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Gegen dubiose Machenschaften: DGQ-Compliance-Training kommt bei Teilnehmern gut an

Compliance Management wird in der heutigen Zeit immer deutlicher zu einem zentralen Thema. Bei Sichtung der aktuellen Wirtschaftspresse springen dem Betrachter augenblicklich verschiedenste Skandale ins Auge. Da bittet das Kartoffel-Kartell den Verbraucher mit illegalen Preisabsprachen bei Grundnahrungsmitteln zur Extrakasse. Da versuchen Vorstandsmitglieder von DAX 30-Unternehmen, sich bei Journalisten mit dubiosen Einladungen zu Pressereisen auf Kosten des Unternehmens eine positive Außendarstellung zu erschleichen. In der Konsequenz bringen Skandale dieser Art den beteiligten Unternehmen jedoch nur satte Strafzahlungen und gehörige Imageschäden ein. Sie verdeutlichen darüber hinaus, dass Compliance, was DGQ-Produktmanager Torsten Klanitz als die Einhaltung von Regeln bezeichnet, immer stärker zu einem essentiellen Erfolgsfaktor für die Unternehmen wird.

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) gemeinsam mit Experten aus der Wirtschaft ein Compliance Management-Training entwickelt. Der Pilot hat im April in Nürtingen bei Stuttgart stattgefunden. Über einen Zeitraum von fünf Tagen haben drei Compliance-Profis die Teilnehmer in den jeweils relevanten Fachthemen trainiert. So beleuchteten die Experten das Thema jeweils aus einem juristischen und einem wirtschaftsprüfenden Umfeld sowie aus der Sicht eines globalen Leiters von Compliance und Qualitätsmanagement. Derart ganzheitlich das Thema Compliance Management zu erschließen, kam bei den Teilnehmern äußerst positiv an. So legten sie denn auch im Anschluss an das Training eine Zertifikatsprüfung zum DGQ-Compliance Management Beauftragten ab.

Einer dieser frisch zertifizierten Teilnehmer ist Heinz Overbeck. Den Nutzen des Seminars sieht er zunächst in der Vermittlung von relevantem Basiswissen. Ferner habe es ihm Denkanstöße und Ideen zur Umsetzung eines Compliance Managementsystems (CMS) in der Praxis gegeben. „Auch die Auswahl der drei Trainer war hervorragend und die Dynamik der Trainer hat mir sehr gut gefallen“, sagt der Manager von Sharp Electronics Germany/Austria. Die Integration eines CMS als „Schutzmaßnahme” zur Vermeidung und Abwendung von wirtschaftlichen Schäden hält er für „zwingend notwendig. Ich werde mich für eine Umsetzung in den Unternehmen, für die ich tätig bin, einsetzen“. Nach dem erfolgreichen Besuch des Compliance-Trainings wartet Overbeck nun auf eine DGQ-Ausbildung zum Compliance Manager. Er betont, aus rein persönlichen Motiven an dieser Weiterbildung teilgenommen zu haben: „Als Mitglied bei der `Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg e.V.´ habe ich mich dazu verpflichtet, Handlungen zu unterlassen, die mit der Ehre und dem Anspruch auf kaufmännisches Vertrauen nicht zu vereinbaren sind“.

Um das Thema gegenüber Interessenten, für die nur Teilaspekte relevant sind, attraktiver zu gestalten, bietet die DGQ künftig zwei kürzere Teilmodule aus dem Fünf-Tage Seminar an. Ein zweitägiges Seminar behandelt die Überblicksthemen sowie die rechtlichen Grundlagen und ein zweites dreitägiges Modul beschäftig sich mit der konkreten Umsetzung in die Praxis. Die nächsten Seminare finden vom 9. bis 13. September in München und vom 9. bis 13. Dezember in Frankfurt am Main statt.

„Gelesen, gelacht, gelocht“

Compliance Management findet in Unternehmen oft nur auf dem Papier statt/ Regelverstöße können zu erheblichen Schäden führen/ Neues DGQ-Training soll Fehlverhalten verhindern

Frankfurt am Main, 14. Januar 2013 – Compliance Management will Schäden durch Regelverstöße in Unternehmen verhindern. Die Ursachen für zunehmendes Fehlverhalten sind vielfältig. Teilweise herrscht eine Duldungskultur, die zwar Regeln auf dem Papier anerkennt, sie jedoch in der Praxis nicht umsetzt. Ferner kommt zum wachsenden Umsatzdruck zuweilen eine zersplitterte Managementstruktur als Folge der fortschreitenden Globalisierung. Weniger direkte Führung und oftmals auch die größere Selbständigkeit weit voneinander entfernt liegender Unternehmensbereiche oder ausländischer Tochtergesellschaften spielen ebenfalls eine Rolle.

