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EMAS Awards 2019 – Zwei deutsche Betriebe mit besonderer Umweltleistung

Mit den EMAS-Awards werden regelmäßig Unternehmen und NGO gewürdigt, die sich freiwillig nach der europäischen Verordnung für Umweltmanagement validieren lassen und besondere Umweltleistungen vorweisen. Für ihre umweltbezogenen Strategien und Maßnahmen erhielten zwei deutsche Unternehmen am 26. November in Bilbao europäische EMAS-Auszeichnungen.

Die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG erhielt den EMAS-Award in der Kategorie mittelständische Unternehmen. Bereits vor 40 Jahren hatte die Oberpfälzer Familienbrauerei die Weichen für ein durchgängig nachhaltiges Unternehmenskonzept gestellt und begonnen, ihr Sortiment komplett auf Bio umzustellen. Gemeinsam mit Landwirten rief Lammsbräu die regionale Erzeugergemeinschaft für Ökologische Braurohstoffe (EZÖB) ins Leben und gründete die Arbeitsgemeinschaft ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) mit, die heute über 100 Bio-Lebensmittelhersteller umfasst. (mehr …)

Neuer FQS-Leitfaden: Einführung eines Energiemanagementsystems

Zunehmender Energiebedarf, begrenzte energetische Rohstoffe und volatile politische Rahmenbedingungen beeinflussen die Energiemärkte immer stärker. Davon betroffen sind vor allem stromintensive Unternehmen. Sie können jedoch Ausgleichsregelungen im Sinne des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) in Anspruch nehmen. Voraussetzung ist neben anderen Rahmenbedingungen der Nachweis eines zertifizierten Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001. Darüber hinaus räumen das Strom- und das Energiesteuergesetz unter bestimmten Bedingungen Steuererleichterungen ein, die an ein Energiemanagementsystem gebunden sind.

Im Forschungsprojekt „EMSI – Energie-Management-System zur bedarfsgerechten Integration in bestehende Qualitätsmanagement-Strukturen“ hat das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT), Aachen, ein Vorgehen zur Implementierung der Strukturen eines solchen integrierten Managementsystems entwickelt. Dieses Energiemanagementsystem funktioniert auch als Stand-Alone-Lösung für solche Unternehmen, die kein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem betreiben. Das gilt insbesondere für produzierende KMU.

Zentrales Element im Forschungsprojekt ist eine Prozesslandkarte. Sie bildet den Ordnungsrahmen und gliedert die Prozesse in Führungs-, Kern- und Unterstützungsprozesse. Teil des Projekts ist auch ein Rollenmodell. Darin sind Rollen definiert, denen Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zugewiesen sind, etwa die des Energiemanagement- oder die des Messtechnikbeauftragten für Energie.

Das Projekt der FQS Forschungsgemeinschaft Qualität e.V., die als Forschungsbereich innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ) beheimatet ist, wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Die Projektergebnisse liegen jetzt als FQS-DGQ-Band 88-09 vor: Leitfaden zur Einführung eines Energiemanagementsystems. Der 43-Seiten-Bericht inklusive CD-ROM kostet 59 Euro und kann unter ISBN 978-3-940991-15-7 bezogen werden bei Verena Mennicken, Tel. 069-95424197, E-Mail: vme@dgq.de.

Die ISO-Revision 14001 fordert mehr Strategie

Im Juni 2015 hat die erste DGQ-DIN-DQS-Veranstaltung zur neuen Generation der ISO 14001:2015 mit mehr als 50 Teilnehmern stattgefunden. In kleinen Workshops eigneten sich die Teilnehmer Methoden zu den wichtigsten Themen der Normenrevision an: die Erweiterung auf Kontext und Interessengruppen der Organisation, die Lebenszyklusperspektive sowie umweltbezogene Chancen und Risiken. Prinzipiell handelt es sich dabei um systematische Ansätze, die für die Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen unverzichtbar sind.

