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26. März 2015

Regionalkreis Schwerin: TQM in der Praxis – Langer Atem zahlt sich aus

Viele Unternehmen haben bei der Umsetzung ganzheitlicher Qualitätsmanagementsysteme Bedenken. Lohnt der erwartete Nutzen den befürchteten Aufwand? Die DGQ und ihre Medien ermuntern die Organisationen zu nachhaltiger Entwicklung. Ein QZ-Artikel über eine Diplomarbeit zum Thema TQM gab den Auslöser, sich in Schwerin mit dem Thema zu befassen. Im Rahmen eines Forschungsprojektes der FH Stralsund hatten zwei Qualitätspreisträger (Ludwig-Erhard-Preis) die theoretischen Ausarbeitungen validiert. Ein Kleinstunternehmen (10 MA) und ein größerer Mittelständler (900 MA) stellen fest: Die Mühe lohnt sich. IHK und DGQ-Geschäftsstelle luden Unternehmensvertreter aus Mecklenburg ein, sich mit Benjamin Mandel, dem Autor der Studie auszutauschen. Fazit: Mit TQM können wirtschaftliche Vorteile erzielt werden und die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden. Die drei international diskutierten Säulen des TQM (wie wir sie auch aus dem EFQM-Modell kennen): Eine strukturierte Herangehensweise zur stärkeren Kundenorientierung, Mitarbeiterorientierung und Prozessorientierung des Managementsystems versprechen Erfolg.

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Benjamin Mandel – Autor der Arbeit und Kai Behrends, Leiter LGS Nord der DGQ in der IHK zu Schwerin

Die Vorstellung der Erfolgsfaktoren durch den Rostocker Diplomanden war ein Ritt durch 25 Jahre TQM-Diskussion und rief eine angeregte Diskussion über vor allem die Hemmnisse hervor, die TQM-Bemühungen entgegenstehen. Strikter Kundenorientierung stehen die Eigenbedürfnisse der arbeitsteiligen Organisation entgegen, eine Überprüfung jeder Stelle dahingehend, wie weit die ‚Beschäftigung mit sich selbst‘ schon gediehen ist, könnten (!) wertschöpfende Audits liefern. Die Motivationslagen der Mitarbeiter sind nur teilweise vom Wirken der Führung abhängig – aber gerade deshalb bei Auswahl und Entwicklung von Personal zu beachten. Prozessorientierung ist in den meisten technischen Kernprozessen gegeben. Administrative Prozesse und Führungsprozesse verdienen allerdings die gleiche Aufmerksamkeit und bergen ebensoviel Potenzial. Immer wieder kam die Diskussion an den einen Punkt: ohne ausreichendes Commitment der Führung ist kein angesprochener Aspekt auf Dauer zu verbessern. Die QMunity hat ggf. die Aufgabe, kurzfristige monetäre Ziele in der innerbetrieblichen Diskussion zugunsten von langfristigen, nachhaltigen Initiativen zu verdrängen. Und das beruhe ebenfalls auf drei Säulen: ‚Systematik, Konsequenz und Alltagsverstand‘ empfahl Carsten Müller, Qualitätsleiter bei TRW in Laage, aus seiner inzwischen mehr als zehnjährigen erfolgreichen TQM-Praxis.

Nachhaltige Organisationsentwicklung kann nur ausgewogen erzielt werden, denn alles, was den Mitarbeitern zugutekommt kostet das Geld des Kunden, alles was in technische Qualität investiert wird kostet Zeit bzw. Lieferbereitschaft. ‚Man weiß nie, ob das Glas halb voll ist, halb leer ist oder man einfach Glas verschwendet – aber allein die Diskussion über Gelingensfaktoren und Widerstände für TQM-Anstrengungen sowie die auch wirtschaftlich optimale Qualität bringt die Unternehmen und Mitarbeiter schon voran.‘ so Kai-Uwe Behrends, Leiter der LGS Nord der DGQ. Und für diesen Erfahrungsaustausch, auch in Nischen oder kleinen Zielgruppen, steht die DGQ.

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