Nicht nur Konzerne, auch Mittelständler sind gefährdet

„Compliance Management in Zusammenhang mit Konzernen ist eine inzwischen nicht mehr so neue Mode“, sagt Dr. Mark Zimmer. Denn bereits seit nunmehr fast zehn Jahren beschäftigten sich deutsche Großunternehmen mit Anti-Korruptions-Compliance. Die Bedeutung wurde durch die Korruptionsskandale um Siemens, Daimler, MAN und Ferrostaal in den letzten sechs Jahren dramatisch verdeutlicht. Dort kam es jeweils zu Bußgeldern von dreistelligen Millionenbeträgen. Dabei handelt es sich keineswegs um ein typisches Phänomen, das ausschließlich Großunternehmen im Sinne von Global Playern betrifft. Auch Mittelständler sind davor nicht gefeit. Vor allem der typische deutsche Nischenproduzent, der in viele Länder exportiert, sei besonders gefährdet. So habe stellvertretend für viele andere Mittelständler der niedersächsische Röhrenproduzent Vietz vor zwei Jahren im Handelsblatt offen zugegeben, bei Exporten in bestimmte Länder Schmiergelder bezahlt zu haben, so der Compliance-Experte von Gibson, Dunn & Crutcher LLP, München. Zwei Tage später durchsuchte die Staatsanwaltschaft die Firma.

Das zeigt: Auch sogenannte Hidden Champions aus dem Mittelstand müssen mit Konsequenzen rechnen, wenn sie sich nicht Compliance-konform verhalten. „Ich musste mal einer Mandantin mit lediglich 500 Mitarbeitern in Deutschland während einer Razzia beistehen. Deren Zulieferer von Computerteilen hatte einige Mitarbeiter aus der mittleren Ebene zu WM-Spielen oder einem Hotelaufenthalt eingeladen. Das fiel bei seiner steuerlichen Betriebsprüfung auf und war Anlass für eine unangenehme Durchsuchung“, nennt Zimmer ein weiteres Beispiel. Ähnliches habe er bei der Neuvergabe eines Reinigungsauftrags für ein relativ kleines Werk erlebt. Von Entwarnung könne also keine Rede sein.

Schulung der Schlüsselkräfte als Schutzmaßnahme

Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ) das neue Training „Compliance Management in der Praxis“ entwickelt. Es findet erstmals am 22. April 2013 statt und behandelt die Entwicklung und Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen gegen Compliance-Verstöße. Zimmer fungiert hier als DGQ-Trainer und hat die Inhalte wesentlich mitgestaltet. Als wichtigste Maßnahme, die ein Mittelständler ergreifen kann, um sich vor möglichen Versäumnissen in Sachen Compliance zu schützen, nennt der Compliance- Experte die Information der Entscheidungsträger über die Risiken bei Compliance- Verstößen. Seine Empfehlung: „Die breite Masse der Unternehmen sollte für eine hinreichende Schulung ihrer Schlüsselkräfte sorgen“. Dazu reiche es häufig, einige Multiplikatoren im Unternehmen extern schulen zu lassen. Als Einstieg biete sich ein Training zum Compliance-Management-Beauftragten an.

Zuvor müsse die Geschäftsleitung jedoch klar verdeutlichen, dass sie das Thema Compliance wichtig findet: „tone from the top – sonst nimmt es keiner darunter ernst“. Wolle oder könne sich das Unternehmen keinen hauptamtlichen Compliance-Beauftragten leisten, so werde üblicherweise einem Mitarbeiter aus Rechts- oder Personalabteilungen, Qualitätsmanagement, Controlling oder Vertrieb der Compliance-Hut aufgesetzt. Dazu DGQ-Trainer Zimmer: Wir zeigen, welche potentiellen Risiken es gibt und bei welchen Indikatoren die roten Lampen angehen sollen. Die entscheidenden Fragen verdeutlichen wir in Planspielen und Dilemma-Situationen. Ferner erläutern wir den Teilnehmern ganz praktisch, wie sie ein Compliance-Managementsystem in ihrer Firma aufbauen können“. Dazu gehört auch der Einsatz und Nutzen von IT-Tools. Damit würden die Regeln in das Tagesgeschäft effektiv umgesetzt. Sonst hieße es nämlich zu oft: „gelesen, gelacht, gelocht – und das darf nicht mehr passieren“.

Weitere Informationen zum Thema geben DGQ-Produktmanager Torsten Klanitz, T 069-954 24-189, E-Mail: tk@dgq.de und Dr. Mark Zimmer T 089-18933130 E-Mail: MZimmer@gibsondunn.com.

Die Deutsche Gesellschaft für Qualität prägt und moderiert die praxisnahe Plattform engagierter Fachleute aus allen Unternehmensebenen und Leistungsbereichen zum Thema Qualität. Der Verein mit knapp 7000 Mitgliedern und 62 Regionalkreisen bundesweit gestaltet Netzwerke und vergibt Zertifikate für nachgewiesene Kompetenz in Qualitäts-, Umweltund Arbeitssicherheitsmanagement. Die DGQ Weiterbildung GmbH qualifiziert jährlich mehrere Tausend Teilnehmer zu Beauftragten, Managern und Auditoren im Qualitäts- und Umweltmanagement sowie in der Arbeitssicherheit. Die DGQ Beratung GmbH ist Problemlöser bei allen qualitätsorientierten Managementaufgaben rund um Managementsysteme, Prozesseffizienz und Business Excellence. Die DGQ-Forschung erarbeitet in Gemeinschaftsprojekten mit KMU neue Anwendungen für das Qualitätsmanagement.

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