Die Führung ins Boot holen

„Organisationen sollen zukünftig ihre Umweltleistung klarer durch Ziele und Strategien steuern. Vor allem darin liegt ein hoher Anspruch der revidierten ISO 14001“, erläutert Claudia Nauta, Produktmanagerin der DGQ Weiterbildung. Während sich die Teilnehmenden mit den neuen Revisionsanforderungen und den praktischen Schritten dorthin vertraut machten, wuchs aber auch eine weitere Erkenntnis: Wenn es um die Strategien und das Bewerten umweltrelevanter Risiken und Chancen geht, müssen die Führungskräfte stärker ins Boot geholt werden. Die Teilnehmer der Veranstaltung waren jedoch skeptisch, dass dies in den Organisationen nachhaltig und sinnvoll gelingen werde. So wurde der fehlende Fokus der Führung auf Umweltthemen als ein wesentliches Hemmnis erachtet. Das liege zum Teil in der hohen Arbeitsdichte sowie Komplexität in den Unternehmen begründet. Einen weiteren Grund sahen die Teilnehmenden in den großen Spielräumen begründet, die ISO 14001:2015 bieten werde. Die Revision verstärke zwar die Eigenverantwortung in der Bewertung relevanter und angemessener Einflüsse auf die Umweltsituation der Organisation. Gemacht werde aber nur, „was gemacht werden muss“.

Umweltmanagement ist strategische Entscheidung

Eine solche Situation erinnert die Produktmanagerin der DGQ Weiterbildung an das Dilemma des Holzfällers, der keine Zeit hat, seine Axt zu schärfen: „Deshalb ist den Unternehmensführungen zu empfehlen, sich darüber bewusst zu sein, dass ein Umweltmanagementsystems schon immer eine strategische Entscheidung war“, betont Claudia Nauta. Selbst dann, wenn diese Entscheidung ausschließlich getroffen wurde, um Kundenanforderungen zu erfüllen. Insgesamt unterstützen und fordern die Erweiterungen der Revision die Nachvollziehbarkeit strategischer Entscheidungen in Bezug auf Umwelteinflüsse von und nach außen. In Zukunft heißt es klar: „Die oberste Leitung muss in Bezug auf das Umweltmanagementsystem Führung und Verpflichtung zeigen, indem sie sicherstellt, dass die Umweltpolitik und die Umweltziele festgelegt und mit der strategischen Ausrichtung und dem Kontext der Organisation vereinbar sind“ (Kap. 5.1, ISO/DIS 14001:2014). Deshalb sollte die Führung einer Organisation ihre Ziele und Strategien (Bild 1) formulieren und sich ihrer damit verbundenen Werte bewusst sein. Ein solches Vorgehen erleichtert die Definition einzelner Prozessziele, etwa in der Kommunikation umweltrelevanter Informationen, in der Produktentwicklung oder bei Kooperationen und Partnerschaften.

 

Energieaudits – Kür für KMU, Pflicht für große Unternehmen

Im März wurde die Änderung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) verabschiedet. Es verpflichtet große Unternehmen („Nicht-KMU“) aller Branchen, Energieaudits nach DIN EN 16247-1 durchzuführen. Alternativen sind eine Validierung nach EMAS oder die Zertifizierung nach DIN EN ISO 50001. Demnach müssen Organisationen Energieaudits oder die Bestandsaufnahme der Energieströme und Energieträger bis zum 5. Dezember 2015 durchführen. Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU – Definition mit Schwellenwerten auf S. 14) bestehen freiwillige Fördermöglichkeiten zur Energieberatung.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist verpflichtet, die Nachweise über Energieaudits gemäß EDL-G in Stichprobenkontrollen zu prüfen. Es gibt ein Merkblatt zu den Voraussetzungen heraus, die ein interner oder externer Energieauditor erfüllen muss. Gefordert wird beispielsweise ein Hochschulabschluss, ein staatlich geprüfter Techniker oder Meister einschlägiger Fachrichtung. Unter den Publikationen des BAFA soll bis Ende April 2015 ein weiteres Merkblatt mit Anwendungshilfen für Energieaudits nach den gesetzlichen Bestimmungen der §§ 8 ff. EDL-G veröffentlicht werden.

