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Sino-German Quality Forum beleuchtet die Unterschiede der Qualitätskultur deutscher und chinesischer Unternehmen

Das Verständnis der unterschiedlichen Qualitätskulturen ist ein wichtiger Schlüssel zur Verbesserung der Kooperation deutscher und chinesischer Unternehmen.

So lautete der Tenor des Sino-German Quality Forums am 27. November 2019 in Frankfurt. Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) und die Shanghai Association for Quality (SAQ) führen diese Form von Kooperationsveranstaltung im jährlichen Wechsel in China und Deutschland durch. Das Sino-German Quality Forum lässt hochrangige Wirtschaftsvertreter und Repräsentanten der Qualitätsinfrastruktur beider Länder zu Wort kommen.

Rund 120 Qualitätsinteressierte nahmen an der Veranstaltung teil, die 2019 zum zweiten Mal in Deutschland stattfand. Das Motto lautete in diesem Jahr: „Qualitätskultur in Deutschland und China – Unterschiede, Herausforderungen und Chancen für Organisationen und Gesellschaft“. DGQ-Präsident Udo Hansen betonte gleich zu Beginn in seinem Grußwort die große Bedeutung der Qualitätskultur und zeichnete die Unterschiede in der Entwicklung beider Länder nach:

„Die Qualitätskultur hat großen Einfluss auf die Qualität von Produkten, Dienstleistungen, Managementsystemen und Prozessen. Der Umgang mit Schnittstellen innerhalb der Organisationen und auch zwischen unterschiedlichen Organisationen wird ebenfalls sehr stark davon beeinflusst. Die Beachtung der unterschiedlichen Qualitätskulturen in Deutschland und China ist für alle betroffenen Industrien unabdingbar, eröffnet aber auch große Chancen für Optimierungen in der Kooperation. Zudem lassen sich an diesem Thema auch sehr gut wichtige Unterschiede zwischen China und Deutschland aufzeigen. Dass auf Initiative des chinesischen Normungsinstituts gerade ein neues ISO-Projekt zum Thema „Qualitätskultur“ gestartet wurde, zeigt wie aktuell das Thema ist.“

Das restliche Vormittagsprogramm war anschließend den chinesischen Referenten vorbehalten. Huang Qinfen, Vizepräsident der Shanghai Association for Quality (SAQ), wies auf die Bedeutung dieses Forums als Plattform für den gegenseitigen Wissens- und Erfahrungsaustausch hin. Anhand einiger Beispiele, darunter gemeinsame Projekte mit dem Hamburger Hafen, verdeutlichte er die Erfolge deutsch-chinesischer Zusammenarbeit.

Auch Huang Guoliang, General Director Quality Development Bureau of State Administration for Market Regulation of People’s Republic of China, betonte den Nutzen einer Zusammenarbeit beider Länder. Aspekte wie Digitalisierung, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und geänderte Kundenerwartungen stellten neue Anforderungen an Qualität. Vor diesem Hintergrund böten die sich ergänzenden Qualitätskulturen von Deutschland und China neue Chancen für beide Seiten. You Jianxin, Vizepräsident der SAQ und Professor der Tongji University, legte den Schwerpunkt auf die Digitalisierung. Er machte deutlich, dass die chinesische Gesetzgebung mit der rasanten Entwicklung der Digitalisierung Schritt halten müsse. Die weiteren chinesischen Vorträge beschäftigten sich mit der Bedeutung der Qualität für kleine und mittelständische Unternehmen und stellten das Bauprojekt des Shanghai Towers sowie einen Wasserversorger vor. Auch hier spielte das Thema „Qualität“ eine wichtige Rolle.

(v.l.nr.) Huang Qinfen, Vizepräsident der Shanghai Association for Quality (SAQ), Huang Guoliang, General Director Quality Development Bureau of State Administration for Market Regulation of People’s Republic of China, Udo Hansen, DGQ Präsident, You Jianxin, Vizepräsident der SAQ und Professor der Tongji University.

