei der FQS begleitet. „Sie unterstützen dabei, Betriebsressourcen zu verwalten, Aufträge zu planen und die erzeugte Qualität zu erfassen und auszuwerten. Darüber hinaus eignen sich solche Systeme, um Dokumente zu verwalten, Aufträge zu handlen und Fehler zu verarbeiten. Derart komplexe Produkte anzuschaffen, ist jedoch mit hohen Kosten und Risiken verbunden. Eine weitere Herausforderung stellt die Fülle an unterschiedlichen Systemen dar, die es erschwert, ein System auszusuchen, das zum jeweiligen Unternehmen passt. „An diesem Punkt setzt unser Forschungsprojekt an“, erklärt Mennicken. „Es zielt darauf ab, Antworten auf die Frage zu liefern, welche Softwaresysteme und -funktionalitäten KMU benötigen und wie diese sicher und risikofrei eingeführt werden können. Im Rahmen der Arbeiten erfolgt unter anderem die Bewertung der „Industrie 4.0-Readiness“ für Firmen aus der Industrie sowie die Ableitung konkreter Entwicklungsmöglichkeiten.

Fragen zum neuen Forschungsprojekt beantwortet Eike Permin vom IPT telefonisch unter 0241 8904-452 oder per E-Mail an eike.permin@ipt.fraunhofer.de.

 

29. Control – Die internationale Messe für Qualitätssicherung

Control – Qualität macht den Unterschied

Als Weltleitmesse für Qualitätssicherung führt die Control die internationalen Marktführer und innovativen Anbieter aller QS-relevanten Technologien, Produkte, Subsysteme sowie Komplettlösungen in Hard- und Software mit den Anwendern aus aller Welt zusammen.

Auch in diesem Jahr ist die DGQ auf der Control vom 5. bis 8. Mai in Stuttgart vertreten. Wir freuen uns darauf, Sie in Halle 5, Stand 5412 zu begrüßen.

Unsere besonderen Highlights in diesem Jahr:
ISO-Revision, die Lage der Automobilzulieferer, QS 4.0, Lean Management, Messtechnik
Im ICS Internationales Congresscenter informiert die DGQ in ihren acht Kundenforen über aktuelle QM-/QS-Entwicklungen.

Mittwoch, 6. Mai 2015, 14.00 Uhr
Kundenspezifische Forderungen –  Sie haben es vertraglich zugesagt Alexander Piening, Projektleiter bei der GUKSA Gesellschaft für die Umsetzung kundenspezifischer Anforderungen mbH)

ISO/TS 16949 und die „CSR“ Ist-Situation bei den Lieferanten
Probleme bei der Aktualisierung, Analyse und Umsetzung in der Praxis
„CSR“ in der Lieferkette – eine zusätzliche Herausforderung

Donnerstag, 7. Mai 2015, 10.00 Uhr
Schluss mit Dornröschenschlaf! Für Industrie 4.0 braucht es eine Qualitätssicherung 4.0 (Dr. Benedikt Sommerhoff, Leiter DGQ Regional)
“Industrie 4.0” steht für eine intelligente, selbstorganisierende, vernetzte Produktion, das Schlagwort ist derzeit überall präsent. Was aber bedeutet der damit verbundene Paradigmenwechsel für die Qualitätssicherung? Gewohnte Methoden, Vorgehensweisen, Techniken werden hinfällig oder müssen sich stark verändern, neue Organisationsformen zeichnen sich ab. Schon heute muss der Grundstein für eine moderne, zukunftsfähige “Qualitätssicherung 4.0” gelegt werden!

Lean Management als Erfolgsfaktor von heute – welche Rolle haben die Führungskräfte? (Dr. Sebastian Schlörke, Geschäftsführer der Firma Schlörke Training und Beratung und Trainer der DGQ Weiterbildung GmbH)
Wie funktionieren nachhaltige Verbesserung in Produktionsunternehmen, woher Motivation als wesentlicher Erfolgsfaktor stammt und wie sie dauerhaft zu erhalten ist.

Donnerstag, 7. Mai 2015, 14.00 Uhr
GPS Geometrische Produkt Spezifikation – Navigation durch den Dschungel der Längenmesstechnik (Dipl.-Ing. Ulrike Urban-Kreitewolf, Inhaberin eines Ingenieurbüros für Industrielle Messtechnik und Trainerin der DGQ Weiterbildung GmbH, )
Eine Navigation durch den Dschungel der Längenmesstechnik

Messunsicherheit, Prüfprozesseignung, Messsystemanalyse (MSA) – ein Vergleich (Dipl. Geologe Achim Kistner, Inhaber der Kistner Metrologie Service GmbH und Trainer der DGQ Weiterbildung GmbH)
Der Überblick erlaubt Ihnen eine Bewertung bezüglich der Einsatzmöglichkeiten der verschiedenen Methoden

 

Zur Anmeldung

Besuchen Sie uns auf der Control vom 5. bis 8. Mai in Stuttgart. Wir freuen uns auf Sie.

ISO-Revisionen 2015: Die Weichen sind gestellt

Knapp 500 Teilnehmer sind in diesem Herbst der Einladung von DGQ, DIN und DQS gefolgt, sich über den Stand der Revisionen von ISO 9001 und ISO 14001 zu informieren. Der Zeitpunkt, sich mit dem Thema zu beschäftigen, war gut gewählt: Schließlich können wichtige Eckdaten und Neuerungen mit Vorliegen der Normentwürfe (DIS) bereits auf einer richtungweisenden Grundlage betrachtet werden. Welche Rolle diese international anerkannten Regelwerke in den globalen und regionalen Märkten auch künftig spielen werden, erfuhr das Fachpublikum von Benedikt Sommerhoff (DGQ), Katherina Wührl (DIN) und Frank Graichen (DQS). Die Kooperationsveranstaltungen von DGQ, DIN und DQS werden 2015 mit einem dann aktualisierten Konzept fortgesetzt.

Das Programm der insgesamt vier Tagungstermine in 2014 reichte von faktenbasierten Informationen zum Zeitplan und den Übergangsfristen bis hin zu ersten Interpretationen von Textstellen, die neue Anforderungen in sich bergen. Dass sich die Veranstalter im Vorfeld auf ein so weites Pensum verständigt hatten, erwies sich als vorausschauend: Bei einer elektronischen Befragung vor Ort gaben im Schnitt rund 70 Prozent der Teilnehmer an, bislang keine bzw. nur geringfügige Kenntnisse vom DIS zu ISO 9001:2015 zu besitzen. Beim DIS zu ISO 14001 fielen diese Werte sogar deutlich höher aus.

Frank Graichen (DQS) für die QM-Norm und Katherina Wührl (DIN) für das Umweltmanagement warfen sich gegenseitig die Bälle zu, als es am Vormittag um die wichtigsten Änderungen in den Regelwerken ging. Dass diese zu einer merklichen Bewegung in den Organisationen selbst führen können, zeigte zum Beispiel der Blick auf die verstärkten Anforderungen an die oberste Leitung bezüglich Verpflichtung und Mitwirkung am Managementsystem. Immer wieder ergänzt wurden diese Informationen durch Hinweise auf Dokumente etwa auf der ISO-Webseite, auf geplante unterstützende Dokumente wie ISO/TS 9002 und ISO 14004 sowie auf Formulierungen in den Kapitelanmerkungen und Anhängen. Auch beim Beleuchten zentraler Themen der Revision wurden die Teilnehmer direkt während des Vortrags zu einer elektronischen Abstimmung aufgefordert. Zur Auswahl standen der Fokus auf das Prozessmanagement, das Kennen der Erwartungen interessierter Parteien, der risikobasierte Ansatz und das Organisationswissen als Ressource. Die Frage lautete, welche dieser Änderungen wohl als nützlichste Erweiterung für das eigene Unternehmen betrachtet werde. Der Favorit? Im Schnitt 47 Prozent der Gäste votierten für die risikoorientierte Betrachtung von Prozessen.

