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4. November 2015

Lebensmittelindustrie: Kommunikation zwischen Industrie und Verbrauchern muss sich verbessern

Negativschlagzeilen sind in der Lebensmittelindustrie längst an der Tagesordnung. Die Sorge der Verbraucher steigt. Umso wichtiger ist es, mittels international gültiger Lebensmittelstandards Transparenz zu schaffen und die Kommunikation zwischen Industrie und Verbrauchern zu verbessern. Wie das gelingt, berichten die DGQ-Trainer Jutta Kantelberg, Martin Seitz und Dr. Sylvia Wegner-Hambloch im Interview mit DGQ-Produktmanager Oliver Schneider.

Q: Bei der Kommunikation zwischen Industrie und Konsument zeigen sich häufig Defizite. So ist oft nicht klar ersichtlich, welche Zutaten und Stoffe ein Produkt beinhaltet. Woran liegt das, wie kann man das verbessern?

Jutta Kantelberg: Die Lebensmittelwirtschaft hat erkannt, dass sie darüber aufklären muss, wie Lebensmittel hergestellt, verarbeitet und kontrolliert werden, bevor sie in den deutschen Handel gelangen. Das geschieht zum Teil schon über seriöse Informationen der Lebensmittelwirtschaft, der Verbraucherorganisationen, der Behörden oder in den Schulen. Der Verbraucher muss sich selbst kümmern, welche Medien ihm seriöse Informationen vermitteln.

Martin Seitz: Die Lebensmittelwirtschaft muss aber auch selbst etwas unternehmen, damit sich all ihre Schlüsselpersonen, wie Führungskräfte aus dem Qualitätsmanagement, Hygienebeauftragte oder Produktionsleiter, mit den Forderungen von Behörden und Gesellschaft auskennen.

Dr. Sylvia Wegner-Hambloch: Vor diesem Hintergrund hat die DGQ Trainings für die Lebensmittelindustrie zum Thema Lebensmittelsicherheit entwickelt. Ziel ist es, das Vertrauen der Konsumenten in diese Schlüsselbranche zu stärken. Die Trainings basieren auf der Food Safety System Certification 22000 (FSSC 22000) – einem weltweit gültigen ISO-basierten Normenregelwerk für die gesamte Lebensmittelkette.

Martin Seitz: Dieses Trainingsprogramm für die Lebensmittelwirtschaft vermittelt umfassende Kenntnisse zum Thema Lebensmittelsicherheit. Mit Lebensmittelwirtschaft ist dabei nicht nur die Lebensmittel herstellende Industrie gemeint, sondern auch die, die Produkte für den Lebensmittelhersteller bereitstellt, wie z. B. Verpackungen. Denn alle diese Unternehmen müssen neben grundlegenden Sicherheits- und Hygieneanforderungen eine Vielzahl an Qualitätsanforderungen verschiedener Interessengruppen erfüllen. Interessensgruppen sind neben den Behörden auch der Verbraucher oder aber der Lebensmittelhandel. Je nach Aufgabengebiet und Branche bietet die DGQ verschiedene zielgruppengenaue Angebote, die auf der Food Safety System Certification 22000 (FSSC 22000) basieren.

Q: Welchen Personenkreis sprechen Sie mit den Trainings an?

Jutta Kantelberg: Angesprochen sind Mitarbeiter aus der Lebensmittelindustrie, Fach- und Führungskräfte aus Qualitätsmanagement und -sicherung, Beauftragte für Managementsysteme, Hygienebeauftragte, HACCP-Beauftrage, Betriebs-, Produktions-, oder Werksleiter, Mitarbeiter im Vertrieb, Einkauf oder Kundenservice. In erster Linie handelt es sich um Vertreter von Unternehmen aus den Bereichen der Lebensmittelerzeugung sowie Hersteller von Verpackungen für die Lebensmittelindustrie und Handel.

Q: Welche Inhalte vermitteln Sie in ihren Trainings?

Jutta Kantelberg: Das Seminar „Lebensmittelsicherheit mit FSSC 22000 – Grundlagen“ vermittelt einen Überblick über den Zweck und die Anforderungen von ISO 22000. Je nachdem, ob die Teilnehmer aus der Lebensmittelproduktion und -weiterverarbeitung oder der Herstellung von Lebensmittelverpackung kommen, können sie im Anschluss ein geeignetes Vertiefungsmodul wählen.

Dr. Sylvia Wegner-Hambloch: Das Modul „Lebensmittelsicherheit mit FSSC 22000 – Produktion“ geht speziell auf die normativen Anforderungen von ISO/TS 22002-1 an die Lebensmittelproduktion ein. Die Produktionsprozesse innerhalb der Lebensmittelkette stehen dabei im Fokus. Kompakt und praxisnah lernen die Teilnehmer Methoden und Werkzeuge kennen, um diese Anforderungen umsetzen zu können. Durch Praxisbeispiele und Gruppenarbeiten vertiefen sie ihr Wissen.

Martin Seitz: Im Vertiefungsseminar „Lebensmittelsicherheit mit FSSC 22000 – Herstellung von Verpackungen“ stehen die normativen Anforderungen an die Herstellung von Lebensmittelverpackung im Fokus. Nach diesem Training können die Teilnehmer Gefahren identifizieren und minimieren, die sich durch Arbeitsumgebung, Material etc. ergeben. Durch Praxisbeispiele und Gruppenarbeiten vertiefen sie ihr Wissen.

Dr. Sylvia Wegner-Hambloch: Im Anschluss an die beiden Trainings haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich zum DGQ-FSSC 22000 Lebensmittelsicherheitsbeauftragten Verpackung oder Produktion zertifizieren zu lassen.

Q: Welchen Nutzen oder Gewinn nehmen die Teilnehmer aus den Trainings mit?

Jutta Kantelberg: Alle Seminare „Lebensmittelsicherheit mit FSSC 22000“ oder aber auch „International Featured Standard Food“ vermitteln einen Überblick über den Zweck und die Anforderungen eines Lebensmittelsicherheitsmanagementsystems. Alle Teilnehmer schließen das Seminar gut informiert ab. Sie wissen was Lebensmittelsicherheit bedeutet, wie sie im Unternehmen umgesetzt wird, kennen Methoden und Werkzeuge, die die Kommunikation mit Verbrauchern, Behörden oder dem Handel verbessert.

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