Wer im Unternehmen Energieaudits durchführt oder koordiniert, sollte wissen, worauf es dabei ankommt. Nicht nur um die gesetzliche Forderung mit entsprechenden Nachweisen zu erfüllen. Sondern auch, um mithilfe der Ergebnisse Kosten zu senken und Ressourcen zu schonen. Beim DGQ-Seminar Energieaudit nach DIN EN 16247-1/ISO 50002 stehen diese Aspekte und der Energieauditprozess im Fokus. Es findet am 21. Juli in Frankfurt und 29. Juli in Bochum statt. Fragen zum Seminar beantwortet DGQ-Produktmanagerin Claudia Nauta; E-Mail nc@dgq.de, T 069 424-209.

 

Betriebliches Energiemanagement: Energiedienstleistungsgesetz lässt verstärkte Nachfrage nach Energieaudits nach DIN EN 16247 / ISO 50002 in 2015 erwarten

Das Bundeskabinett hat am 5. November 2014 einen Gesetzentwurf zur Teilumsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie (2012/27/EU) beschlossen. Laut des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) werden große Unternehmen (Nicht-KMU) bis zum 5. Dezember 2015 und danach alle vier Jahre zur Durchführung von Energieaudits verpflichtet. Als Nachweis sollen Energieaudits nach DIN EN 16247 / ISO 50002 oder alternativ Energie- oder Umweltmanagementsysteme nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS dienen.

Auch die bisher von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geförderten Energieberatungen für den Mittelstand werden zukünftig an die Durchführung von Energieaudits nach DIN EN 16247 / ISO 50002 gekoppelt sein.

Bisher haben nur wenige Unternehmen Energieaudits nach DIN EN 16247 / ISO 50002 durchgeführt. Hierfür dürften vor allem zwei Gründe relevant sein: Zum einen entscheiden sich Unternehmen für das weniger aufwändige „Alternative System“ nach Anlage 2 der SpaEfV, um ihre steuerliche Entlastung zu erlangen. Zum anderen wählen Unternehmen, die ein dauerhaft wirksames Energiemanagementsystem implementieren möchten, die Norm DIN EN ISO 50001 als Regelungsgrundlage.

Mit dem jetzt beschlossenen Entwurf des Energiedienstleistungsgesetzes, das laut Bundesregierung im Frühjahr 2015 in Kraft treten soll, ist zukünftig von einer deutlich stärkeren Nachfrage nach Energieaudits auszugehen.

Welche Unternehmen sind betroffen?

Die Durchführung von Energieaudits ist laut Energiedienstleistungsgesetz für alle Unternehmen verpflichtend, die kein kleines oder mittleres Unternehmen (KMU) sind. Fabian Loos, DGQ-Trainer für Energiemanagementbeauftragte und Senior Consultant bei der Unternehmensberatung B.A.U.M. empfiehlt den Unternehmen, bereits jetzt aktiv zu werden: „Zu den betroffenen Unternehmen zählen nicht nur die „klassischen“ produzierenden Großunternehmen sondern auch private Krankenhäuser, Handelsunternehmen, Banken, Versicherungen sowie alle anderen nicht-produzierenden Unternehmen. Die zum vorgenannten Kreis zählenden Unternehmen sollten sich bereits jetzt über die notwendigen nächsten Schritte und Aufgaben informieren.“

Die DIN EN 16247 / ISO 50002

Die DIN EN 16247 / ISO 50002 legt die Anforderungen, Methoden und Ergebnisse von Energieaudits fest. Wesentliche Bestandteile sind dabei die Erfassung und Analyse energieverbrauchender Maschinen, Prozesse und Querschnittstechnologien (z.B. Beleuchtung, Lüftungsanlagen, Druckluft) sowie die Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen. Die Ergebnisse der Energieanalyse fasst der Energieauditor in einem Abschlussbericht zusammen.

Die Anforderungen an die Kompetenz der Energieauditoren bestehen aus einer Kombination aus Schulung, Fertigkeiten und Erfahrung und sind in der DIN EN 16247-5 festgelegt.

Die ISO 50002 (Energy Audits) wurde als internationales Äquivalent zur DIN EN 16247 im Jahr 2014 veröffentlicht und wird diese mittelfristig ablösen.

