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Mai 2012


Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001:
Kosten sparen, Liquidität steigern, Marktanteil stabilisieren

Vor dem Hintergrund steigender Energiekosten steht das Thema Energieeffizienz vor allem in stromintensiven Industrien weit oben auf der Agenda. Nachhaltiges Wirtschaften auf der Grundlage zertifizierter Managementsysteme führt in Unternehmen zu besseren Umweltbilanzen, aber auch zu spürbaren betriebswirtschaftlichen Vorteilen, etwa durch Kostensenkung, Liquiditätssteigerung oder Stabilisierung von Marktanteilen. Ziel des aktuellen DGQ-DIN-DQS-Forums „Energiemanagement nach ISO 50001“ war es nach Worten von DGQ-Moderatorin Claudia Nauta, den 100 Teilnehmern Anregungen zu geben, um ihre energetische Unternehmenssituation zu verbessern, die gesetzlichen Anforderungen zu beachten und damit ihre Energiekosten zu reduzieren. Experten schilderten zu diesem Zweck die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem, zeigten die energiepolitischen Hintergründe auf und stellten ein Praxisbeispiel vor.

DIN EN ISO 50001 beinhaltet das Aufsetzen eines Energieplanungsprozesses, das Auflisten von Energiezielen und Aktionsplänen, das detaillierte Erfassen der Energieströme im Unternehmen sowie geeignete Überwachungsmechanismen als Basis einer verbesserten energiebezogenen Leistung. Normkonformes Energiemanagement bedeutet Christoph Graser zufolge eine systematische Identifikation und Hebung von Potenzialen in den Fertigungsprozessen, der Produktinnovation und in den Verhaltensweisen. „Eine Energy Performance beinhaltet messbare Ergebnisse bezüglich Energieeffizienz, Energieeinsatz und Energieverbrauch“, so der Fachmann aus dem Energy Sector der Siemens Fossil Power Generation Division. Liegen solche Kennzahlen vor, kann ein Unternehmen Audits wesentlich besser nutzen. „Das Energie-Audit geht intensiv auf die quantitativen Merkmale der Norm ein und hat mehr Potenzial, als nur der Zertifizierung zu genügen“, meinte Tarik Beganovic, Produktmanager Energiemanagement der DQS GmbH. Sven-Joachim Otto wies jedoch darauf hin, dass bezüglich der Energiewende in Deutschland die Unternehmen unter Zugzwang ständen. „Es ändert sich etwas, weil der Gesetzgeber jetzt ernst macht“, sagte der Partner von PricewaterhouseCoopers AG, Düsseldorf. So verfolge die Bundesregierung die energiepolitischen Ziele der EU zwar als „ehrgeiziger Musterschüler“ mit einem Energiekonzept, dem Energiewendepaket, dem 2. Nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). In der Unternehmensrealität gehe es jedoch um Einsparpotenziale. „Als Chef werden Sie dafür bezahlt, Energiekosten einzusparen, nicht aber Energie“, sagte der Jurist und verwies auf erhebliche Einsparpotenziale über eine EEG-Umlagereduzierung.

Laut Stefan Krakowka, Referatsleiter im Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), hat der Gesetzgeber bezüglich der Besonderen Ausgleichsregelung nach §§ 40 ff. EEG inzwischen Änderungen bei den Einstiegsgrößen bei Stromkosten vorgenommen, so dass künftig mit einem besonders hohen Antragseingang auch von KMU zu rechnen sei. Wichtig bei der Antragstellung seien komplette Pflichtunterlagen, etwa mit Stromrechnungen, Stromlieferverträgen und WP-Bescheinigung. Als künftige Zertifizierungsanforderung seien dann nur noch Managementsysteme nach EMAS und ISO 50001 nutzbar.

Dass sich Energiemanagement lohnt, belegt die Bayer MaterialScience AG. Felix Hanisch zufolge ist die Implementierung und Zertifizierung von Energiemanagement in ein integriertes Managementsystem gelungen. Damit verzeichnet das Unternehmen bisher eine knapp zehnprozentige Energieeffizienzsteigerung. Die Einsparungen betrugen 170.000 Tonnen CO2, 585.000 Megawattstunden und 35 Millionen Euro. Das Projekt wurde mit der Vorgabe bewilligt, dass es sich selbst trägt und zu von unabhängigen Begutachtern bestätigten Einsparungen führt, so der Prozessleittechniker aus dem Integrated Global Management System. Ein weiteres Energiemanagement-Forum ist für den 25. September in Berlin geplant. Weitere Infos und Anmeldung unter: https://de.dqs-ul.com/index.php?id=6326