Werkzeug- und Formenbau: Produkte müssen preiswert sein, nicht billig
Neuer FQS-Band nennt Ergebnisse der Lebenszyklusbetrachtung
Produkte sollten preiswert sein, nicht billig. Das gilt insbesondere für die Branche Werkzeug- und Formenbau. Qualitativ hochwertige Werkzeuge kosten in der Anschaffung zwar mehr, sind dafür aber langfristig und nachhaltig den Billigangeboten deutlich überlegen. Allerdings müssen dem Kunden schon im Angebot die Produktvorteile aus einer höheren Qualität transparent sein.
Jetzt liegen Lösungsansätze für die im Lebenszyklus einer Maschine entstehenden Kosten vor. Denn das Institut für Integrierte Produktion Hannover gGmbH (IPH) hat sie im Rahmen eines Projektes der Forschungsgemeinschaft Qualität e.V. (FQS) gemeinsam mit mehreren Unternehmen aus der Branche erarbeitet: „Entwicklung einer Methode zur Verknüpfung von Angebotskalkulation und Lebenszykluskostenrechnung für Erzeugnisse des Werkzeug- und Formenbaus (LCC)“. Damit ist es möglich, Werkzeugkosten aus allen Lebensphasen zu ermitteln, zu verarbeiten und zu optimieren. Relevante Kostenbestandteile werden identifiziert und deren Wechselwirkungen mit Qualitätsmerkmalen untersucht.
Kern dieser Methode ist die Verknüpfung von Daten aus verschiedenen Phasen und Quellen im Lebenszyklus von Werkzeugen und Formen. Ziel ist es, lebenszykluskostenrelevante Informationen zu generieren. In Form von Kennzahlen werden die Informationen verdichtet und anhand grafischer Darstellungen verdeutlicht. Die Methode ermöglicht es, die Lebenszykluskosten, ihre Struktur und Kostentreiber werkzeugbezogen zu ermitteln und so Optimierungspotenziale aufzuzeigen. Die Methode ist für unterschiedliche Werkzeugtypen anwendbar, da eine Strukturierung des Werkzeuges bis auf Komponentenebene möglich ist. Die ermittelten Kostenstrukturen für das Gesamtwerkzeug fließen in die Angebotskalkulation ein. Und zwar als Anhaltspunkte für die zu erwartenden Lebenszykluskosten des Neuwerkzeuges.
Mitarbeiter aus Unternehmen des Werkzeug- und Formenbaus sowie der Teilefertigung erhalten mit dieser Methode in Verbindung mit dem prototypischen Demonstrator LCC-Calc ein wirksames und leistungsfähiges Instrument zur Erfassung und Analyse der Lebenszykluskosten sowie der dazugehörigen Verursacher. „Daraus resultiert eine erhöhte Kostentransparenz und gleichzeitig eine Basis für gezielte Maßnahmen zur nachhaltigen Kostensenkung“, sagt DFQ-Geschäftsführer Dr. Konstantin Petridis.
Wichtiger Nebeneffekt des Methodeneinsatzes sei die Sensibilisierung sowohl des Werkzeugbauunternehmens als auch des Werkzeugnutzers für eine lebenszyklusorientierte Kostenwahrnehmung und die Bedeutung des Faktors Qualität.
Der vorliegende Leitfaden führt in die Problematik der Lebenszyklusbetrachtung im Werkzeug- und Formenbau ein, stellt die wesentlichen Ergebnisse des Forschungsprojektes dar und gibt Hinweise zur Installation und Anwendung des prototypischen Demonstrators LCC Calc, der dem FQS-DGQ-Band auf CD-ROM beiliegt.
FQS-DGQ-Band 84-06, LCC – Leitfaden zur Verknüpfung von Angebotskalkulation und Lebenszykluskostenrechnung für Erzeugnisse des Werkzeug- und Formenbaus, 1. Auflage 2006, A4, inkl. CD-ROM, 99 Euro (inkl. 7% MWSt), Bestell-Nr. 08406 (DGQ- und FQS-Mitglieder erhalten 10% Rabatt)