Unser Expertenthema: Change-Management

Identifizierung des Kernproblems

 

Diese Anleitung beschreibt die schrittweise Erstellung eines IST-Zustands-Baums. Mit Hilfe dieses Werkzeuges lässt sich für erkannte schädliche Effekte eines Systems die Ursache (Kernproblem) ermitteln. Dieses Kernproblem kann als zentraler Gegenstand eines potenziellen Veränderungsvorhabens betrachtet werden.

Objekte im IST-Zustands-Baum
  • Der Ursachen-Wirkungs-Pfeil steht für eine hinreichende kausale Verknüpfung.
  • Die Ellipse kennzeichnet eine „UND“-Verknüpfung, d.h. jede einzelne der genannten Ursachen ist zur Erzielung der Wirkung notwendig.
  • Die Ursachen-Wirkungs-Verknüpfungen gehorchen den acht Kategorien des berechtigten Vorbehalts (vgl. Dokument „8 Kategorien des berechtigten Vorbehalts“)

Schritt 1
Bestimmung von Kontrollbereich und Einflussbereich
Der Kontrollbereich beschreibt den Bereich einer Organisation und ihres Umfeldes, den die Mitglieder der betrachteten Organisationseinheit selbstständig verändern können. Innerhalb des Einflussbereiches haben sie Partner, die dies tun können. Außerhalb des Einflussbereiches kann keine Veränderung herbeigeführt werden. Die Kenntnis von Kontroll- und Einflussbereich ist wichtig, da potenzielle Kernprobleme außerhalb des Einflussbereiches nicht angegangen werden können.

Schritt 2
Sammeln der schädlichen Effekte

Die Identifizierung der schädlicher Effekte [SE] kann durch eine System-Analyse im Vorfeld erfolgen oder durch ein Brainstorming zu einfachen „W-Fragen“ (z.B. „Warum ist der Nutzungsgrad so schlecht?“). Die Antworten auf diese Fragen sind die gesuchten [SE]. Als Hilfsmittel kann eine Kartenabfrage dienen. 

Aus der Sammlung ist eine Auswahl von ca. 5 [SE] zu treffen, mit denen der Aufbau des IST-Zusands-Baums begonnen wird. Die Auswahl ist beliebig. Die übrigen [SE] werden sukzessive in den Baum eingefügt. Handelsübliche Haftnotizen eignen sich hervorragend zur schrittweisen Modellierung des Ursachen-Wirkungs-Geflechts.

Schritt 3
Erste Ursachen-Wirkungs-Beziehungen

Die [SE] werden untersucht, ob zwischen zwei der [SE] ein kausaler Zusammenhang besteht. Ist dies der Fall, ist die Frage zu klären, welcher [SE] die Ursache und welcher [SE] die Wirkung darstellt. Die beiden [SE] werden anschließend vertikal angeordnet und hinsichtlich fehlender Zwischenschritte und notwendiger zusätzlicher Ursachen untersucht.

Werden zusätzliche Ursachen und Wirkungen in den entstehenden Baum eingefügt, die nicht schädlicher Natur sind, so empfiehlt sich die Verwendung andersfarbiger Haftnotizen (z.B. gelb für [SE] und weiß für nicht schädliche Ursachen/Wirkungen).

Alle sechs Schritte finden Sie als Download auf der rechten Seite.