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Neue ISO-Norm 53001 für das Management von UN-Nachhaltigkeitszielen

Die Internationale Organisation für Normung (ISO) setzt die Realisierung der sogenannten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in einen Managementsystemstandard um: Die ISO 53001 – „Management Systems for UN Sustainable Development Goals – Requirements“ wird von dem dafür eingerichteten ISO-Projektkomittee erarbeitet und soll bis Herbst 2025 veröffentlicht werden.

Als erster Schritt wird ein Managementsystemleitfaden (ISO/PAS 53002 Guidelines for contributing to the UN Sustainable Development) erarbeitet, um anschließend die Managementsystemnorm auf Basis der ISO harmonized structure als ISO 53001 zu entwickeln. Der Zeitplan dazu ist sehr ambitioniert.

Neben der Nachhaltigkeitsberichterstattung werden Organisationen die Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele damit perspektivisch nach Verabschiedung der Normen und Vorhandensein eines entsprechenden Zertifizierungsangebots über eine entsprechende Zertifizierung nachweisen können.

Ziele im Kontext der Organisation realisieren

Mit der internationalen Norm will die ISO ein global anwendbares Instrument schaffen, mithilfe dessen Organisationen ausgewählte UN-Ziele („Sustainable Development Goals“, SDGs) umsetzen können. Im Fokus stehen sollen dabei laut ISO explizit solche UN-Ziele, die relevant für den jeweiligen Kontext der Organisationen sind, und nicht grundsätzlich alle 17 Nachhaltigkeitsziele.

Zwar enthalten die bestehenden ISO-Managementsystemnormen bereits verschiedene Hinweise und Anforderungen zu Nachhaltigkeitsaspekten, darunter etwa Umwelt-, Gesundheits- und Energieaspekte. Mit der ISO 53001 werden diese nun durch einen umfassenden Standard ergänzt, der sämtliche im Nachhaltigkeitszusammenhang relevanten Faktoren abdecken soll.

Scope der Norm

Die ISO 53001 soll zur Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung die Anforderungen an ein „Sustainable-Development-Goals-Managementsystem“ spezifizieren. Dies kommt zum Tragen, wenn eine Organisation ihre Aktivitäten hinsichtlich der Umsetzung der SDGs belegen und erweitern möchte. Zudem empfiehlt sich ein solches SDG-Managementsystem für Organisationen, die ihre entsprechenden Tätigkeiten auf systematische Art und Weise managen möchten.

Im Ergebnis soll das SDG-Managementsystem dazu beitragen, die Nachhaltigkeitsperformance von Organisationen zu erweitern, Compliance-Verpflichtungen zu erfüllen, ausgewählte Nachhaltigkeitsziele zu erreichen sowie das Vertrauen von Stakeholdern in die Zukunftsfähigkeit der Organisation zu gewinnen und zu halten. Nicht zuletzt steht so auch der wirtschaftliche Erfolg der Organisation im Fokus der Norm.

Engagement der DGQ und nächste Schritte

„Bereits im Vorfeld der Entscheidung über die Erstellung einer entsprechenden Norm gab und gibt es kontroverse Diskussionen über Scope, Notwendigkeit und Umsetzbarkeit einer solchen Managementsystemnorm“, erläutert Thomas Votsmeier, Leiter Normung bei der DGQ. „Der integrative Ansatz, bei allen relevanten Organisationsentscheidungen einschließlich Investitionsentscheidungen umfassend die UN-Nachhaltigkeitsziele zu berücksichtigen, ist sehr anspruchsvoll und letztlich ist fraglich, wie viele Organisationen einen solchen Ansatz anwenden werden.“

Im Frühjahr 2023 wurde die Einrichtung des Projektkomitees ISO PC 304 beschlossen und die Arbeiten aufgenommen. Zum aktuellen Zeitpunkt liegt die ISO 53001 als Working Draft zur internen Abstimmung vor. Auf deutscher Ebene betreut der DIN-Normungsausschuss „Gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeitsmanagement“ die Ausarbeitung. Die DGQ war im Vorfeld der Diskussionen um die Entscheidung über die Notwendigkeit und den Scope der Norm beteiligt und begleitet die Entwicklung durch Mitwirkung einer Expertin in dem deutschen Spiegelgremium DIN NA 175-00-03 AA.