Die Auswahl von Prüfmitteln für die Qualitätssicherung erfolgt heutzutage überwiegend unter Berücksichtigung technischer Vorinformationen, wie Messunsicherheit und Toleranz des prüfenden Merkmals. Wirtschaftliche Faktoren werden hingegen nur ungenügend berücksichtigt. Die kostenorientierte Auswahl von technisch und wirtschaftlich geeigneten Prüfmitteln kann jedoch wesentlich zur Reduzierung der qualitätsbezogenen Kosten in den Unternehmen beitragen.
In diesem Band wird eine Vorgehensweise dargestellt, die es den Anwendern ermöglicht, das technisch geeignetste und kostengünstigste Prüfmittel für die zu erfüllenden Prüfaufgaben auszuwählen. Diese Vorgehensweise wird durch die in der beiliegenden CD-ROM enthaltenen Software unterstützt.
Was, wann, wieviel, womit und wo soll im Rahmen einer Fertigung geprüft werden? Mit diesen Fragen befasst sich die Prüfplanung und ist somit integrieter Bestandteil der Fertigungsplanung im Betrieb. Mit Hilfe des zweistufigen Softwaretools QUINTE+ (Qualität in der Teilefertigung) kann die Prüfplanung ohne zusätzlichen Aufwand optimiert werden. Zusätzlich wurde auch ein Handlungsleitfaden zur Optimierung des Prüfplanung unter Anwendung von QUINTE+ entwickelt, der diesem Band beiliegt.
Um Fehlerdaten unternehmensübergreifend auszutauschen, wird ein produktunabhängiges Datenmodell benötigt, das Produktfehler strukturiert beschreibt. So entstand das FIBER-Modell, das den Austausch von Fehlerinfortmationen über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglicht. Parallel dazu wurde ein Software-Prototyp entwickelt, der auf der Basis der 8D-Methode die Umsetung des FIBER-Modells in die Unternehmenspraxis unterstützt. Das FIBER-Modell entspricht dem QDX-Standard, der für die Automobil- und Zulieferindustrie vom VDA entwickelt wurde, es ist jedoch auch branchenunabhängig anwendbar.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Abschätzung der Lebenszykluskosten eines Werkzeuges sind Daten aus der Herstellungs-, Nutzungs- und Nachnutzungsphase. Diese müssen analysiert und im Vergleich mit anderen Werkzeugen gebracht werden, um in der Anbahnungsphase von Aufträgen genutzt werden zu können. Nur durch eine umfassende Informationsbereitsstellung durch Hersteller, Abnehmer und Nutzer kann eine Minimierung der Lebenszykluskosten bei gleichzeitiger Optimierung der Werkzeugqualität erfolgen. Die FQS bietet einen anwendungsorientierten Leitfaden zur Lebenszykluskostenanalyse und -optimierung an, mit dem die Werkzeugkosten aus allen Lebensphasen ermittelt, verarbeitet, verglichen und letztlich auch optimiert werden können.
Messergebnisse sind Informationen. Sie dienen im Rahmen industrieller Fertigung als Basis für Entscheidungen, beispielsweise bei der Konformitätsprüfung oder bei der Prozessoptimierung und -lenkung. Unsichere Messergebnisse liefern unsichere Informationen, können folglich zu falschen Entscheidungen führen und verursachen damit vermeidbare Kosten. Das Risiko falscher Entscheidungen kann durch den Einsatz genauerer Messtechnik reduziert werden. Wenn der Trade-Off zwischen verringerten Fehlentscheidungsrisiken durch genauere Messtechnik und den damit verbundenen höheren Messkosten quantifiziert werden kann, lassen sich daraus Wirtschaftlichkeitsbewertungen von Messergebnissen ableiten und Kosteneinsparungspotentiale identifizieren.
Der vorliegende Anwenderleitfaden beschreibt eine Systematik zur ganzheitlichen Wirtschaftlichkeitsbewertung von Messergebnissen. Dazu wird ein Life-Cycle-Costing (LCC) - Modell für die vollständige Erfassung aller für ein Messergebnis oder einen Messauftrag anfallenden bzw. zu erwartenden Kosten aufgestellt. Dieses Modell ist am VDMA-Einheitsblatt 34160 „Prognosemodell für die Lebenszykluskosten von Maschinen und Anlagen“ orientiert und wurde an die Besonderheiten von Messgeräten bzw. -systemen angepasst. Die mitgelieferte Software hilft bei der Durchführung von LCC-Analysen und den ökostenoptimalen Einsatz eines Messgeräts. Hersteller von Messgeräten erhalten eine Argumentations- und Vermarktungshilfe für ihre Produkte. Messdienstleister erhalten mit dem LCC für Messgeräte eine umfassende Kalkulationsgrundlage für Messaufträge. Anwender von Messtechnik können Investitionsentscheidungen auf Basis fundierter Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen alternativer Messprozesskonzepte treffen.