Viele Gründe zum Feiern: 1990 bis heute
Am 1. September 1990 kam es zu einer ersten und keineswegs unbedeutenden „Vereinigung“ in diesem Land: Die ein halbes Jahr zuvor gegründete DGQ-DDR und die DGQ in der Bundesrepublik Deutschland schlossen sich zur gemeinsamen DGQ zusammen. Die folgenden Jahre standen dann ganz im Zeichen des Booms. Qualitätsmanagement etablierte sich als individuelle Qualifikation und zertifiziertes Unternehmenssystem, die Anzahl der freien Trainer, Dozenten, Referenten wuchs ständig, immer mehr neue Mitarbeiter wurden eingestellt. Die Zahl der Mitglieder der DGQ war Mitte der neunziger Jahre auf die stolze Zahl von 8.500 angewachsen, in den Schulungen waren bis dahin knapp eine halbe Million Teilnehmer gezählt worden. Während der Mitgliederversammlung 1994 wurde Karl Josef Ehrhart, Geschäftsführer der Heidenheimer Carl Edelmann GmbH, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die Struktur der DGQ den veränderten Anforderungen angepasst wurde und der Verein insgesamt eine Demokratisierung erfuhr. Gemeinsam mit einer Strukturkommission erarbeitete der Vorstand unter seiner Führung eine neue Satzung, die unter anderem auch das Amt des Präsidenten einführte. Höchstes Beschluss fassendes Organ wurde die Delegiertenversammlung, da die Mitgliederversammlung angesichts der Größe der DGQ nicht mehr praktikabel war.
Ein ganz bedeutendes Datum in der Geschichte der DGQ ist der 11. November 2002. An diesem Tag feierte die DGQ ihr fünfzigjähriges Bestehen mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche. Dabei präsentierte sich die DGQ als moderne Dienstleistungsgesellschaft und als Wegbereiter und Begleiter ihrer Mitglieder und Kunden auf dem Weg zu Spitzenleistungen im Wettbewerb. Diese Funktion und die Bedeutung der von der DGQ gestarteten Qualitätsoffensive bestätigten prominente Gäste wie der frühere Bundespräsident Roman Herzog, BDI-Vizepräsident Hans-Olaf Henkel, Bertelsmann-Chef Dr. Gunter Thielen, ThyssenKrupp-Sprecher Professor Dr. Ekkehard Schulz, Ex-Ministerpräsident und Jenoptik-Vorstand Lothar Späth und viele weitere Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Neben dem damaligen Präsidenten Dr. Friedrich Clever nahmen dessen Vorgänger, Dr. Willi Fuchs, sowie sein Nachfolger, Dr. Jürgen Varwig, gemeinsam mit dem geschäftsführenden Vorstandsmitglied der DGQ, Dr. Wolfgang Kaerkes, an der Jubiläumsveranstaltung teil.
Im Jahr 1972 hatte die DGQ ihre Zielsetzung noch folgendermaßen formuliert: „Die DGQ hat sich zum Ziel gesetzt, den Qualitätsgedanken und die wirtschaftlichen Methoden der Qualitätssicherung weiterzuentwickeln, anzuregen, zu verbreiten und zu fördern – und das branchenunabhängig. Unter Qualitätssicherung werden gemäß Definition alle Maßnahmen zur Erzielung der geforderten Qualität verstanden, wobei Qualität die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Tätigkeit, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung gegebener Erfordernisse beziehen, darstellt.“
Aus dieser technisch-wissenschaftlichen Formulierung spricht das Verständnis jener vergangenen Zeit. Demgegenüber gibt das heutige Leitbild der DGQ sehr genau wieder, welche Aufgaben sich der Qualitätssicherung zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellen: „DGQ. Menschen befähigen. Organisationen entwickeln. Netzwerke gestalten.“
Schon in den ersten drei Jahren der praktischen Arbeit hatte man erkannt, welche wertvolle Unterstützung ein Periodikum sein kann, wenn es darum geht, die Mitglieder und das interessierte Umfeld schnell und fundiert über neue Entwicklungen und praktische Ergebnisse zu informieren, Impulse zu geben und Diskussionen in Gang zu setzen. Deshalb wurde bereits 1955 die Zeitschrift „QZ Qualität und Zuverlässigkeit“ gegründet, die als Organ der DGQ noch heute eine hohe Wertschätzung genießt.