Archiv unserer Meldungen 2008

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Januar 2011


Studie: Deutschland als innovativster Standort Europas

Gutes Zeugnis für den Wirtschaftsstandort Deutschland: Kein anderes Land in Europa wird von internationalen Unternehmen als derart innovativ eingeschätzt wie die Bundesrepublik. Doch in der globalen Perspektive haben andere Länder eindeutig die Nase vorn.

Aus Sicht international tätiger Unternehmen ist Deutschland der mit Abstand innovativste Standort in Europa. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, über die die WELT ONLINE in ihrer Ausgabe vom 2.Juni 2008 berichtet. Bei der Befragung von gut 1000 Unternehmen kommt Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz drei – hinter den USA und China, aber vor Japan und Indien. Andere europäische Standorte folgen erst weit abgeschlagen.

Trotz der guten Platzierung trauen die Befragten dem Standort Deutschland allerdings nicht zu, Heimat für die „Googles“ und „Microsofts“ der Zukunft zu sein – also für Unternehmen, die es schaffen, sich innerhalb kürzester Zeit als Weltmarktführer im Software- und Hochtechnologie-Bereich zu etablieren. „Man traut den Deutschen den nötigen Unternehmergeist nicht zu“, begründet Studienleiter Peter Englisch dieses Ergebnis und verweist auf Beispiele wie den MP3-Spieler, den Walkman, das Faxgerät, die CD oder den Videorekorder. Die wurden zwar allesamt in Deutschland entwickelt, aber erst die japanische oder die US-amerikanische Industrie haben es verstanden, daraus auch ein Geschäft zu machen. „Das könnte den Deutschen noch öfter passieren. Denn wir haben zwar Erfinder, aber zu wenige Unternehmer“, so der Ernst.&.Young-Experte.

Tatsächlich werden hierzulande nach Untersuchungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) gerade einmal fünf Prozent aller Erfindungen auch wirtschaftlich verwertet. „In Deutschland fehlt es an einer Kultur des Unternehmertums, die auch eine Kultur des möglichen Scheiterns einschließt“, so Englisch. In Amerika und auch in Asien sei das anders. Deshalb seien Länder wie China und Indien nicht mehr nur gefragte Produktions-, sondern auch Innovationsstandorte. „China etwa entwickelt sich rasant vom Ideenklauer zum Ideenentwickler“, konstatiert Englisch.

Dass Deutschland im Innovationsranking dennoch weit oben rangiert, liegt an klassischen Industrien wie dem Maschinen-, Anlage- und Automobilbau. „In diesen Bereichen hat Deutschland noch immer einen Vorsprung beim Technologie- und Fertigungs-Know-how“, heißt es in der Studie. Damit dies auch so bleibe, müsse der Standort Deutschland aber noch innovationsfreundlicher werden. So wünschen sich die befragten Manager etwa eine stärkere Forschungsförderung mit steuerlichen Anreizen für innovative Unternehmen und die Förderung von Risikokapital. Besondere Bedeutung wird aber auch den Universitäten zugemessen. „Wir brauchen eine noch intensivere Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“, fordert Englisch. So hätten Deutschlands Universitäten weltweit einen guten Ruf. Von 1997 bis 2006 hat sich die Zahl der ausländischen Studierenden auf knapp 200.000 verdoppelt – mehr gibt es nur in den USA und in Großbritannien. „Diese jungen Talente müssen aber auch an die heimische Industrie gebunden werden“, moniert Englisch.

Zum Thema Innovation meldet sich die Deutsche Gesellschaft für Qualität (DGQ). Mit ihrem neuen Lehrgang Innovationsmanagement will sie zu einem neuen Berufsbild beitragen, das künftig in den Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielt: dem Innovationsmanager. Zur Veranstaltung am 15. September 2008 in Brühl bei Köln treffen sich vor allem Fach- und Führungskräfte der Wirtschaft, deren Hauptaufgaben in der Unternehmensentwicklung liegen. Weitere Informationen finden Sie im Internet.