Informationen zur Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements (TQM, quintas)

Informationen zur Weiterentwicklung des Qualitätsmanagements (TQM, quintas)

1. Total Quality Management
Das Total Quality Management (TQM) – Konzept stellt eine Weiterentwicklung des „einfachen“ Qualitätsmanagements dar, das üblicherweise anhand der Erfüllung vorgegebener Kriterienkataloge nachgewiesen werden kann.

Was bedeutet TQM?
Total steht für die ganzheitliche, alle Mitarbeiter/innen, aber auch Kunden, Lieferanten und die Gesellschaft einbeziehende Denk- und Vorgehensweise, jenseits eines isolierten Denkens in Funktionsbereichen bzw. Abteilungen.
Quality hingegen steht für Qualität der Arbeit an sich, die Qualität der Prozesse, die Qualität der gesamten Organisation, die sich in der Qualität der Dienstleistungen und Produkte zeigt.
Management dagegen meint die herausragende Bedeutsamkeit der Führung im Hinblick auf Qualität. Führungskräfte haben in diesem Verständnis Vorbildfunktion, d.h. sie gestalten aktiv und überzeugend die Unternehmenskultur und entwickeln ihr Team kontinuierlich weiter.

Total Quality Management ist damit nicht nur eine Management-Methode sondern zugleich auch eine breit angelegte Unternehmensphilosophie, in die zahlreiche weltweit bedeutsame Qualitätskonzepte eingegangen sind.

Ein TQM-Modell für Europa
Das bekannteste europäische TQM-Modell, das Excellence-Modell, wurde Ende der 80er Jahre von der European Foundation for Quality Management (EFQM) entwickelt.

Der European Quality Award (EQA), ein Qualitätspreis, wird jährlich an excellente Unternehmen verliehen. Pendant zum EQA ist in den USA der Malcom Baldrige National Qualitity Award.
Ein TQM-Modell für Deutschland
Die bekannteste deutsche Ausformung dieses TQM-Ansatzes wird von der Initiative Ludwig-Erhard-Preis verfolgt, die jährlich diesen Preis für Spitzenleistungen im Wettbewerb vergibt.

Der Einsatz von Total Quality Management als Unternehmensstrategie
Viele Unternehmen übernehmen den TQM-Ansatz als Unternehmensstrategie. Dies erfordert, dass bestimmte Prämissen bezüglich der Qualitätsverbesserung erkannt und umgesetzt werden:

  • Qualität muss vom Kunden (Patienten) wahrgenommen werden. Patientenzufriedenheit ist der entscheidende Maßstab für Qualität.
  • Qualität muss aus jeder Aktivität des Unternehmens ersichtlich sein, nicht nur aus den Produkten des Unternehmens. Qualität beginnt im Kopf. Der Wandel muss von innen kommen, ohne Berater.
  • Für Qualität ist jeder einzelne verantwortlich.
  • Qualität erfordert Qualitätspartner. Qualität muss man produzieren, nicht kontrollieren.
  • Qualität kann immer verbessert werden. TQM bringt daher keine kurzfristigen Erfolge, sondern langfristigen Nutzen.
  • Qualitätsverbesserungen bedeuten manchmal Quantensprünge. Wer also Qualität anstrebt, braucht Mut und Ausdauer.
  • Qualität kann Kosten sparen. Handlungszwang entsteht meist erst aus einer hoffnungslosen Notlage heraus.
  • Qualität ist notwendig, aber nicht ausreichend. Vertrauen ist der Anfang von allem.
  • Nachhaltige Qualitätsverbesserungen können Dienstleistungsmängel nicht voll ausgleichen. Qualitäts- und Leistungsfortschritte müssen gemessen werden.

TQM in der Praxis
Viele Unternehmen weisen insbesondere bei ihren Dienstleistungen, ihren Prozessensowie bei fast allen Facetten ihres Interaktionsverhaltens Defizite auf. 
Viele unterschätzen zudem die kostensenkenden Effekte von Patientennähe. Eine solche Patientenfokussierung setzt aber ein Informationssystem über die Patientenzufriedenheit voraus. Daraus müssen Verbesserungen abgeleitet werden und die Umsetzung eine Selbstverständlichkeit sein.
TQM ist ein Instrument zur Sicherung dauerhafter Patientennähe. Dazu sind ein klarer konzeptioneller Rahmen sowie eine klare Zielorientierung und die Messung der Zielerreichung erforderlich. Einen äußerst wertvollen Leitfaden für ein solches TQM liefert das Kriterienmodell des European Quality Award.


2. quintas
Die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege) bietet im Rahmen ihres Präventionsauftrages seit 2004 ein Angebot zur ganzheitlichen Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren und Arbeitsunfälle.

Managementanforderungen der BGW zum Arbeitsschutz
Das Ziel besteht darin, Mitgliedsbetriebe zu motivieren, den Arbeitsschutz in ihr betriebliches Qualitätsmanagement-System zu integrieren. Aktuell bestehen Angebote für die Qualitätsmanagement-Modelle nach DIN EN ISO 9001,  KTQ - KH,  EFQM, DSP (Diakonie-Siegel Pflege), proCum Cert (Zertifizierung konfessioneller Einrichtungen) und zukünftig auch für QEP (Qualität und Entwicklung in Praxen).

Um den Arbeitsschutz erfolgreich in das betriebliche Qualitätsmanagement-System zu integrieren, muss ein Mitgliedsbetrieb die Anforderungen der MAAS-BGW (Managementanforderungen der BGW zum Arbeitsschutz) erfüllen. Die erfolgreiche Integration dieser Arbeitsschutzanforderungen in das betriebliche Qualitätsmanagement kann durch Zertifizierungsstellen, die von der BGW akkreditiert wurden, überprüft werden.

Prämie bei Einführung
Mitgliedsbetriebe mit erfolgreicher Zertifizierung erhalten auf Antrag grundsätzlich eine Prämie in Höhe von 50 Prozent ihrer Zertifizierungskosten, jedoch nicht mehr als die Hälfte des Jahresbeitrags erstattet.

Nutzen für Praxen
Die Erfahrungen aus zahlreichen Projekten der vergangenen Jahre zeigen: die Einführung eines integrierten Managementsystems erfordert einen gewissen Aufwand, der Nutzen für die Einrichtung überwiegt jedoch bei weitem. Dabei spielt die Prämie in Höhe von 50 Prozent der gesamten Zertifizierungskosten eine eher untergeordnete Rolle.
 
Praxen profitieren beispielsweise von der erhöhten Haftungssicherheit, durch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und einen Rückgang von Arbeitsunfällen sowie durch eine erhöhte Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter (siehe Abbildung). 


Abb.: Positive Effekte durch qu.int.as (Auswahl)

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