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16. Juni 2026

Neues FQS-Forschungsprojekt gestartet: Prozessbegleitende Qualitätskontrolle in der additiven Fertigung

Die sinterbasierte additive Fertigung, zu der auch das Metal Binder Jetting (MBJ) gehört, bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) große Chancen. Mit dem Verfahren lassen sich komplexe Metallbauteile mit hoher Druckgeschwindigkeit herstellen, ohne dass im Druckprozess Grundplatten oder aufwendige Stützstrukturen notwendig sind.

Metal Binder Jetting: großes Potenzial, begrenzte Prozessüberwachung

Beim MBJ wird Metallpulver schichtweise aufgetragen und gezielt mit einem Binder verbunden. Anschließend werden die entstandenen Grünteile entpulvert und gesintert. Der erste Druckschritt des Pulver- und Bindereintrags ist besonders entscheidend für die spätere Bauteilqualität. Die Prüfung der Qualität erfolgt jedoch bislang meist erst nach dem Druck, etwa anhand mitgedruckter Kontrollkörper. Mögliche Fehler sind dann nicht mehr korrigierbar, was zu Ausschuss und erhöhten Kosten führt. Echtzeit-Monitoring-Systeme, die eine Qualitätskontrolle während des Druckprozesses ermöglichen, fehlen bisher.

Monitoring mittels Vermessung des Pulverbetts

Hier setzt das neue FQS-Forschungsprojekts MBJ-Control an: Wissenschaftler:innen des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM und des Bremer Instituts für angewandte Strahltechnik (BIAS) untersuchen dazu die Korrelation zwischen Pulverbettmerkmalen und der Qualität des gefertigten Bauteils. Im Rahmen der zweijährigen Projektlaufzeit entwickeln sie ein Monitoring-System, das die Topografie des Pulverbetts mittels Lichtschnittverfahren schichtweise erfasst. So sollen Abweichungen wie lokale Pulveranhäufungen oder ungleichmäßige Schichtstrukturen frühzeitig erkannt werden. Ziel ist es, bereits während des Druckprozesses Rückschlüsse auf die Qualität der Bauteile zu ziehen und damit die Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit des Verfahrens zu erhöhen.

Enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie

Der potenzielle Anwenderkreis bei dieser additiven Fertigung umfasst sowohl Unternehmen, die den Metal-Binder-Jetting-Prozess bereits nutzen als auch Unternehmen, die in das Verfahren einsteigen wollen oder vergleichbare Technologien einsetzen. Mitte Mai 2026 fand in Bremen die erste Sitzung des Projektbegleitenden Ausschusses statt. Rund zwölf Unternehmen begleiten die Forschungsarbeiten als Industriepartner im Projektbegleitenden Ausschuss. Sie decken die gesamte Wertschöpfungskette ab – von Pulverherstellern über Anlagenbauer bis zu Endanwendern. Die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie stellt sicher, dass die Forschungsarbeiten praxisnah und an die Bedürfnisse der Unternehmen angepasst sind.

Über das Forschungsprojekt:

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
(Förderkennzeichen: 01IF24706N – MBJ-Control; Forschungsvereinigung: FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität)

Die FQS fördert innovative Forschungsideen über das Instrument der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE). Ziele der Förderung sind möglichst anwendungsnahe Forschungsprojekte, die einen unmittelbaren Nutzen für die Wirtschaft, insbesondere für KMU, erbringen.

Weitere Informationen zum Projekt und Beteiligungsmöglichkeiten können über die Geschäftsstelle der FQS bezogen werden. Eine Mitarbeit im Projekt ist für Unternehmen auch nach Laufzeitbeginn noch möglich.

FQS – Forschungsgemeinschaft Qualität e.V.
infofqs@dgq.de

 

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