Die Bearbeitung von Änderungen in der laufenden Produktentwicklung können einen hohen Anteil der Projektlaufzeit und des Projektaufwandes ausmachen. Um diese Änderungen trotz eines vorgegebenen engen Zeitrahmens wirtschaftlich durchzuführen, müssen Vorgehensweisen und Methoden für eine effiziente Änderungsabwicklung erarbeitet werden.
Kern dieses Handlungsleitfadens ist die Prozessorganisation. Darin werden notwendige Änderungsmaßnahmen anhand der jeweils vorliegenden Anforderungen aus standadisierten Prozesselementen zusammengesetzt. Der Leitfaden wird durch ein Verfahren zur Dokumentation und Bewertung von technischen Änderungen ergänzt.
NEPRES (Neuronales Prozess-Regelungs-System) ist eine modular strukturierte Systemtechnik, die für unterschiedliche Produktionsprozesse eine zyklussynchrone Qualitätsprognose erlaubt und entsprechende Werkzeuge und Methoden zur Prozessnachführung bereitstellt. Dieser Leitfaden zu NEPRES vermittelt dem Anwender die Grundlagen der Systemtechnologie und unterstützt ihn bei der Adaption eigener Problemstellungen.
Zunehmend komplexere Fertigungsprozesse mit immer kleineren Losgrößen (LowRunner) veranlassen die Produzenten, die Prozessgüte mittels kontinuierlich erfasster Prozessinformation zu überwachen, um die angestrebte Qualität zu gewährleisten. Der prinzipielle Ansatz dabei ist, anhand von Prozesssignalen direkt auf Qualitätsschwankungen schließen zu können. Damit soll einerseits eine 100%ige Qualitätsüberwachung erzielt und andererseits eine Möglichkeit geschaffen werden, qualitätsabhängig sofort in den Prozess eingreifen zu können.
In dem von der FQS geförderten Forschungsprojekt QS-LowRunner wurde vom Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung, Stuttgart, eine modular strukturierte Systemtechnik realisiert, die für unterschiedliche Produktionsprozesse eine zyklussynchrone Inline-Qualitätsaussage erlaubt. Basierend auf den bisherigen Ergebnissen ist eine Weiterentwicklung der Systemtechnik sowohl methodentechnisch als auch funktional in Planung.
Für eine systematische Reklamationsbearbeitung hat sich die vom Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA) empfohlene 8D-Methode etabliert. Allerdings existieren bisher keine adäquaten Mess- und Bewertungstechniken zur Beurteilung der Qualität eines 8D-Berichts. In der Folge kann nicht zu jedem Zeitpunkt gewährleistet werden, dass die Reklamationsbearbeitung korrekt und effizient durchgeführt wird. Viele Unternehmen führen in diesem Zusammenhang bspw. auf, dass 8D-Berichte oftmals nicht ordnungsgemäß ausgefüllt werden.
Ziel des Projektes war daher die Entwicklung eines automatisierten Metriksystems, das die Messung und Bewertung der Bearbeitungsqualität von 8D-Berichten ermöglicht. Die Metriken wurden für die Bewertung digital vorliegender 8D-Berichte entwickelt.
Der vorliegende Leitfaden führt in die Problematik der automatisierten Bewertung von 8D-Berichten ein, stellt die wesentlichen Ergebnisse des Forschungsprojektes dar und gibt Hinweise zur Installation und Anwendung des prototypischen Demonstrators, der dem FQS-DGQ-Band auf CD-ROM beiliegt.