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Juli 2006


Regionalkreis Elbe-Weser

Wissensmanagement schafft Mehrwert

Seit nunmehr zehn Jahren hält der DGQ-Regionalkreis in der Flächenregion zwischen Elbe und Weser die Qualitätsflagge hoch. „Das waren bisher etwa 40 Veranstaltungen mit insgesamt mehr als 800 Teilnehmern“, freute sich Regionalkreis-Leiter Detlef Geils. Normalerweise arbeitet der Kreis eher im Hintergrund, wenig spektakulär. Dafür ist das individuelle Engagement von Geils und seinen Qualitätern um so höher einzuschätzen, denn aufgrund der räumlichen Weite legen die Teilnehmer oft viele Kilometer zu den Treffen zurück. So hat sich über die Jahre ein Kreis gebildet, der sich die Qualität erfolgreich auf die Fahne geschrieben hat.

Anlässlich seines 10-jährigen Bestehens hatte Geils am 22. Juni 2006 bei der Rheinmetall Defence Electronics GmbH (RDE) in Bremen eine Tagung zum Thema Wissensmanagement organisiert. Experten bezeichnen die Organisation von Wissen inzwischen als eine der wesentlichen Facetten von Qualitätsmanagement. Da für zahlreiche Unternehmen die Bedeutung von Wissensmanagement in der Praxis nicht immer ganz verständlich ist, hatte Geils dieses Thema als Mittelpunkt der Tagung gewählt. Denn der richtige Umgang damit entscheidet oft über den Firmenerfolg. Für DGQ-Vizepräsident Prof. Dr. Herbert Schnauber war es keine Frage, ob Konzern, Mittelständler oder Handwerksbetrieb - Hauptsache das Firmenwissen wird mit Bezug auf die Entwicklung neuer Strategien, Organisationsformen oder Produkte zielgerecht eingesetzt. „Wer nur das Nötigste tut, bleibt auf der Strecke“, warnte Schnauber.

Allerdings erfordert der richtige Umgang mit Wissen - insbesondere in einem wehrtechnischen Unternehmen wie RDE - einen hohen Grad an Sensibilität. So bezeichnete Hermann Hattermann, QM-Leiter bei RDE, das Unternehmen als einen „Integrator für Netzwerk orientierte Systeme“. Wissensmanagement bilde die entscheidende Basis dazu. Deshalb ist für Wilfried Schansker eines klar: „Jeder muss wissen, wo und wie er die für ihn wichtigen Informationen findet“. Für den Mann aus dem RDE-Qualitätsmanagement System ist dies eine Form von Wissensmanagement.

„Wissen ist zwar wunderbar, aber Kompetenz muss hinzukommen“, meinte Ulf Lassen. Für den Berater für Fondsgesellschaften, Bankhäuser und Unternehmen aus Pinneberg dient Wissensmanagement als Ansatz zur Risikominimierung und kann somit als Innovationsmotor wirken. In Bezug auf Basel II liegen die Vorteile eines aktiven Wissensmanagement nicht nur für das anwendende Unternehmen auf der Hand, sondern sie sind auch für die Kreditgeber von großem Interesse. Insgesamt soll Basel II die Kreditwirtschaft für Geber und Nehmer positiv regulieren. Zu diesem Zweck soll ein Rating „aus der Kunst der Bonitätsanalyse eine intersubjektiv nachvollziehbare Wissenschaft“ machen, so sein Fazit.

Wissen hat immer einen Wert, der für unterschiedliche Partner unterschiedlichen Nutzen haben kann. „Ich kann viel wissen“, sagte Tim Linde, Leiter der Geschäftsstelle Hamburg der Reinisch AG, „aber Wert hat es erst, wenn ich es nutzbringend in das Unternehmen einbringe“. Insofern ist Wissen das intellektuelle Kapital eines Unternehmens. Dazu gehört das Humankapital mit dem Wissen der einzelnen Köpfe, das Strukturkapital mit dem Wissen um die Prozesse und Systeme sowie das Beziehungskapital mit dem Wissen um Kunden, Partner und Lieferanten. Verlagert etwa ein Unternehmen seinen Standort ins Ausland, so kann das zu existentiellen Problemen führen, etwa wie die Mitarbeiter am neuen Standort vom bisherigen Wissen profitieren könnten. Die Kosten für den Aufbau eines neuen Wissensmanagements trügen in den meisten Fällen nicht zur Wertschöpfung bei. Linde empfahl deshalb, Wissen dort abrufbar zu machen, wo es gebraucht wird.

Das Projekt Wissensmanagement hat heute bei der RDE eine Entwicklung von der Intranet-Einführung über Informations- und Dokumentenmanagement bis zur vernetzten Wissensspeicherung hinter sich. In der Unternehmenspraxis existieren Wissensinseln, die nach Kompetenzstellen differenziert sind. Darin unterstützt ein Wissensmanagement-System den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, erläuterte Torben Koch von der gastgebenden RDE-IT-Systemtechnik. Erst das führt zum Mehrwert durch Wissensmanagement. Den angestrebten Weg zu einem künftigen Wissensnetzwerk sieht Koch in der Kombination aus Wissensvernetzung, -transparenz und -generierung.

Leiter des Regionalkreises: Dipl.-Ing. (FH) Detlef Geils, Rheinmetall Defence Electronics GmbH, Qualitätsmanagement Flugsysteme, Brüggeweg 54, 28309 Bremen, Tel. 0421 457-4633