Nach der Mittagspause berichtet Prof. Dr. Eike Böhm, Chief Technology Officer der Kion Group AG und Vorstandsmitglied der DGQ, wie ein chinesisch-amerikanischer Produkt-Launch in einem deutschen Unternehmen funktionieren kann. Konkret ging es um eine Produktlinie von Gabelstablern für den US-amerikanischen Markt, die in China entwickelt werden sollte. Die Herausforderung bestand darin, verschiedene Qualitätswahrnehmungen und -kulturen der Projektbeteiligten aus China, Deutschland, den USA und Frankreich zu vereinen, um eine hohe Projektqualität zu erreichen.

Danach erläuterte Christoph Winterhalter, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Instituts für Normung, warum eine digitale Qualitätsinfrastruktur SMART-Standards benötigt. Er betonte zu Beginn seines Vortrags, dass die deutsche Normungsstrategie immer internationale gegenüber nationalen Standards priorisiere. Es gäbe immer mehr Normen mit einem digitalen Bezug, entsprechend müssten sich immer häufiger Experten aus verschiedenen Fachrichtungen zusammenfinden, um eine Norm zu entwickeln. Seine Diagnose: Die heutige Qualitätsinfrastruktur ist hochgradig analog, wir brauchen aber eine digitale Qualitätsinfrastruktur – und das auf internationaler Ebene.

Russel Longmuir, Chief Executive Officer der European Foundation for Quality Management (EFQM), berichtete über das neue EFQM-Modell 2020, welches die EFQM im November 2019 vorgestellt hat. Er erläuterte den Entwicklungsprozess und die modifizierte Ausrichtung. So wurden bei der Entwicklung des Modells auch aktuelle Megatrends berücksichtigt. Longmuir hob dabei auch die große Bedeutung der jeweiligen Organisationskultur hervor.

Zum Abschluss des Vortragsprogramms präsentierter Prof. Dr. Dr. h.c. Dietmar Vahs, Managing Partner, Institutsdirektor und Quality-Awareness-Experte, die Ergebnisse einer Studie zum Qualitätsbewusstsein in deutschen Unternehmen. Er nannte die wichtigsten Punkte, die einer starken Qualitätskultur im Wege stehen.

Nach einem Tag voller spannender, abwechslungsreicher und erkenntnisreicher Vorträge, gehörte das Schlusswort wieder dem DGQ-Präsidenten. Sein Fazit des zweiten Sino-German Quality Forum in Deutschland fiel durchweg positiv aus. Das Thema der Veranstaltung sei heute aus verschiedenen Perspektiven behandelt worden. Es freue ihn dabei als Präsident der DGQ besonders, dass sich durch die unterschiedlichen Vorträge immer wieder Qualität als Roter Faden gezogen habe.

Sino-German Quality Forum der DGQ: „Made in China 2025“ – Win-Win-Potenzial für Deutschland und China

  • Hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik diskutieren über „Made in Germany“, „Made in China“ und das Programm „Made in China 2025“
  • Experten informieren über Trends und Entwicklungen im chinesischen Markt
  • Die Deutsche Gesellschaft für Qualität und die Shanghai Association for Quality vereinbaren eine verstärkte Zusammenarbeit

Das Qualitäts- und Industrieentwicklungsprogramm der chinesischen Regierung „Made in China 2025“ birgt für Deutschland und China zahlreiche Chancen und wird die strategische Partnerschaft beider Länder weiter stärken – so lautet der Tenor des Sino-German Quality Forums, das am 23. November 2017 in Stuttgart stattgefunden hat. Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) und die Shanghai Association for Quality (SAQ) haben diese Form von Kooperationsveranstaltung bereits zwei Mal in China und nun erstmalig in Deutschland durchgeführt. Deutsche Partner und Unterstützer waren unter anderem der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und die Initiative „Land der Ideen“. Als Medienpartner beteiligten sich „Markt und Mittelstand“ und „Der Exportmanager“. Gleich zu Beginn machte DGQ-Präsident Udo Hansen deutlich: „Wir brauchen auf politischer, wirtschaftlicher und fachlicher Ebene das eindeutige Bekenntnis zur offenen und fairen Kooperation. Insbesondere gilt es, gemeinsame Standards und Zertifizierungen zu entwickeln und damit die wirtschaftlichen Beziehungen weiter zu festigen.“

