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19. November 2021

FQS-Forschungsvorhaben zur Qualifizierung von KI-Systemen in der industriellen Qualitätsprüfung sucht Industriepartner für projektbegleitenden Ausschuss

KI-Technologien erhalten zunehmend Einzug in das industrielle Umfeld, auch im Rahmen von visuellen und bildbasierten Qualitätskontrollen. Bis Anfang der 2000er Jahre basierten KI-Systeme in der Industrie meist auf experten- oder regelbasierten Systemen. Datengetriebene Ansätze aus dem Bereich des Machine Learning (ML) fanden dagegen nur selten Anwendung. Mit der fortschreitenden Digitalisierung, die eine Fülle an Daten, Rechenleistung und verbesserten ML-Algorithmen liefert, rücken ML-Ansätze nun verstärkt in den Fokus. Auf ML basierende KI-Systeme werden häufig vollständig auf Daten trainiert, ohne dass explizite Regeln durch den Menschen vorgegeben werden müssen. Bedenken hinsichtlich Zuverlässigkeit oder Genauigkeit solcher Systeme verhindern jedoch bisher deren breiten industriellen Einsatz. Es fehlen geeignete Standards und Entwicklungsmethoden, um die Eignung/Qualifizierung eines ML-basierten KI-Systems nachzuweisen.

In dem geplanten FQS-Forschungsvorhaben AIQualify soll ein Vorgehensmodell mit Software-gestützten Methoden und Werkzeugen für ML-basierte KI-Systeme in der Qualitätsprüfung entwickelt werden. Es wird die Ermittlung und Formulierung von Prüf- und Bewertungskriterien erlauben. Ziel des Projekts ist es, eine Auditierung beziehungsweise Abnahme von KI-Systemen entlang dieser Kriterien möglich zu machen.

Interessierte Unternehmen haben die Möglichkeit, sich als Mitglied des projektbegleitenden Ausschusses zu beteiligen. Hierbei bringen sie ihre Anforderungen aus der Praxis ein, gestalten das Forschungsvorhaben mit und profitieren frühzeitig von den Ergebnissen. Hierzu kann auch eine prototypische Umsetzung im Unternehmen durch die Forschungseinrichtung gehören. Für die Finanzierung des Projektmanagements erhält die FQS von den beteiligten Unternehmen einen Förderbeitrag von 2.000 Euro für KMU (Jahresumsatz nicht größer als 125 Mio. Euro) und 4.000 Euro für Nicht-KMU. Start-ups innerhalb drei Jahre nach Gründung bleiben kostenfrei.

Die Projektlaufzeit ist ab Mitte/Ende 2022 für zwei Jahre geplant. Für weitere Informationen steht Prof. Dr.-Ing. Marco Huber (marco.huber@ipa.fraunhofer.de) und die Geschäftsstelle der FQS zur Verfügung.

Zur Projektankündigung geht es hier.

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