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Qualitätsmanagement am Universitätsklinikum Dresden Mit der Gesundheitsreform der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2000 sind u.a. Krankenhäuser zur Einführung und Weiterentwicklung eines einrichtungsinternen Qualitätsmanagementsystems verpflichtet worden. Das Universitätsklinikum Dresden hat daraufhin eine Stabsstelle Qualitätsmanagement eingerichtet, die zunächst aus einer ärztlichen Leiterin, und wenig später dann aus einer Servicebeauftragten und einer pflegerischen Mitarbeiterin bestand. Die inhaltliche Diskussion qualitätsrelevanter Themen fand durch den so genannten Steuerkreis statt: Ein interdisziplinär mit Ärzten aus verschiedenen Kliniken und Fachdisziplinen, Mitarbeitern der Pflege und Verwaltung auf hoher Hierarchieebene zusammengesetztes Gremium.
DGQ: Frau Baretton, wie hat das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus die Verpflichtung zur Einführung und Weiterentwicklung eines QM-Systems in die Praxis umgesetzt? Baretton: Seit Einführung unseres QM-Systems im Jahr 2000 wird Qualitätsmanagement bei uns als eine Führungsaufgabe verstanden und von der Leitung verantwortlich vorgelebt. Das ist bei uns Grundprinzip. DGQ: Qualitätsaufgaben werden demnach von oben nach unten delegiert? Baretton: Nein, das Konzept der Mitentscheidung - und damit zugleich Mitverantwortung der Leiterin des Zentralbereichs Qualitätsmanagement, PD Dr. Maria Eberlein-Gonska, als stimmberechtigtes Mitglied in der Betriebsleitung – steht von Beginn an. Dem Gremium gehören der Klinikumsvorstand, ein Vertreter der Klinikdirektoren, die Leiterin des Geschäftsbereiches Pflege, Service und Dokumentation, der Leiter des Geschäftsbereiches Personal, die Leiterin des Zentralbereiches Qualitätsmanagement und ein Vertreter der medizinischen Fakultät an. Die Betriebsleitung trifft zahlreiche Beschlüsse zu qualitätsrelevanten Fragen, Projekten und Aktivitäten. DGQ: Der Zentralbereich Qualitätsmanagement ist, bezogen auf die Größe des Universitätsklinikums Dresden, eine vergleichsweise kleine, zentrale Einheit. Baretton: Das stimmt zwar, aber nach dem Grundprinzip „Stärkung der Eigenverantwortung“ DGQ: Was verbirgt sich hinter der Peer Group QM UKD? Baretton: Quartalsweise finden sich die Qualitätsbeauftragten aus den Kliniken, Zentren, Instituten und Verwaltungsbereichen zusammen und bearbeiten einen vorher abgestimmten Themenplan. Eine besondere Form der intensiven Zusammenarbeit bildet eben diese Peer Group QM UKD, ein Zusammenschluss aller Qualitätsbeauftragten der zertifizierten Kliniken, Zentren und Institute. DGQ: Neben Vorstand, Direktoren und Geschäftsbereichsleitern wirken zahlreiche Gremien aktiv am QM-System Ihres Klinikums mit. Das ist auf den ersten Blick erfreulich. Behalten Sie im Zentralbereich Qualitätsmanagement da noch den Überblick? Baretton: Die einzelnen Gremien zeichnen sich sowohl durch die Kontinuität der monatlich oder quartalsweise stattfindenden Sitzungen als auch durch die Kontinuität der Besetzung durch die verschiedene Berufsgruppen, Fachgebiete und Hierarchieebenen aus. Dies belegt die Stabilität des Qualitätsmanagementsystems am Universitätsklinikum Dresden, denn das Schicksal einer universitären Einrichtung ist der beständige Wechsel von hochqualifiziertem Personal in entsprechend verantwortungsvollen Positionen. DGQ: Was hat Ihre Einrichtung dazu bewogen, Mitglied in der DGQ zu werden? Baretton: Die Deutsche Gesellschaft für Qualität e.V. war und ist dem Universitätsklinikum Dresden verlässlicher Partner in der Aus- und Weiterbildung. Unsere Erwartungen an die DGQ-Firmenmitgliedschaft beziehen sich vor allem auf den bundesweiten branchenübergreifenden Austausch zu aktuellen Fragestellungen. Aber auch vor dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse (FQS) und der verstärkten Zusammenarbeit in der Region ist die Mitgliedschaft von Bedeutung. Darüber hinaus werden durch unsere Mitgliedschaft auch die Ziele des Universitätsklinikums Dresden als international hervorragendes akademisch medizinisches Zentrum mit starker Ausstrahlungskraft unterstützt. DGQ: Welche Ergebnisse haben Sie mit dem Einsatz Ihres QM-Systems bisher erreicht? Baretton: Zunächst haben wir die interne Strukturen entscheidend verbessert und dadurch die Abläufe sinnvoll vereinheitlicht. Das systematische Erfassen und Bewerten von Qualitätsindikatoren aus den verschiedenen Systemen hat wiederum zu einer höheren Transparenz geführt. Instrumente der Zertifizierungsverfahren – etwa ein internes Auditsystem - nutzen wir dabei auch in nicht zertifizierten Bereichen. Das wichtigste Ergebnis dabei ist, dass QM in nahezu allen Bereichen etabliert ist und wir die Grundlage für eine kritische Diskussion über unsere Qualität geschaffen haben.
Baretton: Wir wollen uns konsequent weiterentwickeln, dazu gehört auch, dass wir uns selbst kritisch auf den Prüfstand stellen und überlegen, welche Maßnahmen tatsächlich zu einer Verbesserung geführt haben bzw. führen. Wir müssen dabei noch viel stärker die Mitarbeiter mit einbeziehen, die letztlich diejenigen sind, die alle Aktivitäten und Maßnahmen im Klinikumsalltag umsetzen bzw. anwenden müssen. Weitere Schwerpunkte betreffen das Berichtswesen mit dem Erfassen und Bewerten von Qualitätsindikatoren als Grundlage zur Steuerung unseres QM-Systems sowie ein professionelles klinisches Risikomanagement. Als `Nebenprodukt´ entsteht so in der Vernetzung ein aktives elektronisches Organisationshandbuch des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät.
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