Mehr Handlungsspielraum: Manches steht zwischen den Zeilen

Im Laufe des Tages wurde erkennbar, dass eine merkliche Entwicklung beider Normen dahin geht, über den Tellerrand hinauszuschauen. Durch die Anwendung von ISO 14001 etwa sollen Unternehmen Umweltbelastungen nicht nur vermeiden, sondern die Umwelt schützen und dafür auch sozioökonomische Erfordernisse in Betracht ziehen, den Lebensweggedanken integrieren und die Kommunikation nach außen und innen stärken. Das Beispiel zeigt, wie mit der Revision teilweise größere Handlungsspielräume eröffnet und mehr Entscheidungsoptionen möglich sind. Gerade zu Beginn werde dabei manches zwischen den Zeilen zu lesen sein, stellte Frank Graichen fest und kommentierte knapp: „Da wird es die eine oder andere Diskussion mit dem Auditor geben.“

Der Beauftragte der obersten Leitung wird auch künftig nicht fehlen

Mit Blick den Beauftragten der obersten Leitung – „Es gibt keinen QMB mehr“ – griff Benedikt Sommerhoff von der DGQ ein Thema mit Potenzial für die Zukunft auf. Über den Job Title auf der Visitenkarte macht sich Sommerhoff dabei weniger Gedanken. Für ihn entsteht mit den Revisionen vielmehr die notwendige Gelegenheit, die „Q-Berufe“ weiterzuentwickeln. Qualitätsmanager sieht er dabei durchaus als Organisationsentwickler – und er fordert die Berufsgruppe auf, diese Rolle als Führungskraft auch aktiv anzunehmen. Sommerhoffs Fazit: „Der Beauftragte der obersten Leitung wird in Unternehmen mit einer guten Qualitätskultur der Leitung nicht fehlen – und in Unternehmen mit einer schlechten Qualitätskultur nichts ausrichten.“ Eine Positionierung des DGQ-Fachkreises „Q-Berufe“ zum Rollenbild wird übrigens für Ende Januar 2015 erwartet.

„Das wird mancher von Ihnen als Hausaufgabe mitnehmen“

Insgesamt gelang es den Referenten, eine Vielzahl von Informationen, Hinweisen und Stichworten zu einem greifbaren Gesamtkontext zusammenzufügen. Dieser zunehmend erkennbare rote Faden versetzt die rund 500 Teilnehmer in diesem Jahr in die Lage, eine erste Bilanz zu ziehen, rechtzeitig Handlungsfelder zu bestimmen und einen Zeitplan zu entwickeln, wann die eigene Organisation auf die revidierten Normen umsteigen kann und möchte. Bezogen auf ISO 9001 ging übrigens die Mehrheit der Teilnehmer mit einer realistisch-selbstbewussten Einschätzung aus den Veranstaltungen heraus: Knapp 45 Prozent erkennen die Revision durchaus als Herausforderung für die eigene Organisation an, scheuen sich aber nicht vor der Bewältigung. Oder anders formuliert: „Da gibt es etwas zu tun, aber wir schaffen das.“

2015 mit DGQ, DIN und DQS in die Zielgerade der Revisionen

Bei der Bewältigung von Herausforderungen werden DGQ, DIN und DQS ihre Mitglieder und Kunden auch in 2015 unterstützen. Ab Mitte Mai starten die Kooperationspartner mit insgesamt zehn ganztägigen Veranstaltungen zu ISO 9001 und vier Veranstaltungen zu ISO 14001. Neu im Konzept dieser Termine sind Workshops. In diesen Arbeitsrunden wird den Teilnehmern die vertiefte Auseinandersetzung mit wichtigen Kernpunkten, Praxisauslegungen und Umsetzungshilfen ermöglicht. Informationen zum Programm und Links zur Buchung unter www.isorevision.de.

Knapp 14 Prozent der Teilnehmer in 2014 gaben an, schon in 2015 auf die neue ISO 9001 umzusteigen, rund 32 Prozent haben das für 2016 vor.

Autor:
Matthias Vogel
Leiter Marketing & Communication
DQS GmbH

 

 

Wie neue Technologien den Standort Deutschland zukunftsfähig machen

Qualität 4.0

Dr. Benedikt Sommerhoff, Leiter DGQ Regional, betreut eine Masterarbeit zum Thema Industrie 4.0.

Dr. Benedikt Sommerhoff, Leiter DGQ Regional, betreut eine Masterarbeit zum Thema Industrie 4.0.

Vor rund 20 Jahren wäre das, was die Industrie 4.0 ausmacht, als Science-Fiction klassifiziert worden: Materialien, die über das Internet mit Maschinen kommunizieren. Fabriken, die sich ohne Planung des Menschen selbst organisieren. Wartungseingriffe, die über das Internet erfolgen. Industrie 4.0 ist die Zukunft der Produktion.

Grundlage für die von Wissenschaft und Bundesregierung “Industrie 4.0” genannte Entwicklung sind cyber-physische Systeme – das Internet der Daten und Dinge. Hier gibt es in Deutschland laut der DGQ Handlungsbedarf.

Entwicklungsdruck hin zur Industrie 4.0

Denn als bedeutender Produktionsstandort mit hohem Lohnniveau und wenig Rohstoffressourcen stehe gerade Deutschland unter dem Druck, sich hin zur Industrie 4.0 zu entwickeln, um die eigene Premiumposition zu halten.

Der Handlungsbedarf ist in erster Linie marktgetrieben: Kostendruck einerseits und andererseits die Notwendigkeit, kundenindividueller zu fertigen und schneller marktreif zu sein, erfordern maximal flexible und optimal kosteneffiziente Fabriken und Entwicklungsprozesse.

Die menschenleere Produktion ist nicht zu befürchten. Allerdings verändern sich und steigen die Anforderungen an Produktionsmitarbeiter erheblich. Anteilig werden mehr Ingenieure benötigt. Facharbeiter müssen IT- und systemtechnische Kompetenzen aufweisen.

Professor Dr. Ralph Stengler, Präsident der Hochschule Darmstadt, kennt die künftigen Qualifizierungsanforderungen: “Noch nie ist das Fachwissen unserer Ingenieure so schnell veraltet wie heute.”

Fehler vor ihrer Entstehung identifizieren

Felix Artischewski schreibt, von Professor Stengler betreut, seine Masterarbeit an der Hochschule Darmstadt. Das Thema: Qualitätssicherung 4.0.

Artischewski untersucht, welche neuen Anforderungen die veränderten Entwicklungs- und Produktionsprozesse der Industrie 4.0 an die Qualitätssicherung stellen. Klassische Ansätze der Qualitätssicherung greifen künftig nicht mehr. Die gesamte Qualitätssicherung muss digital und vor allem medienbruchfrei erfolgen, um eine ausreichend schnelle und umfassende Datenerfassung zu ermöglichen und den Engpassfaktor Mensch bei der Datenübertragung auszuschließen.

