Qualitätsoffensive verbessert Arbeitsabläufe und erhöht Patientensicherheit
„Das Klinikum Lüneburg will im Rahmen des gesetzlichen Versorgungsauftrages für alle regionalen und überregionalen Patienten eine wohnortnahe, hoch qualifizierte universitätsnahe und dabei menschliche Krankenhausbehandlung auf dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis bieten.“ So beschreibt Thomas Stricker das Ziel der gemeinnützigen GmbH. Die dazu erforderliche Strategie sowie die Unternehmens- und Qualitätspolitik einschließlich der daraus abgeleiteten Qualitätsziele und ihrer Überwachung verantworte die Führung des Klinikums. Das sind repräsentativ der Geschäftsführer und der Träger. Unterstützt wird die Geschäftsführung durch die Betriebsleitung und das Qualitätsmanagement.
Bereits seit Beginn 2002 hatte der Gesundheitsdienstleister eine fachübergreifende Kommission gebildet. Sie besteht aus Ober- und Fachärzten aller Kliniken und Institute, dem Controlling, dem Betriebsrat, der Apotheke, der Pflegedirektion und der IT-Abteilung, tagt monatlich und arbeitet gemeinsam an DRG- und qualitätsrelevanten Themen (DRG = Diagnosis Related Groups: Diagnosebezogene Fallgruppen). War anfangs noch der DRG-Gedanke die treibende Kraft, so steht seit knapp drei Jahren die Auseinandersetzung mit dem Qualitätsgedanken im Vordergrund. Denn mit der intensiveren Diskussion über Qualitätsmanagement im Klinikum hatten sich die Vorhaben zu Zentrumszertifizierungen herauskristallisiert. Federführend war hier die gynäkologische Klinik, die erstmals 2007 das Brustzentrum nach OnkoZert und DIN EN ISO zertifizieren ließ. Schon bald fand dies auch in anderen Kliniken interessierte und engagierte Wegbegleiter, so dass sich das gynäkologische Krebszentrum und kurze Zeit später das Darmkrebszentrum mit Erfolg zertifizieren ließen. Die erfolgreiche Auditierung als regionales Traumazentrum, das Erlangen des Gütesiegel „Ausgezeichent. Für Kinder“ und die Auditierung der Stroke-Unit zeigen weitere fachlich-qualitätsmäßige Entwicklungen der Klinik auf.
„Mit der stetigen Ausbreitung des Qualitätsgedankens und dem Wunsch, die gesamte Klinik in naher Zukunft erfolgreich mit einer Qualitätsoffensive zur Zertifizierung nach DIN EN ISO zu führen, haben wir uns mit dem 1. Mai 2009 für eine Firmenmitgliedschaft in der DGQ entschieden“, erläutert der Qualitätsmanagementbeauftragte den Hintergrund. Die Vernetzung vom Standort Lüneburg mit der DGQ sei durch die Regionalkreise Hamburg, Hannover und Elbe-Weser „hervorragend gegeben“. Die der Klinik dadurch zugehenden Informationen sind Stricker zufolge „sehr gut geeignet, sich für das operative Qualitätsgeschäft das Nützliche, Interessante und Aktuelle herauszusuchen“. So ließen sich Netzwerkarbeit und persönliche Gespräche bei diversen Treffen nahezu optimal arrangieren und würden auch von den zuständigen Regionalkreisleitern der DGQ gefördert.
Als Beispiel nennt Stricker das diesjährige DGQ-Sommercamp in Hamburg, das das Qualitätsmanagement des Klinikums einen wichtigen Schritt voran gebracht habe. „Denn dort hat sich unsere Mitarbeiterin intensiv, schnell und direkt zur DGQ-Qualitätsbeauftragten und internen Auditorin qualifiziert.“ Hinzu kämen der Informationsaustausch und das Einbringen in Arbeitsgruppen bundesweit, etwa zum Beschwerdemanagement, was Stricker als „ideale Voraussetzungen, unseren eigenen Erfolgsweg weiter zu beschreiten“ bezeichnet. Auch während der durchgeführten Audits habe es sich immer wieder gezeigt, dass bei allen am Auditprozess beteiligten Mitarbeitern der verschiedensten Berufsgruppen und Hierarchien eine hohe Akzeptanz des QM-Gedankens zu spüren sei. Weitere Eckpunkte des Qualitätsmanagements - regelmäßige QZ-Sitzungen (Qualitätszirkel) oder Schulungen - stärken das allgemeine Qualitätsbewusstsein. Seit Jahresbeginn 2010 hält das Klinikum ein umfassendes klinisches IT-gestütztes Risikomanagement (C.I.R.S.) vor und hat ein strukturiertes Beschwerdemanagement aufgebaut. Darüber hinaus ermöglicht die eingesetzte Befragungssoftware „mannigfaltige interne oder externe Umfragen online oder papiergestützt“.
Regelmäßige Sitzungen von Qualitätszirkeln und Schulungen -
hier eine Tumorkonferenz - stärken das allgemeine Qualitätsbewusstsein.
Neben all diesen QM-Zentralaktivitäten sind neuerdings auch die Apotheke, das Institut für Pathologie, das Labor nach der Rili-BÄK (Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen) und die Chest-Pain-Unit in die fachliche, bzw. in die Vorbereitung zur DIN EN ISO-Zertifizierung eingebunden. „Das bestärkt uns, unseren erfolgreich eingeschlagenen Qualitätsweg weiterzuführen“, so der Klinik-QB. Zertifikate seien jedoch nur ein Aspekt von Qualitätsmanagement. Wesentlich wichtiger seien für alle Beteiligten die durch die systematischen Analysen im QM/ RM-Bereich verbesserten Arbeitsabläufe mit dabei reduzierten Kosten und die erhöhte Patientensicherheit. Diese Erfolgsgeschichte resultiere letztlich aber erst „durch unsere Mitarbeiter, unterstützt von der DGQ als Kooperationspartner“.
Die Klinikum Lüneburg gGmbH ist akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen. Mit zwölf Kliniken und Instituten sowie fünf Belegabteilungen bietet es ein breites medizinisches Leistungsspektrum. Es ist ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung mit derzeit 472 Planbetten. Das Klinikum ist eingebettet als eine Gesellschaft der Gesundheitsholding Lüneburg GmbH, die 2007 als hundertprozentige Tochter der Hansestadt Lüneburg gegründet wurde. Unter dem Motto „Hand in Hand für Ihre Gesundheit" arbeiten sieben Gesellschaften unter dem Dach der Gesundheitsholding eng zusammen, um den Menschen der Region in allen Lebensphasen gesundheitsorientierte Dienstleistungen auf hohem Niveau zu bieten. Mit rund 2.500 Mitarbeitern aus unterschiedlichsten Berufsgruppen ist die Einrichtung der größte Arbeitgeber und Ausbilder der Region.