Hochrangige Politikvertreter plädieren für Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen

Katrin Schütz, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg, betonte die Bedeutung Chinas als Handelspartner für Baden-Württemberg. Sie plädierte dafür, gemeinsame Interessen zu finden und zu fördern. „Gemessen am Handelsvolumen ist China mit 25 Milliarden Euro der fünftwichtigste Handelspartner für Baden-Württemberg weltweit. Es ist wichtig,

Beim Sino-German Quality Forum traten hochrangige Politikvertreter wie Huang Guoliang, Generaldirektor der staatlichen Behörde für Qualitätsüberwachung, Inspektion und Quarantäne der Volkrepublik China (AQSIQ) und der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster in den Dialog

gemeinsame hohe Qualitätsstandards anzustreben. Bei unseren Handelsbeziehungen müssen wir die gemeinsamen Interessen identifizieren und fördern. Eine Veranstaltung wie das Sino-German Quality Forum bietet dafür das passende Format“, erklärte Schütz. Ein weiteres Votum aus Sicht der Politik brachte der Bundestagsabgeordnete Armin Schuster ein: „Das Verhältnis der deutschen und der chinesischen Wirtschaft sollten wir am besten als konkurrierende Kooperation verstehen. Fraglos stehen wir auch in einem Wettbewerb mit China. Gerade wenn sich bei den angestammten Handelspartnern protektionistische Tendenzen abzeichnen, ist es jedoch Zeit, zu neuen Ufern aufzubrechen. Auch aus Sicht der Politik begrüße ich es deshalb, dass die DGQ mit dem Sino-Forum den Dialog in Sachen Qualität fördert. Chinesisches Tempo gepaart mit deutscher Qualität – eine reizvolle Kombination für die Weltwirtschaft!“

Erfolgreiche Akteure aus der Wirtschaft teilen Ihre Erfahrungen

In spannenden Vorträgen setzten sich Akteure aus der Wirtschaft mit aktuellen Trends und Entwicklungen des chinesischen Marktes auseinander. Shen Jianfang, General Manager bei Shanghai Highly, berichtete über die Erfolgsgeschichte des Unternehmens, für das er tätig ist. Christopher Menneckes, CEO der MENNEKES Elektrotechnik GmbH & Co. KG, zeigte auf, wie es einem deutschen Mittelständler gelingt, sich in China zu etablieren. Tilman Tillman, General Manager German Association of the Automotive Industry beim VDA QMC-Quality Management Center in China, skizzierte die Herausforderungen, vor denen die chinesische Automobilindustrie aktuell steht. Sabine Dietlmeier von AHK Greater China erklärte, was deutsche Unternehmen in China erfolgreich macht und Dr. Margot Schüller vom Giga Institut für Asienstudien beleuchtete China als Qualitäts- und Innovationsstandort. Wie ein partnerschaftliches Lieferantenmanagement die Qualität nachhaltig steigert und Risiken minimiert, zeigte der Vortrag von Lutz Berners, Managing Director der Berners Consulting GmbH und Internationalisierungsexperte im BVMW Expertenring Region Stuttgart.

Die Quintessenz der Vorträge: Beide Länder können vom Know-how des anderen profitieren. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg dabei besteht darin, gezielte Synergien zu schaffen und verlässliche Rahmenbedingungen für Kooperationen zu setzen.