In der Folge werden Instandhaltung und Qualitätssicherung effizienter sowie vorausschauender. Dies geschieht auf Basis virtueller Modelle und Expertensysteme, die alles überwachen und bereits vor der Umsetzung genauestens berechnen, um Ausschluss und Kosten durch “trial and error” zu vermeiden.

Die Industrie 4.0 muss sich zusätzlich gegen ungewollte Eingriffe wie Hacker-Attacken schützen. Dafür sind erhebliche technische und organisatorische Entwicklungen erforderlich: Datenformate und Schnittstellen müssen standardisiert werden, und der unbefugten Nutzung von Produkt- und Fertigungsdaten gilt es vorzubeugen.

Industrie 4.0 macht Qualitätssicherung einfacher

Die neue Technik macht die Qualitätssicherung aber auch einfacher. So stehen viele neue, kleinere und damit besser in die Maschinen integrierbare Sensoren und Messvorrichtungen zur Verfügung.

Wo früher aus ökonomischen Gründen nur punktuell Stichprobenprüfungen und statistische Verfahren durchgeführt wurden, ist heute eine 100 %-Prüfung wieder wirtschaftlich. Die IT-Systeme können riesige Mengen von Mess- und Qualitätsdaten verarbeiten.

So werden etwa durch Losgröße eins auch die Steuerungsparameter qualitätsrelevant, da sie nicht mehr im Voraus geplant, sondern mit jedem Produkt geändert werden.

Moderne Systeme erkennen Auffälligkeiten und helfen dabei, Ursachen sowie Quellen von Fehlern zu identifizieren – im Idealfall sogar vor der Fehlerentstehung.

Grundsteine sind gelegt

In Kooperation mit der DGQ setzt Artischewski seine Masterarbeit zur Qualitätssicherung 4.0 um. Die DGQ hat ein besonderes Interesse an diesem Thema: “Wir leisten durch unsere Arbeit rund um Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung einen Beitrag zur Standortsicherung Deutschlands”, sagt DGQ-Abteilungsleiter Dr. Benedikt Sommerhoff. Gemeinsam mit Stengler betreut er die Masterarbeit von Artischewski.

“Die frühe Auseinandersetzung mit dem Thema sehen wir als Chance, die notwendigen Entwicklungen voranzutreiben. So können wir die heutige Stärke deutscher Unternehmen wahren und die weltweit nachgefragte Qualität deutscher Entwicklungen und Produkte nachhaltig gewährleisten”, so Sommerhoff.

QM-Executive: Modul Führung – maßgeschneidert für Qualitätsmanager

Laut einer DGQ-Umfrage von 2012 unter 400 deutschen Qualitätsmanagern verstehen sich diese überwiegend als Führungskräfte und gehören nach eigenen Angaben zum Leitungskreis einer Organisation. Aufgaben einer Führungskraft sind unter anderem, Prozesse und Managementsysteme zu gestalten, Menschen zu führen und Verantwortung für Budgets und Ergebnisse zu tragen. Darüber hinaus weisen Qualitätsmanager hohe Fachkompetenz und in vielen Fällen langjährige Erfahrung auf. Dennoch suchen sie zusätzlich Angebote, um ihre Führungskompetenz zu verstärken. Für diese Zielgruppe hat die DGQ ein modulares Programm in der Trainingsreihe QM-Executive entwickelt.

Für das dreitägige Modul Führung hat die DGQ Weiterbildung Führungskräfte als Trainer gewonnen, die Führungswissen und -erfahrung aus der ersten Führungsebene mitbringen. So verfügt Prof. Dr. Michael Nagy, SRH Hochschule Heidelberg, mit rund 25 Jahren Verantwortung als AG-Vorstandsvorsitzender und GmbH-Geschäftsführer über ein fundiertes Praxiswissen zu Führungsthemen und vermittelt diese als Managementtrainer, Hochschullehrer und QM-Auditor an Führungskräfte. Sein Credo: „Qualitätsmanagement und Managementqualität müssen den Kundennutzen sichern und kontinuierlich steigern“.

Stefan Heinloth, Sprecher der Geschäftsführung der DQS Holding GmbH, hat das Modul Führung gemeinsam mit Professor Nagy entwickelt. Heinloth ist überzeugt, dass gute Führung lernbar ist: „Erfolgreiche Führung braucht Authentizität und situative Intelligenz, um in einem komplexen Umfeld Ziele zu erreichen“.

Die Redaktion wollte wissen, ob die Teilnehmer auch die entsprechenden Impulse erhalten, um sich persönlich als Führungskraft weiterzuentwickeln. Dazu befragte sie Meryem Seifert,

Qualitätsmanagerin bei der Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH in Sickte-Neuerkerode über den Lernerfolg. Demzufolge haben „zwei hochkarätige Dozenten“ das Modul Führung aus der Seminarreihe „QM-Executive“ durchgeführt. „Ihre Erfahrungswerte, die Techniken, das Coaching und die Methoden haben mir sehr gut gefallen“, sagte die Qualitätsmanagerin. Auch seien die Inhalte klar strukturiert und direkt in der Praxis anwendbar gewesen. „Trotz der komprimierten Inhalte und langen Schulungstage, habe ich das Seminar als sehr kurzweilig empfunden“, so Meryem Seifert weiter. Das hätten ihr auch andere Teilnehmer bestätigt.

Das Seminar empfiehlt sie allen Qualitätsmanagern weiter: „Es ist genau für diese Gruppe maßgeschneidert“. Die Rolle eines Qualitätsmanagers sieht sie „oftmals zwischen allen Stühlen“. Das bedeute im Arbeitsalltag, in vielen interdisziplinären Projekten eingebunden zu sein, bei denen man Kontakt zu unterschiedlichen Hierarchieebenen im Unternehmen hat, die dem Qualitätsmanagement zuarbeiten. „Das Seminar ist genau auf diese Schnittstellenproblematik eingegangen und hat mir die nötigen Führungsmethoden an die Hand gegeben, diese zu meistern.“ Rollenspiele dienten der praktischen Vertiefung der zuvor behandelten theoretischen Einheiten. Auch „das im Anschluss erhaltene Feedback von zwei Experten war sehr hilfreich für die Selbstreflektion“. Und die „gut strukturierten Seminarunterlagen“ dienen ihr heute als Nachschlagewerk.

Die erlernten Inhalte seien für ihren beruflichen Alltag sehr wertvoll: „Die vermittelten Führungskompetenzen konnte ich bei meiner alltäglichen Arbeit direkt umsetzen. Sie helfen mir, mit Alltagssituationen souveräner umzugehen“.

Die Neuerkeröder Wohnen und Betreuen GmbH ist ein Unternehmen der Unternehmensgruppe Evangelische Stiftung Neuerkerode. Sie betreut insgesamt 860 Menschen mit geistiger, Lern- und Mehrfachbehinderung. Die diakonischen Unternehmen der Evangelischen Stiftung Neuerkerode unterhalten mit über 1.600 Mitarbeitenden an unterschiedlichen Standorten der Region Südost-Niedersachsen Einrichtungen im Bereich der Behindertenhilfe, Altenpflege, Suchthilfe, Arbeitsförderung und der medizinischen Versorgung, um mit ihren Kompetenzen, Angeboten und Dienstleistungen Menschen mit Assistenzbedarf in ihrem Leben und ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten. Darüber hinaus betreibt die Stiftung eine Fachschule für Heilerziehungspflege und eine Kindertagesstätte mit Integrationsgruppe. Das nächste Training Führung findet vom 03.-05.12.2014 in Köln (Brühl) statt. Weitere Informationen gibt es unter www.dgq.de/go/QXF oder bei DGQ-Produktmanager Torsten Klanitz, T 069/ 95424189, E-Mail: tk@dgq.de.

