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26. September 2019

Gesprächskreis Business Excellence des DGQ-Regionalkreises Hannover am 20.9.2019: Chancen

…waren das Thema beim ersten Treffen des Gesprächskreises Business Excellence Hannover unter neuer Ägide.

Im Gesprächskreis Business Excellence kommen betriebliche Fach- und Führungskräfte in der Region Hannover zum Informations- und Erfahrungsaustausch zusammen. Dabei geht es um die Umsetzung des „Business Excellence-Modells“ der European Foundation for Quality Management, Kennzahlen, Kundenbefragungen oder die strategische Ausrichtung von Organisationen. Der Gesprächskreis besteht seit 2004. Gründungsinstitutionen sind die Industrie- und Handelskammer Hannover, sowie der DGQ-Regionalkreis Hannover mit dem VDI/VDE Hannover. Bisher haben über 40 Treffen stattgefunden. Mittlerweile sind rund 60 Unternehmen an den Gesprächskreis angebunden. Mit Wirkung September 2019 ist die Federführung von der IHK an den Regionalkreis Hannover der DGQ und sein erweitertes Leitungsteam gegangen. Zur Einführung berichtete Geschäftsführer Bernd Reimold vom Gastgeber ehb electronics GmbH aus Langenhagen am Beispiel seines Unternehmens über Chancen und Risiken. So hat der Entwickler von Steuerungen und HMI zu industriellen Sondermaschinen (etwa Motorhäcksler oder Moorschlepper) politische Risiken wie Umweltvorgaben oder Handelsembargos mit Russland gut überstanden, weil man auch Chancen, etwa das Potenzial einer heterogenen Belegschaft, gut zu nutzen wusste. Die Wahrnehmung von Chancen (etwa die Entwicklungszusammenarbeit bei Stage 5 Dieseln) birgt selbst aber wieder Risiken, so dass Chancennutzung stets mit einer Exit-Strategie verbunden sein sollte. „Andererseits ist das größte Risiko, sich nicht mit seinen Chancen zu beschäftigen“ so Referent Stefan Becker, Leitung Training und Consulting der ViCon GmbH aus Hannover.

“Kümmerer“ des GK Business Excellence des DGQ RK Hannover (v.l.n.r): Stefan Becker (ViCon), Kai Behrends (DGQ), Martin Selberg (Hettich) , Dr. Thomas Simon (Conti, RKL), Martina Seher Janzen (comNET, stellv. RKL), Carsta Seidel (KRH), Albrecht Buchheister (spar+bau, stellv. RKL), Stefan Mörig (ehb)

Welches Potenzial verbirgt sich aber hinter den Chancen? Was sind die Erfolgsfaktoren? Wie werden Mitarbeiter offen für Veränderungen? Zu all diesen Aspekten hat Chancen-Experte Becker auch schon in Fachkreisen der DGQ gearbeitet. Gleich zu Beginn wurde klar, dass es sich (wie fast immer im Bereich der Managementsysteme) um ein im Kern kommunikatives Problem handelt. Der korrekte Normbegriff ‚Risiken‘ für die Managementsysteme meint Unsicherheiten in Bezug auf das Ergebnis. Das inkludiert auch Risiken mit gutem Ausgang, ugs. Chancen (ungefähr so, wie ‚Beschleunigung‘ unter Physikern die Veränderung eines Bewegungszustands von Körpern, also auch die Verlangsamung, meint). Wer statt „Kollegen“ „kollaborierende Trockennasenprimaten“ sagte, hätte faktisch recht – wer aber mit diesem Fachsprech die Mitarbeiter aktivieren möchte, geht sicher fehl. Normalbegabte verstehen unter Risiken ‚Gefährdungen‘, die es zu vermeiden, und unter Chancen ‚Möglichkeiten‘, die es zu nutzen gilt. Beharrung auf Normterminologie würde die erfolgreiche Arbeit behindern. Zur Ansprache von Mitarbeitern eignen sich nur die umgangssprachlichen Bedeutungen. Die langwährende Praxis der Gefährdungsanalyse kann mit wenig Aufwand auch zur Chancenanalyse gewendet werden. Ähnlich wie bei Fehlerrisiken könne plausibel von einer Zehnerregel ausgegangen werden: jeder Prozessschritt später, in dem eine Chance entdeckt würde, verschlechtere die Möglichkeiten bzw. verteuere die Nutzung um Faktor 10. Das Wort „Chancen-Möglichkeits- und Einflussanalyse“ könne schon Denk-Prozesse in die richtige Richtung anschieben. Ampellösungen zur Chancenbewertung, gleicher Platz für Chancen wie Risiken in Auditberichten und Maßnahmenplänen würden die QMunity schon voranbringen. Im Kern geht es aber um eine innovationsfreundliche gelebte Kultur in den Organisationen. Cargo-Cult droht: „Chancenmanagementbeauftragte“ zu benennen oder ‚Läbs‘ für ansonsten unveränderte Firmen zu gründen seien ein oft hilfloser Versuch, ohne Veränderungen der Organisation an Innovationen teilhaben zu wollen. Anhand von Thesenpapieren ließ Stefan Becker in Arbeitsgruppen die Einflussfaktoren der Innovations- und Chancenkultur diskutieren. Nur Offenheit, Freiraum, Neugier sowie freie Kommunikation lassen schwache Signale von Chancen eine Möglichkeit, in den Organisationen wahrgenommen und genutzt zu werden.

Bei Rückfragen zur Veranstaltung wenden Sie sich gerne an die

Regionalkreisleitung in Hannover

oder an

Kai-Uwe Behrends
Leiter Geschäftsstelle Hamburg der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V. (DGQ)
Osterbekstraße 90 B
22083 Hamburg
Fon: 040-85337860
E-Mail: kai-uwe.behrends@dgq.de

 

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