Die Qualität in den Mittelpunkt stellen - Die Geschichte der DGQ

Mit Weitsicht das Richtige getan: Die ersten Jahre

Dass die Geschichte der DGQ in der Zeit des Wirtschaftswunders beginnt, ist kein Zufall. Damals, Anfang der fünfziger Jahre, fehlte  es an allem, und die Industrie kannte nur eine einzige Vorgabe: die Grundbedürfnisse erfüllen, schnell und in großen Mengen produzieren. Nichts anderes stand hinter der seinerzeit formulierten Maxime "Die Anforderungen der Kunden erfüllen". Niemand wird heute behaupten wollen, dass damit falsche Prioritäten gesetzt worden seien. Schließlich wurde auf diesem Weg etwas Einzigartiges vollbracht: Schon im Vorlauf der fünfziger Jahre gingen für "Otto Normalverbraucher" jede Menge Träume in Erfüllung. Sei es, dass er sich ein Moped oder einen Motorroller leisten konnte, eine Isetta oder sogar einen Volkswagen. Und die gute Stube zierte eines der wichtigsten gehobenen Konsumgüter des Wirtschaftswunders - das Rundfunkgerät mit UKW-Frequenz. Die Radios der Saison 1952, als die DGQ gegründet wurde, überraschten mit einer Hilfe zur optimalen Einstellung des gewünschten Senders, dem "magischen Auge".

Es gab in jenen Jahren des Aufbruchs aber auch Männer mit seherischen Fähigkeiten. Sie hatten die Phantasie und den Weitblick, sich eine Zeit vorzustellen, in der andere und höhere Kriterien für die Produktion gelten, in der die Beschaffenheit der Erzeugnisse im Mittelpunkt steht, wenn es um die Erfüllung von Kundenforderungen geht. Ware im Überfluss und anspruchsvolle Käufer - dieses Szenario hatten sie vor Augen. Denn auf Dauer, davon waren sie überzeugt, würde die einseitige Orientierung an der Quantität nachhaltige Erfolge im Export verhindern.

Es waren vor allem Qualitätsfachleute, die diese Entwicklung mit Sorge, aber auch mit Entschlossenheit vorhersahen. Zwei von ihnen taten sich in Frankfurt zusammen und handelten: Friedrich Altenkirch, Abteilungsleiter Betriebstechnik im Rationalisierungs-Kuratorium der Wirtschaft (RKW), und Paul Malinka (DGQ-Ehrenmitglied seit 1972), Geschäftsführer des Ausschusses für wirtschaftliche Fertigung (AWF). Beide Organisationen konnten damals schon auf eine lange erfolgreiche Tätigkeit im Dienst der deutschen Wirtschaft zurückblicken.