Qualitätsnorm ISO 9001 ist die meist angewandte Norm / 52.000 deutsche Unternehmen müssen sich auf Revision vorbereiten

  • Umfrage der Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) zeigt: Knapp die Hälfte der befragten Qualitätsmanager bereiten sich bereits heute vor / Norm tritt Ende 2015 in Kraft
  • Mehr als jeder zweite Befragte verspricht sich Impulse, wie Qualität im eigenen Unternehmen noch effizienter und zielorientierter wird
  • Die DGQ gestaltet im zuständigen Komitee die neue Norm mit
  • Geplante Änderungen: mehr Praxisnähe, mehr Flexibilität, mehr Verantwortung für Führungskräfte

Ob große Konzerne oder Mittelständler – Unternehmen in Deutschland und weltweit müssen sich auf Neuerungen einstellen: Die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001 wird aktuell umfassend überarbeitet und tritt im September 2015 in Kraft. Sie gehört zu den bedeutendsten und meist angewendeten Normen weltweit. Allein in Deutschland nutzen 52.000 Organisationen die ISO 9001. Für viele Unternehmen ist die Überarbeitung schon heute ein relevantes Thema. 45 Prozent der befragten Qualitätsmanager setzen sich bereits mit der Revision auseinander. 47 Prozent erwarten, dass die Adaption der Norm der Schwerpunkt ihrer Arbeit sein wird. Das ergab eine Befragung der Deutschen Gesellschaft für Qualität e. V. (DGQ) zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Konzept & Markt unter 400 deutschen Unternehmen. Die meisten haben hohe Erwartungen an die neue Norm: Mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) erwartet Impulse, wie das eigene Qualitätsmanagement noch effizienter und zielorientierter gestaltet werden kann. 41 Prozent der Befragten erwarten aufgrund der Neuerungen Kosten- und Zeitersparnisse.

Gravierende Veränderungen von Märkten, Prozessen und Anforderungen der Stakeholder und Konsumenten an Unternehmen machen eine Überarbeitung notwendig: Vorangetrieben wird die Revision von der Internationalen Organisation für Normung (ISO), die aus über 100 nationalen Organisationen besteht. Die DGQ repräsentiert im Revisionsprozess die European Organization for Quality (EOQ) und gestaltet im zuständigen Komitee die neue Norm mit. “Ein Qualitätsmanagementsystem ist nicht zweckfrei. Es muss einen konkreten Mehrwert bieten. Die neue ISO 9001 ist hierfür ein Meilenstein. Sie orientiert sich stärker denn je an den Bedürfnissen der Unternehmen und ermöglicht ihnen, auch bei veränderten Marktbedingungen zukunftssicher zu agieren”, sagt Michael Weubel, Leiter der DGQ Landesgeschäftsstelle Mitte in Frankfurt am Main.

Führungskräfte stärker in der Verantwortung

Im Herbst 2015 wird die ISO 9001:2015 voraussichtlich in Kraft treten. Die wesentlichen Grundzüge stehen bereits fest: Insgesamt soll die neue ISO deutlich praxisbezogener sein und unmittelbar auf die Unternehmensziele einzahlen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, dass Unternehmen ihr Qualitätsmanagement auf individuelle Gegebenheiten anpassen und dabei zum Beispiel auch externe Faktoren einbeziehen – wie die Lieferantenstruktur. Die Revision der Norm zeigt den Weg zu einem wirkungsvollen Qualitätsmanagement auf. Wie Qualitätsmanagement-Aufgaben verteilt und organisiert werden, können Unternehmen künftig freier entscheiden. Denn: Die Position des QM-Beauftragten wird in der Norm nicht mehr vorgeschrieben. Im Zuge dieser Flexibilisierung werden QM-Themen künftig vermehrt in der Unternehmensführung zu diskutieren sein. Dazu ist ein unternehmensübergreifender Blick beim Thema Qualität nötig. Der Führungsebene kommt im Qualitätsmanagementsystem daher eine deutlich zentralere Rolle als bislang zu. Laut DGQ-Befragung erwarten rund zwei Drittel der befragten Qualitätsmanager (59 Prozent), dass Führungskräfte mit der neuen Norm ihrer Verantwortung besser gerecht werden. Zudem werden nach dem Vorbild der Automobilindustrie im Rahmen der neuen Norm auch Prozessorientierung und Risikomanagement gestärkt. So können Unternehmen damit rechnen, dass die neue Norm einfacher und flexibler anzuwenden sein wird. Im Fokus steht nun weniger ein umfassendes Regelwerk. Vielmehr ist die Implementierung eines effizienten Qualitätsmanagements das Ziel.

Veranstaltungsreihe von DIN, DGQ und DQS informiert über Änderungen

Die Bedeutung eines praxisnahen Qualitätsmanagements wird an einer weiteren Zahl deutlich: Für neun von zehn Befragten (92 Prozent) ist Qualitätsorientierung eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens, so die Befragung. Die Revision der ISO 9001 ist und bleibt für die nächsten Jahre daher ein zentrales Thema. Auf welche Änderungen Unternehmen sich konkret vorbereiten müssen, erfahren sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Raus aus der Gerüchteküche” der DGQ, des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS). Alle Termine der Veranstaltungsreihe finden sich unter www.normenrevision.de.

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick:

Bedeutung des Qualitätsmanagements

  • Für neun von zehn Befragten (92 Prozent) ist Qualitätsorientierung eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens
  • Aus Sicht der großen Mehrheit hat Qualitätsmanagement einen hohen Stellenwert (84 Prozent) und wird im Unternehmen als Strategiethema behandelt (90 Prozent) Vorbereitung auf die Revision
  • 45 Prozent der befragten Qualitätsmanager setzen sich bereits mit der Revision der ISO 9001:2008 auseinander
  • Rund ein Drittel (36 Prozent) hat sich hingegen noch nicht damit auseinandergesetzt
  • Fast die Hälfte (47 Prozent) der Qualitätsmanager ist der Meinung, dass die Adaption der Norm der Schwerpunkt ihrer Arbeit in den nächsten Jahren sein wird Erwartungen an die Revision
  • Mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) erwartet Impulse, wie das eigene Qualitätsmanagement noch effizienter und zielorientierter gestaltet werden kann
  • 41 Prozent der Befragten versprechen sich aufgrund der Neuerungen Kosten- und Zeitersparnisse
  • Rund zwei Drittel der befragten Qualitätsmanager (59 Prozent) glauben, dass Führungskräfte mit der neuen Norm ihrer Verantwortung für Qualität besser gerecht werden
  • Fast jeder zweite Befragte (44 Prozent) erwartet von der ISO-Revision eine Stärkung der Position des Qualitätsmanagers innerhalb seines Unternehmens
  • Ebenso viele (44 Prozent) versprechen sich davon eine höhere Akzeptanz und mehr Verständnis für das Thema Qualitätsmanagement

Über die Studie

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) hat im Mai und Juni 2014 gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Konzept & Markt Qualitätsmanagement-Verantwortliche in 400 Unternehmen in Deutschland befragt.

