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März 2006


Weibliche Führungskräfte nehmen zwar zu, müssen aber mehr um Aufstieg kämpfen

Erfolgreiche Unternehmen verfügen über einen höheren Anteil an weiblichen Führungskräften (Mittelwert: 14,1%) als weniger erfolgreiche (Mittelwert: 9,5%). Insbesondere in der Dienstleistung und im Handel kommt ein höherer Frauenanteil in Führungspositionen mit jeweils rund 15% zum Ausdruck. Unternehmen in Ostdeutschland (14,2%) stellen mehr weibliche Führungskräfte als in Westdeutschland (11,5%). Das hat die aktuelle Umfrage zu den Business-Führungsprofilen aus dem Excellence Barometer 2005 ergeben. So erfreulich es ist, dass nach diesen Ergebnissen von DGQ und dem Mainzer Marktforschungsinstitut Forum der Anteil weiblicher Führungskräfte in den Unternehmen ansteigt, so bleibt doch ein Wermutstropfen in Sachen Karrierechancen zurück: Frauen müssen immer noch härter um Chefsessel kämpfen als Männer. Denn das hat jetzt eine internationale Studie der Unternehmensberatung Accenture ergeben. Danach ist der weibliche Weg zum Chefsessel der Umfrage zufolge in Großbritannien und Deutschland am schwersten.

Frauen müssen noch immer um den Aufstieg kämpfen

590 weibliche Führungskräfte aus Australien, Österreich, Deutschland, den Philippinen, der Schweiz und Großbritannien wurden nach ihrem Karriereweg und der Rolle, die ihr Geschlecht dabei gespielt hat, befragt. Mit dem Bild der „gläsernen Decke" beschreiben Wissenschaftler die unsichtbaren Barrieren, die Frauen davon abhalten, auf der Karriereleiter aufzusteigen. Als Hinderungsgründe nennen Experten die Doppelbelastung von Beruf und Familie, männliche Seilschaften und in der Kultur eines Landes verankerte Wertvorstellungen. Mit der rechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern, Frauenförderprogrammen und Quotenregelungen versucht die Politik, die Benachteiligung von Frauen zu minimieren. Mit mäßigem Erfolg, wie die Accenture-Studie zeigt.

In Australien, Deutschland, der Schweiz und Großbritannien sind es besonders die gesellschaftlichen Strukturen, die Frauen am Aufstieg hindern. So glauben nur 16 Prozent der befragten deutschen Frauen, die gleichen Karrierechancen zu haben wie Männer. 62 Prozent der britischen und knapp 70 Prozent der deutschen Frauen halten die Entscheidungsfindung in ihrem Land für männerdominiert.

Die Unternehmen nehmen die Gleichstellung von Frauen und Männern sehr viel ernster als die Gesellschaften insgesamt. Mehr als zwei Drittel aller befragten Männer und Frauen stimmen zu, dass Gleichstellung ein zentraler Wert ihres Unternehmens ist. Von ihren Gesellschaften behaupten das weniger als die Hälfte der Befragten.

Dass Frauen härter um den Chefsessel kämpfen müssen, zeigt das Charakterprofil, das eine erfolgreiche Frau den Befragten zufolge haben muss. Für Frauen sind Ehrgeiz, Durchsetzungsvermögen und langfristige Karriereplanung sehr viel wichtiger für den Erfolg im Beruf als für Männer. Australische Frauen haben im internationalen Vergleich das größte Selbstbewusstsein. Gut ein Fünftel der befragten Australierinnen sieht ihr Geschlecht sogar als Pluspunkt für die Karriere an.

(Quelle: FTD vom 06.03.2006)


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