Chinesische Vertreter werben für Kooperationen

Von chinesischer Seite waren hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft vertreten. Huang Guoliang, Generaldirektor der staatlichen Behörde für Qualitätsüberwachung, Inspektion und Quarantäne der Volkrepublik China (AQSIQ), warb für den Ausbau deutsch-chinesischer Kooperationen und stellte einen Bezug zwischen dem Programm „Made in China 2025“ und der deutschen „Industrie 4.0“ Strategie her: „In diesem Jahr trafen sich Angela Merkel und Xi Jinping in Berlin und äußerten die Hoffnung, dass sie ihre Märkte einander öffnen und den technischen Austausch mit China verstärken werden. Das Andocken von „Made in China 2025“ und „Deutsche Industrie 4.0“ ist auch für die Staats- und Regierungschefs der beiden Länder zu einem wichtigen Anliegen geworden.“ Tang Xiaofen, Präsidentin der SAQ, erläuterte das Programm „Made in China 2025“ und stellte Erfolgsgeschichten chinesischer Unternehmen vor. Am Ende des Sino-German Quality Forums in Stuttgart waren sich die Referenten einig, wie wichtig es ist, die Gemeinsamkeiten und Chancen beider Länder zu betonen. „Ich freue mich, dass bei diesem Forum mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft deutlich geworden ist, dass beide Seiten diesen gemeinsamen Weg anstreben“, resümierte DGQ-Präsident Udo Hansen am Ende der Veranstaltung.

Tang Xiaofen, Präsidentin der SAQ, und DGQ-Präsident Udo Hansen unterzeichneten weitere Letter of Intent für eine vertiefte Kooperation

DGQ und SAQ unterzeichnen weitere Letter of Intent für eine vertiefte Kooperation

Die gezeichneten Abkommen vertiefen die Kooperation zwischen beiden Qualitätsgesellschaften, die 2015 auf Basis eines Memorandum of Understanding geschlossen wurde. Die Zusammenarbeit betrifft sowohl den DGQ e.V. als auch die DGQ Weiterbildung GmbH und fokussiert zunächst auf die Aus- und Weiterbildung, Personenzertifizierung und Beratung. „Die Letter of Intent sind ein weiterer Meilenstein in der Internationalisierungsstrategie der DGQ. Die Kooperation eröffnet uns neue Marktchancen“, erklärte Claudia Welker, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der DGQ.

Über die DGQ
Die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) unterstützt Unternehmen dabei, mit hochwertigen Produkten und Dienstleistungen erfolgreich am Markt zu bestehen. Als zentrale, deutsche Qualitätsgesellschaft ist die DGQ erster Ansprechpartner für Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung. Das einzigartige Netzwerk der DGQ vereint über 6.000 Qualitätsexperten in mehr als 4.000 Unternehmen aller Größen und Branchen. Berufseinsteiger, Fachexperten und Manager nutzen den direkten Erfahrungsaustausch in deutschlandweit über 70 Regional- und Fachkreisen. Das DGQ-Netzwerk bietet die vielseitigste und umfassendste Plattform zum Austausch von Wissen, Praxiserfahrungen und Trends rund um qualitätsrelevante Themen. Die DGQ engagiert sich in nationalen und internationalen Initiativen, Partnerschaften, Gremien zur Gestaltung zentraler Normen sowie Innovations- und Forschungsprojekten. Mit rund 300 Trainern und 1.000 praxisbezogenen Trainings stellt die DGQ ihren Mitgliedern und Kunden ein breites Weiterbildungsangebot zur Verfügung. Sie trägt wirkungsvoll dazu bei, „Qualität Made in Germany“ als Erfolgsprinzip in Wirtschaft und Gesellschaft zu verankern. Dabei sichert die DGQ bestehendes Know-how. In einer Welt der Transformation entwickelt sie zudem neue Qualitätsansätze für die Zukunft.

Ihre Ansprechpartner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DGQ
Hinrich Stoldt
August-Schanz-Str. 21A
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Telefon: +49 69 95424-170
E-Mail: hinrich.stoldt@dgq.de

DGQ-Pressestelle, c/o Klenk & Hoursch
Karin Junggeburth
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