ISO 9001 wird erwachsen: Mehr Freiheit – aber auch mehr Verantwortung

Weniger detaillierte Einzelforderungen, mehr Spielraum für angemessenen Umgang – diese Tendenz lässt sich schon bei oberflächlicher Betrachtung des für die Öffentlichkeit zur Stellungnahme bereitgestellten Normentwurfs zur ISO 9001 registrieren. Der Beauftrage der obersten Leitung, das QM-Handbuch, die statistischen Methoden, die sechs dokumentierten Verfahren werden bspw. laut DIS 9001:2014 nicht mehr explizit gefordert. Daraus leichteres Spiel für extrinsisch motivierten Umgang mit der künftigen Norm abzuleiten ist allerdings fehl am Platze. Wer bisher die Normenforderungen angemessen umgesetzt hat, wird beim Studium des Entwurfs sicher nicht erschüttert. Wo allerdings bisher rein formal ein QM-System nachgewiesen wurde, könnte es eng werden: Dem Wesen nach ist der vorliegende Entwurf sehr viel konsequenter als die derzeit gültige ISO 9001:2008.

Das Ergebnis der Revision kann nur am Vorhaben selbst gemessen werden. Für eine eingehende Bewertung sollte man sich vorab die Ziele der Revision anschauen:

  • Berücksichtigung von Änderungen in Qualitätsmanagementverfahren und Technologien seit der letzten großen Revision (2000)
  • Das Erarbeiten  einer Norm, die den Anwendern in den  nächsten zehn Jahre einen geeigneten Rahmen für ihr Qualitätsmanagementsystem  und dessen Zertifizierung bietet
  • Verbesserung der Wertschöpfung der Organisation und ihrer Leistung für den Kunden
  • Integration der Risikobeherrschung in das System
  • Verbesserung der Anwendbarkeit und Vereinfachung der Sprache
  • Die Dokumentationsforderungen als Hauptaufreger der Kritiker  sollte weniger Gewicht erhalten

Eine umfangreiche webbasierte Anwenderbefragung hatte eine zunehmende Vielfalt bei den Anwendern der ISO 9001, neue Qualitätskonzepte und Ideen für die Aufnahme in die ISO 9001, eine bisher oft zu formale Interpretation der ISO 9001:2008 sowie Bedarf nach unterstützenden Hinweisen und Leitfäden ergeben.

Durch alle Bereiche zieht sich als roter Faden der in der Einleitung beschriebene Leitgedanke: „Die Einführung eines Qualitätsmanagementsystems sollte eine strategische Entscheidung einer Organisation sein. Ein stabiles Qualitätsmanagementsystem kann einer Organisation dabei helfen, ihre Gesamtleistung zu verbessern, …” (DIS 0.1). Dieser Anspruch wird vom Entwurf mit Leben gefüllt. Das wird besonders deutlich, wenn über den Tellerrand der bei der Zertifizierung angesprochenen Kapitel hinaus die gedanklichen Leitplanken vor und nach zertifizierbarem Text beachtet werden. Einleitung, Anmerkungen und Anhänge sind ausdrücklich als Anleitung zum Verständnis da – und sollten genutzt werden.

Die Diskussion zur Revision in den Betrieben lohnt den Aufwand. Der reife Teil der QMunity wird nicht fragen „Was wird der Zertifizierungsauditor wollen?“, sondern: „Was ist der Stellenwert des QM-Systems beim Erreichen der Unternehmensziele, welchen Beitrag können wir Qualitätsmanager leisten?“ Das wird besonders deutlich im Kapitel ‚Prozesse‘ des Normentwurfs. Seit der letzten großen Revision 2000 ist von ISO 9001 Prozessmanagement gefordert. Die „Elemente – Qualitäter“ waren jedoch vielerorts  weiter für Dokumentation, interne Audits und Konformitätsbewertung zuständig. Abteilungsleiter wurden in „Prozessverantwortliche“ umbenannt. Aber: viele Unternehmen blieben weitgehend vertikal ausgerichtet. Prozessorientierung wurde in der Praxis weitestgehend behauptet, tatsächlich aber in Abteilungen gearbeitet. Mancherorts bildete sich gar neben dem formalen QM eine tatsächliche Prozesssteuerung (etwa durch die Produktionsleitung, die QS, Lean-Manager) als Parallelwelt heraus (oder war es umgekehrt?). Dabei muss  die Frage des QMs lauten: „Wie unterstützt mein Angebot die oberste Leitung? Ist es aus der Strategie abgeleitet? Unterstützt es die wirtschaftlichen Ziele? Fasst es Ressourcen und bildet ein Setting reifer Prozesse? Regelt es den „Normalfall“ oder wirkt es in Richtung „Befähigung zur Agilität“, um den Wandel zu meistern?“ Die neue Norm wird es den Qualitätsmanagern leichter machen, die formalen Aspekte des QM-Systems mit diesen Anforderungen der Lebenswirklichkeit besser zu verknüpfen. Die Einleitung des Entwurfs betont neben der Wirksamkeit ausdrücklich die Effizienz, die Berücksichtigung der Prozesse aus Sicht der Wertschöpfung, das Erreichen wirksamer Prozessleistung, die Verbesserung der Prozesse als Ziel. (DIS 0.3)

Ihre Stellungnahmen zum Normentwurf können Sie bis September 2014 unter www.Entwuerfe.DIN.de abgeben.

Autor:
Kai-Uwe Behrends
Leiter DGQ Landesgeschäftsstelle Nord

 

Mess- und Prüfpraxis für den Leichtbau 2014

04. und 05. November 2014 in Stuttgart
Diese Tagung sollten Sie nicht verpassen, weil Sie …
  • umfassende Informationen zu passenden Messmethoden und Ansätzen zur
  • Integration von Prüfprozessen in die Produktion von Leichtbauteilen erhalten
  • einen Überblick zu den spezifischen Messaufgaben für Leichtbauwerkstoffe gewinnen
  • sich mit den Experten vor Ort austauschen können
In praxisorientierten Vorträgen erfahren Sie von Experten,
  • welche Messverfahren für den Leichtbau relevant sind,
  • welche Prüfstrategien für eine Null-Fehler-Produktion bestehen,
  • wie man die Prozesstechnik in die Produktion integriert,
  • wie Ihre Bauteilqualität erhöht werden kann.
Wichtige Daten auf einem Blick:

Programm, Teilnahmedetails, Anreise und Preise

Jetzt zum DGQ-Qualitätstag anmelden: Der Community-Treff hat am 19. November in Frankfurt Premiere

Erstmals veranstaltet die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ) in diesem Jahr einen Qualitätstag. Er findet am 19. November in Frankfurt am Main statt. Die Teilnehmer erwartet ein breites Spektrum an inhaltlichen Themen. In Workshops, Diskussionsrunden und anderen interaktiven Formaten bekommen sie nicht nur einen Einblick in einzelne Themen, sondern erhalten die Chance, ihr Thema weiterzuentwickeln und sich mit ihren Meinungen, Ideen und Ansätzen einzubringen.

