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Juli 2006


Gemeinsam stark
Neuer Leitfaden zur Qualitätsentwicklung: Warum Weiterbildungsanbieter von der Kooperation mit der Konkurrenz profitieren

Im hart umkämpften Markt der Weiterbildungsbranche müssen Anbieter mehr denn je auf Qualität setzen. Kooperation heißt hier das Zauberwort: Um den verschärften Bedingungen zu trotzen, haben sich in Hamburg erstmals 23 Bildungseinrichtungen zusammengefunden, um gemeinsam an einer kontinuierlichen Qualitätsentwicklung zu arbeiten. Das Ergebnis dieser einmaligen Zusammenarbeit unter der Leitung des Vereins Weiterbildung Hamburg e.V. liegt jetzt mit dem Bericht "Qualität in Kooperation - Erfahrungen und Empfehlungen aus dem Projekt Flexible Qualitätsentwicklung" vor. Weiterbildung Hamburg e.V. ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss von rund 200 Bildungseinrichtungen der Metropolregion Hamburg. Die Autorin des Berichts, zugleich Leiterin des Projekts, Bettina Kaßbaum, liefert konkrete Handlungsansätze und praktische Hilfestellung. "Die Kooperation mit der Konkurrenz verschafft den Weiterbildungseinrichtungen entscheidende Vorteile. Sie kann allerdings nur dann effektiv sein, wenn die Organisationen Konkurrenzängste überwinden und verbindliche Vereinbarungen treffen", erklärt Kaßbaum.

Flexibilität und Benchmarking
Der Bericht fasst wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis zusammen: Auf Basis des international anerkannten Qualitätsmodells der European Foundation for Quality Management (EFQM) steht eine schrittweise Qualitätsentwicklung im Mittelpunkt. Diese räumt den Bildungsanbietern Flexibilität und Spielräume bei der Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen ein: Je nach personellen und finanziellen Ressourcen bestimmen die Unternehmen selbst, welche Bereiche sie wann und wie weiterentwickeln wollen. Grundlegende Voraussetzung für den Fortschritt ist die systematische Selbstbewertung der Einrichtungen. Mit Hilfe eines spezifizierten Fragekatalogs können Stärken und Schwächen in neun Qualitätsbereichen, wie Prozess- und Strategiemanagement, Personalwesen oder Kundenzufriedenheit, ermittelt werden. Der anschließende Vergleich mit anderen Weiterbildungsanbietern gibt Auskunft über das Standing der eigenen Organisation. Der Vorteil des brancheninternen Benchmarking: Problemlagen und Lösungsansätze sind leichter vergleichbar. Durch ein anonymisiertes Verfahren müssen vertrauliche Informationen nicht gegenüber Wettbewerbern offen gelegt werden. Anhand der Selbstanalyse entwickeln die Einrichtungen einen Aktionsplan - und gelangen Schritt für Schritt zu mehr Qualität.

Kooperation mit der Konkurrenz
Über das Benchmarking hinaus können Bildungsanbieter im Rahmen einer Kooperationsbörse Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele austauschen und sich zu konkreten Kooperationsprojekten zusammenschließen. Im Hamburger Projekt entwickelten die Einrichtungen beispielsweise Qualitätsinstrumente für einen verbesserten Kundenkontakt und ein gezieltes Bildungsmarketing. Die Partner profitierten dabei von zahlreichen Synergieeffekten. Besonders in Zeiten knapper Budgets hilft die Zusammenarbeit, Aufgaben des Qualitätsmanagements arbeitsteilig zu erledigen. "Die Unternehmenskooperation und wachsende Vernetzung können die Bildungsqualität nachhaltig steigern - regional, national und auch international", erklärt Kaßbaum.

Von Erfahrung profitieren: Servicepaket für Bildungsanbieter
Bildungsanbieter, die ihr Qualitätsmanagement in einem kooperativen Verfahren weiterentwickeln wollen, können den Bericht "Qualität in Kooperation" umgehend zu Rate ziehen. Zudem bietet Weiterbildung Hamburg e.V. künftig ein umfangreiches Servicepaket an: In Kombination mit den Selbstbewertungsinstrumenten haben Einrichtungen die Möglichkeit, unter begleitender Beratung die Datenbank mit den Vergleichswerten zu nutzen. Weitere Module ermöglichen die Teilnahme an der Kooperationsbörse und regelmäßigen Veranstaltungen zu Themen des Qualitätsmanagements.

Weitere Informationen:
Weiterbildung Hamburg e.V., Bettina Kaßbaum, Tel.: 040-280846-12,
E-Mail: kassbaum@weiterbildung-hamburg.de

"Qualität in Kooperation - Erfahrungen und Empfehlungen aus dem Projekt Flexible Qualitätsentwicklung" (Weiterbildung Hamburg e.V., 84 Seiten, EUR 25 inkl. Versand, ISBN 3-00-019080-3) von Bettina Kaßbaum. Die Autorin leitet bei Weiterbildung Hamburg e.V. das Projekt "Flexible Qualitätsentwicklung". Dieses wurde im Rahmen des Projekts "lernende metropolregion hamburg" durchgeführt, das wiederum Teil der groß angelegten Initiative "Lernende Regionen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ist. Bundesweit soll damit die Schaffung von Netzwerken für lebenslanges Lernen gefördert werden.