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Juli 2006


In the year 2025

Wer im Wettbewerb überlebt

Gute Hoffnungen für Autohersteller und Maschinen- und Anlagenbau

 „Only the fittest will survive.“ Das Darwinsche Motto gilt auch für die Unternehmenswelt: Nur die Besten können künftig den Wettbewerb in einer immer globaleren Welt bestehen. Gute Hoffnungen auf eine erfolgreiche Zukunft können sich in Deutschland vor allem Maschinen- und Anlagenbauer sowie Autohersteller machen, die seit Jahrzehnten einen legendären Ruf rund um den Globus genießen.

Diese Ansicht vertritt die überwiegende Mehrzahl der deutschen Top-Manager in einer exklusiven Umfrage des Handelsblatts, die am 16. Mai 2006 veröffentlicht wurde. Danach haben die Führungskräfte der deutschen Wirtschaft eine genaue Vorstellung von der Zukunft bis zum Jahr 2025 und blicken den kommenden zwei Jahrzehnten selbstbewusst entgegen.

Vor allem der Glaube an die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen nährt den Optimismus – im Gegensatz zu den Zweifeln an der Reformfähigkeit der deutschen Politik. Die deutschen Spitzenmanager hätten allen Grund, auf ihre Leistungskraft zu vertrauen, meint der Geschäftsführer einer international tätigen Unternehmensberatung: „Die deutschen Unternehmen verkünden reihenweise Rekordrenditen, die sich auf internationalem Niveau bewegen und sind Exportweltmeister.“

Ein Beispiel dafür findet sich in Herzogenaurach. Dort hat das deutsche Vorzeigeunternehmen Adidas seinen Firmensitz. Doch produziert wird dort schon seit langem nicht mehr. Adidas hat sich zum „virtuellen Unternehmen“ gewandelt, das seine Kernkompetenzen im Design, im Marketing und in der Markenpflege sieht. 2025 könnte dieses Modell von der Mehrzahl der deutschen Industrieunternehmen angewendet werden, prognostizieren die vom Handelsblatt befragten Spitzenmanager.

Immerhin vertritt ein Drittel der Befragten die Ansicht, die Globalisierung stehe gerade erst am Anfang. Eine Meinung, die vor allem die Lenker kleiner Unternehmen (100 bis 500 Mitarbeiter) vertreten. In den nächsten Jahren würden aber nicht nur deutsche Unternehmen Produktion, Forschung und Entwicklung sowie den Vertrieb in Asien und Osteuropa weiter auf- und ausbauen, sondern sich würden auch umgekehrt Unternehmen aus China, Indien, Brasilien und Mexiko zu ernsthaften Wettbewerbern entwickeln. So sei schon heute der chinesische Produzent Hisense der größte Anbieter von Flachbildschirmen in Frankreich und verkaufe die Chunlan Group Corporation bereits 25 Prozent aller Klimaanlagen in Italien.

Dass auch hier zu Lande zunehmend weniger hergestellt werden wird, nehmen knapp 80 Prozent an. Kein Bereich werde stärker von der Globalisierung betroffen sein als die Produktion. Jeweils rund zwei Drittel der befragten Manager gehen davon aus, dass sich der Globalisierungsprozess auch auf die Bereiche Forschung und Entwicklung sowie IT und Verwaltung ausdehnen wird. Knapp die Hälfte rechnet zudem damit, dass bis im Jahr 2025 auch Dienstleistungen mehr und mehr globalisiert werden.

Dennoch betrachten deutsche Manager gegenwärtig die Globalisierung überwiegend als Chance. Essentiell werde aber sein, dass Deutschland sich nicht zu einer reinen Vertriebstochter entwickele, sondern europäische Denkfabrik bleibe. Voraussetzung: hoch qualifizierte Facharbeiter sind ebenso wie Ingenieure und Forschungsinstitute sowie die Zulieferer in Reichweite.

Kernbranchen werden nach ihrer Ansicht die heute bereits wettbewerbsfähigsten Sektoren bleiben: die Automobilindustrie sowie der Maschinen- und Anlagenbau. Dabei werde die deutsche Automobilindustrie im Jahr 2025 weltweit eine ebenso große oder gar größere Rolle als derzeit spielen, meinen knapp drei Viertel der befragten Spitzenmanager.

Dasselbe gilt für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer. Sie werden ihre führende Rolle stärken oder sogar ausbauen, sagen mehr als zwei Drittel aller Befragten.