So steht bei diesem Treffen der QM-Community der fachliche Austausch im Vordergrund. Workshops, kurze Fachvorträge und Diskussionen ersetzen Präsentationen und Frontalvorträge. Die Beiträge aus den aktuellen DGQ-Fachreisen und -Arbeitsgruppen werden einen Schwerpunkt des Qualitätstags bilden. Feststehen bisher die Themen  „Kennzahlen im Beschwerdemanagement“, „QM und Organisationsentwicklung“, „Qualität und Projekte“ sowie“ Risiko- und Kontinuitätsmanagement“. Ein weiteres Kernstückwird das Qualitätsleitbild für Deutschland sein, das die DGQ am 19. November vorstellen wird. Auf  der Webseite www.qualitaetstag.de finden Interessenten weitere Informationen und können sich direkt zum Qualitätstag anmelden. Ansprechpartner für die Veranstaltung ist Ansgar Carbow, der unter 069 954 24-211 oder aca@dgq.de zu erreichen ist.

Control 2014: 9001 Revision wirft ihre Schatten voraus

Bereits in diesem Jahr hat sich abgezeichnet, dass auch im Rahmen der nächsten Control 2015 das Thema Revision der ISO 9001:2015 wieder eine große Rolle spielen wird. Zwar ist es nicht ohne weiteres möglich, einen Schwerpunkt unter den vielen am DGQ-Messestand diskutierten Themen zu benennen. Aber in zahlreichen Gesprächen mit Mitgliedern, Kunden und Fachexperten hat sich ein hohes Interesse an den zu erwartenden Neuerungen im Rahmen der ISO 9001 Revision herauskristallisiert. Gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) und der DQS informiert die DGQ ab kommenden Herbst über den Status der Revision (Informationen unter www.isorevision.de). Die Experten von DGQ, DIN und DQS sind durch ihre Mitarbeit in den Normungsgremien aus erster Hand informiert und können somit den vielen augenblicklich im Markt kursierenden Gerüchten vorbeugen.

Die diesjährige internationale Qualitätsfachmesse Control in Stuttgart stand vom 6. bis 9. Mai unter dem Motto „Qualitätssicherung in allen Prozessschritten“. Nach Angaben der Veranstalter informierten sich 25.445 Fachbesucher aus 89 Ländern auf der größten Leitmesse rund um das Thema Qualitätssicherung über neue Technologien im Hard- und Software-Bereich und über Quality-Dienstleistungsangebote.
Die DGQ war mit einem Stand und verschiedenen Aktivitäten vor Ort vertreten. An zwei Tagen fanden Workshops unter anderem zu den Themen Revision ISO 9001:2015, Messsystemanalyse, KVP, Lean Management und Risikomanagement statt. Die Resonanz auf die Workshops war sehr positiv. Bis zu 100 Teilnehmer arbeiteten an den Themen mit.

Auf dem Q-Dialog Forum, das erstmals von DGQ-Firmenmitglied Böhme&Weihs Systemtechnik organisiert wurde, berichtete Dr. Benedikt Sommerhoff aus einer DGQ-Studie über „Perspektiven der Qualitätssicherung – Auf dem Weg zur Qualitätssicherung 4.0“.

DGQ-Vortrag beleuchtet Qualitätssicherung 4.0

Mit Beginn der Hannover Messe rückt der Begriff Industrie 4.0 verstärkt ins Rampenlicht. In der Vision von der Fabrik der Zukunft kommunizieren und interagieren Menschen, Maschinen, Ressourcen und Produkte ganz selbstverständlich – durch eine umfassende Vernetzung, die Integration von Cyber-Physischen-Systemen, dem Internet der Dinge und Big Data. Smart Products speichern ihre Produktionsdaten und Spezifikationen und können sich autonom steuern, da sie mit Herstellungsbeginn Antworten auf die Fragen „Was bin ich?“, „Was werde ich?“ und „Wie werde ich es?“ wissen. Im Kontext von Industrie 4.0 ändern sich auch die Anforderungen der Qualitätssicherung. Welche Ansätze für eine Qualitätssicherung 4.0 nötig sind, zeigt einer von fünf Vorträgen auf dem Simple-Quality-Usermeeting am 5. Mai 2014 in Stuttgart.

In ihrem Vortrag erläutern Benedikt Sommerhoff und Felix Artischewski, welche Herausforderungen sich in Sachen Sicherheit, Mess- und Prüftechnik, Datenmanagement und Personalqualifikation ergeben. Darüber hinaus stellen sie dar, inwieweit sich die Zuständigkeiten des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung ändern. Benedikt Sommerhoff, Leiter DGQ Regional, hatte bereits im Rahmen seiner Doktorarbeit beschrieben, wie sich das Berufsbild des Qualitätsmanagers zukünftig wandeln muss, um weiterhin bestehen zu können. Felix Artischewski verfasst derzeit bei der DGQ seine Masterarbeit zum Thema Qualitätssicherung 4.0.

Weitere Informationen zu den Anforderungen der Qualitätssicherung 4.0 in Sachen Organisation, Technik, Methoden, Rollen, Q-Philosophie, Managementsystem und Qualifikation gibt es am 6. und 7. Mai auf der Control in Stuttgart. Hier ist die DGQ diesmal in Halle 5 am Stand 5412 mit einem Messestand vertreten. Zudem veranstaltet sie kostenfreie Kundenforen zu Themen wie der Revision 9001, Lean Management und dem Kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Das Simple-Quality-Usermeeting ist die offizielle Veranstaltung von Simple-Quality, dem größten deutschen Online-Forum zum Thema Qualitätsmanagement. Neben Vorträgen und Workshops zum Thema Qualitätssicherung und -management erwarten die Teilnehmer Werksbesichtigungen und ein Abendessen mit Bowling-Turnier.

 

28. Control – Die internationale Messe für Qualitätssicherung

Control 2014 – Qualitätssicherung in allen Prozessschritten

Als Weltleitmesse für Qualitätssicherung führt die Control die internationalen Marktführer und innovativen Anbieter aller QS-relevanten Technologien, Produkte, Subsysteme sowie Komplettlösungen in Hard- und Software mit den Anwendern aus aller Welt zusammen.

Auch in diesem Jahr ist die DGQ auf der Control vom 6. bis 9. Mai in Stuttgart vertreten. Wir freuen uns, Sie Halle 5, Stand 5412 zu begrüßen.

Unsere besonderen Highlights in diesem Jahr:

  • Machen Sie sich bei bei uns mental fit für Ihr Messeprogramm: Jeweils um 11:30 Uhr und 13:30 Uhr laden wir Sie ein zu Ihrem „Gehirntraining spezial durch Bewegung und kognitive Reize“. In nur wenigen Minuten erfahren Sie durch ausgewählte, spaßbringende Übungen, wie Sie sich mental gut für den anstrengenden Messetag rüsten können. Lassen Sie sich inspirieren und überraschen!
  • DGQ-Kundenforum am 7. + 8. Mai 2014, Messe Stuttgart

    7. Mai 2014
    10:00 Uhr – 12:00 Uhr: QM im Fokus
    – Neues zur Revision 9001
    – Risikomanagement – Denkanstöße zur individuellen Umsetzung eines aktuellen Themas
    – Kann man Konflikte in QM-Teams managen?
    14:00 Uhr – 16:00 Uhr: Lean Management
    – Lean-Planspiel auf Basis einer Modellfabrik

    8. Mai 2014

    10:00 Uhr – 12:00 Uhr: Produktion im Fokus – Effektive Messprozesse
    – Aktuelle normative Änderungen zur Form- und Lagetolerierung
    – Messsystemanalyse – Vorgehensweisen und Vorteile
    – Inspektionskonzepte & Toleranzmanagement: Auswertung von 3D-Messdaten
    14:00 Uhr – 16:00 Uhr: KVP
     – DGQ-Arbeitsgruppe KVP: aktuelle Trends und Ergebnisse

Zur Anmeldung

  • und unsere Standparty am 7. Mai 2014 an unserem Stand 5412 in Halle 5 ab 17.00 Uhr.


