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Juli 2006


In welcher Liga spielt Ihr Unternehmen?
Die EFQM Levels of Excellence messen Leistungsbänder von Organisationen

Mehr als 80 Organisationen aus Deutschland haben die erste Stufe der EFQM Levels of Excellence erreicht, das Committed to Excellence. Seit 2006 ist bei der DGQ auch die direkte Bewerbung für die zweite Stufe, das Recognised for Excellence möglich, erste Assessments finden bereits statt. Abb. 1 zeigt die Positionierung der EFQM Levels of Excellence im Kontext mit Ludwig-Erhard-Preis und den Qualitätspreisen der Bundesländer.


Abb. 1: EFQM Levels of Excellence im Kontext mit Ludwig-Erhard-Preis
und Qualitätspreisen der Bundesländer

Mit einer überarbeiteten Konzeption für das Recognised greift die EFQM nun auf ihre Erfahrungen mit dem Programm zurück und geht die Anforderungen zukünftiger Bewerber ein.

Zwei Erweiterungen sind dabei wesentlich. Zum einen bieten EFQM und DGQ eine neue Herangehensweise beim Assessment. Zum anderen differenziert von nun an das Recognised in drei unterschiedliche Reifegradstufen.

Aufwand reduzieren, Lernergebnis optimieren - Neues Assessmentverfahren für das Recognised for Excellence

Bisher verlief das Assessment, die Bewertung, für das Recognised for Excellence (R4E) ganz ähnlich wie bei EEA (EFQM Excellence Award, früher EQA). Bewerber haben eine Dokumentation erstellt, im Unterschied zu den Wettbeweben EEA oder LEP allerdings kürzer und auf so genannten Standardformularen. Dann hat eine Assessorenteam Einzel- und Konsensbewertung angefertigt, anschließend einen Vor-Ort-Besuch durchgeführt und dann abschließend über das Überschreiten der erforderlichen Punktzahl befunden und einen Stärken-Schwächen-Bericht verfasst. Diese Möglichkeit der Bewertung wird von der EFQM weiterhin aufrechterhalten, zusätzlich wird aber ein viel stärker interaktives Verfahren offeriert.

Das neue Verfahren sieht vor, dass die Bewerberorganisation und das Assessorenteam einen gemeinsamen Bewertungsworkshop durchführen. Der muss natürlich in der Organisation gut vorbereitet sein. Dabei können die Assessoren helfen, vorhandene Daten und Informationen so zu ordnen und zu strukturieren, dass für das Assessment keine zusätzliche Bewerbungsdokumentation mehr erstellt werden muss. Das verringert zum einen den Aufwand, hilft aber auch dabei, die zentralen Informationen zu identifizieren und nachhaltig so zu strukturieren, dass dadurch ein anhaltenden Nutzen für Transparenz und Entscheidungsfindung im Führungsteam und für die Mitarbeiter entsteht.

Das gemeinsame Assessment ist in hohem Maße lernintensiv für den Bewerber. Fragen, Interpretationen und Bewertungen der externen Assessoren lassen das Führungsteam die externe Sichtweise unmittelbar erleben; das Zustandekommen der Fremdbewertung ist in hohem Maße transparent und das Ergebnis so besonders ergiebig.

Leistungsbänder definieren -  Differenzierung in drei Anerkennungsstufen beim R4E

Bisher erfolgte die Anerkennung des Recognised for Excellence (R4E), wenn das Assessorenteam das Überschreiten von 400 Punkten nach der RADAR-Bewertungsmethodik (Informationen zu RADAR unter www.ilep.de) festgestellt hat. Allerdings bestand so immer eine recht große Lücke zwischen Committed und Recognised; für viele Absolventen der ersten Stufe konnte das 2-3 Jahre bis zum nächsten Meilenstein bedeuten.

Nun hat die EFQM die Stufe R4E unterteilt und somit im Spektrum erweitert (s. Abb. 1). Es gibt jetzt ab 300, ab 400 und ab 500 Punkten die Möglichkeit der Anerkennung, wobei die erreichte Teilstufe durch Sterne symbolisiert wird (3*, 4* oder 5*, s. Abb. 2).

 
Abb. 2: Symbol für das Recognised for Excellence
(3 Sterne bedeutet hier: mehr als 300 Punkte erreicht)

Durch diese Feinteilung der Levels of Excellence wird des Aspekt der „Leistungsbänder“ betont. Leistungsbänder beschreiben den Reifegradbereich, in dem sich ein Unternehmen oder eine Organisationseinheit bewegt. Selten herrscht in komplexen Organisationen ein homogener Reifegrad. Es gibt vielleicht exzellente Teilbereiche, daneben aber auch Bereiche, die noch eine geringere organisatorische Reife aufweisen. Das Bestreben, ein homogenes Reifegradniveau zu erzielen darf nicht dazu führen, dass zwar die weniger reifen Bereiche aufholen, dabei aber das Niveau der Vorreiter nivelliert wird. Gerade hier können die Levels of Excellence eine Meilensteinstruktur schaffen, in der der Reifegrad zielgerichtet und in individuellen Schritten und Fristen angehoben wird. Die neue Unterteilung des Level Recognised hilft bei diesem Anliegen.

Informationen zu den Levels of Excellence erhalten Sie von
Benedikt Sommerhoff, DGQ,
(069) 95424-112
bs@dgq.de

Informationen zum Ludwig-Erhard-Preis erhalten Sie von
Dr. André Moll, Initiative Ludwig-Erhard-Preis,
(069) 95424-168
am@ilep.de