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Juli 2006


Vom Zertifikat zur Problemlösung
EOQ definiert künftige Handlungsfelder für Qualität

Während der ersten EOQ-Tagung im Juli 1957 in Paris sagte Gründungspräsident Walter Masing: "Die EOQ will ein Becken werden, in dem sich das Wissen aller auf diesem Gebiet Tätigen sammeln kann. Das Ziel ist dabei, die Qualitätsniveaus zu stabilisieren, die Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen." Damals stand Europa zwischen zwei gewaltigen Wirtschaftssystemen: dem Ostblock und den USA. Angesichts einer global aufgestellten Wirtschaft steht Europa heute im Wettbewerb mit den nord- und südamerikanischen Märkten sowie dem asiatischen Raum. "Deshalb muss die EOQ neue Konzepte entwickeln, um einen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen ihrer Mitgliedsorganisationen zu leisten", sagt Kaerkes. Unter seiner Präsidentschaft hat die EOQ sechs Kernaktivitäten hierzu entwickelt:

  1. Business Partnership,
  2. Innovation-Creativity-Breakthrough,
  3. Transformation,
  4. Sustainable Development and Corporate Social Responsibility,
  5. Information about Quality und
  6. das Kerngeschäft: Kompetenz-Nachweis auf der Basis eines harmonisierten Ausbildungsschemas.

Mit diesen neuen Aktivitäten will die EOQ nach 50jährigem Bestehen jetzt Strategien für die Zukunft des europäischen Marktes und der EOQ selbst entwickeln. Erste Ansätze dazu wurden während des EOQ-Kongresses Ende Mai in Antwerpen vorgestellt. Profitieren sollen davon sämtliche 37 Mitgliedsorganisationen in 34 Ländern Europas, deren Mitglieder wiederum etwa 70.000 Personen repräsentieren. Dazu gehört als einer der größten Partner auch die DGQ. Sie hat im Laufe der 50 Jahre stets ihre Erfahrungen in die EOQ eingebracht, nicht nur während der Gründungspräsidentschaft Masings und der Präsidentschaftszeiten von Horst Fuhr und Wolfgang Kaerkes. Über das Netzwerk der EOQ hatte die DGQ auch immer die Möglichkeit, zu hören und zu sehen, welche Themen gerade in anderen Ländern, anderen Organisationen auf der Agenda standen. Daraus hat sie stets eine Dynamisierung erfahren und gleichzeitig wesentliche Impulse als Katalysator zurückgegeben. Wesentliches Resultat aus dieser Zusammenarbeit ist die Erkenntnis, dass es langfristig nicht ausreicht, die Weiterbildung von Mitarbeitern als Schwerpunkt zu betreiben. "Vielmehr müssen die Qualitätsorganisationen ihren Kunden Komplettlösungen anbieten", fasst Kaerkes das Thema zusammen. "Dabei muss der Nutzen des Kunden, der sich an die EOQ oder eine ihrer Mitgliedsorganisationen wendet, klar im Mittelpunkt stehen." Neben dem Menschen beziehen Komplettlösungen auch die Systeme und Produkte ein. Mit Kreativität, Innovation und der Fähigkeit, sich permanent zu verändern, hat die EOQ diese neuen Aspekte innerhalb der letzten 18 Monate gezielt vorangetrieben. Zahlreiche EOQ-Mitgliedsorganisationen haben die neuen Themen inzwischen aufgegriffen und entwickeln in unterschiedlicher Tiefe und Geschwindigkeit entsprechende Produkte für ihre nationalen Märkte.

Ähnliche Dienste soll künftig auch die während des EOQ-Kongresses in Antwerpen gegründete "World Alliance for Quality" leisten. Neben den Erkenntnissen der EOQ sollen hier auch Anregungen einfließen von den nordamerikanischen Kollegen der American Society for Quality (ASQ), der Japanese Union for Scientists and Engineers (JUSE) und dem Asian Network for Quality (ANQ). Dahinter steht das Ziel, weltweit das Bewusstsein für Fragen der Qualität zu verbessern und es in Zusammenhang mit der Globalisierung zu stellen. Insgesamt hat die EOQ erkannt, dass es nicht die Organisationen sind, die in der Lage sind, sich aus sich selbst heraus zu verändern. Es sind immer die Menschen mit ihrer Fähigkeit, Innovationen voranzutreiben und die Unternehmen zu verändern.

Insofern ist die EOQ eine logisch nachvollziehbare Strecke gegangen. Zunächst hat sie den Schwerpunkt auf die Kompetenz von Menschen gelegt. Jetzt wendet sie sich an das strategische Management und bietet über ihre Kernaktivitäten Komplettlösungen an. Die DGQ hat diese Entwicklung immer maßgeblich beeinflusst. Wolfgang Kaerkes ist sich sicher, dass diese positive Entwicklung auch in der kommenden Präsidentschaft mit neuen Projekten erfolgt und somit eine kontinuierliche Entwicklung zum Nutzen der EOQ und ihrer Mitgliedsorganisationen darstellt. Hier setzt dann auch die DGQ an. Von den 50.000 bisher ausgestellten EOQ-Zertifikaten sind allein 32.000 in Deutschland über die DGQ ausgestellt. "Damit wollen wir nicht nur Kernkompetenz bestätigen, sondern auch den Menschen helfen, diese Kompetenz im Sinne von Problemlösungen in ihren Unternehmen anzuwenden", betont der DGQ-Geschäftsführer, indem er den Bogen vom Zertifikat zur Problemlösung spannt.