Vereinbaren Sie einen Termin an unserem Messestand und sichern Sie sich einen kostenlosen Eintrittskartengutschein!

Ihr Kontakt für fachliche
Beratung zu Weiterbildungsthemen
und Inhouse-Trainings:
Marco Rasper
mar@dgq.de
Ihr Kontakt zum Thema
Mitgliedschaft, Beteiligung
im DGQ-Netzwerk, Kontakte zu Experten:
Marco Gutöhrlein
mg@dgq.de

Besuchen Sie uns auf der Control vom 6. bis 9. Mai 2014 in Stuttgart. Wir freuen uns auf Sie.

DGQ Monitor-Studie „Ansätze der Qualitätssicherung in der Serienfertigung“

Welches sind heute die gebräuchlichen Ansätze der Qualitätssicherung in der Serienfertigung? Mit welchen Methoden betreiben die produzierenden Unternehmen Qualitätssicherung? In welchem Organisationsbereich sind Qualitätssicherer am häufigsten tätig? Zu diesen und ähnlichen Fragestellungen hat die DGQ eine Online-Studie entwickelt. QS- und QM-Spezialisten aus Unternehmen mit Serienfertigung sind eingeladen, an der Studie teilzunehmen.

 

Hier geht’s zum Fragebogen >>>

 

Die Umfrage nimmt etwa 15 Minuten in Anspruch. Selbstverständlich werden alle Daten anonym und streng vertraulich behandelt. Spätester Teilnahmetermin ist der 15. August 2013. Die Teilnehmer erhalten auf Wunsch eine ausführliche Zusammenfassung der Umfrageergebnisse. Dadurch erfahren sie, wie Mitarbeiter in anderen Unternehmen die Qualitätssicherung sehen und bewerten.

 

 

Neue Aufgaben wandeln Jobprofile der Qualitätssicherung

Mitarbeiter der Qualitätssicherung werden immer häufiger bereits frühzeitig in den Produktentstehungsprozess (PEP) der Unternehmen integriert. Oft sind sie Mitglied von Projektgruppen, nehmen an Meilensteinsitzungen teil und haben die Aufgabe, mögliche Fehler zu erkennen, zu analysieren und Lösungsmaßnahmen zu entwickeln. Als Experten für Werkzeuge und Tools der Qualitätssicherung und Teammitglied setzen sie wichtige Impulse für die spätere Qualitätssicherung. Arbeitspakete im Bereich Mess- und Prüftechnik zu übernehmen, gehört oftmals zu ihrer Kernkompetenz. Durch diese neuen Aufgaben haben sich auch die Jobprofile stark gewandelt. Jessica Vogts, Produktmanagerin Industrie bei der DGQ Weiterbildung, sprach mit dem Qualitätssicherungs- und Managementexperten Dietmar Mannagottera darüber, wie es gelingt, steigende Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

 

Vogts: Was sind für Qualitätssicherer neben dem Tagesgeschäft momentan besonders wichtige Themen?

Mannagottera: Ein nicht zu unterschätzender Bereich ist die im Unternehmen eingesetzte Dokumentation. Sowohl an der Erstellung von Vorgabedokumenten als auch Aufzeichnungen wirken die Qualitätssicherungs-Mitarbeiter mit. Eine weitere wichtige Aufgabe ist es, Qualitätsberichte mit entscheidenden Kennzahlen zu verfassen. Dass hierfür Kennzahlen gesammelt, aufbereitet und analysiert werden müssen, versteht sich von selbst. Weit reichende Statistikkenntnisse sind dafür Voraussetzung.

 

Vogts: Werden Mitarbeiter in der Qualitätssicherung auch an der Prozessentwicklung beteiligt?

Mannagottera: Ja, denn sie sind dafür verantwortlich, Prozesse festzulegen, zu beschreiben und umzusetzen. Zudem wirken sie an der Aufrechterhaltung und Verbesserung der Prozesse mit. Darum ist es wichtig, dass diese Mitarbeiter über Kenntnisse im Bereich Lean Management verfügen. Auch bei der Ausrichtung und Optimierung zukünftiger Qualitätssicherungsaktivitäten ist ihre Meinung gefragt. Zudem wirken sie daran mit, aktuelle Stärken und Schwächen einer Organisation im Rahmen von Standortbestimmungen zu ermitteln.

 

Vogts: Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für die Tätigkeit von Qualitätssicherern?

Mannagottera: Qualitätssicherer tragen maßgeblich zu einer qualitätsorientierten Unternehmenskultur bei, indem sie die Mitarbeiter für das Thema Qualität sensibilisieren und Sinnzusammenhänge vermitteln. Darum ist es hilfreich, Motivationstheorien zu kennen und anwenden zu können. Auch gegenüber Vorgesetzten sind Qualitätssicherer Impulsgeber und Förderer der Qualität – vor allem durch ihre Fähigkeiten in den Bereichen Moderation und Präsentation.

So, wie die Qualitätssicherer die Unternehmenskultur beeinflussen, ist dies auch umgekehrt der Fall. In Organisationen, die dem Thema Qualität eine hohe Priorität beimessen, werden sie meistens deutlich stärker von den Kollegen unterstützt.

 

Vogts: Die Auditierung von Lieferanten rückt immer mehr in den Fokus. Inwieweit ist der Bereich Qualitätssicherung involviert?

Mannagottera: Im Rahmen der Bewertung von Anforderungen verschiedenster Art, werden Qualitätssicherer verstärkt in Audittätigkeiten integriert. Ihr Metier ist es, Auditprozesse zu planen, durchzuführen und zu bewerten. Dabei sind vor allem die fachlichen Kenntnisse entscheidend, die sie als Spezialisten ins Audit einbringen. Bei zertifizierten Unternehmen ist es häufig erwünscht, dass die Qualitätssicherer an den jährlichen Überwachungsaudits durch Zertifizierungsstellen mitwirken.

 

Vogts: Sind die Mitarbeiter im Bereich Qualitätssicherung von heute auch Experten darin, Unternehmen wirtschaftlich zu betrachten und externe Partner weiterzuentwickeln?

Mannagottera: In gewisser Weise schon, denn sie sind häufig daran beteiligt, qualitätsbezogene Kosten zu ermitteln, um die betriebswirtschaftliche Situation zu verbessern.

Zudem ist es heute Aufgabe der Qualitätssicherer, strategische Bereiche im Rahmen des Lieferantenmanagements zu übernehmen – zum Beispiel wenn es darum geht, Lieferanten auszuwählen, zu bewerten und weiterzuentwickeln. Besonders zu erwähnen ist hierbei die Bewertung der Supply-Chain-Kette. Diese zeigt nicht nur Schnittstellen zum unmittelbaren Lieferanten, sondern auch zu weiteren Unterlieferanten, die ebenfalls die Qualität der Kette entscheidend prägen.

 

Vogts: Welchen Stellenwert hat der Kontakt zum Kunden?

