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Nachhaltiges Wirtschaften über die Firmengrenze hinaus
Nachhaltiges Wirtschaften ist ein zukunftsweisender und zugleich anspruchsvoller Weg zahlreicher Unternehmen. Wie auf diesem Weg soziale, ökologische und ökonomische Belange unter einen Hut zu bekommen sind, lässt sich derzeit am Beispiel der Versorgungsbranche besonders deutlich beobachten. In kaum einem anderen Bereich rückt die Notwendigkeit eines umfassenden Netzwerkes und den damit verbundenen Grenzüberschreitungen nachvollziehbarer in den Vordergrund. Denn viele Unternehmen haben erkannt, dass Nachhaltigkeit kaum mit der Konzentration auf das eigene Produkt, die eigene Dienstleistung sowie das eigene Unternehmen langfristig zu praktizieren ist. Vielmehr wächst die Einsicht, aus gesellschaftlicher Sicht zu denken und zu handeln und damit die Grenzen des eigenen Unternehmens zu überschreiten. Aussagekräftige Beispiele sind die Veolia Wasser GmbH aus Leipzig und das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie.
Die Veolia Wasser GmbH übernimmt auf dem Gebiet der Wasserwirtschaft Dienstleistungen für Kommunen und Industrie. Gemeinsam mit Studenten der Handelshochschule Leipzig hat die Firma untersucht, wie Nachhaltigkeit innerhalb einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen einer Kommune und einem privaten Umweltdienstleister messbar gemacht werden kann. Auf Basis dieser Ergebnisse haben die beiden Partner Nachhaltigkeitsindikatoren gewichtet und einen städtischen Nachhaltigkeitsindex erstellt. Das führte unter anderem zur Entwicklung eines EDV-Tools, mit dessen Hilfe eine Kommune Messungen in Fragen von Nachhaltigkeit durchführen kann. Die Umweltdienstleister haben hier weit über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus gedacht und den Fokus auf die langfristige Zukunftssicherung beim Kunden gelegt – den Kommunen.
Ein repräsentativer Großversuch zur Verbesserung der Energieeffizienz und der Netzqualität bildet das Herzstück eines jetzt ausgezeichneten Mannheimer Modellprojekts. Zustande gekommen ist es unter Federführung des Mannheimer Energieunternehmens MVV Energie. Darin können die Verbraucher Menge, Preis und Herkunft ihrer Energie nach eigenem Ermessen wählen und somit durch ihr Verhalten den Energiemarkt unmittelbar beeinflussen. Echtzeit-Informationen zum eigenen Energieverbrauch helfen dem Kunden gleichzeitig, seinen individuellen Beitrag zu mehr Energieeffizienz zu leisten. In diesem Projekt haben sich verschiedene Unternehmen zum Konsortium zusammengeschlossen, um räumliche, hochinvestive Infrastrukturen mithilfe technischer Innovationen neu zu definieren.
Die Beispiele veranschaulichen, dass Raum, Zeit und unternehmerische Kompetenz zu grenzüberschreitenden Netzwerken mit Hochschulen, Ministerien, Unternehmenspartnern und Kunden einladen. Darüber hinaus belegen sie, dass die beteiligten Partner durch öffentliche Versorgungsleistungen für die Gesellschaft zur Umweltsicherung und gleichermaßen zur langfristigen Wirtschaftlichkeit der Unternehmen alle am selben Strick ziehen.
Die Ressourcen für solche zukunftsweisenden Projekte werden heute investiert. Die Beteiligten sind sich jedoch darüber im Klaren, dass sie die Ernte daraus nicht bereits zum nächsten Quartalsbericht einfahren. Vielmehr ist ihnen bewusst, dass die Umsetzung einer Strategie des nachhaltigen Wirtschaftens langen Atem und Konsequenz erfordert.
Grenzüberschreitend beim Thema „gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen und nachhaltiges Wirtschaften“ wirkt in diesem Sinn auch die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ). Zu ihrem Lehrgang „CSR- und Nachhaltigkeitsmanagement“ ist sie mit der Quality Austria eine Kooperation eingegangen. Die Österreicher setzen seit einigen Jahren ein Bildungskonzept mit hohem Wissens- und Erfahrungsaustausch um, das einen praxisbezogenen Einstieg in die Thematik gewährleistet. Grenzüberschreitungen und Netzwerkbildung werden dort allen Branchen und Unternehmensgrößen ermöglicht.
Interessenten können die Lehrgangsreihen für 2009 in Linz und Wien direkt bei der DGQ Weiterbildung GmbH buchen. Weitere Informationen zu den Inhalten gibt dort Dipl.-Ing. Claudia Nauta, Tel. 069/ 95424-209, E-Mail: nc@dgq.de.
Ausführliche Beschreibung, Termine und Ortsangaben zu den Veranstaltungen finden Interessenten unter: Mit Prozessmanagement zur Nachhaltigkeit