Geförderte Energieberatungen für den Mittelstand zukünftig ebenfalls an DIN EN 16247 / ISO 50002 gekoppelt

Auch das bisher von der KfW bekannte Förderprogramm „Energieberatung im Mittelstand“, das zukünftig vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) angeboten wird, sieht ab 1.1.2015 Energieaudits nach DIN EN 16247 vor. Hierzu Fabian Loos: „Durch die neuen Anforderungen profitieren die Unternehmen von einer deutlich detaillierteren Erfassung und Analyse der betrieblichen Energieströme so dass von der Aufdeckung weiterer Effizienzpotenziale auszugehen ist.“

 

DGQ / DIN / DQS Expertenforum Energiemanagement: Nachweis der Kostenersparnis steht für die Teilnehmer im Fokus

Kostensenkung und Prozessoptimierung sind die wesentlichen Vorteile, die Experten bei der Einführung eines Energiemanagementsystems sehen. Das hat eine Meinungsumfrage und Diskussion auf einer Veranstaltung von DIN (Deutsches Institut für Normung e. V.), DQS (Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen) und DGQ am 27. März in Berlin ergeben.

Die Mehrheit der Teilnehmer geht von einem Energieeffizienzpotenzial von sechs bis 15 Prozent aus. Auch bei den Herausforderungen spielen Kosten und Ressourcen eine wesentliche Rolle. So steht es für viele Teilnehmer im Vordergrund, mithilfe eines Energiemanagementsystems Kostenersparnisse nachzuweisen und eine entsprechende Kostenrechnung aufzubauen. Eine weitere Herausforderung ergibt sich aus der zunehmenden Komplexität unterschiedlicher Managementsysteme und der Notwendigkeit, diese zu integrieren.

Auf der Veranstaltung kamen Energiemanagement-Experten aus Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen zusammen. Globale Energie- und Mischkonzerne waren ebenso vertreten wie mittelständische Brauereien und Zulieferer. Im Fokus standen Themen wie die politischen Rahmenbedingungen, die sich aus der EEG-Novellierung ergeben sowie die international unterschiedliche Interpretation der Norm.

Die DGQ unterstützt Unternehmen in den Bereichen Energiemanagement und Umweltmanagement insbesondere bei der Ausbildung und Zertifizierung von Mitarbeitern. Mit ihren Partnern DIN und DQS informiert die DGQ regelmäßig über die praktischen Auswirkungen, die sich aus Revisionen und Änderungen von Normen ergeben.

 

 

 

Einladung zum kostenfreien DQS-Webinar

Energiemanagement: EN 16001 oder ISO 50001? Nach der jüngsten Veröffentlichung der ISO 50001 und der im August 2009 eingeführten EN 16001 stehen interessierten Unternehmen jetzt zwei zertifizierungsfähige Normen als Orientierungshilfe für ein Energiemanagementsystem zur Verfügung. Erfahren Sie mehr über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in unserem Webinar, das wir Ihnen wahlweise an zwei Terminen anbieten. Dauer des Webinars: ca. 30 Minuten. Termine: 28. Juli 2011 30. August 2011 Beginn ist jeweils um 16:00 Uhr. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.dqs-nachhaltigkeit.de

Neues FQS-Forschungsprojekt steigert Energieeffizienz

Am 1. März 2011 ist das von der FQS betreute Forschungsprojekt „Energie-Managementsystem zur bedarfsgerechten Integration in bestehende Qualitätsmanagement-Strukturen“ gestartet. Das Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie IPT, Aachen wird in den nächsten zwei Jahren eine Methodik zur Einführung eines Energie-Managementsystems nach DIN EN 16001 entwickeln. Das Projekt richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen, die bereits über ein zertifiziertes Managementsystem verfügen, zum Beispiel nach DIN EN ISO 9001. Damit von den Ergebnissen auch Organisationen profitieren, die in Sachen Zertifizierung noch ganz am Anfang stehen, soll das zu entwickelnde Managementsystem auch ohne vorhandene Strukturen implementierbar sein. KMUs haben so erstmals die Gelegenheit, ihre Energieeffizienz ganzheitlich zu analysieren, zu verbessern und die Forderungen von DIN EN 16001 zu erfüllen. Auf diese Weise ermittelte Potenziale sollen Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig steigern. Interessenten erhalten weitere Information bei Verena Mennicken, Projektmanagerin für nationale Forschungsprojekte bei der FQS. Kontakt: vme@dgq.de

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