Mannagottera: Qualitätssicherer leisten einen wichtigen Beitrag zur Kundenzufriedenheit. Denn es ist eine ihrer Aufgaben, auf Basis der in Lastenheften dokumentierten Kundenanforderungen Merkmale zu formulieren und sie in den Prüfplan zu übertragen. Die besondere Herausforderung dabei ist, die nicht mehr überschaubaren Kundenforderungen richtig zu interpretieren. Zudem werden die Mitarbeiter der Qualitätssicherung im Rahmen der Kundenbetreuung in den Reklamationsprozess integriert.

 

Vogts: Wie kann sich ein Qualitätssicherer auf diese komplexen Aufgabenbereiche vorbereiten?

Mannagottera: Wichtig ist, sich ein breites theoretisches Grundwissen anzueignen und einzelne Themenbereiche durch die Anwendung der verschiedenen Methoden und Werkzeuge zu vertiefen. Eine ganzheitliche Ausbildung mit einem großen Praxisanteil ist eine gute Möglichkeit, um alle Aspekte abzudecken.

Qualitätssicherung in der Entwicklung vermeidet Fehler in der Produktion

Das Ziel eines Produktionsbetriebs ist klar: Produkte verkaufen. Hochwertige Waren, die alle expliziten und unausgesprochenen Anforderungen erfüllen und fristgerecht ausgeliefert werden, sind dafür Voraussetzung. Um dem gerecht zu werden, benötigt ein Hersteller nicht nur innerhalb des direkten Produktionsprozesses eine angemessene Qualitätssicherung. Es gilt, die Qualitätssicherung in die Entwicklungsphase eines Produkts zu verlagern. So lassen sich die meisten Fehler noch vor der ersten Produktion vermeiden.

Am häufigsten werden zu diesem Zweck Werkzeuge und Methoden eingesetzt, die auf die Vermeidung von Fehlern spezialisiert sind. Hierzu gehören zum Beispiel die Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) und Quality Function Deployment (QFD). Eine sorgfältig durchgeführte FMEA, die alle Anwendungsmöglichkeiten beinhaltet, kann zuverlässig alle Ursachen von Fehlern erkennen. Zusätzlich bietet sie die Möglichkeit, Risiken abzuschätzen, die durch auftretende Fehler entstehen könnten. QFD ergänzt diese Suche nach Fehlerursachen im Vorfeld durch eine umfassende Analyse des Produkts, der Anforderungen des Kunden und des Produktumfelds. Die daraus entstehende Matrix bietet eine hilfreiche Übersicht über mögliche Fehlerquellen.

Ein weiteres Beispiel für die Anwendung von Werkzeugen zur Qualitätssicherung in der Entwicklung sind die Lean-Methoden. Hier gibt es immer mehr Ansätze, die bereits in der Forschung & Entwicklung zu einer effizienten und effektiven Produktion führen können. Das Ziel beim Einsatz der meisten Methoden in der Qualitätssicherung ist es, die Verschwendung zu vermeiden und Kosten zu senken. In der Entwicklung lassen sich rund 80 Prozent der Fehler beheben. Wo in den vergangenen Jahren stetig neue Werkzeuge in der Qualitätssicherung entwickelt wurden, steht heute die passgenaue Anwendbarkeit in den einzelnen Schritten des Produktentstehungsprozesses im Fokus. Der kontinuierliche Verbesserungsprozess fängt immer früher an und wird umfassender integriert. Somit lassen sich viele Werkzeuge bereits bei der Konstruktion eines Produkts einsetzen, um Fehler zu vermeiden.

Diese Aussage lässt sich jedoch nicht pauschal auf alle Produktionsbetriebe übertragen. Hier spielen viele Faktoren in der Realisierung von Qualitätssicherungsmaßnahmen mit hinein. Handelt es sich um eine Massenproduktion oder um eine sehr geringe Losgröße? Werden Produkte mit hohem Entwicklungsaufwand produziert oder Standardteile? Auch der Standort sowie Lieferanten-beziehungen spielen bei der Planung von Qualitätskontrollen eine wichtige Rolle. Jeder produzierende Betrieb muss für seine Rahmenbedingungen die passenden Werkzeuge zur Qualitätssicherung finden.

In dem Aufschwung, den die Industrie momentan erlebt, ist darüber hinaus eine systematische Lieferantenbewertung empfehlenswert. Ein häufig vergessenes Thema, wenn Zeitmangel und volle Ressourcenauslastung den Arbeitsalltag bestimmen. Wer es verpasst, seine Lieferanten zu bewerten, der riskiert, dass Zuliefererprodukte den gesamten Produktionsprozess verlangsamen – und im schlimmsten Fall zu Strafzahlungen oder Lieferverbot bei großen Konzernen führen. Kostensenkungen lassen sich im Rahmen einer Lieferantenbewertung durch operative Leistungskennzahlen steuern: Schnelligkeit, Liefermengen sowie Vorratsmengen und Kosten der Qualität. Zusätzlich sollten jedoch auch weiche Einflussfaktoren wie das Kommunikationsverhalten und das vorhandene Know-how in die strategische Bewertung einfließen. Um den Wandel in der Qualitätssicherung gerecht zu werden, bringt die DGQ Anfang 2012 ein neues Produkt auf den Markt. Dieser Lehrgang ist eine Weiterentwicklung der DGQ-Qualitätsassistenten. Innerhalb von zwei Mal drei Tagen Lehrgang spielen die Teilnehmer eine komplette CaseStudy eines Produktionsunternehmens durch. Auf diese Weise erfahren sie, wann welche Methode oder welches Werkzeug am sinnvollsten eingesetzt werden sollte. Zusätzlich bekommen die Teilnehmer Tipps und Tricks an die Hand, um Lieferantengespräche erfolgreich zu führen. Darüber hinaus lernen sie, die Ergebnisse, die in der Qualitätssicherung nah am Produkt entstehen, aufzubereiten und der eigenen Führungskraft und der Geschäftsführung zu präsentieren.

Weitere Informationen zum neuen Lehrgang erhalten Interessenten in den nächsten Ausgaben des DGQ-Newsletters.

Innovative Qualitätssicherungsstrategien für global verteilte Wertschöpfungsnetzwerke (IQ.net)

Interessierte Unternehmen zur Mitarbeit an FQS-Forschungsprojekt gesucht:

Innovative Qualitätssicherungsstrategien für global verteilte Wertschöpfungsnetzwerke

Für Unternehmen mit global verteilten Wertschöpfungsketten ist es eine besondere Herausforderung, die Qualität Ihrer Produkte zu sichern. Sie dabei zu unterstützen ist Ziel eines neuen FQS-Forschungsprojekts, das sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen richtet. Ab sofort sucht die Forschungsgemeinschaft Qualität interessierte Unternehmen zur Mitarbeit.

Das Ergebnis des Projekts wird eine Methodik sein, die es Organisationen ermöglicht, eine individuelle Qualitätssicherungsstrategie zu entwickeln. Im Fokus steht dabei nicht nur Produktqualität. Das entwickelte Verfahren soll darüber hinaus durch die bestgeeignete Verteilung von QS-Maßnahmen an den Standorten und effiziente Informations- und Datenflüsse dazu beitragen, Kosten zu senken und die Effektivität und Effizienz zu steigern.

Interessenten erhalten weitere Informationen bei Benjamin Viering.

Kontakt:
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Institut für Produktionstechnik
Benjamin Viering
T 0721-608 42-444
viering@wbk.uka.de

Deutsche Gesellschaft für Qualität hat 4,58 von 5 Sternen 128 Bewertungen auf ProvenExpert.com