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30. Mai 2016

Variable Prüfprozesse machen die Qualitätssicherung wirtschaftlicher

Prüfprozesse sollten in Einklang mit der Qualitätssituation des Produkts im Feld stehen. Ein kürzlich entwickeltes Vorgehen unterstützt Unternehmen bei der Anpassung von bestehenden Qualitätsprüfungen in der Produktion. Dadurch lassen sich Prüf- und Fehlerkosten langfristig senken.

Die Planung bedarfs- und aufwandsgerechter Prüfprozesse ist ein zentraler Baustein für eine funktionierende und wirtschaftliche Qualitätssicherung in der Produktion. Dort kommt es jedoch aufgrund fehlender Aktualisierungen der Prüfsituation häufig zu unnötig hohen Fehlerkosten, die dann oft als „qualitätsbezogen“ verbucht werden: Prüfprozesse für unkritische Merkmale, die bereits durch stabile und fähige Herstellprozesse abgesichert sind, gehören ebenso dazu wie fehlerhafte Produkte im Feld oder in der Produktion. „Dabei gibt es zahlreiche Informationsquellen, die Aufschluss über fehlende, nicht wirksame oder überflüssige Qualitätsprüfungen geben“, sagt Verena Mennicken. Als Beispiele nennt die Projektmanagerin der FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. Informationen aus Reklamationsvorgängen, der internen Fehlerabstellung sowie der Prüfdatenauswertung. Diese Quellen gelte es zu identifizieren und deren Informationen aufzubereiten und strukturiert in die Prüfplanung zu überführen, weil das eine systematische Anpassung von Qualitätsprüfungen während der Herstellungsphase eines Produktes ermögliche.

Vor diesem Hintergrund hat die FQS einen Anwender-Leitfaden „Leitfaden zur Gestaltung einer ganzheitlichen Prüfplanung“ über die Ergebnisse eines aktuellen Projektes veröffentlicht. „Er soll Unternehmen beim Anpassen bestehender Qualitätsprüfungen in der Produktion unterstützen“, so Verena Mennicken weiter. So könne die anschließende Rückkopplung des Wissens in die entwicklungsbegleitende Prüfplanung sowohl die Prüf- als auch Fehlerkosten langfristig senken.

Das FQS-Projekt wurde vom Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen am Lehrstuhl für Fertigungsmesstechnik und Qualitätsmanagement durchgeführt. Der 53-Seiten-Bericht inklusive CD-ROM kostet 59,00 Euro. Interessenten können ihn online bestellen.

Zum Thema haben die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) und die FQS das Seminar Adaptive Prüfplanung aufgelegt. Es findet am 13. September 2016 in Frankfurt am Main statt.

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität prägt und moderiert die praxisnahe Plattform engagierter Fachleute aus allen Unternehmensebenen und Leistungsbereichen zum Thema Qualität. Der Verein mit knapp 6.500 persönlichen und Firmenmitgliedern sowie mehr als 60 Regionalkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsmanagement. Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ-Forschung, FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e.V., erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit Unternehmen neue Anwendungen für das Qualitätsmanagement.

 

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